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Hundeforum Der Hund
Kanae

Anleitung zum Anti-Giftköder-Training

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Hallo :)

Seit einigen Wochen besuche ich jetzt den Anti-Giftköder-Kurs und da nun so etwa Halbzeit ist, wollte ich schon mal meine Notizen zum Training mit euch teilen. Ich hoffe, sie sind einigermaßen verständlich. Ich hab mir das in erster Linie aufgeschrieben, um mich selbst besser zu erinnern, wenn ich in ein paar Monaten nochmal etwas üben möchte. 

Es würde mich freuen zu hören, was ihr davon haltet, ob ihr ähnliche oder andere Methoden kennt, euch vorstellen könntet, die Methode für euch anzuwenden oder wenn nicht, dann warum. Auch wenn man nicht selbst beim Kurs dabei war, kann man die Hausaufgaben, die wir aufbekommen haben, gut alleine zuhause üben.

 

In zwei Wochen ist der Kurs vorbei, also folgen noch zwei weitere Stunden. Die werde ich dann auch hier reinstellen, hoffentlich auch zeitnah :)

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße!

 

1. Stunde

Konditionierung auf „pfui“:

  • Eine Hand mit Leckerlie hinhalten, wendet Hund sich ab, „pfui“ sagen und aus anderer Hand Leckerlie geben
  • Klappt das gut, auf Blickkontakt warten vor „pfui“, dann Leckerlie geben
  • Dann Leckerlies auf Boden legen, sonst wie vorher
  • Erst „pfui“ sagen, dann Reaktion abwarten

Erste Übung:

  • In Kreis um aufgebaute Pylonen mit Ködern (Futter) gehen
  • Will Hund hin, stehenbleiben, warten, bis er Zug an Leine aufgibt, dann „pfui“ sagen, mit Leckerlie in der Hand an Futter vorbeiführen
  •  Erst „pfui“ sagen, hört er auf, loben und mit Leckerlie an Köder vorbeiführen
  • Auf keinen Fall an Leine rucken, Hund soll selbst entscheiden, von Köder abzulassen, sonst lernt er langsamer und schlechter
  • Geschirr bei der Übung besser als Halsband

Zweite Übung:

  • Am Platz mit einer Pylone üben, immer im Kreis herumgehen, wie in erster Übung

Dritte Übung:

  • In Schlangenlinien um Pylonen führen, wie zuvor handeln
  • Bevor man wieder an Platz ist, beginnt nächster

Hausaufgabe:

  • Alle zwei Tage für fünf Minuten üben
  • Zuhause Köder (Futter) auf den Boden legen, will der Hund hin, streng „pfui“ sagen
  • Er darf sie auf keinen Fall bekommen
  • Ist es zu riskant, besser mit Leine üben
  • Bessere Leckerlies benutzen, als das Köder auf dem Boden
  • Klappt es gut, dass der Hund sich auf das „Pfui“ abwendet und Blickkontakt sucht, warten, ob er ein „Sitz“ anbietet, dann loben
  • Klappt das auch gut, ohne Leine üben
  • Ziel: Hund sieht und riecht den Köder, wendet sich von diesem ab zu einem hin und setzt sich. Der Besitzer ist nicht mehr der Gegner, der tolle Leckereien verbietet, sondern er findet sie gemeinsam mit dem Hund und der Hund wird mit etwas noch tollerem dafür belohnt, was er aufgespürt hat

Notizen zur Hausaufgabe:

  • Beim ersten Training war er zu schnell und wirkte irritiert, machte erst gut mit und fraß kurz vor Ende die Köder vom Boden, was frustrierend war
  • Beim zweiten Training wollte er erneut Köder fressen; um das zu verhindern, ging ich einen Schritt zurück, während die Leine gestrafft war, woraufhin er plötzlich verstand, dass er sitzen und mich ansehen sollte (eigentlich negativ, weil unbeabsichtigte Leinenkorrektur)
  • Beim dritten Training versuchte er nicht, Köder zu fressen, setzte sich hin, sah mich an und nahm Belohnung entgegen, reagierte gut auf Abbruch „pfui“, es konnte sogar ohne Leine geübt werden

2. Stunde

-Wiederholung der Konditionierung auf „pfui“

Erste Übung:

  • Alle Teilnehmer an Station, erstmal einzeln dort üben
  • Stationen:
  1. Hund soll erst außen an Pylonen mit Ködern an den Seiten herumgehen, dann im Slalom
  2. Hund soll vor Reifen mit Köder liegenbleiben, während Besitzer um den Reifen herumgeht
  3. Hund soll über zwei Stangen springen, zwischen denen Köder liegt
  4. Hund soll vor Reifen sitzen bleiben, in den Besitzer Köder schmeißt
  5. Hund soll vor Reifen mit Ködern sitzen bleiben, während Besitzer in größerer Entfernung herumgeht
  6. Fremder (Trainer) bietet Hund Köder an, Besitzer sitzt auf Stuhl und verbietet Hund mit „pfui“ ihn zu nehmen
  • Will Hund an Köder, „pfui“ sagen, wendet er sich ab, belohnen, besonders für Blickkontakt oder wenn er sich dabei hinsetzt

Zweite Übung:

  • Hunde und Besitzer wechseln im Uhrzeigersinn von Station zu Station

Hausaufgabe:

  • Die Übungen etwas dynamischer gestalten, mehr Bewegung reinbringen, um Köder laufen oder welche werfen oder etwas wie „sitz“ oder „platz“ und „bleib“ verlangen, weil Bewegung den Hund eher dazu verführt, doch noch mal zu probieren, Köder zu nehme
  • Ziel: Auch bei Bewegung des Hundes, wenn der Mensch sich bewegt oder der Köder geworfen wird, soll der Hund lernen, konzentriert zu bleiben und seine Frustrationstoleranz üben

Notizen zur Hausaufgabe:

  • Dynamik beeindruckte ihn nicht
  • Versucht generell nicht, an Futter zu gehen, das mir aus der Hand fällt oder das ich werfe
  • Da die Übung leicht fiel, mehr weiter mit Ködern geübt, bei denen er nicht gesehen hat, wie ich sie in der Wohnung auslege

3. Stunde

Erste Übung:

  • „Pfui“ wird einzeln an Pylone mit Köder geübt
  • Dann wird im Uhrzeigersinn zwischen Pylonen gewechselt, an jeder liegt ein anderer Köder, daher je nach Geschmack des Hundes anderer Schwierigkeitsgrad (mal Ziemer, mal Huhn, mal Käse etc.)

Zweite Übung:

  • Nacheinander geht jeder einzeln an mehreren Reifen in der Mitte des Raumes vorbei, in denen Köder sind
  • Hund soll jetzt ohne Kommando vor Köder stehenbleiben, darf schnüffeln, soll dann aber Besitzer ansehen und sich hinsetzen
  • Viele Hunde versuchen inzwischen, heimlich hinter dem Rücken des Besitzers noch Köder zu nehmen

Dritte Übung:

  • Konditionierung auf „Aus“:
  1. In einer Hand Ziemer, es soll nur ein kleines Stück aus der Hand schauen
  2. Hund darf kurz daran knabbern
  3. Gutes Leckerlie in anderer Hand
  4. Auf „Aus“ soll der Hund vom Ziemer ablassen, bekommt dafür das gute Leckerlie
  5. Darf dasselbe Kommando sein, wie wenn der Hund Spielzeug ausgeben soll

Vierte Übung:

  • Trainerin nimmt Hund an Schleppleine, geht in eine Ecke des Raumes
  •  Besitzer steht auf der anderen Seite
  •  Im Raum überall Köder auf dem Boden
  •  Auf Abruf soll der Hund direkt zum Besitzer kommen, will er zu Köder mit „pfui“ abbrechen

Hausaufgabe:

  •  „Aus“ oft und intensiv üben, bis auch weiches Futter wie Käse oder Fleisch ausgegeben wird
  •  Ziel: soll Notkommando werden, wenn draußen später zu spät gesehen wird, dass der Hund etwas aufgenommen hat, um noch „Pfui“ anzuwenden
  •  Weiter „pfui“ üben, Köder in Wohnung auslegen, ohne dass Hund es sieht und mit mehr Dynamik (werfen, Kommandos abverlangen)

 Notizen zur Hausaufgabe:

  • „Aus“ noch sehr schwierig, da Spielzeug ihn nicht interessiert und er es mir immer sofort ohne Kommando gibt, wenn er es überhaupt einmal nimmt, darum komplett neues Kommando für uns
  •  Ließ Ziemer sofort auf Kommando los, solange ich ihn noch in der Hand festhielt
  •  Hielt ich ihn nicht, zögerte er manchmal sehr mit dem Ausgeben, teilweise musste ich ihm besseres Leckerlie (Leberwurstpaste) vor die Nase halten
  •  Kleinere Leckerlies, die er schnell schlucken konnte, gab er gar nicht aus, schluckte sie einfach
  •  Immer fünf Minuten „aus“ und fünf Minuten „pfui“ geübt, „aus“ täglich, „pfui“ alle zwei Tage

4. Stunde

Erste Übung:

  • Während die restlichen Teilnehmer draußen warten, kommen Besitzer und Hund einzeln auf Trainingsgelände
  •  Nur Trainerin ist dabei
  •  Mittig liegt gut verpackt Rattengift, einige Würstchen liegen daneben, auch eine ferngesteuerte Sprühdüse
  •  Besitzer soll Hund zu Rattengift lassen, will Hund schnuppern, erfolgt von Trainerin ausgelöster Sprühstoß
  •  Immer weitere Sprühstöße bei Annäherungsversuchen des Hundes, bis dieser beeindruckt und verunsichert ist und Gift meidet
  •  Außen in Raum überall weitere Köder (wie üblich Futter) an Pylonen
  •  Besitzer soll an langer, lockerer Leine Hund folgen und wenn dieser etwas aufnehmen will, Abbruch geben
  •  Hört der Hund, stark loben und belohnen, will er fressen sprüht Trainerin Wasser aus Sprühflasche auf Hund
  •  Meideverhalten reicht auch für Lob, muss es nicht zwingend durch Sitzen anzeigen
  •  Hund soll nicht sehen, woher Wasser kommt
  •  Wäre ein Hund überhaupt nicht von Wasser beeindruckt, hätte die Trainerin auch Rappeldose oder Gerät, das laute Geräusche macht, gehabt, die aber nicht zum Einsatz kommen mussten in der Stunde

Zweite Übung:

  • Alle verlassen Trainingsraum und gehen nach draußen
  • Spielzeug wird verteilt, um Hunde abzulenken, Stress abzubauen und Zeit zu überbrücken
  • Hunde und Besitzer spielen, einzeln werden sie zu Trainerin gerufen
  • Gleicher Aufbau wie zuvor, nur draußen auf einem Parkplatz (Rattengift und Pylonen mit Futter), auch Übung gleich
  • Viele Hunde vergessen Lernerfahrung von drinnen durch neue Situation draußen

Dritte Übung:

  • Hunde und Besitzer stehen alle etwa einen Meter nebeneinander
  • Vor jedem sind Pylonen mit einem Köder
  • Einzeln und nacheinander sollen alle um Pylone gehen, will Hund an Futter, Abbruch geben
  • Die meisten Hunde zeigen Meideverhalten, kein Ansprühen mehr notwendig

Vierte Übung:

  • Mit etwa zwei Metern Abstand gehen Hunde und Menschen noch einmal an den aufgereihten Pylonen aus der letzten Übung entlang
  • Kein Hund wollte Futter aufnehmen

Hausaufgabe:

  • Besitzer soll vor Spaziergang einige Köder auf Gassistrecke auslegen
  • Fünf Minuten warten, damit die Köder nicht mehr so sehr nach dem Besitzer riechen
  • Dann mit Hund die Strecke gehen
  • Will er sie fressen, Abbruch geben
  • Klappt es, sehr loben, wenn nicht, unangenehmen Reiz setzen (Stoß Wasser aus Sprühflasche, Rappelkiste, Trainingsdiscs werfen, etc., irgendwas, das den Hund erschreckt)
  • Hund soll möglichst nicht sehen, dass der Reiz von Besitzer kommt, denn der Besitzer soll weiterhin positiv für ihn bleiben
  • Nicht öfter als zwei- oder dreimal in der Woche üben
  • Ziel: Hund soll Spaß daran verlieren, alleine draußen auf Nahrungssuche zu gehen

Notizen zur Hausaufgabe:

  • Ausgelegte Köder von Hund nicht zur Kenntnis genommen
  • Wirkte verwirrt, als ich vor ihnen stehenblieb
  • Absolut kein Interesse, aber scheinbar hat er sie wirklich nicht gerochen
  • Wirkte irritiert, als ich sie einsammelte
  • Weiterhin täglich fünf Minuten „aus“ in der Wohnung, bisher ohne große Verbesserung
  • Alle zwei Tage „pfui“ für fünf Minuten, klappt in Wohnung inzwischen problemlos und ohne Zwischenfälle

 

 

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Danke für das Aufschreiben!

Ich halte von der Methode leider wenig, hätte den Kurs nicht gekauft und würde sie nicht anwenden aus folgenden Gründen:

- von Anfang an ist der Geruch des Gefundenen nie wirklich gefunden. Es haftet immer Eigenpersonengeruch daran. Insofern ist die Realsituation "Gefunden" nie gegeben, sondern nur die Realsituation "Frauchen hat was verloren". Vorausgesetzt aber nur, das der Hund ds nicht als ein Spiel betrachtet (wegen Trainingssituation/Aufbau/Wiederholungen etc.) - fünf Minuten Warten ist ein Witz, hat der euch wirklich im Glauben gelassen der Geruch würde verfliegen?

 

- Das Abbruchsignal Konditionieren sollte nicht schwer fallen, aber das ist etwas, wozu man keinen Kurs braucht. Den Hund da mit einem Nein und Tauschen an der Leine abzuhalten funktioniert problemlos. Es geht ja eher darum, dass der Hund schneller ist im Freilauf - wenn er gezielt ortet, kann man ihn noch abrufen, aber nicht , wenn er was beiläufig einsammelt.

Ich würde gezielt darauf hoffen, dass mir der Hund Gefundenes anzeigt, das ich gar nicht gesehen habe, nur so etwas wäre für mich sinnvoll

ausserdem

 

- halte ich nichts davon, einen Abbruch mit positiver Strafe aufzubauen. Negative anfangs: in Ordnung. Aber Schreckreize: Nein. Das führt nur noch mehr dazu, dass der Hund heimlich agiert. Also das genaue gegenteil von dem, was ich trainieren will.

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Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ist mit „zu Hause“ wirklich die eigene Wohnung gemeint? 
Da würde ich mich fragen, ob der Hund dann zwischen Kauartikeln, die er irgendwann mal bekommen hat, und Sachen, die einfach so herumliegen, unterscheidet. Das wäre zwar auch gut, würde sich für mich aber nach „zweiter  Stufe“ anfühlen, weil es mir wesentlich wichtiger wäre, dass der Hund erstmal unterwegs nichts anrührt.  Und ich hätte die Befürchtung, dass die Verknüpfung mit dem Ort das Ergebnis unterwegs verschlechtert. 
Deshalb erschiene es mir sinnvoller, „mobil“ zu üben (erst auf bekannten aber unbedingt auch auf neuen Strecken), das ggf. noch auf den eigenen Garten auszudehnen und dann vielleicht irgendwann auch mal in der Wohnung zu üben, das nicht alles, was herumliegt, für den Hund ist. 

Aber das hängt vielleicht damit zusammen, dass offenbar mehrfach am gleichen Platz trainiert wird -was mir ebenfalls nicht so gut gefiele. 
 

Ich finde auch schon den ersten Teil des Konditionierens auf „Pfui“ nicht so trivial, dass man das mit einem kurzen Satz beschreiben könnte. Denn mit „hinhalten“ ist doch vermutlich nicht gemeint, dem Hund das Leckerli direkt vor die Nase zu halten. Der Hund sollte zwar ein Interesse daran haben, aber doch nicht denken, dass irgendwas, dass ich ihm hinhalte, ‚pfui‘ sein könnte. 
 

Zu generalisieren, dass der Hund nichts von Fremden annehmen soll, halte ich für eine seeeehr aufwendige Angelegenheit -und vor allem wäre mir der Trainer schon für die ersten Schritte nicht fremd genug. Dafür müsste man m.M.n. komplett fremde Leute organisieren (die am besten auch nie wieder auftauchen).

 

In der vierten Stunde wird es ja offenbar ‚ernst‘. Ich bin mir nicht sicher, was ich in diesem Fall von der Arbeit mit Schreckreizen halten soll. Gar nicht mal, weil ich die zur Konditionierung eigentlich grundsätzlich ablehne (was wäre denn eine Ausnahme, wenn nicht das?), sondern weil ich mir nicht sicher bin, ob das hier wirklich zielführend ist. 
 

Beim weiteren Überfliegen ist mir nur folgendes aufgefallen:

Fünf Minuten warten, damit die Köder nicht mehr so sehr nach dem Besitzer riechen

Ernsthaft? Ich denke, dass man gerade am Anfang durch entsprechende Maßnahmen sicherstellen muss, dass die Köder nicht nach dem Besitzer riechen (verpackt kaufen, mit Einmalhandschuhen ausbringen) und der Besitzer auch nicht nach den Ködern. Und dass der Hund die Köder auch nicht schon zu Hause gerochen hat.

 Bekannte Gerüche wären für mich etwas für ein fortgeschrittenes Stadium. 

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Nimms mir nicht übel, aber das ist ziemlich makaberes "Anti-Giftköder-Training". 

Ich kenne solche Aufbauten ganz anders, auch ohne rumgebrülle mit "Pfui". (Das kenne ich nur von der ersten Hundeschule in der ich war und da hab ich quasi den Platz direkt wieder verlassen.)

Mich stören so einige Sachen:

- Anfangs wird der Hund quasi schon weg vom Futter aus der eigenen Hand und im eigenen Haus konditioniert.

Warum? Das ist komplett Sinn befreit.

 

- Die Strafe, aversive Erziehung, bzw... WARUM ZUM TEUFEL LEGT DIE TRAINERIN DA ECHTE RATTENGIFTKÖDER HIN?!

Spätestens da wäre ich aus dem Kurs gegangen, weil die Konditionierung nur darauf erfolgt. Und was ist mit Reißzwecken, Rasierklingen etc in Futter?

Fernab von der Gefahr, wenn sich ein Hund von einem Sprühstoß nicht beeindrucken lässt. Und davon gibt es so einige Kandidaten. Das ist meines Erachtens viel zu gefährlich und unprofessionell.

 

Ich kenne es auch nur soo, dass man den Hund drauf trainiert die Köder anzuzeigen oder zu ignorieren. Plus als kleines Not-itüpfelchen das Ausspucken oder Abbrechen lassen vom gefunden.

Positiv aufgebaut im Team. Ohne Reize und auch mit "eigener" Entscheidung des Hundes.

(Futter liegt am Boden und man geht mit Leine drauf zu, aber so knapp, dass der Hund nicht rankommt wenn Leine und Arm durchgestreckt sind. Schaut der Hund zum Halter gibt es ganz viel Lob und grenzgeniale Belohnung.)

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Super Thread, Super Antworten.

@Kanae danke für das Einstellen.

Einige Argumente hätten sich mir nicht selbst erschlossen.

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vor 6 Stunden schrieb Kanae:

Fünf Minuten warten, damit die Köder nicht mehr so sehr nach dem Besitzer riechen

 

das muss ich mal raus picken aus den so vielen Infos. Nach 5 Minuten ist es geruchsneutral :-)))))

sorry,

 

Vielen Dank für deine so ausführliche Schilderung und toll, dass du uns teil haben lässt.

 

Ich bin ja eher ein Fan von Trainern, Hundeschulen, Gruppen etc. ich möchte sagen, kann man so aufbauen, muss man aber nicht. Ich würde es so nicht machen. es sind mir zu viele Dinge darin, die andere Probleme aufbauen können und die eher für mich dazu führen, dass ein Team nicht so zusammen wächst. Begründung, es wird ja konditioniert, dass es verboten ist etwas aufzunehmen, dass sehe ich recht problematisch.

 

Es ist recht leicht einen Hund beizubringen, dass das Leckerchen auf dem Tisch, auf dem Boden, auf dem Handrücken oder auf einem Gelände pfui ist. Gerne macht er es nicht, klar möchte der Hund daran, versteht aber, macht er es, gibts Stress, also lässt er es. Nicht mein Ansatz.

 

Was ist dann mein Ansatz. Ein Spiel daraus machen. Dem Hund beibringen, hey, suchen darfst du, aufnehmen bitte nicht, lerne anzeigen und verweisen. Der Hund findet etwas, setzt sich hin, schaut, oder bellt kurz, wie auch immer man das aufbauen möchte. Er zeigt an, hey Partner, ich habe was gefunden, nun bist du dran. Der HH geht hin, lobt überschwenglich und belohnt mit einem noch viel besseren Futter. Es ist egal was der Hund findet, ich habe immer etwas besseres, es lohnt sich also dies anzuzeigen, zu warten, Lob und Freude vom Partner zu kassieren und obendrein noch ein Hammerleckerchen abzustauben. Dies ist das Ziel, der Weg dauert natürlich und wird auch nicht bei jedem Hund so klappen direkt.

 

Hier wären wir wieder bei meinem Thema des Apportieren, denn genau das kann ich hier so schön und spielerisch aufbauen, denn ein Apportel kann auch eine Fleichwurst sein (o.K. das klappt bei uns auch nicht) aber eingepackter Käse z.B. dies wird auch getauscht gegen etwas noch viel besseres. Hier kann ich aufbauen, dass nur auf Kommando etwas aufgenommen wird. Je nach dem wie weit man das aufbauen möchte und wie intensiv.

 

Dennoch, jedes Training in diese Richtung finde ich gut, irgendetwas bleibt immer hängen, ob alles dann nur positiv ist, sei dahin gestellt. Es ist noch mal ein völlig anderes Thema daheim oder auf einem Trainingsplatz und in freier Wildbahn, das dauert dann eine ganze Zeit, denn im Ursprung ist es ja ein natürliches Verhalten vom Hund, was ich umlenken möchte.

Mir muss auch jemand sehr gute Gründe liefern, wenn ich als Mann so ein nettes Schnitzel vor mir habe und es sagt einer nö, nicht dran gehen, o.K., aber es  ist schon sehr vergleichbar.

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@Asisina BvB Tom, bist Du wieder da?

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Ja, hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben. Konnte nicht ohne Euch 😉

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Am 12.3.2020 um 06:20 schrieb gebemeinensenfdazu:

Danke für das Aufschreiben!

Ich halte von der Methode leider wenig, hätte den Kurs nicht gekauft und würde sie nicht anwenden aus folgenden Gründen:

- von Anfang an ist der Geruch des Gefundenen nie wirklich gefunden. Es haftet immer Eigenpersonengeruch daran. Insofern ist die Realsituation "Gefunden" nie gegeben, sondern nur die Realsituation "Frauchen hat was verloren". Vorausgesetzt aber nur, das der Hund ds nicht als ein Spiel betrachtet (wegen Trainingssituation/Aufbau/Wiederholungen etc.) - fünf Minuten Warten ist ein Witz, hat der euch wirklich im Glauben gelassen der Geruch würde verfliegen?

 

- Das Abbruchsignal Konditionieren sollte nicht schwer fallen, aber das ist etwas, wozu man keinen Kurs braucht. Den Hund da mit einem Nein und Tauschen an der Leine abzuhalten funktioniert problemlos. Es geht ja eher darum, dass der Hund schneller ist im Freilauf - wenn er gezielt ortet, kann man ihn noch abrufen, aber nicht , wenn er was beiläufig einsammelt.

Ich würde gezielt darauf hoffen, dass mir der Hund Gefundenes anzeigt, das ich gar nicht gesehen habe, nur so etwas wäre für mich sinnvoll

ausserdem

 

- halte ich nichts davon, einen Abbruch mit positiver Strafe aufzubauen. Negative anfangs: in Ordnung. Aber Schreckreize: Nein. Das führt nur noch mehr dazu, dass der Hund heimlich agiert. Also das genaue gegenteil von dem, was ich trainieren will.

Sehr gern und ich freue mich auch über die kontroversen Ansichten hier :)

 

Zum ersten Punkt: Im Kurs wurde das Futter von Trainern ausgelegt, sodass es zumindest nicht Frauchens Geruch war. Um hier in der Wohnung das "Pfui" zu konditionieren, also dass der Hund zum Köder geht, an ihm schnuppert, mich ansieht und sich hinsetzt, fand ich es nicht so dramatisch, dass es nach mir gerochen hat. Es sollte ja erstmal ein Alternativverhalten zum einfach schnell heimlich Fressen aufgebaut werden. Mein Hund respektiert mich soweit, dass er generell nichts frisst, was mir aus der Hand fällt. Das hat sich schnell darauf ausgedehnt, nichts zu fressen, was ich ohne sein Beisein irgendwo verteile. Das fällt mir jetzt, wo wir draußen üben, natürlich auf die Füße. Er geht an nichts ran, was ich ausgelegt habe, das interessiert ihn auch nicht. Da ich ihn aber recht oft mit in die Innenstadt nehme, war das kein großes Problem- da liegen ständig halbe Döner und Brote und all sowas. Daran üben wir jetzt, also per Zufall. Das klappt besser, vor allem, weil es für uns beide spontaner ist, keine so routinierte Übungssituation. Da muss ich zwar noch "pfui" sagen, aber er stürzt sich nicht auf das Gefundene und versucht auch nicht, es heimlich zu fressen. 

Klar sind fünf Minuten ein Witz. Beim ersten mal ließ ich die Köder etwa zwei Stunden liegen, was natürlich immer noch wenig ist. Das Resultat war, dass alle bis auf einen gefressen wurden, nur nicht von meinem Hund.. Und ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen, weil ich fürchtete, ein Allergiker hätte sie aufnehmen können oder der Besitzer könnte die Wurststücke wirklich für Giftköder halten. Ich glaube, die Hundeschule wollte einen praktikablen Kompromiss finden, dass das Futter nicht ganz frisch aus der Hand des Besitzers kommt, aber eben auch nicht von anderen Hunden aufgenommen wird. Tatsächlich fiele mir spontan auch nichts alltagstaugliches ein, wie man das draußen üben könnte, außer meine Zufallsvariante.

 

Zum Zweiten: Ja, vielleicht habe ich mich da ungünstig ausgedrückt. Ideal wäre es, wenn der Hund einem am Ende gefundenes Futter anzeigt. Das "Pfui" sollte in den letzten Wochen auch immer weniger eingesetzt werden, wenn der Hund an einen Köder ging. Eigentlich sollen die Kursteilnehmer inzwischen von selbst den erschnüffelten Köder durch einen Blick zum Menschen oder das Hinsetzen anzeigen, auch wenn man selbst ihn noch nicht gesehen hat. Nur, wenn er doch versucht, ihn aufzunehmen, kommt das "Pfui" da wieder zum Einsatz. Mit wenig Ablenkung muss ich das in der Wohnung gar nicht mehr sagen, da üben wir inzwischen auch ohne Leine und Geschirr. In der Hundeschule hatte er hingegen immer wieder Momente, in denen die Konzentration nachließ und er scheinbar aus alter Gewohnheit das Futter ins Maul nehmen wollte. "Pfui" klappt da gut, mit dem "Aus" haben wir größere Probleme. Aber ich hoffe, mit viel Geduld versteht er das Prinzip noch. Da er eigentlich schnell lernt, denke ich, dass der Fehler bei mir liegt. Auch für mich ist das kein so natürliches Kommando wie für die Leute mit Hunden, die mit Spielzeug spielen, da er mir alles gibt, was ich anfasse, ob Ziemer oder Kuscheltier. Nur kleinere Futterstücke, die er bereits im Maul hat, spuckt er halt bisher nicht aus und daran hapert es.

Der Hund soll eigentlich im Idealfall lernen, dass es sich viel mehr lohnt, Frauchen zu zeigen, was man gefunden hat, weil das mehr Spaß macht, als es schnell heimlich zu fressen, sodass es keine Rolle spielt, dass der Hund im Freilauf schneller ist.

Ob das bei uns klappt, kann ich noch nicht sagen im Moment. Scheinbar kacken seit Corona ausgebrochen ist bei uns weniger Menschen in den Park und Menschenkot ist seine verbotene Leibspeise bisher. Ob es mit Corona zu tun hat, oder schon ein Trainingserfolg ist, weiß ich nicht :D

Zumindest hab ich ihn seit einigen Wochen nicht mehr fressend erwischt, angezeigt hat er es mir dort aber auch nicht, zumindest habe ich nichts gemerkt, vielleicht ist mir sein Blick entgangen.

 

Zum Dritten: Das mit dem Schreckreiz kann ich verstehen. Der kam bei mir privat jetzt gar nicht zum Einsatz. Er ist mehr gedacht für Hunde, die den Besitzer austricksen. Einige gehen erst artig am Köder vorbei und schnappen ihn sich dann, wenn der Besitzer schon einige Schritte weiter ist. In der Hundeschule hat nur die Trainerin das eingesetzt und der Besitzer sollte auf keinen Fall damit in Verbindung gebracht werden. Ziel war dabei, dass der Hund noch mehr Grund hat, vom alten Verhalten abzulassen, weil alleine Futter suchen "doof" ist. Die Kooperation mit dem Besitzer sollte dann dafür umso toller sein. Ich weiß nicht, was genau ich davon halte, weil ich denke, wenn der Hund den Besitzer austrickst, herrscht ein anderes Problem vor. Das könnte man sicher auch anders lösen. 

Was ich dabei aber gut fand, war dass es eine längere theoretische Einführung zu Beginn der Stunde gab, bei der die Trainerin alle gebeten hat, ihren Hund einzuschätzen, was die Schreckhaftigkeit angeht. Die Sprühstöße waren auch sehr dezent eingesetzt, kein einziger Hund wirkte ängstlich danach. Eher irritiert. Sie hat auch extra gefragt, ob ein Hund sehr sensibel bei Geräuschen ist, für den Fall, dass ein Hund sich von Wasser gar nicht gestört fühlt und sie es mit einem Geräusch versucht. Wäre jemand dabei gewesen, hätte sie dem Besitzer vorher Bescheid geben können, damit dieser den Raum für die Zeit verlässt. 

Beim Rattengift konnte ich ganz gut damit leben, dass mein Hund von diesem Sprühsender angesprüht wurde. Der Stoß ging auch in die Luft, nicht auf den Hund. Vor diesem Geruch darf er ruhig etwas Angst haben. Wobei ich die Reize wie gesagt so dezent eingesetzt fand, dass er immer noch eine gewisse Neugier zeigte. Also klar, mit etwas Sicherheitsabstand zwar, aber er hat noch in die Richtung geschnuppert. Vor der Stunde, in der diese Methode eingesetzt wird, hatte ich ziemliche Angst vorher, ich hab es mir irgendwie brutaler vorgestellt. Aber wie gesagt, kein Hund wirkte verängstigt oder traumatisiert, aber auch keinen ließ es völlig kalt. Meiner unerfahrenen Ansicht nach fand ich den Einsatz von der Trainerin sehr verantwortungsvoll und halt so minimal es ging. Eine Methode ganz ohne wäre mir zwar lieber gewesen, aber ich bereue es auch nicht großartig, Schaden hat es nicht angerichtet.

 

Mich würden Alternativen interessieren, wie man der selbstständigen Futtersuche etwas ihren Reiz nehmen kann. Irgendwer meinte mal zu mir vor langer Zeit, man solle Fleisch mit Cayennepfeffer einreiben, das auslegen und den Hund fressen lassen, wenn er es findet. Das war mir zu grausam, abgesehen davon, dass das Fleisch ja wieder nach Besitzer riecht. Aber vermutlich wäre die beste Alternative, sich einfach auf das positive Konditionieren zu konzentrieren. Könnte trotzdem etwas schwierig sein, denn ich kann schon verstehen, dass aus Hundesicht nur wenig an den Glücksmoment kommt, wenn man aus heiterem Himmel selbst eine Köstlichkeit findet, die sonst nie auf dem Speiseplan steht und die in aller Heimlichkeit zu verspeisen... Ist vielleicht minimal damit vergleichbar, wenn man etwas Geld auf der Straße findet, da haben sicher auch einige den Impuls, es heimlich einzustecken. Es könnte sich dann zwar auch toll anfühlen, alle Passanten anzusprechen und vielleicht den Besitzer zu finden, aber da dauert es länger, bis dieses Glücksgefühl das vom Geld finden und einstecken überwiegt. Hingegen könnte ein Polizist oder Passant, der das gesehen hat und einen für das Einstecken ermahnt, eine unangenehme Erinnerung kreieren, die einen dauerhafter abschreckt.. Oh je, wie komme ich auf diese Vergleiche.... Kam mir nur in den Sinn gerade, und nein, ich packe kein Geld ein, das ich auf der Straße finde, bzw. so oft finde ich auch gar kein Geld :D

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Am 12.3.2020 um 06:24 schrieb KuK:

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ist mit „zu Hause“ wirklich die eigene Wohnung gemeint? 
Da würde ich mich fragen, ob der Hund dann zwischen Kauartikeln, die er irgendwann mal bekommen hat, und Sachen, die einfach so herumliegen, unterscheidet. Das wäre zwar auch gut, würde sich für mich aber nach „zweiter  Stufe“ anfühlen, weil es mir wesentlich wichtiger wäre, dass der Hund erstmal unterwegs nichts anrührt.  Und ich hätte die Befürchtung, dass die Verknüpfung mit dem Ort das Ergebnis unterwegs verschlechtert. 
Deshalb erschiene es mir sinnvoller, „mobil“ zu üben (erst auf bekannten aber unbedingt auch auf neuen Strecken), das ggf. noch auf den eigenen Garten auszudehnen und dann vielleicht irgendwann auch mal in der Wohnung zu üben, das nicht alles, was herumliegt, für den Hund ist. 

Aber das hängt vielleicht damit zusammen, dass offenbar mehrfach am gleichen Platz trainiert wird -was mir ebenfalls nicht so gut gefiele. 
 

Ich finde auch schon den ersten Teil des Konditionierens auf „Pfui“ nicht so trivial, dass man das mit einem kurzen Satz beschreiben könnte. Denn mit „hinhalten“ ist doch vermutlich nicht gemeint, dem Hund das Leckerli direkt vor die Nase zu halten. Der Hund sollte zwar ein Interesse daran haben, aber doch nicht denken, dass irgendwas, dass ich ihm hinhalte, ‚pfui‘ sein könnte. 
 

Zu generalisieren, dass der Hund nichts von Fremden annehmen soll, halte ich für eine seeeehr aufwendige Angelegenheit -und vor allem wäre mir der Trainer schon für die ersten Schritte nicht fremd genug. Dafür müsste man m.M.n. komplett fremde Leute organisieren (die am besten auch nie wieder auftauchen).

 

In der vierten Stunde wird es ja offenbar ‚ernst‘. Ich bin mir nicht sicher, was ich in diesem Fall von der Arbeit mit Schreckreizen halten soll. Gar nicht mal, weil ich die zur Konditionierung eigentlich grundsätzlich ablehne (was wäre denn eine Ausnahme, wenn nicht das?), sondern weil ich mir nicht sicher bin, ob das hier wirklich zielführend ist. 
 

Beim weiteren Überfliegen ist mir nur folgendes aufgefallen:

Fünf Minuten warten, damit die Köder nicht mehr so sehr nach dem Besitzer riechen

Ernsthaft? Ich denke, dass man gerade am Anfang durch entsprechende Maßnahmen sicherstellen muss, dass die Köder nicht nach dem Besitzer riechen (verpackt kaufen, mit Einmalhandschuhen ausbringen) und der Besitzer auch nicht nach den Ködern. Und dass der Hund die Köder auch nicht schon zu Hause gerochen hat.

 Bekannte Gerüche wären für mich etwas für ein fortgeschrittenes Stadium. 

Ja, mit "zu Hause" ist die Wohnung gemeint. 

Man sollte zum Beginn des Trainings ein völlig neues Kommando einführen, ich habe "pfui" gewählt. Das soll speziell dafür sein, dass der Hund nicht aufnimmt, was "pfui" ist und was einmal "pfui" war, kann auch nie wieder freigegeben werden. Es soll etwas anderes sein, als wenn der Hund vor dem Futternapf wartet und dann auf "Okay" oder was auch immer fressen darf. Auch was anderes als bei dem herumliegenden Kauspielzeug, das ja vielleicht mal mit "Nimm" oder so freigegeben wurde. Und was er dann draußen auf der Straße findet, soll irgendwann eben alles "pfui" sein. 

Im ersten Schritt ging es auch nur darum, ein alternatives Verhalten zum wahllos alles Fressen aufzubauen und vor allem darum, dass Besitzer und Hund wieder ein Team werden. Viele Hunde- meiner auch- haben ja vorher die Erfahrung gesammelt, dass sie Ärger dafür kriegen, wenn sie draußen etwas leckeres finden und es deshalb umso schneller fressen. Durch den Aufbau des Kommandos soll der Hund lernen, dass der Besitzer nicht schimpft, sondern lobt, wenn der Hund etwas erschnüffelt hat und es mit einem noch tolleren Leckerlie vergütet.

 

Scheinbar hast du einen ziemlich anderen Aufbau im Kopf. Uns wurde gesagt, dass der Hund erstmal drinnen verstehen soll, was von ihm erwartet wird. Draußen wäre die Ablenkung noch zu groß zu Anfang und unser Timing als Besitzer war auch noch schlecht. Probleme hatten einige, mich eingeschlossen, damit, nicht an der Leine zu ziehen, wenn der Hund den Köder fressen will, sondern einfach bloß dazustehen, in einer Entfernung, in der der Hund den Köder nicht erreichen kann. Um eine Verknüpfung mit dem Ort zu verhindern, soll später ja auch draußen geübt werden. Ich denke, dass die Zeit der Konditionierung und Festigung doch recht lange dauert, hatte damit zu tun, dass jetzt am Ende Aversivreize kamen und das Alternativverhalten wirklich gefestigt sein sollte bis dahin. Aber ganz sicher bin ich da nicht. 

Mobil trainiere ich ab jetzt, auch mit Überraschungseffekten, da mein Hund meine ausgelegten Köder nicht anrührt. Ich halte also die Augen offen, wenn wir in die Innenstadt fahren und wir üben mit weggeworfenen Essensresten, die wir zufällig finden. Mehrfach am gleichen Platz geübt wurde ohnehin, da es eine Indoor-Hundeschule war. 

 

Doch, man soll dem Hund das Leckerlie vor die Nase halten. Ähnlich habe ich auch "Nein" eingeübt (hab dem Hund ein Leckerlie hingehalten, wollte er es, "nein" gesagt, ließ er es in Ruhe mit "okay" freigegeben) und auch "Guck" (sogar noch vor "Nein". Hab dem Hund ein Leckerlie hingehalten, er hat an meiner Hand rumgekaut und wollte das Leckerlie, hat er das aufgegeben und mir in die Augen geschaut, gab es mit dem Kommando "Guck" das Leckerlie). Keine Ahnung, ob es kontraproduktiv war, dass ich die Methode vorher schon mehrmals abgewandelt eingesetzt habe.. Ich wusste ja nicht, dass ich das eines Tages mal für einen Hundeschulkurs brauchen würde. Mit "Pfui" ist erstmal nur gemeint, dass er es nicht haben kann und es auch nie freigegeben wird. Deshalb auch die Belohnung immer aus der anderen Hand. Wieso sollte der Hund denn nicht denken, dass etwas von mir "pfui" sein könnte? Angenommen, mir fällt mein Brötchen am Frühstückstisch runter, dann wäre das doch auch sogesehen "pfui" für den Hund? Im Sinne von: Du sollst es nicht aufnehmen und du wirst es auch später nicht bekommen. Aber gerne eine andere Belohnung dafür, dass du es liegengelassen hast. 

Oder wie genau meinst du diesen Satz? 

 

Am 12.3.2020 um 06:24 schrieb KuK:

Der Hund sollte zwar ein Interesse daran haben, aber doch nicht denken, dass irgendwas, dass ich ihm hinhalte, ‚pfui‘ sein könnte. 

Da wäre ich für eine nähere Erläuterung dankbar :)

 

Dass das mit den Fremden nur einmal geübt wurde, fand ich auch ein bisschen unsinnig. Das ist wirklich sehr schwer. Die Trainerin, die das gemacht hat, war eine ganz fremde, die kam nur für diese Sitzung dazu, danach nie wieder. Noch schwerer war es, weil wir Besitzer bei dieser Übung auf einem Stuhl saßen und ich die Erfahrung gemacht habe, dass mein Hund besser hört, wenn ich stehe. Ich denke mal, zum Thema "Nichts von Fremden nehmen" könnte man einen ganz eigenen Kurs aufmachen... 

 

Schreckreize finde ich in der Regel nicht schön. Uns wurde gesagt, die Hunde sollen lernen, dass es "doof" ist, alleine auf Futtersuche zu gehen. Dass es also eine negative Konsequenz hat, nicht mit dem Besitzer arbeiten zu wollen. Beim allerersten Üben hat mein Hund ja auch erstmal gut mitgemacht und am Ende blitzschnell die Köder alle gefressen. Aber ich brauchte keinen Schreckreiz, damit er das lässt, er hat es einfach so irgendwie verstanden. 

Warum genau hältst du es nicht für zielführend? Und was hieltest du für besser? 

 

An sich klingen deine Vorschläge gut, aber doch schwer in den Alltag zu integrieren. Wie sollte man gewährleisten, dass weder Mensch nach Köder noch Köder nach Mensch riecht? In meiner Antwort auf gebemeinensenfdazu´s Nachricht habe ich meine Gedanken dazu auch nochmal etwas erläutert. Um es hier nochmal kurz zu machen: Da es bei mir eh nicht klappt mit den selbstausgelegten Sachen, üben wir ja jetzt mit zufällig gefundenen Essensresten. Die sollten nach keiner bekannten Person riechen :)

 

Ich würde mich freuen, wenn du einiges nochmal detaillierter erklären würdest. Mich würde insgesamt interessieren, wie du das aufbauen würdest oder es ja vielleicht bei deinem Hund aufgebaut hast, da dein Grundsatz ja doch recht verschieden von dem mir nun beigebrachten klingt :)

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