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Hundeforum Der Hund
Juline

Begrüßung - Freude - Beschwichtigung

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Mir geht ein Thema im Kopf herum, seit Holly bei uns ist.

 

Ich frage mich bei ihr immer wieder, was ist Freude und was ist Beschwichtigung. Sie zeigt fast exakt das gleiche Verhalten, wenn sie einen von uns –oder auch eine eng befreundete Person- nach längerer Abwesenheit begrüßt und eben genauso, wenn sie einem beeindruckenden oder gar bedrohlichen Hund begegnet. Körpersprache fast gleich: Ganzkörperwedeln, Kopf niedrig, Ohren eng nach hinten angelegt, Lefzen leicht zurückgezogen, Mund des Menschen /Lefzen des anderen Hundes lecken. Allein die Höhe des Schwanzes variiert, bei (von mir interpretierter) Freude wird er deutlich höher getragen und das Lecken der eigenen Nase ist bei gefühlter Bedrohung häufiger.

Bei einem vom Charakter her eher „unterwürfigen“ Hund würde mir ja einleuchten, dass zur Begrüßung beschwichtigt wird, analog zum früheren Welpenverhalten.

Aber „beschwichtigen“ auch selbstsichere, erwachsene Hunde bei der Begrüßung?

 

Oder, anders gefragt, besteht Begrüßung immer (auch) aus Beschwichtigungsgesten?

 

Laut dieser übrigens sehr interessanten Studie  https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16177/1/Bublak_Angelika.pdf  zum "Ausdrucksverhalten von Hunden gegenüber dem Menschen in einem Verhaltenstest und Beschwichtigungssignale in der Hund-Mensch-Kommunikation" zeigen Hunde, die von ihrem Besitzer bedroht werden, häufiger submissives Verhalten. Ich habe Holly noch nie bedroht, aber es ist natürlich möglich, dass sie diese Erfahrung bei Vorbesitzern gemacht hat.

 

Ein anderes Phänomen ist, dass sie sich draußen für fremde Menschen nicht interessiert (außer wenn sie angesprochen wird), hier im Viertel aber jeden Erwachsenen unbedingt kennenlernen /begrüßen /beschwichtigen will. Ich finde das erstaunlich, aber auch einleuchtend.

 

Wie begrüßen eure Hunde? Seht auch ihr darin Beschwichtigungsverhalten? Oder seht ihr das womöglich ganz anders?

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Ick kenne eigentlich keinen Hund der nicht zumindest die Ohren oder so anlegt wenn er Menschen begrüßt die er liebt.

Nuka rattert auch das ganze Reportoire runter, vor allem wenn er Menschen begrüßt die er länger nicht gesehen hat. Ohren anlegen, kleiner machen, Ganzkörperwedeln, Dalmatinerlächeln zeigen. Nuka wurde von mir auch (fast) nie bedroht. Nie wäre gelogen, denn irgendwann motzt man halt mal den Hund an.

Sam, der unglaublich selbstbewusst war, hat auch die Ohren angelegt und sich kleiner gemacht. Beschwichtigungsverhalten und Freude zeigen lassen sich meiner Meinung nach nicht trennen

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vor 21 Minuten schrieb Juline:

wenn sie einem beeindruckenden oder gar bedrohlichen Hund begegnet. Körpersprache fast gleich: Ganzkörperwedeln, Kopf niedrig, Ohren eng nach hinten angelegt, Lefzen leicht zurückgezogen, Mund des Menschen /Lefzen des anderen Hundes lecken.

Das macht sie bei bedrohlichen Hunden?

Da fiddlet  meine nicht. Sie findet es auch eher unangenehm , wenn ihr so ein fremder Hund begegnet.

Fiddlen und Fight (im Sinne von Stoppen zwecks Überprüfung/Mindesabstandwahren. Nicht im Sinne von ganz vertreiben) liegt hier dicht beieinander, primär aber bei Menschen. Sie kann da auch abrupt umschalten. Wahrscheinlich , weil es beides Konfliktstrategien sind, die eine Kontrolldistanz garantieren. Freeze kontrolliert keinen Abstand, Flight auch nicht, es vergrößert ihn unkontrolliert.

 

Aber Freude lässt sich ganz klar unterscheiden, da wackelt der ganze Hund und dir Rute dreht, die wedelt nicht. Bei bekannten Leuten (und da reichen schon einbis drei Begegnungen wird gleich richtig einsortiert. Da wird auch noch aufgeregt hingerannt , aber nicht unbedingt wie ein "Hey, Stop, Was willst du hier, das hat niemand erlaubt" sondern mehr ein "Was, der ? heute? Komm schnell, Ist was passiert, Hast du das gehört?"

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Meine Hunde senken auch den Kopf, legen die Ohren zurück und wedeln wenn sie mich begrüßen. Lupus macht das deutlich unaufgeregt und wurdevoller als Wanti. Wanti wackelt dabei mit dem ganze Körper, geht weg, kommt wieder. 

Bei befreundeten Hunden verhält sie sich ähnlich. Fremde Hunde findet sie sch... Die werden nicht begrüßt, sondern vertrieben. Lupus macht Unterschiede zwischen Menschen, Hündinnen und Rüden. Menschen (befreudete/bekannte) wie oben beschrieben, Rüden mit Imponiergehabe (erhobene Kopf, stelzend), Hündinnen wechselnd imponieren, spielauffordernd, beschwichtigen, dabei immer wedelnd... Hauptsache die finden ihn gut... 

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Bei uns läuft die Begrüssung immer sehr unaufgeregt ab. Ganz im Gegensatz zu Enyas sonstigem Temperament. Wir haben daher nie eine "Party" aus Begrüssungen gemacht. Auch weil sie immer gerne hochspringt.

Natürlich kommt sie freudig und lockeren Schrittes an und wedelt kräftig. Oft grinst sie auch "Rassengerecht" mit weggeklappten Ohren.

Was eigentlich immer sein muss, ist das "Tunneln", d.h. sie muss sich unbedingt in Schlängelbewegungen zwischen unseren Beinen hindurchzwängen und wird dabei natürlich

so richtig durchgeknuddelt.

 

Deine Frage @Juline, hat mich ehrlich gestanden überrascht. Ich habe sie mir nie gestellt.

Natürlich gibt es schon sehr deutliche Beschwichtigungsgesten, die in "unpassenden" Siuiationen gleich auffallen, (das verstärkte Züngeln z.B. würde ich so einordnen), aber ansonsten finde ich schon, dass viele Gesten sich bei Beschwichtigung bzw. Begrüssung überschneiden.

 

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Emma begrüßt selten Menschen und lässt sich auch nicht gerne von anderen Leuten streicheln. Sie läuft zu Menschen hin, die sie sehr gut kennt und mag, biegt aber meistens vorher ab. Wird sie von Menschen begrüßt, senkt sie den Kopf, legt die Ohren an und lässt sich mal kurz streicheln. 

Mich begrüßt sie ganz freudig und mit Hundegrinsen. Hocke ich mich hin, kommt sie in meine Arme gelaufen und lässt sich gerne durchknuddeln.

 

George findet alle Menschen toll und würde am liebsten jeden begrüßen. Er läuft auf Menschen zu, springt sie aber nicht an, sondern lässt sich dann gerne streicheln, von Kindern gerne umarmen und anschließend hüpft er noch ein bisschen Clown mäßig herum, bevor er sich wieder anderen Sachen widmet.

Wir üben gerade das Hinsetzen und Warten, wenn er Menschen sieht, die er total klasse findet. Auf ein Los darf er dann begrüßen. Klappt super gut.

Und aufs Los läuft er los und geht begrüßen,wie heute Morgen zum Beispiel:

 

k-DSC06896_LI.jpg.6785220c904d1d5d524dc0b6ac2b2696.jpg

 

Bei Hunden sieht es bei George ähnlich wie bei Menschen aus. Er ist halt noch Junghund. Er springt um sich selbst. Sieht ein bisschen meschugge aus :D Macht er auch zwischendurch einfach so, wenn er sich über irgendwas freut. 

 

Emma würde einen bedrohlich wirkenden Hund gar nicht begrüßen. Dem geht sie wenn möglich aus dem Weg. Angeleint würde sie ihm die Meinung geigen, indem sie sich aufplustert und laut bellt. Im Freilauf geht sie einen Bogen und will einfach nur heimlich und leise am Hund vorbei kommen. 

Sie geht ansonsten immer vorsichtig und langsam auf Hunde zu. Merkt sie, dass ein Hund Angst hat, macht sie sich klein oder eine leichte Spielaufforderung. Sie schafft es fast immer, dass der ängstliche Hund entspannt wird.

Bei anderen Hunden bleibt sie auch oft einfach stehen. Rute ist meistens nach oben gerichtet. Und dann lässt sie sich beschnüffeln, bevor sie am anderen Hund schnüffelt. 

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vor 14 Stunden schrieb Juline:

Oder, anders gefragt, besteht Begrüßung immer (auch) aus Beschwichtigungsgesten?

 

Ich würde sagen, es ist eine Art von Beschwichtigung, um dem anderen zu zeigen: Ich komme in friedlicher Absicht. 

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vor 22 Minuten schrieb KleinEmma:

 

Ich würde sagen, es ist eine Art von Beschwichtigung, um dem anderen zu zeigen: Ich komme in friedlicher Absicht. 

 

Das sehe ich auch so. Ich verstehe es auch als freundliche Höflichkeit. 

 

Ist bei uns Menschen ja eigentlich ähnlich. Wenn wir freundlich und höflich sein möchten beschwichtigen auch wir leicht. 😁

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vor 55 Minuten schrieb KleinEmma:

 

Ich würde sagen, es ist eine Art von Beschwichtigung, um dem anderen zu zeigen: Ich komme in friedlicher Absicht. 

 

Nunja, würd ich nicht sagen. Bei fremden Hunden oder Menschen, okay, aber bei welchen die der Hund kennt? Warum sollte er da beschwichtigen wollen? 

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Genau deshalb geht mir das ja im Kopf herum. Tschuli hat -immer, egal wen- anders begrüßt, aufrecht, wedelnd, Ohren nach vorne oder höchstens ganz leicht geklappt, ohne deutliches submissives Verhalten /"Unterwürfigkeitsgesten".

 

Am stärksten zeigt Holly dieses Verhalten bei 2 sehr lieben Freundinnen, eine mit Hund, die andere ohne, beide kennt sie aus den ersten Tagen hier im neuen Zuhause, beide sind total sanfte, liebevolle Frauen mit sonnigem, vollkommen friedlichem Gemüt und Leckerlis in den Taschen. Holly beschwichtigt was das Zeug hält, wenn sie sie sieht. Da ist mir überhaupt erst die Idee gekommen, über Freude /Beschwichtigung nachzudenken: genau bei diesen beiden hat sie null Grund, schön Wetter zu machen, und zeigt es dennoch hier am stärksten.

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