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Hundeforum Der Hund
Bithya

Über- /Unterforderung? Umgang mit Angst?

Empfohlene Beiträge

Liebes Forum

 

Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass ich einen Post gemacht habe, mit "Welpe zieht bald ein und jetzt die Panik".

Ich war euch sehr dankbar über eure Beiträge...seither sind nun einige Wochen vergangen. Und nun ist sie seit Samstag da: Bailey!

 

Leider konnten wir sie aufgrund der Corona-Einschränkungen ja nicht besuchen gehen vorgängig, haben aber viele Videos und Fotos gesehen, fast täglich eigentlich.

Am Samstag, als wir uns mit der Züchterin trafen, hatte sie noch 2 Wurfgeschwister dabei, die auch an dem Tag in ihr neues Zuhause kamen. Bailey hat uns zuerst nicht gesehen, die zwei Wurfgeschwister, haben uns kurz begrüsst, dann waren wir uninteressant. Aber Bailey hat sich, als sie uns entdeckt hat, direkt auf mich gestürzt und wollte mein ganzes Gesicht lecken.

Auf dem Heimweg lief alles problemlos und sie hat in den letzten Tagen nie "geweint" und scheint kein Heimweh zu haben. Sie ist 9.5 Wochen alt.

 

Zuhause haben wir ihr erst mal einen Teil des Gartens gezeigt (der ist eingezäunt und alles "giftige" wurde entfernt. Sie liebt es diesen zu erkunden und macht das auch immer wieder selbständig. Kommt dann aber auch, wenn man sie ruft. Wenn sie hier draussen am schlafen ist, dann kann ich mich auch problemlos mal ein paar Minuten entfernen und wenn ich wieder komme, dann ist auch gut.

 

Sie schläft durch (jemand von uns schläft zur Zeit neben ihrer Box auf einer Matratze) und sie hat bisher nur 2x reingemacht, weil wir nicht schnell genug reagiert hatten. Wenn wir den ganzen Tag draussen sind, dann löst sie sich selbstverständlich draussen auf dem Rasen.

 

Allgemein wirkt sie - für uns als relative Neulinge - sehr entspannt, rute hängt meist locker runter. Wenn der Nachbar den Rasen mäht oder sonst wie seltsame Geräusche kommen, zieht sie sich erst in eine Ecke zurück, kommt dann aber wieder raus, v.a. wenn ich näher an den Zaun gehe und da sitzen bleibe und ihr zeige, was denn da drüber abgeht. Sie beobachtet dann gut und meist hat es sich dann erledigt. Sie hat Bäume die sie benagen darf, bei den anderen lässt sie sofort ab, wenn ich ihr "Nein" sage, hat ein Planschbecken in das sie an den heissen Nachmittagen gerne geht und frisst auch super (und ihr "Geschäft" siehst so weit in Ordnung aus").

 

Nun, was mich aber beschäftigt sind 3 Dinge und ev. könnt ihr damit ja helfen?

 

1. Ich höre von verschiedenen HH immer wieder, dass wir jetzt ja doch einiges mit ihr machen müssen, wegen Prägungsphase usw. und dass wir sonst einen ängstlichen Hund hätten, den man nirgends mitbringen kann. Ich habe mir vorgenommen, so etwas Neues am Tag. Heute waren wir zB mit meinem Auto auf einer 5min Ausfahrt (sie fuhr noch nie in meinem Auto mit) und haben dann in der Dorfmitte auf einem Parkplatz gehalten. Dort bin ich  mit ihr auf eine Parkbank gesessen, sie hat geschnüffelt und wir haben das Treiben beobachtet. Zufälligerweise kam dann noch ein kleiner Rehpinscher vorbei und ich habe der HH gesagt, dass wir das erste Mal richtig unterwegs seien. Wir haben die Hunde gut beobachtet und als ich gemerkt habe, dass das ein "guter" Kontakt sein könnte, haben sie sich freudig begrüsst. Dabei hatte sie schon auch die Rute eingeklemmt..es war aber sehr liebevoll. Als der Rehpinscher gegangen war hab ich gemerkt wie sie gähnt und Richtung Auto zerrt. Also sind wir wieder nach Hause gefahren. Und jetzt pennt sie wieder an der Sonne.

Allgemein schläft sie sehr sehr viel. Ich lass sie dann. Sie kommt zu mir, will kurz gestreichelt werden, geht schlafen. Macht eine Runde im Garten, beobachtet die Spatzen, geht schlafen. Beisst am Baum rum, will mit mir und einem Spielzeug spielen (1min ungefähr), dann plopp, liegt sie hinter meinem Rücken im Schatten. Es ist im Moment hier auch ziemlich warm, obwohl ein kühler Wind weht.
Ist das so ok oder unterfordere ich den Hund? Ich will sie ja nicht ständig bespassen, aber will sie auch nicht unterfordern oder vernachlässigen... wie seht ihr das?

 

2. Es läuft grundsätzlich wirklich sehr gut, soweit ich das beurteilen kann. Mal abgesehen von teilweise zu festem Beissen (wir bieten ihr ein Spielzeug an, meistens klappt das) oder hochspringen (wir drehen uns mit verschränkten Armen weg) macht sie alles prima. Das einzige was uns teilweise echt zum Verzweifeln bringt, ist dass sie die letzten Abende so gegen 21 Uhr (also sobald die Sonne untergegangen ist) SEHR aufdreht. Das ist dann eigentlich immer, wenn wir im Haus sind, im Wohnzimmer. Dann "attackiert" sie uns, beisst heftig, lässt sich nichts mehr sagen und lässt sich auch überhaupt nicht mehr beruhigen. Wir waren so überfordert damit, dass wir sie gestern und vorgestern dann schlussendlich in ihre Schlafbox gesteckt haben und die Tür zu gemacht haben (so wie es ist,wenn sie schlafen soll..sonst ist die Tür eigentlich immer offen, wenn sie ein Nickerchen machen geht). Dann hat sie wie wild in der Box versucht irgendwie rauszukommen. Wir haben alles schweren Herzens ignoriert. Nach ein paar Minuten ist sie dann ruhig geworden. Beim ersten Mal haben wir sie dann rausgelassen, gestern ist sie eingeschlafen und wir haben sie schlafen lassen. In diesen Momenten zweifen wir echt an uns und unserer Fähigkeit diesem Hund gerecht zu werden. Morgens ist sie zwar auch kurz "wilder" weil sie sich auf den neuen Tag freut und uns zu sehen, aber das am Abend ist echt was ganz anderes. Wie können wir damit umgehen? Sie beisst dann echt feste zu, auch Hosenbeine und Schuhe sind nicht gefreit davon. Haben wir sie am Tag zu sehr gefordert, dass das passiert oder zu lange schlafen gelassen, so dass sie nochmals aufdrehen muss?

 

3. Dann gibt es da noch was, was bisher nicht gut gelaufen ist und ich nicht weiss, wie wir das hinkriegen: Es hat in der Nachbarschaft einen Collie, der häufig laut bellt. Wann immer sie ihn hört hier im Garten, verkriecht sie sich sofort. Da das Haus vom Collie nicht um die Ecke ist, konnte ich ihn ihr bisher auch nicht zeigen. Gestern wollten wir dann einen GANZ kurzen 2min Spaziergang machen gehen. Aber egal wohin wir wollen, wir müssen an dem Collie Haus raus. Und da kam der angeschossen und hat laut gebellt. Ich war selber überrascht und unsere Kleine hatte totale Angst und wollte nur noch zurück zum Haus. Ich konnte sie beruhigen und dann auf den Arm nehmen und mit ihr ein paar Schritte Richtung Collie machen. Dort war mittlerweile auch die Besitzerin dazu gekommen (kenne ich nicht). Aber es schien mir nicht der Zeitpunkt zu sein, mit ihr zu sprechen oder Bailey zum Collie zu führen. Dennoch mache ich mir jetzt Gedanken, dass ihr erster "Spaziergang" hier in der Nachbarschaft so negativ behaftet ist und ich es nicht "auflösen" konnte, sondern wir zurück nach Hause sind. Wie kann ich sie unterstützen in dieser Angst? Ist das noch zu früh? Sollen wir zunächst mal mit dem Auto an einen Ort fahren (so wie ich das heute gemacht habe), so dass wir nicht an dem Haus vorüber müssen?

 

Ich bin echt froh für all euren Input...und jetzt noch ein paar Fotos der Kleinen...

Danke!

 

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Also Punkt 2 beantwortet Punkt 1

Die Kleine ist überfordert weil ihr wohl zu viel macht und ist deswegen abends ein kleiner Piranha. Ich weiß dass bei manchen Welpen die Waage zwischen zu viel und zu wenig machen sehr empfindlich ist. Nuka war auch so einer. Ich würde nicht jeden Tag was neues machen. Ja die Prägungsphase ist wertvoll, aber es reicht wenn sie in der Zeit lernt dass sie dir bei neuen Dingen vertrauen kann. Sie muss also nicht alle Tiere von A-Z kennen lernen, oder jeden Untergrund den es gibt. E reicht dass sie die Erfahrung macht dass es auch andere Tiere gibt, dass nicht jeder Untergrund Wiese ist und dass das alles nichts Schlimmes ist.

Mach immer genug Pausentage, wo ihr z.B. nur zusammen auf einer Wiese rumhängt wo nichts dolles passiert.

 

Aber sag mal wo hast du sie her? Das sieht mir stark nach einer Merle x Merle Verpaarung aus 😕

 

Edit: Ach noch was. Bitte lasst sie mit ihrer Überforderung abends nicht alleine. Haltet sie lieber im Arm als sie wegzusperren. Sie kann überhaupt nichts für ihre Reaktion und muss dann damit noch alleine fertig werden. Das ist nicht nett. In eurem Arm wird sie sich schnell beruhigen und einschlafen

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Danke für deine Antwort.

 

Das machen wir...wir liegen ständig nur rum...:-). Sie neben mir oder hinter mir oder nicht weit weg von mir... aber dann bin ich beruhigt, danke.

 

"Etwas Neues" damit meine ich nicht jeden Tag einen neuen Ort, ein neues Tier oder so. Ich meine damit, dass wir z.B. mal das Wasserbad hinstellen und schauen was sie macht. Oder dass es mal an der Klingel läutet. :-).

 

Ich hab sie von einer seriösen Züchterin mit Papieren und kenne sowohl Mutter (Merle) als auch Vater (nicht Merle). Alles im grünen Bereich. Sie wird im Gesicht auch immer dunkler..da kommt noch einiges an Zeichnung durch was zu Beginn nicht da war... sie hört und sieht auch wunderbar ..wenn sie denn will :-).

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Bei uns war immer nach einem Tag mit Ausflug ein Tag mit gar nix. Die Zwerge brauchen Zeit zum Verarbeiten. 

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Vielen Dank Siobhan!

Wir haben die letzten Tage seit Samstag auch nix gemacht als zuhause zu sein..heute war das erste Mal wo wir mal kurz mit dem Auto weg sind. Aber ich finde das eine sehr gute "Faustregel" ..danke!

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@sampower Danke noch für deinen Nachtrag. Die Box steht auch im Wohnzimmer, wir sprechen dann auch weiter, aber haben bisher gewartet bis sie sich beruhigt hat.
Hast du einen guten Tipp, damit wir sie überhaupt in diesem Zustand auf den Arm nehmen können? Versucht haben wir es ja ..aber leider hab ich keine Möglichkeit gefunden sie in diesem Zustand zu beruhigen.

 

Aber was für mich sehr wertvoll zu lesen ist von euch ist, dass es um die Überforderung geht...ich dachte mir das schon, obwohl wir eigentlich wirklich gar nix machen und sie den ganzen Tag schläft..aber ich habe verstanden..nochmals 2 Gänge runter!

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Welpen, besonders die dieser Rasse, müssen lernen, Ruhe zu finden. Da hilft nur suchen, wie das bei eurem Hund funktionieren könnte. In die Box sperren ist es nicht. Aber ich versteh schon, dass man manchmal durchatmen muss. Besonders, wenn man bei Beissmonstern nicht mehr weiter weiß.

Versucht mal geduldig, herauszufinden, wie der Hund sich beruhigen lässt. Und am besten tagsüber beginnen, wenn sie noch nicht so aufdreht. Und sowieso gerade chillen geht. Das verknüpft ihr mit einer Aktion, die dann immer kommt. Z.B. Kauknochen geben. Vorsichtig kraulen. Und vielleicht auch mit einem Wort. Oder einem Singsang. Das sind nur Beispiele, jeder Hund ist anders. Manche kommen mit Kauen zur Ruhe, andere überhaupt nicht.

Das also das Hirn des Welpen dies mit der Entspannung verbindet und damit auch schafft, in der totalen "Nach Müd kommt Blöd- Phase" runterzukommen.

Jede Aktion vermeiden, die den Hund unnötig hochdrehen lässt. Ballspiele, Jagdspiele... all das möglichst wenig und nicht am Abend.

 

Viel Glück, das wird schon.

Alles noch im normalen Bereich.

 

 

Eine kleine Bemerkung:

Die Nase eures Hundes ist empfindlich auf Sonnenbrand, auch in den Bereichen, die wenige Haare haben, da unpigmentiert. Im Zweifelsfalle Sunblocker drauf.

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@gatil, vielen lieben Dank!

 

Ballspiele usw. machen wir gar nicht...

 

Finde es total spannend was du geschrieben hast zum rausfinden was hilft und testen...denn.heute Mittag nach dem Futter war sie auch kurz sehr aufgedreht...habe dann ein "schlaflied" gesungen...also erfunden..und dann ist sie langsam eingepennt...werde das mal weiterhin testen..obwohl wir für meinen Mann eine andere Methode werden finden müssen :-). Und das ganze gepaart mit noch weniger tun tagsüber... DANKE auch für deine aufbauenden Worte..wir geben uns echt Mühe und es waren ja erst ein paar Tage. Aber es tut gut zu hören, dass das noch im "normalen Bereich" liegt :-).

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@Bithya toll das du dir soooo viele Gedanke machst und alles richtig machen möchtest und dir schon jetzt und sogar vorher Rat gesucht habt. Das machen nicht viele, dafür meinen grössten Respekt,

 

wie immer gibts ja auch ein aber. Macht euch aber nicht zu viel Gedanken, lebt euer Leben weiter, nun mit einem tollen Hund.

 

Ja, man kann zu viel machen und auch zu wenig. meist aber eher zu viel. Es ist nun jemand dazu gekommen, dass ist wunderschön, aber der Nabel der Welt dreht sich nicht nur um den Hund. Ist schwer zu erklären finde ich. Ihr müsst eure Dosis finden die für alle gut ist.

 

Müsst ihr irgendwo hin, muss der Hund halt mit, ist es heute ein etwas stressiger Tag, ist es halt so, morgen ist es dafür evtl. etwas ruhiger.

 

Grundsatz, gebt dem Hund Zeit die Dinge selber zu erfahren und zu lernen. Hat er dann evtl. schiss vorm Auto, Kinder, Fahrrad, zeigt es ihm, geht da hin, bleibt selber ganz ruhig, schau, ein Fahrrad tut nix, auch nicht der Ball, auch nicht der Hund da drüben. Somit lernt euer Hund, o.K. die helfen mir, hab da tolle Partner gefunden und habe ich mal Sorge oder kenne das noch nicht, zeigen meine Teampartner mir das oder helfen mir sogar. Auf die kann ich mich echt verlassen.

 

So kommt gegenseitiges Vertrauen und Bindung und eines Tages merkt ihr, dass der Hund euch anschaut, so nach dem Motto, was fliegt da denn, kern ich ja noch gar nicht, ist das gut oder böse, zeigt mir das mal.

 

Also, nicht zu viel Gedanken machen, die Welt zusammen entdecken und zusammen tausend schöne Dinge erleben und erlernen. step by step, alles ganz spielerisch, nie streng, natürlich auch zeigen wenn was blöd gelaufen ist, hey, das war jetzt nicht so toll mein Freund,

 

Ihr macht das, wer sich vorher so viel informiert, ist gut gerüstet, ganz viel wird sich automatisch einfinden und wenn echt mal was gar nicht klappen will, schreibt hier und schildert es, wir alle versuchen dann Rat zu geben.

 

Nun ganz viel Spaß und Freude euch allen!

 

vergessen, zuckersüß die kleine Maus 😉

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@Asisina DANKE 🤗

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