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Hundeforum Der Hund
Asisina

Urvertrauen-das Band zwischen Mensch und Hund

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vor 34 Minuten schrieb Renegade:

RR Selma war so ein "braves". Sie liess sich, obwohl sie aus 2.Hand stammte und von dort ein ausgeprägtes "kleines, blondes Mädchen Trauma" mitbrachte, sofort

vorbehaltslos auf mich ein. Vom ersten Tag an ging ich mit ihr zu 90% ohne Leine, wir brauchten nicht viele Worte zu unserer Kommunikation.

Da war Urvertrauen und gewachsenes Vertrauen.

 

Dalmi Enya ist das blanke Gegenteil. Ich habe sie direkt vom Züchter mit 3 Monaten abgeholt. Wir brauchten ewig, bis sie sich uns anschloss.

In den Welpengruppen und oft noch in den Junghundegruppen fiel ihr alles andere ein als auf uns zu reagieren. Hatten wir endlich den Blickkontakt hergestellt, stand ihr deutlich ein "Wer bist denn du?" auf der Stirn geschrieben. Das nun würde ich nur eingeschränkt "Urvertrauen" in Reinform nenen wollen...;)

Wir arbeiten noch jeden Tag am zu erwerbenden Vertrauen, haben glücklicherweise viel erreicht. Aber immer noch ist da so manches "Wilde" - und damit meine ich noch nicht einmal ihre ausgeprägte Hetzpassion...

Dass bei ihr ein viel höherer Bedarf an Kontrolle besteht als bei RR Selma, muss ich wohl nicht extra betonen.

 

 

 

Da wird jetzt aber was durcheinander geworfen. Urvertrauen hat doch nichts damit zu tun, daß der Hund tut, was man möchte, daß ist ein komplett anderes Thema. 

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Am 5.6.2020 um 08:21 schrieb Asisina:

Ich merke das sehr oft bei neuen Hundebekanntschaften, wenn ich dann so auf dem Feld stehe, alles frei und viele Angst haben den Hund einfach mal los zu lassen, die Hunde mal einfach Hund sein lassen, sie haben Oft so große Sorge was alles passieren könnte und damit kein Vertrauen zum Hund. Auch das ständige umdrehen was der Hund so gerade macht ist für mich recht  merkwürdig.

 

Ich weiß, was du meinst und ich hoffe, dass ich euch irgendwann mal in Aktion erlebe. 

 

Ich finde "Urvertrauen" recht romantisiert. Ich erlebe erwachsene, vernünftig geführte Ridges genau so, wie du deine Hündin beschreibst: Verlässlich, überlegt, klar in den Aktionen. 

Ich kenne aber sehr sehr viele Hunde, die man nicht einfach so machen lassen kann. Aus verschiedenen Gründen. Ich denke, Hunde haben verschiedene Motivationen. Natürlich, mit Vertrauen und wenn man sich als guter Partner erwiesen hat, steigt die Kooperationsbereitschaft. Aber bei den meisten Hunden wird es immer so sein, dass sie in bestimmten Dingen nicht unbeaufsichtigt sein können. Sei es aus Jagd-, Schutz-, Wach-, oder Fressmotivation. 

 

Ich hab solche Diskussionsmomente hier auch. Aber in sehr viel brisanteren Situationen. 

 

Es gibt hier einige Besitzer, die sich einbilden, sie hätten so einen Hund, den sie machen lassen können. Das sind dann die, die permanent andere belästigen oder fast schon allein spazieren gehen, weil sie nur im Jagdmodus sind. 

 

Ich weiß bei meinem, dass er nicht wegläuft. Aber er macht auch in meiner Nähe schon so einiges, das ich nicht gut finde. Und das hängt nicht mit fehlenden Vertrauen zusammen. 

 

Wenn ich mich an das letzte Treffen am Vogelsberg erinnere... Da kann ich an einer Hand abzählen, welche Hunde so sind wie beschrieben. Sehr viele Hunde brauchen hier oder da mal ein paar Hinweise. 

 

Oh und: Als Beispiel mag ich mal die Hündin von @gebemeinensenfdazu nehmen. Da herrscht ein großes gegenseitiges Vertrauen und eine starke Bindung hab ich wahrgenommen. Aber die zeigt sich gerade darin, dass da viel kommuniziert wird und nicht einfach "laufen gelassen" wird. Vielleicht ist das stark abhängig vom Hundetyp. 

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@Freefalling das wäre sehr interessant, es wird ja oft auf die Rasse verwiesen. 

Beim Ridge gebe ich dir recht, sie sind eh nah am HH in der Regel, benötigen vielleicht nicht so viel andere Menschen und Hunde, kann sein, muss aber nicht denke ich.

 

Es wird ja oft auch mit jagen in Verbindung  gebracht, mag sein, aber mein Beagle und auch Münsterländer wären auch eher dann dazu die Rassen, habe sie aber eigentlich nicht so viel anders behandelt als meine jetzige Hündin. O.K. Der Beagle ist spezieller, aber heute habe ich sogar gelesen, dass man diese Rasse nur an der Leine lassen kann. Wobei, dann fangen aber die Themen wirklich an.

 

Bei uns bedeutet das eher, wenn wir auf dem Feld oder im Wald unterwegs sind, dass ich Luna dann laufen lasse, sie kann eher machen was sie will, es gibt dann von mir eher so gar keine Kommunikation, ausser lobendes, wau ein Mauseloch, super, Stroh, ja, wälz dich mal richtig etc. Wenn andere Hunde und HH kommen eher auch nicht, da beobachte ich den Gegenüber, ist er so wie wir, unangeleint, locker drauf, dann einfach weiter, es gibt Platz, die Hunde können es so machen, wie sie es möchten. Nur bei kleinen Hunden rede ich vorher, Luna, vorsichtig, ist ein kleiner Hund, oder lasse sie warten bis der kleine bei uns ist, meine Dame ist etwas unsensibel mit ihrer Pfote und Krallen, da passe ich etwas auf.

 

Ich drehe mich nicht um, meist ist sie aber auch eher vor mir.Wir haben allerdings den Vorteil, oder es so gelernt, keine Ahnung, dass sie nie weit weg ist, so 15 m, evtl mal 20, dann kommt sie immer zurück. Kenne das von meiner Schwester anders, da war der Hund eher so am anderen Feldrand, so nach dem Motto, ich glaube da hinten ist er, dies ist nicht so für mich muss ich gestehen.

 

Hat dies alles nun mit Vertrauen zu tun? Oder mit gelerntem Szenarien? Ich mag es nicht genau zu sagen. Dennoch übe ich so viel mit anderen HH und Hunden. Die Hunde laufen, spielen toben, ich rufe meine ab und an dann zu mir, der andere Hunde kommt in der Regel dann auch mit, auch zu seinem HH. Dieser freut sich oft, weil es viele so nicht kennen. Dies einfach so meine Erfahrung, da kommt oft dann Lockerheit, sich trauen, der Hund genießt es in der Regel und läuft halt nicht einfach los und tschüss. Vielleicht ist es auch das Vertrauen dann in sich selber, auch ein großes Thema denke ich.

 

Ich gestehe, dass mir viel daran liegt, dass Hunde zum einen frei laufen und zum anderen auch mit anderen Hunden, das Thema ist ja schon oft hier auch ausgetauscht, ich sehe halt viele Hunde so richtig aus sich raus gehen, wenn sie dieses Vertrauen vom HH bekommen. Ich mag auch falsch liegen bei manchen Hunden, kann sein

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@Zurimor Vertrauen ist die Grundlage jeglicher erfolgreicher Interaktion.

Konstruktive und gewaltfreie Erziehung geht nur über die Vertrauensschiene.

Daher ist auch ein sog. Urvertrauen zumindest hilfreich, weil es den Einstieg in eine Hund-Halter Kommunikation erlaubt. Oder eben nicht bei Verlust desselben.

Was durch das  Beispiel des "verlassenen Hundes" im Film und durch viele TS Hunde, denen ihr Urvertrauen genommen wurde, deutlich gemacht wurde.

Dieser Zusammenhang kann nicht so verkürzt werden wie du es tust.

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Auch Erziehung und erfolgreiche Interaktion hat nichts mit Urvertrauen zu tun. Ein Hund, der macht, was er will kann sehr großes Urvertrauen haben, ebenso kann ein Hund, der aufs Wort gehorcht gar keins haben, weil das Gehorchen rein auf Angst basiert. 

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@Asisina

gegen mein Fransentierchen ist ein Beagle harmlos ... 😉 

 

Sie ist ein Hund der Extreme, sie ist wirklich beides:

In häuslicher Umgebung fast so wie mit meiner geliebten Schäfi früher ... sie ist mein Seelenhund, wie man so schön sagt. 💕

Doch wehe wir verlassen Haus und Garten und der Duft der Welt kommt in ihre Nase ... da geht die Post ab, so wie ich es "Beagle-erprobt" niemals für möglich gehalten hätte.

Ob ich sie jemals von der Leine lassen kann ... ich weiß es nicht.

 

Die Genetik ist halt doch ein nicht zu unterschätzender Faktor ... 

 

 

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vor 3 Stunden schrieb Zurimor:

 

Das Jagen ist ein integraler Bestandteil des Wesens eines Beutegreifers. Kann ich damit nicht leben, ist ein Hund vielleicht das falsche Haustier für mich, deswegen züchte ich es mir nicht passend, denn das wäre übergriffig dem Tier und seiner Persönlichkeit gegenüber.

Ich finde es wirklich negativ, wenn Zuchtziele heutzutage "möglichst kein Interesse am Jagen" lauten, da verbiegt man doch, was einen Hund unter anderem ausmacht.


Wenn man diese Argumentation konsequent weiterverfolgt, dürften wir eigentlich alle nur Wölfe halten. „Hund“ an sich ist doch schon etwas passend gezüchtetes, das Wesen des Wolfes macht noch so einiges mehr aus, das uns nicht in den Kram passt.

Stattdessen ziehst Du eine willkürliche, rein quantitative Grenze irgendwo auf der Skala der Zucht und Domestikation, unterhalb derer Hunde eben zumindest noch jagdlich motiviert sind. Als Auswahlkriterium für Deinen eigenen Hund ist das ja okay, aber wenn andere einen Hund bevorzugen, der auf die Jagd gut verzichten kann, besteht darin kein qualitativer Unterschied zu Deinem persönlichen Geschmack. 
 

Abgesehen davon könnte man darüber streiten, ob es besser ist, Hunden die jagdliche Motivation „wegzuzüchten“ oder Hunde zu halten, die sich gerne mal ein lecker Reh schnappen würden und ihnen das zeitlebens zu verwehren...

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vor 12 Minuten schrieb Schnüffelmaus:

Ob ich sie jemals von der Leine lassen kann ... ich weiß es nicht.

 

Ist ja eher ein anderes Thema, oder auch nicht. Wenn du es nicht weißt, es noch nie gemacht hast, dass Vertrauen nicht aufbringst, wie willst du es wissen? 

 

Klar kann das sein, aber ein Versuch wäre es doch wert. Auf einem Gebiet, wo nichts passieren kann, mit Hunden, die zurück kommen, wo ist das Problem.

 

Ich habe es so oft gesehen, möchte das aber weder kritisieren oder als muss sehen, wenn es anders klappt, es keine Probleme, keinen Frust gibt, ist es ja auch gut.

 

Es liegt mir fern, dass das was ich schreibe als Allgemeingültig zu sehen, ganz sicher nicht, ich schildere nur unseren Weg und meine Meinung so, nicht mehr, nicht weniger.

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vor 20 Minuten schrieb Zurimor:

Auch Erziehung und erfolgreiche Interaktion hat nichts mit Urvertrauen zu tun.

 

Du wiederholst, worauf du schon eine Antwort erhalten hast. Du solltest lesen, was ich schreibe.

 

Zitat

 

Ein Hund, der macht, was er will kann sehr großes Urvertrauen haben,

 

Vertrauen worin? Ganz sicher nicht zu der Person, die einen Zugang zu ihm sucht.

 

Zitat

 

ebenso kann ein Hund, der aufs Wort gehorcht gar keins haben, weil das Gehorchen rein auf Angst basiert. 

 

s.o. ich schrieb von konstruktiver und gewaltfreier Erziehung. Da ist nix mit Gehorsam aus Angst.

 

Es ist ja klar, dass du wieder auf dein sattsam bekanntes Credo hinauswillst: "Erziehung wird überbewertet" oder so ähnlich.

Bei einem Hund, der macht "was er will" ist es eigentlich völlig irrelevant, wieviel (Ur)vertrauen er hat.

Weil so ein Hund nämlich keine Führung beansprucht oder einfach keine bekommt.

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@KuK Ein Raubtier, das nicht jagt. Merkste was? Ich finde das negativ.

Jagen heißt auch nicht, ein Reh fangen zu müssen, es gibt da wunderbare Jagdersatzmöglichkeiten.

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