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Hundeforum Der Hund
Asisina

Urvertrauen-das Band zwischen Mensch und Hund

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Nochmal wieder zurück zum (Ur)vertrauen.

Zurimor bestreitet ja vehement, dass sich Vertrauen da manifestiert, wo Interaktion und Kooperation von Hund und Mensch erwünscht sind bzw. stattfinden.

 

Darum möchte ich an dieser Stelle nochmal fragen:

Woran macht ihr es fest, ob euer Hund Vertrauen zu euch hat?

Oder auch umgekehrt: gibt es Situationen, in welchen Vertrauen fehlt? Sowohl von eurer Seite als auch von der eures Hundes?

@Schnüffelmaus hat uns ja schon ein sehr anschauliches Beispiel geliefert.

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vor 42 Minuten schrieb Renegade:

Nochmal wieder zurück zum (Ur)vertrauen.

Zurimor bestreitet ja vehement, dass sich Vertrauen da manifestiert, wo Interaktion und Kooperation von Hund und Mensch erwünscht sind bzw. stattfinden.

@Schnüffelmaus 

 

Meintest du nicht was von falsch zitieren? Ich hab das nicht bestritten, sondern geschrieben, daß es nichts damit zu tun hat, ob ein Hund gut hört oder macht was er will.

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Ich merke z.B. an solchen Situationen, dass Peanut vertrauen hat: er findet draußen etwas gruselig, eine Vorgartenfigur vielleicht, er grummelt sie an, will da schnell weg. Aber wenn ich ihm sagen, komm, gehen wir zusammen gucken, dann macht er das gerne. Aber eben nur mit mir zusammen. Oder er findet bestimmte Untergründe doof, solche Gitter, da geht er nicht drüber. Wenn wir da aber lang müssen, so kommt er zu mir, klettert mir auf den Arm (ich gehe immer in die Hocke dann) und ich trage ihn darüber. Oder wenn er auf eine Mauer hüpft und sie dann aber zu hoch ist um alleine runter zu kommen. Hilfesuchender Blick, ich stelle mich ganz nah an die Mauer, er klettert auf mich und ich hebe ihn runter.

In manchen Situationen vertraut er aber auch nicht. Das kann passieren wenn ich spüle vielleicht, dann steht er neben mir und es kann ja dann passieren, dass er einen Tropfen Wasser ab bekommt, dann haut er ab und kommt auch erst dann wieder in die Küche, wenn ich mit spülen fertig bin. Da könnte ich noch so rufen und locken, er vertraut nicht darauf, dass er nicht nochmal nass würde.

Aber Vertrauen ist auch echt schwer zu definieren... Vertrauen hat für mich in gewisser Weise auch mit Kontrolle zu tun. Peanut läuft oft an der Leine, weil er ja dazu neigt, alles und jeden anzupöbeln. Aber eben nicht immer, trotzdem muss ich solche Situationen kontrollieren. Das hat aber für mich weniger mit Vertrauen zu tun, sondern eher mit Schutz. Schutz für den Angepöbelten, aber auch für Peanut. Also könnte Peanut ja eigentlich darauf vertrauen, dass ich komplizierte Situationen regele, dass ihm nichts passiert, aber da sind wir uns eben manchmal nicht einig, deshalb brauchen wir die Leine so oft. Vielleicht ändert sich das noch. Wir bewegen uns ja in die richtige Richtung durch Training und haben da schon eine Menge Vertrauen, wenn man so will, aufgebaut, denn solche Situationen werden für uns beide zunehmend unkomplizierter.

Vielleicht hängt diese Problematik auch irgendwo damit zusammen, dass es uns beiden grundsätzlich schwer fällt zu vertrauen. Ich selber würde mich als jemanden bezeichnen dem "Urvertrauen" fehlt, durch Erfahrungen, die ich im Leben sammeln musste. Eventuell ist das bei der Chaoskröte (Auslandstierschutz, Tötungsstation?) genau so. 

Urvertrauen definiere ich für mich als Vertrauen, welches einfach da ist, was nicht wachsen muss. Wovon man nicht überzeugt werden muss. Vielleicht die Art Vertrauen, die ein Kind in seine Eltern hat. Mama und Papa vertraut man, weil ist so, weil es die Eltern sind und die eben nichts böses mit ihrem Kind machen. Bei einem neuen Partner hingegen müsste es erst wachsen. Da vertraut man nicht blind. 

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Ich habe mal das Vertrauen meiner ersten Hündin Wannabe verloren. 

Sie ist an den Stromzaun der Pferdekoppel gekommen (der tut wirklich kräftig weh, wie ich aus etlichen Erfahrungen bestätigen kann) . 

Als ich sie ansprach und trösten wollte, ist sie vor mir geflüchtet. Sie hat den Stromschlag irgendwie mit mir in Verbindung gebracht. Ich bin sie dann suchen gegangen. Sie hatte sich im Dickicht verkrochen und ließ mich nicht in ihre Nähe. Erst ein anderer HH der gerade vorbei kam, konnte sie anlocken und anleinen. 

2-3 Tage hat sie daran geknabbert. Dann wurde sie wieder die Alte. 

Hätten wir nicht eigentlich eine innige, vertrauensvolle Beziehung gehabt, hätte das vermutlich noch deutlich länger gedauert. 

Dennoch war ich schockiert von dieser heftigen Reaktion. Das hat mich ziemlich mitgenommen... 

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Stromzaun ist ganz fies, eine Fehlverknüpfung ist meist gar nicht zu vermeiden.

Ist mir mit meiner SHin auch passiert. Sie hat es als Strafe abgespeichert, war aber immerhin so schlau, dass sie künftig weiße Begrenzungsbänder mied.

So extrem wie bei deiner Hündin war ihre Reaktion zum Glück nicht. Das Vertrauen in mich war nach dem Spaziergang bald wieder zurück.

 

Um eben solche Situationen zu vermeiden, wo auch schlimme und folgenreiche Fehlverknüpfungen passieren können, ist Kontrolle (sorry @Asisina)

so wichtig um sich das aufgebaute  Vertrauen seines Hundes nicht kaputt zu machen.

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Stromzaun- ist mir mit meinem ersten Welpen passiert.

Ich hab sie noch gewarnt und somit angesprochen, da war es schon passiert. Fehlverknüpfung. Hätte ich besser nichts gesagt und wäre einfach weitergegangen.

Sie lief sofort zum Auto zurück und wollte da nicht mehr drunter wegkommen.

Ich mich also daneben gelegt und geredet. Irgendwann wurde es ihr zu langweilig und sie kam wieder. 

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vor 6 Stunden schrieb AnjaBla:

Urvertrauen definiere ich für mich als Vertrauen, welches einfach da ist, was nicht wachsen muss.

 

Danke. So würde ich Urvertrauen auch definieren. Es ist da. Und ich denke, es hängt auch von den Eltern ab. Was haben sie erlebt und was geben sie an ihre Welpen (oder bei Menschen an ihre Kinder) unbewusst weiter? Angst ist auch zum Teil sozusagen vererbbar. 

 

George scheint eine ziemlich unbeschwerte Welpenzeit gehabt zu haben, obwohl er ein Straßenhund war - oder vielleicht auch gerade deshalb. Wer weiß. Er ist sehr selbstvertraut. Ängste hat er kaum welche. Das Übliche, das hier fast jeder Straßenhund hat: Geht man zu schnell auf ihn zu, duckt er sich oder hebt man etwas Kleines auf, hält er vorsichtig Abstand. 

Dieses Vertrauen musste wachsen, sprich, er musste erfahren, dass wir ihn nicht mit Steinen bewerfen und wir ihn nicht grob packen oder ähnliches. 

Ansonsten hat er einfach Vertrauen in die Welt und so verhält er sich auch.

 

Emma war erst 6 Wochen, als wir sie fanden. Ihr fehlte das Urvertrauen und das lässt sich auch nicht aufbauen - auch bei Menschen nicht. Aber sie konnte lernen, Vertrauen zu Menschen zu haben. 

 

Vertrauen hängt für mich nicht davon ab, ob ein Hund mega gut erzogen ist oder ob ein Hund Jagdleidenschaft mitbringt. Es sind doch so viele Kleinigkeiten die einem zeigen, dass der Hund einem vertraut. Zum Beispiel weiß Emma ganz sicher, dass ich ihr helfen, wenn sie nicht über Brücken gehen will oder einen Stachel in der Pfote stecken hat oder eine Hirschlausfliege im Fell sitzen hat oder oder oder. Sie kann darauf vertrauen, dass sie jede Hilfe von mir bekommt, die sie benötigt. 

Und im Laufe der Zeit ist da so ein stilles Verstehen. 

Letztens zum Beispiel kamen wir beim Spaziergang an eine Stelle, wo alles voller Korn inklusive Grannen stand. Emma blieb stehen, schaute mich dabei gar nicht an, aber ich wusste, sie wollte es vermeiden, dadurch zu gehen. Also habe ich sie hoch gehoben, ein Stück getragen und hinter dem Grannenfeld wieder abgesetzt. Und schon lief sie fröhlich weiter.

 

Umgekehrt weiß ich ganz sicher, dass sie kein Tier beißen würde. Aber das weiß ich natürlich nur deshalb, weil ich schon über 7 Jahre mit ihr zusammen lebe. Ich weiß, dass sie nicht wegläuft und ich weiß, dass sie keine Menschen bedrängt, belästigt, anspringt etc. 

Bei anderen Dingen spielt auch die Erfahrung eine Rolle, die Erfahrung des Hundes. Bis vor drei Jahren konnte ich Emma total vertrauen, wenn Katzen in Sicht kamen. Da passierte gar nichts, denn Emma fand alle Katzen klasse. Nachdem sie von einer Katze arg attackiert wurde, ist es auch mit der Katzenliebe. Sie würde den Katzen nichts tun, da bin ich mir ganz sicher. Aber sie will sie verjagen - und auch da kann ich ganz sicher sein.

 

Generell sehe ich es so, dass der Hund Vertrauen lernt (oder lernen sollte), wenn er neu in eine Familie kommt: Kann ich diesen Menschen vertrauen? Tun sie mir Böses oder nicht? Kann ich mich darauf verlassen, dass diese Menschen zu mir zurück kommen, wenn sie mich alleine in der Wohnung lassen? usw.

 

Und diese Sachen hängen ja nicht davon ab, ob ein Hund eher eigenständig ist oder gerne mit dem Menschen kooperiert, ob er Jäger ist oder nicht, ob er sehr gut erzogen ist oder nicht.

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Ist echt ein interessantes Thema! Wenn ich so nachdenke, dann fange ich an, gewisse Dinge anders zu sehen was die Chaoskröte betrifft. Ich hab hier auch erst so spät geantwortet, weil ich erstmal darüber nachdenken musste, wie ich das formuliere und was es für mich überhaupt erst bedeutet. 

Fehlendes Urvertrauen hat bei mir zum Beispiel dafür gesorgt, dass ich alles am liebsten alleine regel, alleine für Dinge verantwortlich bin und mich höchst ungern auf andere verlasse. Ich hab schon in der Schule ungerne Gruppenarbeiten gemacht. Und wenn ich so darüber nachdenke, ist es bei Peanut genauso, der will auch alles alleine, vorrangig durch Unfreundlichkeit, regeln. Eventuell wirklich durch irgendwas, was er in Kroatien als Welpe erlebt hat, was sein Urvertrauen zerstört hat. 

Der ist genauso wie ich. Wahnsinn. Vielleicht bringt uns diese Erkenntnis wieder weiter.

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sehr schöne Zeilen und Gedanken von euch.

 

Ich glaube, zuerst muss ich selber Vertrauen haben, erst zu mir und meinen Handlungen selber, dann kann ich dies ausstrahlen und evtl. Gibt es dieses Vertrauen dann zurück.

 

Ich hatte dieses Schlüsselerlebnis vor ca. 5 Jahren wieder. Meine Ridge Boxer Dame war ca. 1 Jahr, eine Hibbelfurt die noch viel lernen musste, aber wir hatten schon mega Spass zusammen. Dann kam meine Enkelin, leider sind mein Sohn und die Mutter nicht zusammen, sie kam nur alle 14 Tage, so mit gut einem Jahr.

 

Da war die Situation, Baby, grosser Hund, ich als Hundeerfahren, so dachte ich zumindest. Die erste Begegnung war so, Hund nicht im Raum, mit Gitter an der Tür gesichert. Es darf ja nichts passieren, oh was dann los wäre.

 

Luna, schaute, die Nase ging hin und her, ich redete mir ein, sie hat es nicht verstanden, hallo, wir machen doch bis jetzt alles zusammen, was ist das da, riecht gut, warum darf ich da nicht hin. Ich spürte, ey Partner, hast du kein Vertrauen ? Was Soll das denn  jetzt.

 

Ich sagte zu meiner ganzen Familie, ne, so kann das auf Dauer nicht laufen. Ich musste das Vertrauen  aufbringen dies anders zu gestalten, mit Regeln zwar, aber zusammen,

 

das hat super funktioniert, Luna hat schnell verstanden, riechen darfst du, schauen auch, aber Individualdistanz von 1 m ist einzuhalten. Es war unglaublich wie vorsichtig dieser Hund war, diese stürmische Dame, die auf dem Hundeplatz eher nur Vollgas und rennen zeigte. 

Es war so unglaublich schön zu sehen, wie das Baby die Hand ausstreckte zum Hund, der Hund ganz langsam  Näher kam, immer in Kontakt mit mir, darf ich, ist so richtig, ein Wechselspiel von allen Beteiligten.

 

es ging dann immer weiter, bis auf das Thema mit dem Schwanz, diese Peitsche war leider doch mal da, gab es nur tolle Momente und das Baby, heute Kind, bald Einschulung wächst mit einem grossen Hund auf, was schöneres gibts kaum für mich. Die kleine hat gelernt auch Lunas Distanz zu waren und gelernt, wie man mit Hunden umgeht.

 

Zum Kern. Zuerst musste ich das Vertrauen  zu 100 % haben, zu mir selber, Um es dann auf meine Hündin und wahrscheinlich auch auf das kleine Baby zu übertragen. Bei dem Baby würde ich es dann als Urvertrauen vergleichbar sehen vielleicht.

 

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Ich glaube jedes Vertrauen muss man sich erst erwerben als Mensch beim Hund. Es fällt ihnen nur unterschiedlich schwer, das aufbauen zu können.

Und ich glaube das ist auch richtig so. hunde , die sofort Vertrauen zu allen Menschen haben halte ich eher für naiv und arglos, auf das Vertrauen würde ich mich auch nicht so verlassen, wie auf das , das man sich erworben hat.

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