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Hundeforum Der Hund
Estray

Dem Hund verbieten vom Boden zu fressen

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Mich würde mal interessieren, wie die Leute, die ihren Hunden verbieten möchten Dinge vom Boden zu fressen, das beibringen. 

Wie ist der Trainingsweg? 

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Am 20.6.2020 um 09:30 schrieb Estray:

Es gibt Leute, die haben so eine starke Angst vor Giftködern, dass sie ihren Welpen von Anfang an verbieten Sachen vom Boden zu essen / in den Mund zu nehmen. Dem Hund wird alles weggenommen und verboten, was er draußen findet. 

Die Giftköderparanoia ist weit verbreitet unter Hundehaltern, leider. 

Die Leidtragenden sind die Hunde, denen völlig natürliche Handlungen abgewöhnt werden. Es ist normal, dass junge Hunde Sachen in den Mund nehmen um sie kennenzulernen. Sie haben keine Hände. Kleinkinder tun das auch. Die Hunde lernen dadurch, was essbar ist und wie sich Materialien anfühlen und wie sie schmecken.

Ich finde es ethisch bedenklich, das zu unterbrechen, weil man selbst Kopfkino hat.

Wir hätten kein Straßenhundeproblem, wenn sich Hunde dauernd selbst umbringen würden, weil sie gefährliche Sachen essen und kein "Pfui" befehlender Mensch zur Stelle ist.

 

Für mich ein Aufreger, leider sind diese Personen oft unbelehrbar, weil sie so ängstlich sind. 

 

Am 20.6.2020 um 23:16 schrieb Estray:

 

 

Als hätten Lebewesen nicht von Natur aus Entwicklungsphasen, die ihnen wichtige Dinge lehren und sie instinktsicher werden lassen.

 

Ich bin nicht sonderlich ängstlich, möchte aber trotzdem nicht, dass meine Hunde beim Spaziergang fressen. Außer Gras natürlich. Giftköder hat es hier noch nie gegeben, bleibt auch hoffentlich so. Aber viele Kackhaufen von wilden Katzen und Füchsen. Und da ich keine Lust auf einen Fuchsbandwurm habe versuche ich das Fressen dieser zu unterbinden. Gelingt nicht immer.

 

Dass ein Hund lernt nur zu Fressen was ihm gut tut glaube ich nicht (Bekommen ja nicht mal die Menschen hin). Zudem ist einmal Gift gefressen halt schon zu viel. Es sterben auch extrem viele Straßenhunde an Gift. Der Instinkt vieler Hunde ist, alles zu fressen und das liegt nicht daran ob sie schon mal gehungert haben. Bei mir gibt bzw. gab es einige Hunde die ALLES fressen. Z.B mein Alfred war so einer. Der hat trotz dem dass er jahrelang auf der Straße gelebt hat und dort alles ausprobieren konnte meine Ibuprofen aus der Handtasche gefressen. Mein Jannis ist auch so ein Allesfresser. Ihm habe ich die Kackhaufen oft aus dem Mund geschüttelt. Also eine Hand ans Oberkiefer, die andere ans Unterkiefer und dann den Kopf nach unten. Natürlich sind insgesamt trotzdem viele Haufen im Hund verschwunden weil er schneller war. Jetzt nach vielen Jahren schaut er mich manchmal an und ich habe davor eine Chance zu reagieren.    

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vor 3 Stunden schrieb Zenta:

Und da ich keine Lust auf einen Fuchsbandwurm habe versuche ich das Fressen dieser zu unterbinden. Gelingt nicht immer.

 

Und dadurch lernen es deine Hunde und lassen es? Oder musst du das dann immer wieder sagen?

 

 

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vor 9 Minuten schrieb Estray:

 

Und dadurch lernen es deine Hunde und lassen es? Oder musst du das dann immer wieder sagen?

 

 

Nein, dadurch lernen sie es nicht. Bei mir sind drei Hunde Allesfresser beim Spazieren gehen. Bei den anderen ist das gar kein Thema. Einer der drei ist aber inzwischen etwas zögerlicher geworden und fragt manchmal nach. Sage ich nichts wird von diesen Hunden alles gefressen.

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vor 3 Stunden schrieb Estray:

Mich würde mal interessieren, wie die Leute, die ihren Hunden verbieten möchten Dinge vom Boden zu fressen, das beibringen. 

Wie ist der Trainingsweg? 

 

Also, erstmal vorneweg: Meine Hunde bekommen nicht grundsätzlich verboten, Dinge vom Boden zu fressen. Alles kann ich eh nicht kontrollieren (siehe Schlangenbiss George). Dennoch müssen meine Hunde lernen, auf ein "Pfui", "Aus" oder "Nein" das Teil wieder auszuspucken. Bei uns sind es keine Giftköder, sondern unzählige Angelhaken an den Stränden, an denen manchmal noch Stücke vom Köder hängen. 

 

Es kommt halt auf den Hund an. Emma fand Tauschen cool. So hat sie gelernt, mir alles zu bringen. Ich gucke mir das Gebrachte an und gebe es ihr wieder zurück, wenn es nix Gefährliches ist. Ansonsten bekommt sie etwas Leckeres, wenn es etwas Gefährliches ist. Sie ist aber auch eine Hündin, die alles mit ganz weichem Maul anfasst und nichts direkt runterschluckt.

 

George geht sozusagen mampfend spazieren. Er öffnet sein Maul und rupft am Wegrand Grünzeugs ab. Das kann man ihm auch nicht abgewöhnen oder wenn, dann müsste man sehr streng vorgehen. Tauschgeschäfte findet er völlig sinnbefreit, denn er will ja X haben und nicht Y. Weil er so viel mampfen will (auch anderes als Grünzeugs), halten wir ihn im Auge und sagen ihm - wenn nötig - ein "Nein". Warum auch immer, er hat von Anfang an auf ein "Nein" das Teil wieder ausgespuckt. Das Nein wird nicht hart oder laut ausgesprochen, sondern langgezogen - hier schwer zu beschreiben, man muss es gehört haben :D Er macht das jedenfalls gut. 

Das Bringen und Zeigen klappt bei ihm nicht, weil er das Teil unterwegs frisst. Also, er kommt dann kauend zu mir und kann mir nichts mehr zeigen.

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Es geht ja um das Konzept, dass ein Hund lernen soll, dass egal was auf dem Boden liegt, er es nicht aufnehmen darf. Nie. Nicht dass er es immer wieder neu verboten bekommt ;) .

 

Hier vermischen sich gerade verschiedene Konzepte, bzw. denke ich, dass die meisten Menschen gar kein Konzept haben und nur den Hund anmeckern, wenn er sich gerade mal was geschnappt hat, was man als eklig oder gefährlich erachtet. 🤷‍♀️

 

Generell ist mein Empfinden, dass gerade in dem Bereich "draußen-Fresserei" oft unfair mit Hunden umgegangen wird und man sie nicht trainiert, sondern einfach anschnauzt. Anschnauzt für eine Sache, die der Hund selbst als absolut selbstverständlich ansieht. 

 

Vielleicht reflektiert sich ja der ein oder andere mal und entwirft dann ein Konzept, was er erzielen möchte und macht nen Plan, wie er es dem Hund Schritt für Schritt und fair verständlich machen kann. 

 

 

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vor 22 Minuten schrieb Estray:

Es geht ja um das Konzept, dass ein Hund lernen soll, dass egal was auf dem Boden liegt, er es nicht aufnehmen darf. Nie. Nicht dass er es immer wieder neu verboten bekommt ;) .

 

Hier vermischen sich gerade verschiedene Konzepte, bzw. denke ich, dass die meisten Menschen gar kein Konzept haben und nur den Hund anmeckern, wenn er sich gerade mal was geschnappt hat, was man als eklig oder gefährlich erachtet. 🤷‍♀️

 

Generell ist mein Empfinden, dass gerade in dem Bereich "draußen-Fresserei" oft unfair mit Hunden umgegangen wird und man sie nicht trainiert, sondern einfach anschnauzt. Anschnauzt für eine Sache, die der Hund selbst als absolut selbstverständlich ansieht. 

 

Vielleicht reflektiert sich ja der ein oder andere mal und entwirft dann ein Konzept, was er erzielen möchte und macht nen Plan, wie er es dem Hund Schritt für Schritt und fair verständlich machen kann. 

 

 

 

Zwischen Anschnauzen und einem "Nein" können Welten liegen.

 

Ich glaube, ich weiß nicht genau, was du meinst, bzw. lebe in einer anderen Welt? Ich kenne bisher gar keinen Hundehalter, der seinem Hund grundsätzlich verbietet, irgendwas vom Boden aufzunehmen. Ich meine, das wäre auch nicht gut - für den Hund. Am Boden liegen ja auch Stücke, Zapfen oder am Strand Algen oder sonstiges, das Hunde gerne aufnehmen, um einfach damit zu spielen. 

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vor 5 Stunden schrieb Estray:

Mich würde mal interessieren, wie die Leute, die ihren Hunden verbieten möchten Dinge vom Boden zu fressen, das beibringen. 

Wie ist der Trainingsweg? 

 

Das ist einer: https://www.amazon.de/Anti-Giftköder-Training-Übungsprogramm-Staubsauger-Hunde-Sonja-Meiburg/dp/3840425182

edit: da lernt der Hund, Fressbares anzuzeigen, statt es zu fressen.

 

Ich kenne zwei Menschen, die es ihren Welpen über das Leckerli-Fangen beibringen: der Welpe darf niemals etwas aufnehmen, das runtergefallen ist. Er darf aber fangen oder aus der Hand nehmen. Für mich persönlich ziemlich ungünstig, denn wie gesagt: ich liebe Suchspiele (und außerdem funktioniert das definitiv nur beim Welpen und ich hatte noch nie einen Welpen), aber es ist ein Weg, der bei den Hunden dieser beiden Menschen zu absolut zuverlässigem "Liegenlassen" führt.

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vor 3 Stunden schrieb Estray:

entwirft dann ein Konzept, was er erzielen möchte und macht nen Plan, wie er es dem Hund Schritt für Schritt und fair verständlich machen kann. 

 

Bei Tschuli hatte ich das "Konzept" wie du es nennst: sie darf alle möglichen gefundenen Sachen ins Maul nehmen, aber gefundenes Essbares zu fressen ist tabu. Ich hatte allerdings das Glück, dass sie schnell und gut generalisiert hat, d.h. ich habe ihr vielleicht 50x Fressbares verboten (ein freundliches Nein + Ersatzkeks) und 50x das in`s Maul nehmen von NonFood (Tannenzapfen, Stöckchen, ...) gelobt, bestätigt, auch das Grasfressen erlaubt, und schon hatte sie das "Konzept" verstanden. Sie war mit Tabus sehr schnell von Begriff und annähernd 100%ig zuverlässig, ich bin aber überzeugt, dass das nicht mit jedem Hund so trainierbar ist. Man muss dann evtl.anders vorgehen.

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vor 2 Stunden schrieb KleinEmma:

 

Zwischen Anschnauzen und einem "Nein" können Welten liegen.

 

Ich glaube, ich weiß nicht genau, was du meinst, bzw. lebe in einer anderen Welt? Ich kenne bisher gar keinen Hundehalter, der seinem Hund grundsätzlich verbietet, irgendwas vom Boden aufzunehmen. Ich meine, das wäre auch nicht gut - für den Hund. Am Boden liegen ja auch Stücke, Zapfen oder am Strand Algen oder sonstiges, das Hunde gerne aufnehmen, um einfach damit zu spielen. 

 

Das ist aber das Thema hier, darum geht es mir. Wie soll man das umsetzen? 

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