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Hundeforum Der Hund
Kanae

Pflegehund- Demenz oder Hirntumor? Schmerzen?

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Am 27.6.2020 um 08:58 schrieb gebemeinensenfdazu:

@gatil Die soll nicht was meinen, die soll etwas machen. Ihr Hund befindet sich in permanenter Angst, da muss man einfach wissen, ob einem ein bisschen Krankengymnastik wichtiger ist. Das ist ein absoluter Routineeingriff. Vielleicht geht es ihm in gewohnter Umgebung wieder besser. So aus der Ferne kann man doch gar nicht erkennen, wie es dem Hund in vertrauter Atmosphäre geht.

Ja, im Prinzip stimme ich dir zu, aber ich bin auf den Zustand der Besitzerin ja jetzt auch nochmal eingegangen. 

 

Ich hatte große Angst, den Hund "kaputt gemacht zu haben", darum hatte ich ein langes Telefonat mit der Enkelin. Den Wanderdrang und das nicht halten können von Stuhl und Urin hatte er wohl auch in seinem Zuhause schon, auch das Verkriechen in Ecken und das Jammern. Ich weiß allerdings nicht, ob es bei mir schlimmer geworden ist. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass er bei mir abbaut... 

Zu der verletzten Pfote kam jetzt noch eine Blasenentzündung, also noch mehr Stress für den Hund, noch mehr Medikamente. Ich fühle mich wirklich schlecht, dass ihm noch so viele Behandlungen zugemutet werden, obwohl ich mir recht sicher bin, dass er ne wieder richtig gesund sein wird... 

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Am 27.6.2020 um 11:37 schrieb Nasefux:

 

Bis auf Angst/Aggression und 'kann Urin/Kot nicht halten', hatte mein Rüde all diese Symptome. 
Bei ihm war es ein Gehirntumor. Allerdings kann das bei einem 16 jährigen Hund natürlich auch Demenz sein.

Die Frage, die ich stellen würde: Wie lange zeigt der Hund dieses Verhalten schon? Kam es langsam, oder plötzlich? Bei meinem Rüden kam es innerhalb von zwei Wochen und verschlechterte sich innerhalb von weiteren 6 Wochen so, dass wir ihn erlösen mussten (er hatte auch noch ein paar andere Auffälligkeiten, wie eine eingefallene Gesichtshälfte, sich am Kopf reiben, den Kopf gegen etwas pressen, was auf einen...) 

Da ich den Hund erst seit Mai kenne, weiß ich nicht wirklich, wie lange er diese Symptome schon zeigt. Ich habe mit der Enkelin der Besitzerin telefoniert, die meinte, meine Schilderungen würden sich mit denen der Besitzerin decken, also ist davon auszugehen, dass das schon länger so geht. 

 

Zu der "Unruhe" wurde mir am Anfang gesagt, der Hund müsste richtig ausgelastet werden.. Völliger Unfug... Es geht bei ihm nicht um Auslastung, er scheint regelrecht getrieben zu sein und dieses Rennen im Kreis einfach nicht lassen zu können... 

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Am 27.6.2020 um 13:16 schrieb Renegade:

 

Deine Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme auf die Halterin in allen Ehren, doch dem Hund scheint es wirklich obermies zu gehen.

Kannst du den TA Termin nicht beschleunigen?

Es wird dem Hund doch nicht gerecht, ihn unter diesen Umständen noch wochenlang leiden (davon gehe ich anhand deiner Beschreibung aus) zu lassen.

Die Enkelin der Hundehalterin - wieso steht sie denn nicht in der Verantwortung für das Tier?

Sie könnte doch vllt. mit ihrer Oma eine Entscheidung treffen?

Leider schien es nicht schneller zu gehen, ich habe schon wirklich versucht, Druck zu machen. 

Das Problem ist, dass die Reha zwei Autostunden von meinem Wohnort entfernt ist und es der Besitzerin im Moment noch ziemlich schlecht geht. Die Enkelin, die sie fahren könnte, arbeitet zudem viel und musste sich extra freinehmen, das ließ sich scheinbar alles nicht schneller organisieren... 

 

Zudem hat die Enkelin keine wirkliche Ahnung von Hunden und denkt mehr an ihre Großmutter. Der Hund ist wohl alles, was die alte Frau noch hat und sie meint, er würde sie am Leben halten. Ich kann verstehen, dass ihr mehr an ihrer Großmutter liegt als an dem Hund, zumal sie kein Tiertyp ist. Dennoch hilft es gar nichts, die Entscheidung mit dem Hund hinauszuschieben. Es ist einfach eine vertrackte Situation und ich wünschte einerseits, ich wäre nicht in sie geraten, andererseits bin ich froh, dass er zu mir kam, weil ich wenigstens die Zeit habe, mich so gut es geht um ihn zu kümmern, bei der Hitze der letzten Wochen hätte man den Hund vermutlich keinen Arbeitstag allein lassen können, denn er trinkt nur noch, wenn man ihm den Wassernapf unter die Nase hält..

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Am 27.6.2020 um 13:48 schrieb KerstinundTeddy:

 

 

und vor allem muss man das auch KÖNNEN, sprich, die finanziellen Mittel dafür haben. Aber Menschen zu verurteilen, deren Situation man nicht kennt, ist ja so schön einfach.

 

@Kanae, dem Hund scheint es wirklich schlecht zu gehen. Ob das schon vorher zu Hause so schlimm war oder ob sich das durch die Umsiedlung vielleicht erst deutlich verschlechtert hat, kann man sicher nicht so ohne weiteres beurteilen. Vielleicht hatte die alte Dame auch schon ein wenig Scheuklappen aus Angst vor Verlust auf und konnte den schlechten Zustand ihres Hundes gar nicht mehr erkennen? Ich finde es alle Ehren wert, daß Du ihr einen Abschied ermöglichen möchtest, denke aber nach Deiner Beschreibung, daß das nicht noch über Wochen verzögert werden sollte. Besteht nicht irgendeine Möglichkeit, den Tierarzttermin zeitlich deutlich nach vorne zu verlegen zum Wohle des Hundes?

Ich glaube, du triffst es auf den Punkt. Die Dame hat Scheuklappen auf. Ich habe gefragt, warum meine Tierärzte jetzt diese schrecklichen Diagnosen stellen müssen, wenn der Hund dieses Verhalten doch schon bei seiner Besitzerin gezeigt hat. Die Antwort der Enkelin war, dass die Besitzerin Angst davor hatte und das beim Tierarzt nie so direkt angesprochen hat. 

Scheinbar lässt sich der Termin leider nicht vorziehen, ich habe schon in einem anderen Post versucht, das zu erklären, soweit ich es verstanden habe. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich sicherlich absolut alles stehen und liegen lassen, um das Tier nicht leiden zu lassen. Aber zum einen bin ich noch jung und zum anderen ist die Situation der Frau auch emotional schwierig, sie hatte ihr Leben lang Hunde und liebt diesen auch über alles, aber bei ihrem gesundheitlichen Zustand weiß sie, denke ich, dass er ihr letzter Hund gewesen sein wird...

 

Im Moment kuriert der Hund zusätzlich noch eine Blasenentzündung aus, Sonntag hatte er plötzlich Blut im Urin, Montag früh sind wir gleich zum Tierarzt. Ich hoffe, die Medikamente schlagen an, denn wenn jetzt noch mehr schmerzhafte Krankheiten dazukommen, kann ich das wirklich nicht mehr lange verantworten.. 

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Am 27.6.2020 um 13:54 schrieb gebemeinensenfdazu:

Mit wenig Geld kenne ich mich glaube ich sehr gut aus. Und vor diesem Hintergrund wäre der Hund immer der letzte, der unter Geldmangel zu leiden hätte. (Das Durchschnittsalter für Hüftprothesen beträgt übrigens 75 Jahre).

 

Die Besitzerin wollte den Hund ursprünglich auch gar nicht in Pflege geben, sie hat die Operation sehr lange vor sich hergeschoben, weil sie gehofft hat, der Hund wäre bis dahin schon irgendwann friedlich eingeschlafen. Jetzt, wo sie fast gar nicht mehr laufen konnte, konnte sie leider nichts mehr verschieben. Ich kann der Frau wirklich nichts böses unterstellen, auch wenn es natürlich absolut mies ist, wie das ganze jetzt abläuft...

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Am 27.6.2020 um 17:20 schrieb Noone:

Wenn der Hund dieses Verhalten Zuhause, in gewohnter Umgebung mit angepasster Schmerzmedikation (Schmerzen verstärken die Unruhe) und Karsivan (was in dem Stadium ein Tropfen auf den heißen Stein sein dürfte) weiter zeigt, würde ich ihn gehen lassen😪 

 

Ich habe inzwischen leider doch etwas Erfahrung mit Hunden am Ende ihres Lebens und auch wenn ich selbst jemand bin, der sehr viel versucht und sich von Alterserscheinungen nicht mehr aus der Ruhe bringen lässt - hier scheinen sie die Lebensqualität so massiv zu beeinflussen, dass es nicht mehr tragbar erscheint. 

 

Ihn jetzt noch Wochen in diesem Zustand bei dir zu "verwahren" empfinde ich als nicht fair dem Hund gegenüber. 

Er hat keine Medikamente bekommen in seinem eigentlichen Zuhause, die habe alle erst ich verschreiben lassen, weil ich offen über das Verhalten beim Tierarzt gesprochen habe. Das Verhalten hat er aber wohl auch in seinem Zuhause gezeigt und wohl auch schon länger... 

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vor 13 Stunden schrieb Eifelkater:

Bestände für dich die Möglichkeit den Hund mal zumindest für 24h in die gewohnte Umgebung zu lassen? 

Ich fürchte, eher nicht.. Die Besitzerin wohnt eine ganze Ecke von mir entfernt und ich habe noch andere Tiere, die ich dann entweder mitnehmen oder hier in Pflege geben müsste. Wäre das Verhalten des Hundes ganz neu, würde ich das vielleicht auch in Betracht ziehen, aber da er das wohl auch bei seinem Frauchen schon an den Tag gelegt hat, hätte ich Angst, dass ein ernuter Umgebungswechsel ihn noch verwirrter macht.. Zudem müsste das Welpengitter transportiert werden, dass ziemlich groß und schwer ist, denn ohne das bringt der Hund sich auf seiner Wanderschaft öfters in Gefahr. 

 

Wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob das jetzt das richtige oder falsche wäre. Ich bin bereit, mein eigenes Leben für diesen Hund erstmal zurückzustellen, ich habe die Verantwortung ja übernommen und will ihr gerecht werden. Nur hat die Aussage der Enkelin, dass der Hund das schon länger macht, mir ziemlich die Hoffnung genommen, dass es in seinem alten Umfeld besser wird... 

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vor 21 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Wie schon gesagt; für so etwas gibt es die Möglichkeit jemanden kommen zu lassen und zu telefonieren. Einen Hund , der schon sehr wahrnehmungseingeschränkt ist steckt man nicht in eine völlig fremde Wohnung zu einem Fremden. Er lebt so in ständiger Angst und Ungewissheit.

Ich glaube, die Besitzerin hatte nichts böses im Schilde. Mir tut es wahnsinnig leid für den Hund, aber mir tut auch die Besitzerin leid. In meinen anderen Antworten bin ich ja etwas auf ihre Situation und ihren Zustand eingegangen. 

 

Was wäre denn dein idealtypischer Vorschlag? Ich bin täglich in Kontakt mit der Frau, gebe Updates über das Befinden des Hundes und versuche, alles so zu regeln, dass es für Besitzerin und Hund am besten ist. Leider habe ich kein Auto und könnte sie nicht aus der Reha abholen. Die Enkelin hat keine Zeit dafür und die Geduld meiner Bekannten und Freunde ist langsam aufgebraucht. In den letzten Wochen wurde ich ständig freundlicherweise in Kliniken und zu Tierärzten gefahren, weil ja auch noch die Pfotenverletzung und jetzt die Blasenentzündung hinzukamen. Außerdem, was, wenn sie den Hund nicht einschläfern lassen will? Sie will ja nur wissen, ob er Schmerzen hat. Das können wir alle nicht sagen.. Es kann also theoretisch sein, dass sie ihn noch bei sich behalten möchte. Nur wie sollte sie ihn dann pflegen, wenn sie kaum laufen kann?

 

Vielleicht hänge ich da auch schon zu tief drin und habe keine richtig guten Lösungsideen mehr. Darum, wenn du einen guten, praktikablen Vorschlag hast, wäre ich dankbar, ihn zu hören. :)

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Dass du dich darum kümmern musst und die Enkelin sich da entzieht ist unverantwortlich von denen. :(

Es ist sehr lieb dass du dich kümmerst, aber man kann nicht jeden Hund in jeder Lebenssituation anpassen, und das müssen die Besitzer wissen. Ob er Schmerzen hat lässt sich evtl. durch wirksame Schmerzmittelgabe feststellen, aber auch hier können die Psyche und das Schmerzgedächtnis verhindern, dass man einen Unterschied bemerkt.Die müssen etwas ändern dem Hund zuliebe, die müssen einen Fahrer organisieren und wenn es ein gewerblicher ist, genau dasselbe mit der Betreuung.

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Dann ändert sich doch nichts am Zustand des Hundes. Das Getriebensein, die Verwirrtheit. Jetzt noch die Kranheiten. Egal wo, bei der Pflegestelle oder bei der alten Frau - das ist kein Leben mehr für diesen alten Hund. Daran ändert sich nichts, wenn man ihn zurückbringt.

Manchmal ist das Leben nicht einfach. Da ich selbst einige alte bis sehr alte Menschen in der Verwandschaft bzw. nahen Bekanntschaft habe, muss ich sagen, dass der gesunde Menschenverstand im Alter oft abnimmt. Durch Ängste vor Veränderungen ersetzt wird. Vieles ausgeblendet wird.

Das deckt sich mit dem, was Kanae von der Oma deiner Bekannten erzählst. Da steckt dann keine böse Absicht dahinter und auch keine Ignoranz. Da leiden zwei und kommen mit dem Leben nicht mehr zurecht, welches allen beiden momentan übel mitspielt.

Was will man da sagen, man kann verurteilen, aber dahinter steckt ja auch die Angst der Frau, den Hund zu verlieren. Nun, auf Kosten des Hundes, ohne Frage.

Wenn da kein sehr naher Verwandter Entscheidungen übernimmt /übernehmen kann... Wer weiß denn, ob die Enkelin da durchgeblickt hat.

 

Es läuft sch....e für den Hund, es tut einem in der Seele weh, ich hoffe, ihr beide übersteht die Zeit noch einigermaßen.

Ich denke, die Frau lebt schon so lange mit diesem Zustand, dass sie ihn nicht einschläfern lassen wird.

 

Ich persönlich würde Kontakt mit dem Tierarzt aufnehmen und ihm ganz deutlich die Situation schildern, auch die Befürchtung mitteilen, dass die Frau nichts ändern wird. Und dass der TA dann Tacheles redet und der Hund so eine Chance hat, von seinem in meinen Augen nicht mehr akzeptablem Leben erlöst zu werden.

So kann sich die Frau immerhin noch verabschieden.

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