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Hundeforum Der Hund
011

Kastration bei Angsthund

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Es liegt doch auf der Hand, dass kaum jemand, der seine Hündin kastrieren hat lassen, spätere Verhaltsauffälligkeiten an genau diesem Eingriff festmachen kann.

Wenn keine Verhaltensänderungen bzw. -auffälligkeiten auftreten, wird daraus gefolgert, dass die Kastration "problemlos" war.

 

Wäre hingegen der Eingriff nicht erfolgt, und die Hündin  hätte sich so entwickelt, wie die Natur es vorsieht - also mit allen Höhen und Tiefen der Hormonschwankungen -

gäbe es auch keinen offensichtlichen Grund, anzunehmen, dass eine Kastration angezeigt wäre. Sofern nicht krankhafte Gründe dafür sprächen.

 

Die TE spricht von einer "Angsthüdin". Was ist das?

Woher kommt die Angst? Vllt. sollte man da mal ansetzen und nicht der Ansicht aufsitzen, dass ein Minus an Hormonen gleichzusetzen ist mit einem Plus an Selbstbewusstein.

Junge und jüngere Hündinnen entwickeln sich. Auch ihr Verhalten entwickelt sich. 3 Jahre finde ich persönlich sehr früh um eine abgeschlossene Entwicklung anzunehmen.

 

vor 3 Stunden schrieb Juline:

Interessant ist das Buch von Gansloßer, Kastration und Verhalten.

 

 

Ganz genau!

Wenn ich mich recht erinnere, wird in diesem Buch genau diese o.g. irrige Meinung genauer analysiert.

Bitte lesen bevor man wegen "roter Spuren auf den Teppichen" zum Messer greifen lässt!

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Diskussionen immer nicht so ganz nachvollziehen kann. Wenn keine medizinische Indikation vorliegt, sollte ein Hund nicht aufgeschnitten und um seine gesunden Fortpflanzungsorgane gebracht werden. Es ist nach Tierschutzgesetz schlicht verboten. 

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vor 32 Minuten schrieb Sam1984:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Diskussionen immer nicht so ganz nachvollziehen kann. Wenn keine medizinische Indikation vorliegt, sollte ein Hund nicht aufgeschnitten und um seine gesunden Fortpflanzungsorgane gebracht werden. Es ist nach Tierschutzgesetz schlicht verboten. 

 

Eben!!

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Hhm...ich sehe das gemischt.

Ich habe Finja damals nicht kastrieren lassen, wie ich es eigentlich vor hatte, weil sie mit 10 Monaten eine andere große OP hatte und ich ihr nicht in einem relativ kurzem Zeitraum eine 2. Narkose und OP zumuten wollte. Danach habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen. Auch ich bin auf die Aussage gestossen, daß man eine unsichere Hündin nicht noch unbedingt kastrieren sollte weil sich das dann verstärkt. Und zur Krebsvorsorge taugt die Kastration nach der 1. oder 2. Hitze auch nicht. Also habe ich es gelassen. 

Was ich selber aber erlebt habe und auch ganz oft gehört habe, daß dann im hohem Alter eine Kastration wegen Gebärmutterentzündung vorgenommen werden muß. Und das ist richtig Mist. Es dauert ein vielfaches länger, bis sich eine alte Hündin von so einem Eingriff erholt.

Ich stelle nach der Kastration keine anderen Verhaltensweisen fest wie vorher und habe mich schon oft gefragt, ob eine frühere Kastration wirklich schlimm für sie gewesen wäre oder besser.

Ich denke, die Entscheidung muß man einsam für sich treffen, da kann keiner helfen. Da sagt jeder was anderes.

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Von einem Milztumor oder Osteosarkom in hohem Alter erholt sich ein Hund nicht unbedingt schneller -falls er sich erholt. :( Eine Gebärmutterentzündung lässt sich wenigstens gut behandeln.

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vor 23 Stunden schrieb 011:

Ich will einfach die beste Entscheidung für meine Hündin und mich treffen

 

Abgesehen davon, dass es tatsächlich nicht legal ist (wenn auch häufige Praxis) würde ich zuerst versuchen, diese Ängste auf anderen Wegen abzubauen. Es gibt zig Möglichkeiten. Vielleicht magst du dazu ein eigenes Thema aufmachen, hier sind einige mit Erfahrungen auf diesem Gebiet :)

 

So eine Kastration hat auch etliche Nachtreile, das wird gerne ausgeblendet. Gewichtszunahme, Nachlassen der Festigkeit des Bindegewebes (auch Sehnen --> vermutete Begünstigung von Kreuzbandrissen etc.), Muskelabbau. Inkontinenz -meine kastrierte Hündin ist mit 4 Jahren harninkontinent geworden und muss nun höchstwahrscheinlich zeitlebens ein Medikament dagegen bekommen.

Es gibt Studien, die auf eine Zunahme ziemlich bösartiger Krebsarten bei Kastraten hinweisen (zB. Milz, Blase). Eine Verhinderung von Mammatumoren ist bei einer Kastration im Alter deiner Hündin nicht mehr gegeben.

 

Und nicht zuletzt mögliche Wesensveränderungen, die bez. Angstproblematik positiv sein können, das ist tatsächlich in der Bielefelder Studie beschrieben - aber eben auch nach hinten losgehen können...  da es keine Garantie gibt, ist das so eine Art Russisches Roulette - wird`s schlechter, habt ihr den Salat, rückgängig lässt es sich nicht machen.

 

Ich würde es trotz möglicher Verbesserung der Angstproblematik nicht wagen, die Risiken überwiegen mMn.

Und für das Blut gibt es Höschen mit Slipeinlagen... schon mal probiert?

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vor 20 Minuten schrieb Juline:

Inkontinenz

 

Meine Hündin Selma wurde ziemlich direkt nach der Kastration auch harninkontinent.

Das ist nicht nur für den Halter mehr als unangenehm, auch die Hündin fühlt sich nicht wohl damit.

Selma war im Lauf ihres Lebens ca. 10 (!) Jahre inkontinent. Man operiert die Hormone heraus um sie dann oral zu substituieren - welchen Sinn ergibt das?

Von den nicht unerheblichen Kosten mal ganz abgesehen.

Ich habe gelernt: keine Kastration ohne eindeutige medizinische Indikation.

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Ich habe bei Finja von allem nichts feststellen können. Sie ist weder inkontinent noch verhaltensauffällig. Im Gegenteil, sie ist das erste Mal ohne Hormonschwankungen unterwegs. Sie hat etwas zugenommen, das war auch notwendig, aber sie hält ihr Gewicht konstant.

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https://www.tierwelt.ch/ratgeber/hunde/aggressiv-und-krank-wegen-kastration

Hier wird nochmal erwähnt, dass Angst bei Hündinnen sich nach dem Eingriff verstärken kann, da Öströgen angstlösend wirkt.

Das unterstreicht das Ergebnis der Studie mit über 2000 Vizslas die gerade wegen iherer Vergleichbarkeit besonders aussagekräftig ist.

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vor 2 Stunden schrieb Juline:

Und nicht zuletzt mögliche Wesensveränderungen, die bez. Angstproblematik positiv sein können, das ist tatsächlich in der Bielefelder Studie beschrieben - aber eben auch nach hinten losgehen können...  da es keine Garantie gibt, ist das so eine Art Russisches Roulette - wird`s schlechter, habt ihr den Salat, rückgängig lässt es sich nicht machen.

Diese Studie wurde 2002 nur anhand von 1010 ausgewerteten Fragebögen an Hundehaltern mit verschiedenen Rassen und Mischlingen gemacht, die Vizsla Studie mit insgesamt mehr als 2500 Hunden liefert signifikantere Ergebnisse,

Allein der Zusammenhang von Kastration und Schilddrüsenunterfunktion ist in bezug auf Angstverhalten schon relevant.

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