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Hundeforum Der Hund
Karlotte

Jerry 1.2.08 - 1.7.20

Empfohlene Beiträge

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Nun ist unser Jerry schon seit 5 Tagen tot. – Es tut furchtbar weh - er fehlt überall.

 

Der einzige Trost ist, dass wir ihn von seinem Leiden erlöst haben, das anscheinend größer war, als er uns gezeigt hat.

 

Ende April wurde bei Ihm CNI festgestellt. Drei Wochen später hatten sich die Werte etwas gebessert, ein Blutbild von vor 10 Tagen war wieder etwas schlechter, aber nicht so schlimm wie das erste.

 

Seit dem vergangenen Wochenende ging es ihm deutlich schlechter, mit leichten Aufs und Abs.

 

Am Dienstag haben wir nochmals ein komplettes Blutbild in Auftrag gegeben. Mittwochnachmittag war ein Termin zur Besprechung des Blutbildes vereinbart.

 

Mittags waren meine Mann und ich mit ihm noch am See spazieren, er hatte zusätzlich zu seinen schlimmen Nieren seit einiger Zeit auch sehr schlimme Schmerzen beim Laufen. Auf diesem Spaziergang entschlossen wir uns, den Urlaub, der am Freitag starten sollte, abzuhaken, um Jerry die letzte Zeit in seiner gewohnten Umgebung verbringen zu lassen.

Wir waren an diesem Tag der Meinung, dass es noch nicht der letzte Tag wäre, sondern "nur", dass es recht bald sein würde. Es tat gut, die Entscheidung mit dem Streichen des Urlaubs in seinem Sinne getroffen und noch eine Aussicht auf eine letzte gemeinsame Zeit ohne Druck zu haben.

 

Um 16 Uhr fuhren wir zur Tierärztin. Sie hat uns das Blutbild gezeigt - die Werte waren katastrophal: Harnstoff gar nicht mehr messbar, Kreatinin über 600 (bei seiner Erstdiagnose im April lag er bei 350), Phosphat sehr erhöht und auch deutliche Anämie-Werte. Die Ärztin wunderte sich, dass er noch relativ gut dabei war, gefressen hat und sagte, dass er wohl eine sehr gute Konstitution habe. - Sie sagte aber auch sehr eindringlich, dass sie es für den richtigen Zeitpunkt hielte, ihn zu erlösen, weil die Gefahr auf starkes Übelsein, Krämpfe und schlimmstenfalls auch epileptische Anfälle bei solchen Blutwerten recht groß sei. Selbst die möglichen Nierenspülungen hielt sie nicht mehr für angebracht, weil die Nieren eben total kaputt waren.

 

Wir waren einerseits geschockt und wie gelähmt, aber dennoch auch fast dankbar, dass ihre Einschätzung so eindeutig und klar war, so dass wir uns sehr schweren Herzens ihrem Rat angeschlossen haben.

 

Wir haben von der Tierarztpraxis entfernt unter einem Baum im Schatten geparkt, mit Blick auf ein weites Feld. Es war eine friedliche Umgebung. Jerry ließ die Prozedur der Nadelsetzung, die sich unerträglich in die Länge zog, weil die Ärztin Probleme mit seinen Venen hatte, sehr ruhig und fast gelassen über sich ergehen, fast als ob er selber diesen Schritt akzeptierte...

Mein Mann und ich saßen hinten im Kofferraum neben ihm, und er hat uns beide hintereinander noch einmal kurz und intensiv durch das Gesicht geschleckt, als wenn er sich bei uns verabschieden wollte. Danach schlief er sehr schnell ein.

 

Danach haben wir in einer ruhigen Ecke im Garten über drei Stunden lang sein Grab ausgehoben. Es war sehr anstrengend, aber nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir haben es FÜR IHN gemacht, damit er in seinem Garten seine letzte Ruhestätte bekommen konnte.

 

Als wir zu Dreiviertel fertig waren, kam ein ganz schlimmer Regenguss, sintflutartig, so dass wir unterbrechen mussten. Dann aber, bei den letzten Regentropfen kam auch die Sonne heraus, und es gab einen wunderschönen Regenbogen am Himmel! Geradewegs als Zeichen von Jerry, dass er dort im Regenbogenland angekommen ist. Es war ein magischer Moment.

 

Nachdem das Grab ausgehoben war, haben wir uns noch eine Zeitlang zu Jerry gesetzt und uns noch von ihm erzählt, ihn gestreichelt und waren einfach nur mit ihm zusammen. Dann haben wir ihn, zusammen mit seinem Stofftieräffchen in weiße Tücher eingewickelt - nur so war es zu ertragen, ihn in sein Grab zu legen. Gegen 22.30 Uhr haben wir ihn beerdigt und eine Laterne auf sein Grab gestellt, die seitdem ununterbrochen brennt.

 

Wir sind beide tieftraurig und völlig durch den Wind, aber wir nehmen uns die Zeit zum Trauern und lassen die Tränen laufen, wie sie kommen.

 

 

Heute sind wir nach Texel gefahren - ein Urlaub, der mit ihm geplant war. Wir wissen nicht, ob wir es hier aushalten und brechen schlimmstenfalls auch wieder ab; vielleicht tut es uns aber auch gut, in Texel zu sein, wo wir im letzten Jahr zusammen mit ihm waren.

 

Ich mach seit 10 Jahren jedes Jahr einen Jerry-Kalender. Das hier ist der Juli mit Texelbilder aus dem letzten Jahr...

 

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Jerry wäre am 8.7. elf Jahre bei uns gewesen.

 

Er wird für immer bei uns sein. In unserem Herzen und unseren Erinnerungen.

 

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Wenn es nur nicht so weh tun würde…

 

 

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Es tut mir unendlich leid, dass es nun doch so schnell ging! Ich fühle mit dir! Es tut so unendlich weh, wenn sie gehen... 

 

Ich wünsche dir und deinem Mann ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit! 

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Ach Mensch, ich fühle mit dir. Es tut so unendlich weh.

Trauert so lange ihr trauern müsst, weint alle Tränen. Ganz bestimmt kommt der Tag, an dem ein glückliches, dankbares Gefühl stärker ist als der Schmerz, wenn ihr an ihn denkt :)

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Es tut mir sehr leid das es nun doch so schnell ging. Viel Kraft für dich und deinen Mann. 

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Das ist so traurig. Ich wünsche euch viel Kraft!

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Mein Beileid. Auch bei einem meiner Hunde ging das mit der CNI eine ganze Weile gut und dann, innerhalb 3 Tage, rasant bergab und ich entschied mich während eines Kontroll Termins, ihn zu erlösen.

Dass ihr beide bei ihm sein konntet im Auto und er es gelassen über sich ergehen lassen konnte, sich bei euch beiden noch verabschiedet hat, finde ich ganz toll für euch alle.

Auch den Jerry Kalender 🥰

Ihr konntet an seinem Grab noch in Ruhe Abschied nehmen und ihn dort täglich besuchen. Das mit dem Regenbogen ist wunderschön und war bestimmt ein Gänsehautmoment.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft für diese unsagbar schwere Zeit.

 

Ich habe in dieser Zeit so unendlich viel geweint und immer wieder diesen Text gelesen, vielleicht gefällt er euch auch: http://www.hovawarte-nrw.de/memorium/gedichte/hunde-sterben-nicht/index.html

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@neongolden Das ist wirklich ein sehr schöner tröstender Text. Vielen Dank. 🐕

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Das tut mir sehr leid. Komm gut drüben an Jerry.

Euch viel Kraft für die kommende Zeit.

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Eine sehr traurige und berührende Rückschau auf Jerrys letzte Tage.

Man kann sehr gut erkennen, wie wichtig er und sein Wohlergehen für euch war.

Nehmt euch alle Zeit für eure Trauer und habt trotz allem einen schönen Urlaub mit vielen schönen und liebevollen Erinnerungen,

Erinnerungen, die eines Tages die traurigen Momente des Abschieds überlagern werden.

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Es tut mir so leid, dass ihr nicht mehr Zeit zusammen hattet :(

 

Viel Kraft für euch für die kommende, schwere Zeit der Trauer.

 

Run free Jerry.

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