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Hundeforum Der Hund
Estray

Anzahl der nötigen Wiederholungen

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vor 13 Stunden schrieb Gerhard:

Die reine Anzahl an Wiederholungen ist irrelevant für eine Grundkonditionierung. Man muss erkennen, ob der Hund das Hör-/Sichtzeichen verinnerlicht hat und die entsprechende Handlung/Verhaltensweise sofort, zuverlässig und bis zur "Aufhebung" ausführt. 

 

Ja, klingt sehr eingängig.

Aber gerade dieses "erkennen" ist manchmal nicht so einfach. Denn es kommt schon vor, gerade wenn der Hund noch jung ist, dass man der festen Überzeugung ist:

jetzt hat er/sie es kapiert - und dann, wenn eine interessante Ablenkung konkurriert, klappt es halt nicht, gerade mit dem Rückruf.

Liegt das dann wirklich daran, dass er das Kommando nicht verinnerlicht hat oder dass der andere Reiz einfach eine höhere Wertigkeit hat in diesem Moment?

Kann man sich erst auf die Grundkonditionierung verlassen, wenn der Hund sozusagen auf Knopfdruck funktioniert?

Und: müssen nicht auch Signale, die in der Grundkonditionierung angekommen sind, ab und zu in verschiedenen Kontexten wiederholt werden?

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n Hund ist doch kein Automat. Es reicht, wenn er es versteht. Dann kann zwar starke Ablenkung oder Motivationsmängel immer noch daran hindern, aber das ist  beim Mensch auch nicht anders- ich persönlich mag lieber mitdenkende Partner .

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vor einer Stunde schrieb gebemeinensenfdazu:

ich persönlich mag lieber mitdenkende Partner .

 

Naja...." mitdenkend" ist vielleicht ein wenig hoch angesetzt ;)Ob mein Hund jetzt in jeglicher Situation midenkt, oder einfach dem gehorcht, was die Natur in ihm/ihr angelegt hat...? ich würde zu letzterem tendieren. Obwohl ich (mit)denkende Hunde nicht ausschliesse.

 

Meine RR Selma hatte einen nackigen Bauch und fror leicht. Also dachte (?) sie sich: Platz auf kaltem, nassen Boden? mach doch selber!

Dies  habe ich ihr bei widrigen Wetterverhältnissen dann auch erspart, wozu sollte das gut sein?

 

Aber @Gerhard, ich bin mir schon bewusst, dass das in der Diensthunde Ausbildung keine Option ist...

Würdest du in diesem Fall sagen, dass Selma nicht ausreichend "grundkonditioniert" war? Das Platz klappte auch auf Entfernung prima. Bei trockenem Boden.

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vor 1 Stunde schrieb Renegade:

Denn es kommt schon vor, gerade wenn der Hund noch jung ist, dass man der festen Überzeugung ist:

jetzt hat er/sie es kapiert - und dann, wenn eine interessante Ablenkung konkurriert, klappt es halt nicht, gerade mit dem Rückruf.

Ich denke, da muss man schon unterscheiden zwischen "kapiert", wie du hier schreibst - das geht beim normal intelligenten Hund relativ schnell, würde ich sagen -

oder "gefestigt", wie in der Eingangsfrage formuliert - was sicher kontinuierliches Training über das kapieren hinaus braucht -

oder so perfekt, dass es über jede Ablenkung erhaben ist - wo sich dann wirklich fragt, ob man diese Perfektion anstrebt.

Ich würde zwar nicht so weit gehen wie @gebemeinensenfdazu, dass es reicht, wenn er es versteht. Er sollte es dann schon normalerweise auch tun. 😉 Aber dass er nicht so zuverlässig wie ein Automat reagieren muss, dass Außenreize auch mal stärker sein können, das akzeptiere ich allemal. Das bedeutet in meinem Verständnis nicht, dass ein Kommando nicht sitzt, sondern nur, dass es nicht die allerhöchste Priorität hat. 

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@Renegade Bei deinem Beispiel mit Selma würde ich sogar in Richtung Mitdenken tendieren bzw. denke, dass das in etwa das trifft, was @gebemeinensenfdazu damit gemeint hat.

Der Hund weiß in dem Fall, warum er das Kommando in dieser Situation nicht befolgt. Das ist Mitdenken, finde ich.

Anders, mehr im Sinne von

vor 9 Minuten schrieb Renegade:

einfach dem gehorcht, was die Natur in ihm/ihr angelegt hat

verhält es sich, wenn z.B. meine Podenca Alex angesichts eines Rehs kein Kommando mehr befolgte. Aber das kann genau genommen sogar wieder anders gelagert sein, nämlich so, dass sie das Kommando dann gar nicht mehr wahrnahm.

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Ich denke auch es hängt ganz massiv vom Hund ab sowie auch vom Kommando selber.

 

Fürs Sitz brauchte Luke 2x.

 

1x Handzeichen und 1x Wortzeichen dann saß das in sämtlichen nötigen Situationen.

Pfötchen und diverses anderes genauso.

Platz fand Luke von Anfang an kacke. Einerseits müsste ich sagen wir brauchten hunderte vielleicht tausende Kommandos bis es halbwegs saß aber eigentlich wusste Luke bereits nach wenigen Malen was ich will und wollte es halt nicht.

Zudem fand ich selber dieses Kommando immer stets unnötig. Für meinen Gassihund hab ich es jahrelang kein einziges Mal gebraucht und für Luke in 12 Jahren kaum eine handvoll Mal gefühlt. Wobei man berücksichtigen muss das ich ihn auch nicht abliegen lasse wenn ich weiß er steht eh gleich wieder auf. Er ist halt kein Hund der sich hinlegt und entspannt. Er entspannt sich höchstens und legt sich dann hin. Selten.

 

Erzählt wird immer irgendwas von 1000 Wiederholungen und wenns einmal falsch ist grade wieder von 0. Halt ich aber für ein übertriebenes Märchen.

 

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Also wenn es so ist, wie Gerhard schreibt... dann kann Peanut nix und wird auch niemals nicht was können... Aber wenn er Lust hat, kann er schon eine ganze Menge Tricks.

Es kommt wohl auch auf die Eigenständigkeit des Hundes an, bzw. wie kooperationsbereit er eben ist.

 

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vor 23 Stunden schrieb Gerhard:

die entsprechende Handlung/Verhaltensweise sofort, zuverlässig und bis zur "Aufhebung" ausführt. 

 

Tja, das ist dann wohl nicht so einfach. Auf dem Hundeplatz, besonders wenn das "Schema" gelaufen wird, klappt das immer. Er konnte das fast sofort, die Wiederholungen brauchte vor allem ich, bis ich endlich die Schrittfolgen sicher wusste. Aber außerhalb des Platzes? Ja, er führt die Kommandos sicher aus, nur nicht "bis zur Aufhebung", da denkt er wohl: "wozu denn, ist doch keine Prüfung hier" und steht auf wie es ihm beliebt. Gibt trotzdem Situationen, wo er wirklich im Sitz oder Platz bleibt: im Restaurant oder vor Geschäften. Das "Hieeeer" allerdings klappt immer, sofort und sicher. Aber auch dabei unterscheidet er zwischen Platz und Privat. Auf dem Platz wird vorgessen, privat nicht. Wie oft wir das geübt haben? Keine Ahnung, wahrscheinlich ziemlich oft. Das ist beim Schema laufen ja jedesmal dabei. Das verbrate ich auch nicht in Situationen, wo er nicht wirklich sofort zu mir spurten muss.

 

Das mit den gefühlt 1000 Wiederholungen sehe ich eigentlich in anderen Situationen: stehen bleiben an der Bordsteinkante, zurücktreten wenn das Tor geöffnet wird, an der Tür warten bevor man rausschießt etc. Also Situationen, wo man selbst immer wieder dasselbe macht, wird der Hund irgendwann einfach genauso machen.

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vor 4 Stunden schrieb AnjaBla:

Es kommt wohl auch auf die Eigenständigkeit des Hundes an, bzw. wie kooperationsbereit er eben ist.

 

Und darauf, inwieweit man bereit ist, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.

Nämlich dann, wenn man einen Hund "just for fun" führt und gezielt überlegt, ob man wirklich den absoluten Gehorsam in allen Situationen herbeiführen muss.

Ich glaube, da  liegen Welten zwischen Diensthunden und - ich nenne sie jetzt mal "Privathunden".

Ohne werten zu wollen.

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@Renegade Ich denke noch nicht einmal, dass es der Unterschied ist zwischen Dienst- und "Privathund" (ich mag das Wort!), sondern eben auch einfach rassebedingt. Es gibt ja z.B. auch genug "Privatmalis" und mit denen geht das bestimmt zig mal besser als mit einem Windhund oder Herdenschützer.

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