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Hundeforum Der Hund
Laikas

Medikamente in der Veterinärmedizin

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Weiß jemand, wie es grundsätzlich in der Veterinärmedizin mit den Medikamenten läuft?

  • Die Tierärzte sind ja quasi auch die Apotheken. Warum bekommt man die Mittel für Tiere nicht auch in der normalen Apotheke, wenn man ein Rezept von einem Tierarzt hat?
  • Welche Unterschiede gibt es da noch gegenüber der Humanmedizin?
  • Benutzen Tierärzte die gleichen Wirkstoffe wie die Humanmediziner? Wenn dann Arzneien für Menschen fehlen (durch Lieferengpässe etc.), fehlen die dann auch gleichermaßen für Tiere oder hat die Tiermedizin da mehr bzw. weniger Möglichkeiten?
  • Welche artspezifischen Unterschiede gibt es zwischen den behandelten Tieren und im Vergleich zum Menschen? Hunde verstoffwechseln ja z.B. das Schilddrüsenhormon Thyroxin viel schneller als ein Mensch. Paracetamol ist schmerzlindernd für Menschen, aber giftig für Katzen.

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Wow.... viele gute Fragen....

Die werden zum Großteil vermutlich nur Leute vom Fach, sprich TÄe, Apotheker hinlänglich beantworten können.

 

Aus meiner (begrenzten) Erfahrung:

Ich meine gesehen zu haben, dass in manchen (Versand)apotheken auch Veterinär Medikamente zu bekommen sind - weiss aber jetzt nicht, ob das nur für

frei verkäufliche Mittel gilt.

Sehr oft sind z.B. Mittel, die zur Parasitenprophylaxe dienen, unkompliziert und vor allem günstiger in holländischen (Versand)apotheken zu kaufen.

 

Eine Regelung, die ich persönlich sehr ärgerlich und überhaupt nicht nachvollziehbar finde, ist, dass wenn es Wirkstoff identische Medikamente für Mensch und Tier gibt,

die veterinärmedizinisch verwendeten Mittel zu einem viel höheren Preis beim TA verkauft werden, (z.B Ramipril vs Vasotop) wo man doch - bevor das Vasotop für Tiere

auf den Markt kam - ohne mit der Wimper zu zucken, das Ramipril (humanmed. Mittel) für den Hund verschrieb.

Das wurde dann natürlich auf tierärztliches Privatrezept verordnet, sodass niemals eine "Menschen KK" zu irgendeiner Leistung verpflichtet worden wäre.

Es war halt um einiges billiger.

 

Nun scheint man in der Annahme, dass es sich bei den Haustierbesitzern um eine zahlungskräftige Klientel handelt, neue, lukrative  Geschäftsmodelle zu kreieren, indem man Wirkstoff identische Medikamente 1x für die Humanmedizin und dann auch für die Veterinärmedizin auf den Markt bringt. Mit unterschiedlichen Markennamen.

Und man findet offenbar auch Mittel und Wege, den Gesetzgeber zu einer Regelung zu veranlassen, die verbietet, das billigere Produkt für den Menschen auch dem Tier zu verordnen.

Über solche Praktiken kann man geteilter Meinung sein.

Für mich ist das Geldmacherei, vermutlich aus der Ecke der Pharmaindustrie, ich nehme aber an, dass auch der TA beim Verkauf sein Scherflein abbekommt.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es im Bereich der Apotheken und natürlich auch in der Pharmaherstellung und -vertrieb durchaus darum geht,

seine Pfründe zu wahren und (neue) Konkurrenz tunlichst zu vermeiden.

Leidtragender ist der Patient, ob nun zwei- oder vierbeinig.

 

Sorry, dass ich nur einen Teilbereich der Fragen beantwortet habe, es gibt vllt. User, die mehr wissen.

 

 

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Hmmm, also als wir die Schilddrüsen-Medis "versucht" haben, gab es die auf Rezept vom TA in der normalen Apotheke für Menschen. Aber nehme an, das war dann kein Mittel "rein" für Tiere? Mehr kann ich leider nicht beisteuern.

 

Edit: Gerade noch mal gegooglet und nehme an, dass das unter "Therapienostand" fiel, weil wir das Rezept erst mal per Post bekamen. Später gab es das dann glaube ich auch direkt beim (anderen) TA in der Stadt. Oder es war extra zugelassen? Hm.

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vor einer Stunde schrieb Laikas:

Weiß jemand, wie es grundsätzlich in der Veterinärmedizin mit den Medikamenten läuft?

  • Die Tierärzte sind ja quasi auch die Apotheken. Warum bekommt man die Mittel für Tiere nicht auch in der normalen Apotheke, wenn man ein Rezept von einem Tierarzt hat?

 

Die Frage ist ein wenig falsch formuliert, denn sie suggeriert, dass es nicht möglich sei, Tiermedikamente in der Apotheke zu bekommen. Man bekommt aber Tiermedikamente in der Apotheke, sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige. Aber weil das erstens aufwändiger und zweitens idR teurer ist als beim TA (schon deshalb, weil das Ausstellen eines Rezepts auch eine kostenpflichtige Leistung ist), macht das kaum jemand. Ich hatte schon zwei mal ein Rezept vom TA für die Apotheke. Einmal war das Medikament beim TA grad nicht vorrätig und einmal hat der TA mir Samstag vormittag die Fahrt ersparen wollen und das Rezept direkt an meine Apotheke gefaxt. Das mit dem Fax war ein wenig unkonventionell, hat aber auch funktioniert.

 

vor einer Stunde schrieb Laikas:
  • Welche Unterschiede gibt es da noch gegenüber der Humanmedizin?

 

Tiermedizinier können Humanmedikamente verabreichen/verkaufen/verschreiben, wenn es kein gleichwertiges Tiermedikament gibt oder dieses gerade nicht verfügbar ist. Das geht andersrum nicht. ;)

 

vor einer Stunde schrieb Laikas:

Benutzen Tierärzte die gleichen Wirkstoffe wie die Humanmediziner? Wenn dann Arzneien für Menschen fehlen (durch Lieferengpässe etc.), fehlen die dann auch gleichermaßen für Tiere oder hat die Tiermedizin da mehr bzw. weniger Möglichkeiten?

 

Kommt drauf an. Oft sind die Wirkstoffe gleich, nur die Menge ist häufig unterschiedlich. Aber es gibt auch Wirkstoffe, die nur bei Tieren zugelassen sind (z.B. Pimobendan) und es gibt Wirkstoffe, die bei Tieren oder zumindest bei bestimmten Tierarten nicht zugelassen sind (Paracetamol).

 

vor einer Stunde schrieb Laikas:

Welche artspezifischen Unterschiede gibt es zwischen den behandelten Tieren und im Vergleich zum Menschen? Hunde verstoffwechseln ja z.B. das Schilddrüsenhormon Thyroxin viel schneller als ein Mensch. Paracetamol ist schmerzlindernd für Menschen, aber giftig für Katzen.

 

Dosis und Art der Anwendung kann wie gesagt unterschiedlich sein, in beide Richtungen - manchmal brauch der Hund mehr als der Mensch und manchmal braucht der Hund weniger. Außerdem gibt es Wirkstoffe, die bei einer Tierart "problemlos" eingesetzt werden kann und bei anderen auf keinen Fall eingesetzt werden dürfen. Permethrin dürfte das bekannteste Beispiel sein - bei Hunden (und Menschen) gern verwendet, bei Katzen auf keinen Fall einzusetzen.

 

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Also Tierärzte dürfen ja keine Humanmedizin mehr für Tiere nutzen, auch wenn diese billiger war. Leider.
Aber die TÄ geben manchmal noch den Tipp, wenn man Medizin zuhause hat, welche man dem Tier geben könnte ;) 
Es gibt Medizin für Tiere, die wirken bei uns Menschen auch gut, die gibt es leider nicht in der Humanmedizin.

Dieser link ist leider schon 2 jahre alt:
https://mf-tierblog.de/das-sind-toedliche-medikamente-fuer-hund-und-katze/

Dieser sogar 3 Jahre:
https://www.wir-sind-tierarzt.de/2017/04/die-top-ten-der-katzen-vergiftungen/#:~:text=Die Top-Ten der Katzen-Vergiftungen 1 Lilien. 2 Haushaltsreiniger.,8 Schokolade. 9 Paracetamol%2FAcetaminophen. 10 Zwiebeln und Lauch.

1 Jahr alt:
https://hundeinfoportal.de/hundewissen/hundegesundheit/vergiftungen-hund/fuer-hunde-giftige-medikamente/


https://www.medpets.de/hunde/?msclkid=ee1d34aad2e11b545cbb6b269b78ea75&utm_source=bing&utm_medium=cpc&utm_campaign=20. Generic Terms - Medikamente&utm_term=%2Bmedikamente %2Bhund&utm_content=Medikamente - Hund
 

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vor 2 Minuten schrieb Selkie:

 

Tiermedizinier können Humanmedikamente verabreichen/verkaufen/verschreiben, wenn es kein gleichwertiges Tiermedikament gibt oder dieses gerade nicht verfügbar ist. Das geht andersrum nicht. ;)

 

Also man hatte uns gesagt, das TÄ überhaupt keine Humanmedizin mehr für Tiere ausgeben dürfen, sonst müssten sie Strafe zahlen kriegen Ärger, etc.
Deswegen geben sie Tipps wenn man welche zuhause hat, das man das den Tieren geben könnte oder man besorgt sich selber die vom Hausarzt, ist definitiv billiger.

 

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vor 30 Minuten schrieb Renegade:

... ich nehme aber an, dass auch der TA beim Verkauf sein Scherflein abbekomm

 

 

Wenn ich höre (und lese) wie TÄ sich über die Preisgestaltung bei solchen schon lange angewandten und dann plötzlich wegen vet-med-Präparat sauteuren Medikamenten schimpfen, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass TÄ sich an sowas bereichern.

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vor 9 Minuten schrieb JB-6:

Also man hatte uns gesagt, das TÄ überhaupt keine Humanmedizin mehr für Tiere ausgeben dürfen, sonst müssten sie Strafe zahlen kriegen Ärger, etc.
Deswegen geben sie Tipps wenn man welche zuhause hat, das man das den Tieren geben könnte oder man besorgt sich selber die vom Hausarzt, ist definitiv billiger.

 

 

Wenn es kein Tiermedikament gibt, aber der Wirkstoff bekanntermaßen für Tiere geeignet ist, dann dürfen sie meines Wissens weiterhin das Humanpräparat verwenden (=umwidmen). "Therapienotstand" ist das Zauberwort.

 

edit: was der TA nicht darf: ein billigeres Humanpräparat verschreiben, wenn es ein Tiermedikament mit gleichem Wirkstoff gibt, nur um dem Kunden Geld zu sparen. Er darf aber wieder das Humanpräparat verschreiben, wenn das Tier z.B. das vet-med-Medikament nicht verträgt. Das muss er aber ganz sicher im Einzelfall begründen und vermutlich auch nachweisen.

 

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der Stauferkaiser Friedrich der II verbot nicht aus einer Laune raus den Ärzten das Apothekenwesen.

 

Ich finde, aus genau diesen Gründen sollten auch TA keine Medis direkt verkaufen dürfen.

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