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Hundeforum Der Hund
Laikas

Medikamente in der Veterinärmedizin

Empfohlene Beiträge

vor 6 Stunden schrieb Selkie:
  • Falls der TA mir doch mal mehr Tabletten verkauft hat, als ich brauche, dann nimmt er die nicht benötigten (sofern sie erkennbar noch in Ordnung sind) zurück und ich bekomme das Geld wieder.
    Das geht nicht. Abgegebene Medikamente dürfen auf keinen Fall zurück genommen werden ( außer zur Entsorgung ). Das gilt auch z.B. für unbeschädigte Blister.
  • Der TA ist nicht auf die Einnahmen bzw. auf Gewinne aus dem Medikamentenverkauf angewiesen. Wie viel Spielraum er da hat weiß ich nicht, vielleicht könnte er sich sogar durch den Medikamentenverkauf ein nettes Zusatzeinkommen basteln, aber ich habe bei bisher 4 verschiedenen TÄ noch nicht erlebt, dass ein Medikament in der Praxis teurer gewesen wäre als das identische Medikament bei der online-Apotheke, geschweige denn in der Apotheke vor Ort. Vielleicht kenne ich aber nur die richtigen TÄ.
    Die Verkaufspreise sind vorgegeben. Allerdings ist der Einkauf als Ta günstiger. Manchmal auch auf Mengen gestaffelt oder als "Promotionaktion".

Bis auf die zwei obigen Punkte hast du in allem Recht.

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vor 5 Stunden schrieb AnjaBla:

Eine Idee noch... Wenn wir in der Humanmedizin ein Rezept ausstellen, vollkommen egal welches Medikament, muss die Apotheke nur den Wirkstoff rausgeben (es sei denn es ist "aut idem" angekreuzt, darf man aber auch nicht einfach so)... Ist es nicht eventuell möglich, als Tierbesitzer mit dem Tierarzt-Rezept in der Apotheke nach dem Humanpräparat zu fragen? Vorausgesetzt, sie müssten auch in dem Fall nur den Wirkstoff rausgeben. 

 

Ob diese Regelung auch in der Tiermedizin machbar ist, weiß ich nicht. In der Humanmedizin liegt es im interesse der KK, den niedrigeren Preis für Generika bezahlen zu wollen.

Ich fände die Idee nicht schlecht, bin aber zu nahezu 100% überzeugt davon, dass (wenn man die Reichweite der "Kaskadenregel" in Betracht zieht) auch hier

ein Riegel vorgeschoben ist.

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@Renegade Ja... wahrscheinlich schon... 

Ist natürlich in der Humanmedizin ganz anders... aber wenn es preislich einen so gewaltigen Unterschied macht, würde ich zumindest nachfragen.

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vor 22 Stunden schrieb Laikas:

Weiß jemand, wie es grundsätzlich in der Veterinärmedizin mit den Medikamenten läuft?

  • Die Tierärzte sind ja quasi auch die Apotheken. Warum bekommt man die Mittel für Tiere nicht auch in der normalen Apotheke, wenn man ein Rezept von einem Tierarzt hat?
  • Welche Unterschiede gibt es da noch gegenüber der Humanmedizin?
  • Benutzen Tierärzte die gleichen Wirkstoffe wie die Humanmediziner? Wenn dann Arzneien für Menschen fehlen (durch Lieferengpässe etc.), fehlen die dann auch gleichermaßen für Tiere oder hat die Tiermedizin da mehr bzw. weniger Möglichkeiten?
  • Welche artspezifischen Unterschiede gibt es zwischen den behandelten Tieren und im Vergleich zum Menschen? Hunde verstoffwechseln ja z.B. das Schilddrüsenhormon Thyroxin viel schneller als ein Mensch. Paracetamol ist schmerzlindernd für Menschen, aber giftig für Katzen.

 

Bekommt man schon. Bei den allermeisten Medikamenten aber nicht bei allen. Es gibt da Ausnahmen. Reine, verschreibungspflichtige, Vet.-Präperate dürfen Apotheken laut meiner Stammapotheke aber gar nicht verkaufen.

 

Unterschiede gibts es keinen bzw. kaum einen (siehe unten)

 

Jain. Es werden bei bestimmten Erkrankungen dieselben Wirkstoffe verwendet aber wenn möglich in einem speziell für die Veterinäre Anwendung zugelassenen Präparat. (siehe unten)

 

 

 

vor 21 Stunden schrieb Renegade:

Eine Regelung, die ich persönlich sehr ärgerlich und überhaupt nicht nachvollziehbar finde, ist, dass wenn es Wirkstoff identische Medikamente für Mensch und Tier gibt,

die veterinärmedizinisch verwendeten Mittel zu einem viel höheren Preis beim TA verkauft werden, (z.B Ramipril vs Vasotop) wo man doch - bevor das Vasotop für Tiere

auf den Markt kam - ohne mit der Wimper zu zucken, das Ramipril (humanmed. Mittel) für den Hund verschrieb.

Das wurde dann natürlich auf tierärztliches Privatrezept verordnet, sodass niemals eine "Menschen KK" zu irgendeiner Leistung verpflichtet worden wäre.

Es war halt um einiges billiger.

 

Nun scheint man in der Annahme, dass es sich bei den Haustierbesitzern um eine zahlungskräftige Klientel handelt, neue, lukrative  Geschäftsmodelle zu kreieren, indem man Wirkstoff identische Medikamente 1x für die Humanmedizin und dann auch für die Veterinärmedizin auf den Markt bringt. Mit unterschiedlichen Markennamen.

Und man findet offenbar auch Mittel und Wege, den Gesetzgeber zu einer Regelung zu veranlassen, die verbietet, das billigere Produkt für den Menschen auch dem Tier zu verordnen.

Über solche Praktiken kann man geteilter Meinung sein.

Für mich ist das Geldmacherei, vermutlich aus der Ecke der Pharmaindustrie, ich nehme aber an, dass auch der TA beim Verkauf sein Scherflein abbekommt.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es im Bereich der Apotheken und natürlich auch in der Pharmaherstellung und -vertrieb durchaus darum geht,

seine Pfründe zu wahren und (neue) Konkurrenz tunlichst zu vermeiden.

Leidtragender ist der Patient, ob nun zwei- oder vierbeinig.

 

Sorry, dass ich nur einen Teilbereich der Fragen beantwortet habe, es gibt vllt. User, die mehr wissen.

 

 

 

Dieser erhöhte Preis hat, teilweise berechtigte, Gründe. Es ist so ein Humanmedikament muss bevor es zugelassen wird bestimmte Versuche durchlaufen u.a. Tierversuche. Unglücklicherweise muss ein zugelassenes Humanpräperat, um als Vet.-Präparat zugelassen zu werden nochmal Versuche durchlaufen. Und es darf wohl auch nicht einfach eine 1:1-Kopie sein. Das wird dann häufig mit akzeptanzsteigernden Zusätzen umgangen. Deshalb dürfen diese Medikamente dann auch nicht einfach an Menschen verschrieben werden.

Gleichzeitig erklärt es auch das es teilweise bei einem Präparat zu Lieferschwierigkeiten kommen kann beim anderen aber nicht. Das hängt schlicht an der Produktion und der Bevorratung.

Dabei ist es natürlich für die Tiermedizin einfacher, weil sie im Zweifelsfall problemlos Humanpräperate verschreiben darf. Anders herum aber gar nicht. Ich glaube nicht einmal wenn es um Leben und Tod geht. Dann muss der Patient vorher wohl erst stationär aufgenommen werden.

 

Ob diese Kosten welche die Pharmaunternehmen dadurch haben natürlich den viel höheren Preis rechtfertigen darf stark bezweifelt werden. Begünden tun sie es ja schön mit den immensen Kosten für weitere Forschungen. BlaBla.

 

Die Preise für Medikamente sind größtenteils verbindlich von daher bekommt der TA sicherlich einen Anteil, genau wie die Apotheke. Aber wenn man sieht wie relaxt Tierärzte das mit dem Medikamentenverkauf im Vergleich zum Futtermittelverkauf nehmen schätze ich der Anteil ist kaum nennenswert.

 

 

vor 20 Stunden schrieb Selkie:

 

Wenn es kein Tiermedikament gibt, aber der Wirkstoff bekanntermaßen für Tiere geeignet ist, dann dürfen sie meines Wissens weiterhin das Humanpräparat verwenden (=umwidmen). "Therapienotstand" ist das Zauberwort.

 

edit: was der TA nicht darf: ein billigeres Humanpräparat verschreiben, wenn es ein Tiermedikament mit gleichem Wirkstoff gibt, nur um dem Kunden Geld zu sparen. Er darf aber wieder das Humanpräparat verschreiben, wenn das Tier z.B. das vet-med-Medikament nicht verträgt. Das muss er aber ganz sicher im Einzelfall begründen und vermutlich auch nachweisen.

 

 

 

In unserem Fall mussten wir deshalb 2x versuchen Luke von einem Humanpräparat auf ein Vet-Präparat umzustellen. Beim dritten Mal mussten wir dann in den sauren Apfel beißen weil das Humanpräparat nicht mehr bezahlbar ist. Alle 3x hat Luke allerdings deutlich negativ darauf reagiert. Wobei die sehr offensichtliche Übelkeit ignoriert worden wäre, wenn sie nicht zu einem sofortigen erbrechen geführt hätte wodurch das Medikament nicht ausreichend absorbiert wurde. Da hatten wir echt Glück im Unglück sozusagen (immerhin pro Jahr einige hundert Euro gespart).

 

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Sammy bekommt seit vielen Jahren ein Humanpräparat für sein Diabetes Insipidus.

 

Desmopressinacetat lautet der Wirkstoff.

Bei den Vetmedis ist es ausschließlich als Augentropfen erhältlich.

 

Jetzt hatte Sammy ja vor viiiiielen Jahren eine langwierige Augenentzündung, deswegen kann er die Tropfen nicht bekommen 😎

 

Also gibt's Schmelztabletten aus der Humanmedizin, die kosten 73€ für 3 Monate.

Ein Viertel der Kosten, die ich bei den Tropfen hätte.

 

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vor 2 Stunden schrieb Crime:

Unglücklicherweise muss ein zugelassenes Humanpräperat, um als Vet.-Präparat zugelassen zu werden nochmal Versuche durchlaufen.

 

Also sorry, wenn man vorher jahrelang einem Hund das humanmed. Präparat  verordnet hat und dieses Medikament gut vertragen wurde,

handelt es sich schlicht und einfach um eine neue Geschäftsidee, wenn man (um dem Schein Genüge zu tun) auf einmal von "Versuchen" und "Forschung",

die finanziert sein wollen, erzählt. Und zugleich mal kräftig den Preis anhebt.

Die wirklichen "Versuche" wurden dann nämlich schon jahrelang von meinem Hund als unfreiwilligen Probanden gemacht!

Wäre da etwas schiefgelaufen, was wäre dann wohl passiert? Gar nix.

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vor 11 Stunden schrieb Crime:

Aber wenn man sieht wie relaxt Tierärzte das mit dem Medikamentenverkauf im Vergleich zum Futtermittelverkauf nehmen schätze ich der Anteil ist kaum nennenswert.


Unsere Haus-TÄ hat uns mal für eine spezielle Untersuchung an eine andere Praxis überwiesen. Dort wurde beschlossen, erst noch probehalber eine Kur gegen Lungenwürmer durchzuführen.

Die TÄ wollte uns für vier Milbactor-Tabletten in unsere Haus-TA-Praxis schicken, um diese nicht der Einnahme zu berauben...

(Fand ich ja sehr fair -ich hatte aber keine Lust, eine Stunde meiner Zeit zu opfern, nur damit unsere TA-Praxis vielleicht 10€ verdient.)

Anscheinend werden die Einnahmen aus Medikamenten-Verkäufen schon ernst genommen.

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vor 19 Stunden schrieb Crime:

Unglücklicherweise muss ein zugelassenes Humanpräperat, um als Vet.-Präparat zugelassen zu werden nochmal Versuche durchlaufen. Und es darf wohl auch nicht einfach eine 1:1-Kopie sein. Das wird dann häufig mit akzeptanzsteigernden Zusätzen umgangen. Deshalb dürfen diese Medikamente dann auch nicht einfach an Menschen verschrieben werden.

Nicht nur das. Tiermedikamente sind meist auch für Tiere vorgesehen, die der Fleischgewinnung dienen. Auch das ist ein Grund, warum trotz identischer Wirkstoffe keine Vermischung stattfinden darf

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vor 35 Minuten schrieb Gerhard:

Nicht nur das. Tiermedikamente sind meist auch für Tiere vorgesehen, die der Fleischgewinnung dienen. Auch das ist ein Grund, warum trotz identischer Wirkstoffe keine Vermischung stattfinden darf

 

Für mich ist das nun gar kein Argument.

Was hindert die sonst so rührige Pharma Industrie daran, die Medikamente nach Zielgruppen (sprich Tiere für den Verzehr oder eben nur zum Spass)

anzubieten und zu vertreiben?

Im Beipackzettel findet dieser Unterschied ja auch seinen Niederschlag, siehe evtl. Wartezeiten.

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vor 8 Stunden schrieb KuK:


Unsere Haus-TÄ hat uns mal für eine spezielle Untersuchung an eine andere Praxis überwiesen. Dort wurde beschlossen, erst noch probehalber eine Kur gegen Lungenwürmer durchzuführen.

Die TÄ wollte uns für vier Milbactor-Tabletten in unsere Haus-TA-Praxis schicken, um diese nicht der Einnahme zu berauben...

(Fand ich ja sehr fair -ich hatte aber keine Lust, eine Stunde meiner Zeit zu opfern, nur damit unsere TA-Praxis vielleicht 10€ verdient.)

Anscheinend werden die Einnahmen aus Medikamenten-Verkäufen schon ernst genommen.

 

Hättest da mal nach speziellem Hundefutter gefragt. Die hätte dich ziemlich sicher nicht mehr zu deiner Haustierärztin gelassen. Wobei bei Patienten mit Überweisung sind Ärzte logischerweise generell zurückhaltender. Wollen sich da ja keine zukünftigen Behandlungen entgehen lassen.

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