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Hundeforum Der Hund
LisaSii

Hund fühlt sich drin unwohl

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Hallo zusammen, 

 

ich habe schon vor einigen Monaten dazu mal was geschrieben, aber leider hat sich immer noch nicht sehr viel verändert, deshalb nochmal der Post :)

 

Wir haben vor ca 6 Monaten eine 2 Jährige Tierschutzhündin adoptiert, die vor so gut wie allem und jedem Angst hatte bzw. hat. Vieles hat sich mit ein paar kleinen oder größeren Rückschlägen aber schon verbessert. So ist sie draußen der aller größte Schatz.. sie tobt, rennt, lässt sich toll zurück rufen, sodass sie schon ganz viel frei laufen kann und kann sogar mittlerweile Sitz. Draußen ist sie super aufmerksam. Außerdem ist sie auch extrem sozial. Wenn wir einen neuen Hund treffen brauch sie ein-zwei Minuten, aber dann findet sie eigentlich alle Hunde klasse und spielt und freut sich einen Ast ab. Die Leinenführigkeit ist auch toll und insgesamt gibt es draußen eigentlich wirklich gar nichts zu beanstanden. 

 

Jetzt zum Problem: Sobald wir durch den Gartenzaun gehen wird unser Hund zum Hasen. Sie ist plötzlich Schreckhaft ohne Ende, bewegt sich nur noch im Schneckentempo oder hoppelt regelrecht weg, der Schwanz wird sofort eingeklappt und von der fröhlichen, Selbstbewussten kleinen Hündin ist nichts mehr zu sehen. Draußen merkt man morgens oft was sie für einen Bärenhunger hat, aber wenn man ihr dann drin den Napf nicht direkt vor die Nase stellt, isst sie nicht. Sie würde niemals freiwillig das Wohnzimmer durchqueren und lebt quasi unterm Esstisch. Sie geht zwar in ihr Körbchen und schläft auch öfter mal drin, aber viel mehr liegt sie unterm Esstisch. Wenn wir rausgehen wollen klappt es vllt in 20% aller Fälle, dass sie von alleine unterm Tisch her kommt. Viel öfter müssen wir unter den Tisch kraxeln, sie anleinen und dann folgt sie meist widerwillig. Wir haben daher schon überlegt ob sie zuhause so super unsicher ist, weil sie einfach nicht weiß was wir von ihr wollen zuhause aber auch nach 6 Monaten loben für alles was nicht ängstlich ist hat sich eigentlich nichts getan :/. Gleiches Spiel in jeder Wohnung. Auch bei Freunden von uns fühlt sie sich drin einfach nicht wohl. Es wirkt dass immer dann wenn irgendwo Mauern oder Zäune um sie herum sind die gesamte Lebensfreude erloschen ist. 

Was man noch dazu sagen muss: Sie war vorher schon ein halbes Jahr in einer Pflegestelle in Deutschland. Also sie ist nicht direkt von der Straße oder dem Tierheim in Rumänien zu uns gezogen. Eigentlich hat Sie jetzt schon 1 Jahr Wohnungserfahrung. 

 

Also hier meine Frage: Hat jemand Tipps? Oder kennt vielleicht einen guten Hundetrainer im Umkreis von Karlsruhe der auf Angsthunde spezialisiert ist und mal bei uns vorbei kommen würde? Weil sie einfach so unterschiedlich drin und draußen ist, macht alles andere kaum Sinn. 

 

Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie weiterhelfen - Es wäre schon schön für uns alle und vor allem für sie, wenn sie sich auch drin ein wenig besser fühlen würde. 

 

Danke und liebe Grüße

Lisa 

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Was erzählt denn die Pflegestelle ?

War sie dort genauso ?

Hat sie Erfahrungen gesammelt was der Hündin helfen könnte ?

Hat sie in Rumänien auf der Straße gelebt ?

 

Mglw. mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass nicht alle Hunde automatisch glücklich darüber sind vom Strassenhund zum Familienhund gemacht zu werden...

Wenn es ihr draussen besser geht, würde ich mit ihr so viel Zeit wie nur irgend möglich draussen verbringen. Sie drinnen möglichst in Ruhe lassen und ihr so wenig wie möglich aufzwingen. Sie ihr Tempo selbst bestimmen lassen. Zum Glück sind nahezu alle Hunde neugierig.

Kennt ihr einen lustigen, unbeschwerten Hund ? Kann der euch öfter über mehrere Stunden besuchen ?

Wie du schon gemerkt hast, sind Strassenhunde meist sehr sozial und ein Artgenosse kann für sie eine grosse Hilfe sein.

 

Sollte sie aufgrund schlechter Erfahrungen im Haus ängstlich sein, wirst du vermutlich die doppelte Zeit und Geduld investieren müssen.

 

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vor 45 Minuten schrieb saicdi:

dass nicht alle Hunde automatisch glücklich darüber sind vom Strassenhund zum Familienhund gemacht zu werden.

 

Ja, das gibt es ganz bestimmt.

Wir hatten einen Rüden einjährig aufgenommen (in Spanien), der in seinem ersten Lebensjahr nur draußen war. Haus etc. kannte er gar nicht. Obwohl er es hasste, drinnen zu sein und sich sichtbar unwohl fühlte, war er dennoch, bei uns sein zu dürfen.

Wir haben ihn zeitweise zumindest nachts im Haus gehalten - weil es dort, wo wir damals wohnten, nicht anders ging.

Später, nach dem Umzug, haben wir ihm draußen eine Hütte gebaut und so konnte er wieder draußen leben. 

 

Schön war das für uns nicht, denn wir haben lieber unsere Hunde bei uns. Aber für diesen Hund war es besser so. 

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Nein, die Pflegestelle hat sie damals auch abgegeben weil sie mit ihr nicht weiter gekommen sind in der Richtung. Wir hoffen daher auch, dass es die Zeit einfach regelt, wollen ihr aber natürlich so viel Hilfestellung geben wie möglich. 

 

Wir lassen Sie drin wirklich so viel in Ruhe wie möglich - sie ist auch nicht die ganze Zeit wahnsinnig unentspannt... Sie schläft sehr oft ganz tief und bellt im Schlaf oder knurrt - also sie kann sich ausreichend entspannen um tief einzuschlafen, aber bereit bewegen ist halt irgendwie nicht möglich. 

 

Ich verstehe, dass das wohl jeder glauben will, aber sie ist wirklich sehr anhänglich und blüht extrem auf... an so freies, glückliches spielen war zu Anfang gar nicht zu denken, da ist sie vor allem und jedem erschrocken und sei es nur ein Busch den sie vorher nicht bemerkt hat. Draußen sind wir ein richtig tolles Team und sie weiß auch wo ihr zuhause ist und will irgendwann auch gern wieder zurück, also es ist nicht so als dass es so wäre dass sie schon Panik kriegt wenn sie sieht es geht in Richtung Haus. Also ich würde wirklich sagen, dass sie dankbar ist und froh ist Teil unserer kleinen Familie zu sein. 

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Achso.. und wir wissen leider nichts ganz genaues über ihre Herkunft. Wir wissen, dass sie mindestens seit sie 6 Monate alt ist im Tierheim war und mit 1,5 Jahren nach Deutschland gekommen ist. Sprich sie hat mindestens 1 Jahr draußen gelebt- es kann aber auch sein dass sie dort geboren wurde. 

 

Sie hatte allerdings nie Angst vor Autos oder Straßenlärm im allgemeinen, also könnte ich mir schon vorstellen, dass sie die Straße kennt. 

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Oh jetzt Antworte ich aber sehr Bruckstückhaft - sorry! 

 

Ja wir haben eine Freundin die immer mal wieder mit Ihrem Hund vorbei kommt und hoffen auch, dass sie sich da etwas Unbeschwertheit abschaut... Generell versuchen wir so viel Kontakt wie möglich zu vierbeinern zu haben :)

 

Mal was positives: Heute haben wir einen Frisch adoptierten Straßenhund aus Italien getroffen.. Der hat zwar nicht so viele Ängste aber ist natürlich uch noch etwas desorientiert. Da konnte unsere Hündin tatsächlich mal mit Ihrem Spieltrieb und ihrer Leichtigkeit Vorbild sein und den anderen Hund ermutigen mitzumachen :) Hätte stolzer nicht sein können :)

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Also, ich finde das hört sich alles gar nicht sooo schlecht an.

Wenn ihre Ängste draussen schon weniger geworden sind, spricht das doch für euch und dass sie Vertrauen zu euch aufbauen kann.

Das ist die halbe Miete.

 

Ein bisschen unwohl ist mir immer bei der Vorstellung vom “dankbaren“ Tierschutzhund. Das ist m.M.n. zu vermenschlichend gedacht.

Ich fürchte, dass dies zu leicht eine Erwartungshaltung beim Zweibeiner generiert, die allzu leicht in Enttäuschung umschlägt, falls der Hund sie nicht erfüllen kann.

 

Ich würde den Focus auf alles lenken, was ihr Spass und Entspannung bringt und sie ansonsten viel in Ruhe lassen, keine Erwartungen an sie haben und vor allem: Sie nicht bemitleiden.

Eure Stimmung hat immer Einfluss auf euren Hund.  Also würde ich zuhause so viel ruhige Heiterkeit verströmen wie nur möglich und möglichst viel Routine in den Tagesablauf bringen. Das gibt ihr Sicherheit - früher oder später - nur Geduld !

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Also, ich weiß nicht, ob es dir weiterhilft, aber gerade vor ein paar Tagen habe ich bei einer anderen Tierschutzorganisation (die betreiben einen Lebenshof) gelesen, dass sie einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen haben und genau das gleiche Problem haben. Der Hund kann geschlossene Räume nicht ertragen, er ist aber auch erst kurze Zeit dort.

Die lassen ihn auch draußen schlafen. (wie es auch @KleinEmma beschrieben hat.)

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Hilft jetzt nicht wirklich in dieser Situation, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass sie früher dafür bestraft wurde, wenn sie ins Haus wollte. Vielleicht hat sie das so verinnerlicht, dass es noch länger braucht, bis sie diese Angst ablegt.

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Ich glaube auch, dass euch da nur noch mehr Geduld hilft. Und, wie du es schon machst, besonders auf die Erfolge zu schauen, die ihr draußen schon gemacht habt.

 

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es hilflos und auch traurig macht, wenn ein Hund, der draußen doch schon so viele Fortschritte gemacht hat, sich drinnen überwiegend unwohl fühlt. Man möchte doch, dass es ihm überall gut geht und auch selber drinnen "mehr vom Hund haben", wie z.B. gemeinsames Zusammenliegen, Kuscheln usw.

Aber es hilft nichts, es lässt sich nicht erzwingen, daher würde ich weiter auf die anderen Erfolge schauen und mich daran freuen.

 

Ich schließe mich den anderen an: zu Hause möglichst in Ruhe lassen, nur hin und wieder Angebote ohne Druck machen (Leckerchen? / Streicheleinheiten, Angebote zu Spielen, vielleicht Intelligenzspiele? u.ä.). Falls sie neugierig ist, Suchspiele? Hat sie ein Stofftier oder irgendwas, was sie rumschleppt? Mag sie knabbern oder einen Kong bearbeiten? Sucht eventuell irgendwas, was positiv besetzt ist, und was man vielleicht erst einmal nur im Haus anbietet. Und an sonsten: Zeit lassen und abwarten...

 

Ich hoffe für euch sehr, dass sich ihr Verhalten nach und nach auch drinnen weiter verbessert. Falls irgendwann mal der Knoten platzen sollte, werdet ihr es um so mehr genießen können. 😉

 

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