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Hundeforum Der Hund
Andrphil

Hund lässt uns nicht zusammen raus

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Hallo Zusammen!

wir haben ein eigenartiges Problem: unser Hund lässt uns nicht zusammen (meine Frundin und mich) aus dem Haus, macht immer ein riesen  trara, hat uns schon mehrere Jacken am Jackenständer zerrissen, weil die versucht hat die runter zu ziehen. Jault und kratzt derbe an der Tür. Nach etwa 5 Minuten beruhigt sie sich meistens und legt sich im Flur hin oder ins Körbchen. (Wir haben ne Überwachungskamera)

Das skuriose ist, dass es eben nicht immer ist. Geht einer von uns raus, kein Problem. Gehen wir beide in den Keller, kein Problem. Gehen wir zur Arbeit (meine Freundin geht etwa 30min vorher zur Arbeit. Wir gehen meistens zusammen raus, ich gehe mit Mila Gassi und meine Freundin geht zur Bahn. Nach dem Spaziergang kriegt sie noch essen, ich sammle meine Sachen zusammen und gehe auch raus zur Arbeit) bleibt sie komplett locker. 
Nur wenn wir beide zusammen raus gehen, z.B. Einkaufen, geht das Theater los. Zur Zeit hat sie den Tick, dass sie sich entweder eine Jacke vom Haken holt (es muss ne Jacke sein, ein benutztes Tshirt, das in erreichbarer Nähe lag, interessiert sie nicht) ihre Leine ins Körbchen zieht und einen Lappen, mit dem wir die Pfoten sauber machen. Ab und zu auch mal einen Pantoffel. Danach ist Ruhe und sie schläft. 
 

Hintergrundinfo:

wir haben unsere Mila seit Ende Juli 2020. Sie kommt aus dem Tierheim, ist etwa 3 Jahre alt und kastriert. (60cm, 29kg, sieht aus als ob einer der Großeltern ein Kangal war). Sie hatte von Anfang an wenig Selbstvertrauen und ziemlich Skeptisch. Sie hat in vielen Situationen in denen sie sich unwohl fühlte, verunsichert war oder Angst hatte oft gepinkelt. Mittlerweile hat sie sich gut eingelebt, sie ist echt klug und lernt schnell. Das Selbstvertrauen versuchen wir aufzubauen mit Suchspielen, Intelligenzspielzeug, Kunststückchen, sie beim Spielen oft gewinnen lassen usw. Leider hatten wir durch paar mal böse schimpfen einen Rückschlag, sodass sie wieder bei kleinster Verunsicherung anfing zu pinkeln. Das haben wir aber größtenteils wieder im Griff. In der Zeit fing sie auch an zu pinkeln als wir nach Hause gekommen sind, allerdings sah es nicht nach dem typischen „ich freu mich so sehr“-Pinkeln aus, sondern wieder so ein unsicheres... langsam kann man ja die „Mimik“ des Hundes lesen. Sie fährt unglaublich gerne Auto, denke mal weil Sie damit schöne Sachen wie Hundewiese oder besuche bei unseren Eltern assoziiert. Wir haben schon überlegt ob es daran liegt, dass sie denkt, dass wir ohne Sie irgendwo hin fahren? Immerhin fahren wir immer zu dritt mit ihr. 


ich hoffe ich konnte das Problem einigermaßen gut schildern. Hat jemand einen Rat für uns? 
 

vielen Dank im Voraus!

schöne Grüße 

Philipp 

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Auf jeden Fall sehr einfallsreich, der Hund  🙂

 

Wahrscheinlich hat sie die Erfahrung gemacht, wenn ihr zusammen los geht, passiert immer was Schönes. Nun denkt sie, wenn ihr Beide zusammen geht, ist das auch so, nur sie darf nicht dabei sein. Manche Hunde können sehr gut kombinieren.

Als ich noch gearbeitet habe, hab ich meinem Hund zum Abschied immer gesagt, ich geh zur Arbeit. Das kannte sie und wusste, da kann sie nicht mit. Damit sind wir recht gut gefahren und Tina war entspannt.

Vielleicht könnt ihr ja getrennt die Wohnung verlassen, wenigstens für einige Zeit, bis sie noch selbstsicherer ist ... ?

Aber das ist nur so eine Idee. Hier gibt es einige "Spezialisten", die dir bestimmt bessere Tipps geben können.

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ich würde erst mal die Jacken weg räumen, ist ja sonst ein echt teurer Spaß.

Wenn ich länger weg bin, bekommen meine Hunde Kauzeugs, wie gefüllten Kongs .

Ansonsten würde ich jetzt das "gemeinsam das Hausverlassen" trainieren.

Mal für ein paar Minuten, aber mit allen Handlungen, wie Jacken anziehen....

Mal für 5 min., mal für 10min.......

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Vielen Dank für eure Antworten!

ja die Jacken hängen wir mittlerweile so auf, dass sie nicht dran kommt. Seitdem ungefähr hat sie das auch mit der Leine und dem Tuch. 
 

Das mit dem Komando ist eine gute Idee. Hatten wir bei meinem ersten Hund auch (eher unterbewusst) so, da sagten wir immer „du bleibst“, und er wusste direkt dass er sich erst gar nicht freuen braucht, da er nicht mitkommt. Er war aber auch nicht anhänglich und es war ihm relativ egal ob er alleine bleibt oder nicht. 
 

Getrennt die Wohnung 5min nacheinander verlassen haben wir probiert, habe aber das Gefühl, dass sie das auch durchschaut hat. Anfangs klappt es, mittlerweile nicht mehr so. Ich glaube die kann das auch gut mit der Tageszeit in Verbindung bringen. 
 

@agatha wie würdest du hier das Training empfehlen. Wie sollen wir uns verhalten wenn wir gehen und kommen? Bisher haben wir beim reinkommen sie nicht großartig begrüßt, waren aber auch nicht extrem abweisend. Einfach um ihr das Gefühl zu geben, dass es komplett normal ist dass wir alleine raus gehen. Erst wenn sie sich beruhigt hat, haben wir sie zum schmusen gerufen. 
Wenn sie Bockmist gebaut hat (z.B. Jacken gerissen) haben wir sie beim reinkommen komplett ignoriert. 
 

Mit Kausachen geht es zwar ganz gut, ich habe aber etwas bedenken, dass sie dann Kausachen assoziiert mit „die gehen gleich wieder ohne mich“.

schöne Grüße 
 

 

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vor 14 Stunden schrieb Andrphil:

Zur Zeit hat sie den Tick, dass sie sich entweder eine Jacke vom Haken holt (es muss ne Jacke sein, ein benutztes Tshirt, das in erreichbarer Nähe lag, interessiert sie nicht) ihre Leine ins Körbchen zieht und einen Lappen, mit dem wir die Pfoten sauber machen. Ab und zu auch mal einen Pantoffel. Danach ist Ruhe und sie schläft. 

Wenn Ihr alte Jacken habt (mit Euren Geruch darauf) würde ich ihr einfach mal das geben/hinlegen, klingt für mich so als bräuchte sie etwas, was nach Euch riecht damit sie sich sicherer fühlt. Vielleicht mildert es ihre Verlustangst ? 

Wir haben hier ein Prager Rattler-Chihuahua-Mix, der liebt es auch sich in unsere Jacken zu kuscheln. Hat er die Wahl zwischen den Decken, Hundedecken und unseren Jacken, nimmt er sich die Jacken vor.

Und sonst, geht er einer raus und kurz danach der 2. vielleicht hilft das ja ?
 

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vor 7 Minuten schrieb JB-6:

Wenn Ihr alte Jacken habt (mit Euren Geruch darauf) würde ich ihr einfach mal das geben/hinlegen, klingt für mich so als bräuchte sie etwas, was nach Euch riecht damit sie sich sicherer fühlt. Vielleicht mildert es ihre Verlustangst ? 

Ich glaube nicht, dass es um unseren Geruch geht, ich habe Ihr ja wie gesagt ein durchgeschwitztes T-Shirt direkt greifbar vor die Jacken gelegt, das wollte die nicht haben. 

Es sind wirklich eher Sachen die sie mit dem raus gehen verbindet, also unsere Jacken, ihre Leine... 

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vor 21 Stunden schrieb Andrphil:


 

@agatha wie würdest du hier das Training empfehlen. Wie sollen wir uns verhalten wenn wir gehen und kommen? Bisher haben wir beim reinkommen sie nicht großartig begrüßt, waren aber auch nicht extrem abweisend. Einfach um ihr das Gefühl zu geben, dass es komplett normal ist dass wir alleine raus gehen. Erst wenn sie sich beruhigt hat, haben wir sie zum schmusen gerufen. 
Wenn sie Bockmist gebaut hat (z.B. Jacken gerissen) haben wir sie beim reinkommen komplett ignoriert. 
 

Mit Kausachen geht es zwar ganz gut, ich habe aber etwas bedenken, dass sie dann Kausachen assoziiert mit „die gehen gleich wieder ohne mich“.

schöne Grüße 
 

 

ich habe auch das "Nein, bleib" bei meinen Hunden.

Lucie war da schon immer relaxt, sie nahm ihr Kaudings und war auf ihrem Platz gut drauf.

 

DSH sind nun mal absolute "Latschentrehter", jedenfalls all meine.

Ramse latscht mir ständig mit seinen Vorderpfoten in meine Schlappen, egal wo ich hin gehe.(Badtür, da darf er nicht rein, täglich bekommt er sie an seinen Kopf)

Aber "nein, bleib, ich gehe jetzt"    , habe ich noch heute deutlich streng bei ihm durch zu setzten.

Schon bevor ich in Richtung Tür gehe, muss er auf seinen Platz. Jacke nehmen, raus.

Noch heute muss ich ihn auf meinen Weg zur Tür immer wieder deutlich schimpfend "Bleib, ich gehe"   auf seinen Platz schicken.

Ich brauche nach zwei Jahren immer noch einige Anläufe.

Aber "nein, bleib" setzte ich durch.

Ich übe es aber auch so, wenn ich auf Toilette will, dreimal in den Garten gehe.....

Immer wenn es im täglichen Ablauf passt.

Wie  oft sehe ich seinen Kopf dann um die Ecke schielen......"nein, zuuuurüüück, Deeeecke"

 

Gut, ihr Armen müsst eben immer gemeinsam rein, raus, rein, raus, Jacke an.....

 

Und ja, der gefüllte Kong, der beliebte Markknochen ,,, Ramse weis, jetzt geht die und lässt mich hier.

Soll er auch.

Es gibt Tage, da bekommt Ramse seine Kaudings und Lucie nicht.

Ramse geht eingeschnappt auf seinen Platz, Lucie freut sich an der Ausgangstür.

Lucie darf mit, sie besucht Menschen mit Behinderung...

 

Und wenn ich nach Hause komme, gibt es ein kurzes "Abstreichen" so am Körper des Hundes lang, sonst ignoriere ich.

Ich schicke sogar dort den Rammse weg mit "geh auf deinen Plaaatz"

Ramse heißt nicht umsonst Rammstein, mein Knieaua dauert schon zwei Wochen, dooooofer Köter.

Fürs Schmusen habe ich Sofazeiten, da darf Rammse mich "belagern" , auch AUAAAAA, aber was solls.

 

Absolute Konsequenz mit immer gleich abfolgenden Handlungen, das Geheimnis, denke ich.

 

 

 

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Sorry, aber Knabberzeug und Kauartikel würde ich nie, niemals anbieten, wenn ich nicht da bin... Verschluck- und Erstickungsgefahr! 

 

Als jemand, der schon einem Tier hilflos beim Ersticken zusehen musste, bin ich da vielleicht übervorsichtig. Und vielleicht passiert es einmal unter tausenden. Aber das ist es nicht wert... Glaubt mir. 

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@agatha alles klar, vielleicht ist ein Ritual mit ner Kaustange gar nicht so verkehrt. 

Dann werden wir das mal so üben, ggf. auch den "Anziehen-Prozess" in den Alltag einbauen, mal die Jacke anziehen ohne raus zu gehen, etc.

Vielen Dank!

@Shiranui das kann ich mir vorstellen. Das ist aber mMn ein bisschen wie mit Kindern, man kann nicht immer da sein. "In der Natur" ist auch kein Aufpasser dabei. 

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vor 2 Stunden schrieb Andrphil:

@agatha alles klar, vielleicht ist ein Ritual mit ner Kaustange gar nicht so verkehrt. 

Dann werden wir das mal so üben, ggf. auch den "Anziehen-Prozess" in den Alltag einbauen, mal die Jacke anziehen ohne raus zu gehen, etc.

Vielen Dank!

@Shiranui das kann ich mir vorstellen. Das ist aber mMn ein bisschen wie mit Kindern, man kann nicht immer da sein. "In der Natur" ist auch kein Aufpasser dabei. 

 

Stimmt, klar. In der Natur interessiert es keinen, wenn der Wolf irgendwo im Wald an einem Knochen erstickt. Aber wenn es meinem Hund passiert, und ich dem vorbeugen kann, fällt mir jetzt die Entscheidung persönlich nicht schwer "wider der Natur" zu handeln^^ 

Wir sind halt nicht in der Natur. Hier MUSS sowas nicht passieren. 

 

Und wenn wir schon dabei sind, solche Vergleiche zu ziehen: Ein dreijähriges Kind lässt man auch nicht bewusst mit nem Lutscher im Mund allein und geht einkaufen und sagt: Jo, wenns stirbt, stirbt es halt, so ist halt die Natur. Darwin Award und so. :D

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