Jump to content
Hundeforum Der Hund
SamLouie

Labrador Probleme

Empfohlene Beiträge

Hallo alle miteinander :)

 

Bevor ich anfange meine Probleme mit meinen erst 6 Monat alten Rüden zu erklären möchte ich sagen, dass das mein erstes Mal ist in so ein Forum zu schreiben und ich keine Ahnung von sowas habe. 

 

Kleine Erläuterung wie ich zu meinem Hund gekommen bin: Meine Schwester hat eine Familie (Partner und zwei Kinder). Die Kinder wollten unbedingt einen Hund also hat meine Schwester ein Labrador gekauft (Sie dachte es wären gute Anfängerhunde bzw gute Familienhunde). Nach nichtmal einer Woche hat sie den Hund bei mir (23/ zur Zeit arbeitslos und nicht das nötige Geld für Hundeschule oder Trainer) und meiner Mutter (hilft mir nicht) gelassen. 

Seitdem ist mein kleiner Bengel bei mir und ich habe große und mehrere Probleme, die ich jetzt mal erkläre. Dazu kommt das ich zwar Erfahrungen mit Hunden habe, jedoch nie ein erzogen habe.

 

1. Aufmerksamkeit: Er hat schon Aufmerksamkeit, jedoch meistens nicht für mich sondern für alles andere und vor allem Leckerli's (die ich versuche abzusetzen, weil er mich sonst anspringt um sie einzufordern) Wie bekomme ich es hin das er mir seine Aufmerksamkeit schenkt? Ich habe schon einige Dinge probiert (z.B. mich versteckt und ihn suchen lassen). Ignorieren bringt auch nix, weil er immer etwas findet wo er weiß das ich was sagen werde.

 

2. Leinenführigkeit: zum einen klappt es, zum anderen nicht. Ich glaube das damit die Aufmerksamkeit erst gelernt werden sollte. Ihn interessiert es nicht, wenn ich weiter gehe (an der Leine, sonst wäre er weg) und ihn ziehe und dann zieht er, obwohl ich Richtungswechsel mache oder stehen bleibe oder ihn zurückweise. (seit 2 Wochen) 

 

3. Anspringen: er springt jeden an. Vor allem mich was aus seiner Frust heraus kommt (bzw beißt er mich dann auch dazu) #, wenn etwas nicht so läuft wie er es will oder weil er überfordert(?) ist. Da habe ich auch schon einige Tricks angewendet (wie ignorieren, seine Pfoten nehmen und 3 Schritte nach hinten gehen, ihn blockieren). Kommt das alles weil er Frust hat oder woran kann es liegen?

 

4. Frust-und Impulskontrolle: ganz großes Thema... Ich weiß ehrlich nicht was ich falsch mache (Sagt mir ja auch keiner was ich zu tun habe mit einen Labbi). Ist es zu viel was ich mit ihm mache oder nicht. Kurze Erläuterung zum Tagesablauf: 

Spazieren - Essen - ausruhen (was nicht immer klappt) - Spielen/Training* (10-15min) - ausruhen - Spielen/Training - ausruhen - Spazieren - Essen - ausruhen - nochmal Spielen und gegen 19/20 Uhr ist Ende im Gelände

 

*Training: entweder neue Kommando's/Tricks, Bleib (weil es immer noch nicht so funktioniert), Dummy (was ihm nach zwei Mal schon komplett nervt), Impulskontrolle (langsam an etwas ran, wie Spielzeug, mich ansehen und dann kann er es nehmen), uvm - natürlich nicht alles aufeinmal

 

5. Beißen: naja ich sage mal so es war schon schlimmer. Aber er hört einfach nicht auf. Sagt man 'Aua' oder 'Aus' reagiert er teilweise nicht. Ignoriert man ihn dann kommt er einen hinter her und beißt in Füße, Kleidung, Hände, sogar Po. Also ja keine Ahnung was ich da noch machen soll. Schnauzgriff ist ihm egal, genauso wie in die Seite "zwicken".

 

6. Alles kaputt machen: Schuhe, Spielzeug, etc. Egal was hauptsache 'Mama' ärgern. Ich nehme es ihm aus dem Mund oder sage 'Aus' bzw bevor er es nehmen kann 'Nein'. Nimmt er sich halt was anderes. Ich setzte ihm Grenzen bzw versuche es und "schimpfe" mit ihm, aber es ist ihm egal. 

 

 

Ja wie man sieht viele Baustellen und wie schon gesagt ein Hundetrainer oder eine Hundeschule kommen nicht in Frage (ich weiß es wäre notwendig). Da gibt es auch noch das Problem zum Beispiel mit Hunden. Aber das bekomme ich irgendwann auch noch hin... Hoffentlich. An meiner Körpersprache arbeite ich gerade, da ich selber bemerkt habe, dass ich mich da verbessern muss, was mittlerweile gut klappt. 

 

Vllt noch eins: Meine Schwester (+Kinder oder nur die Kinder) kommen fast jedes Wochenende und mein Hund kommt gar nicht zur Ruhe. Sie fassen ihn jedes Mal an. Wenn er normal im Korb liegt rennen sie dran vorbei, umarmen den Hund, sind im Umgang mit dem Hund ein bisschen grob (Habe es den Kindern immer alles wieder erläutert, was nicht geht und was geht. Sie kapieren es nicht.) 

Ich versuche den Hund davor "zu schützen", aber er selber will immer zu den Kindern und "mit" ihnen spielen (bedeutet er würde sie als Kauspielzeug gerne benutzen). Jetzt woraif ich hinaus wollte: Ist der Hund mit der ganzen Sache überfordert, gestresst, nervös? 

 

Naja dazu erstmal alles. Ich hoffe mir kann irgendjemand weiter helfen... Sonst will meine Mutter den Hund ins Tierheim schaffen. Das möchte ich nicht.

Falls ihr mehr wissen möchtet könnt ihr gerne fragen. 

Ach so... Vllt noch... Ich bin wie gesagt ein Anfänger in Hundeerziehung und hoffe auf ernstgemeinte Kritik bzw Tipps :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Aus welcher Region kommst du, du brauchst jemanden, der sich das anschaut und euch helfen kann. 
 

die Themen sind zu vielschichtig, hoffe du findest hier jemanden in deiner Nähe ist.

 

falls es NRW sein sollte, gerne.....

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich schätze mal, nicht nur du bist überfordert, auch der Hund. Da muss sehr viel mehr Ruhe reinkommen, kein Training, dafür Freilauf, Spazierengehen, wo er machen kann, was er will, freies toben mit anderen Hunden. 

Deine Diagnose Frust ist vermutlich richtig. Und dass er alles zerstört, liegt am Stress, den er hat.

 

Also: kein Training, Bewegung, viel Ruhe. Keine Kinder.

Du hast seine Aufmerksamkeit nicht, weil er völlig durch den Wind ist.

Wenn da mehr Ruhe rein kommt, dann kannst du dich interessant machen und dann kriegst du sie. Und bei einem Labbi geht Liebe immer durch den Magen.

 

Hinzu kommt erschwerend, dass er in die Pubertät kommt, da funktioniert eh nichts, wenn es nicht vorher schon funktioniert hat und dann auch nur selten.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Wie sieht euer Tagesablauf genauer aus? Wie lange geht ihr spazieren, was macht ihr unterwegs...? 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Wenn das Geld für einen Trainer nicht reicht, vielleicht hat jemand einen Tipp, für einen guten „Internettrainer“? Oder ein gutes Buch?

Was die Kinder angeht, kannst du da nicht mal mit deiner Schwester sprechen, dass sie den Kindern entsprechende Regeln beibringt, was den Umgang mit Hunden angeht?

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Uff... Ist der Hund denn jetzt für immer bei dir? Also "dein" Hund? Oder hundesittest und erzieht du ihn quasi nur für deine Schwester und er geht irgendwann zurück? Bitte bitte nicht..... Und hoffentlich unterstützt sie dich jetzt wenigstens kostenmäßig -.-

 

Den armen Kerl hat es sicher auch zusätzlich noch verwirrt, dass er vom einen neuen zuhause gleich ins nächste neue muss, nachdem er sich grad mal ein bisschen angefangen hat, einzuleben. 

 

Vielleicht kannst du ja den Züchter, von dem sie ihn hat, kontaktieren und um Hilfe und Tipps bitten, im besten Fall war das ein seriöser und kein Vermehrer, dem das Wohl des Hundes am A**** vorbeigeht

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Die ersten zwei Jahre würde ich nur eine Sache trainieren: Ruhe. Das schaffst du am einfachsten mit Leckerlis, die es immer dann gibt, wenn er sich ruhig verhält. Zum Beispiel, wenn er zu Hause irgendwie ruhig liegt, einfach ein Leckerlie vor die Nase legen. Idealerweise, wenn er nicht damit rechnet. (Capturing Calmness.) Sie sind zwar nicht dumm und verhalten sich dann bewusst ruhig, um an Leckerlis zu kommen, aber diese bewusste Ruhe verhilft ihnen auch zu tatsächlicher inner Ruhe. Für draussen überlegst du dir ein Wort, welches du sonst nie nutzt. Vielleicht einen anderen Hundenamen. Immer wenn du den ruhig sagst, gibt es langsam Futter. Sagen tust du es immer dann, wenn er sich ruhig verhält. Zum Beispiel wenn er irgendwas interessantes sieht wie Blätter, Frikadellen, Fußgänger, Kinder, Jogger, Fahrradfahrer, Autos, Katzen, Vögel, Pferde, Rehe und vor allem Hund. (Click für Blick.) Am besten drehst du dich dabei um und entfernst dich von dem gesehenen. Solange bis er diese Dinge ignoriert. Sollte er auf das Wort nicht reagieren, müsstest du gezielt trainieren. Und zwar genauso wie schon beschrieben, aber mit so viel Abstand, daß er dich nicht mehr ignoriert. Und dann den Abstand langsam verringern. Ausserdem draussen langsam gehen und viele Pausen machen. Zum Beispiel einfach auf eine Wiese setzen und solange warten bis er zu Ruhe kommt und sich von sich auch hinlegt. Die ersten Male kann das kann ganz schön lange dauern. Dann wie zu Hause ein Leckerli vor die Nase. Beim nächsten Mal solltest du merken, daß er an dieser Stelle schneller zu Ruhe kommt und nach der Pause entspannter ist als zuvor. (Ruheinseln.) Ich habe eine Strecke, die besteht quasi nur aus solchen Stellen. Da gehen wir Gassi, wenn der Tag schon zu aufregend war. Zum Beispiel nach Kinderbesuchen.

Zum Ruhe-Training gehört auch Leinenführigkeits-Training. Hierfür gibt es anfangs bei jedem Schritt ein Leckerli. Und ein Leckerli immer wenn du stehenbleibst. So daß er in Erwartung auf ein Leckerli an dir klebt. Dann bei jedem zweiten Schritt. Dann bei dem dritten. Usw. Ja, das hat noch lange nichts mit Leinenführigkeit zu tun, mehr mit Fuß, aber damit wird ein wichtiger Teil der Leinenführigkeit gelernt. Ein weiterer wichtiger Teil ist nicht zu ziehen. Dafür einfach stehen bleiben, wenn er zieht und eine lange Pause machen. Siehe oben. Und nicht immer nur geradeaus laufen, sondern öfter mal die Richtung wechseln ohne ihn dabei zu ziehen. Nur umdrehen und warten bis er dir folgt. Weil er aber nicht immer nur neben dir laufen kann, Halsband und Geschirr nutzen. Halsband nur nutzen, wenn du 100% konsequent Leinenführigkeit trainierst, also es gar nicht dazu kommt, daß er zieht, weil es ja jede Menge Leckerlis gibt. Und Geschirr, wenn er machen darf was er will. Also zum Beispiel beim Gassi die ersten 50 Meter mit Halsband und Leinenführigkeit. Dann Wechsel zu Freilauf oder Geschirr mit Schlepp/Flexileine, damit er machen kann was er will. Und auf dem Rückweg wieder 50 Meter mit Halsband und Leinenführigkeit. Und mit jedem Mal ein paar Meter mehr Leinenführigkeit. 

 

Hundeerziehung besteht zum größten Teil daraus den Hund an Dinge und Verhaltensweisen zu gewöhnen. Egal ob du nett oder gewaltsam trainierst, bei fast allen Methoden geht es unterm Strich darum, daß sich der Hund an erwünschte statt an unerwünschte Verhaltensweisen gewöhnt. Daher nichts mehr kaputt machen lassen. Entweder alles wegräumen oder so einen Kinderlaufstall aus Plastik kaufen. Und Dinge geben, die immer kaputt machen darf, wenn er sie findet. Genauso auch alles andere was nicht erwünscht ist nicht machen lassen, weil sie sich auch daran gewöhnen unerwünschte Dinge zu machen. Aber nicht mit "Neins", sondern mit Ablenkung/Alternativen. Für einen Labbi ist Futter eine Ablenkung, die immer bestens funktionieren sollte. Wenn nicht, siehe oben, mit Abstand trainieren. 

So viel mit Futter zu machen wird auf dich sicher wie auf die meisten Menschen irgendwie falsch wirken. Der Hund macht ja alles nur fürs Futter und nicht für dich. Und manch ein Trainer wird dir versuchen zu erklären, daß der Hund nie lernen wird ohne Futter auf dich zu hören. Das ist falsch. Auch ohne Futter bewusst abbauen zu müssen, wird es immer nebensächlicher. Irgendwann vergisst du es mal und merkst, daß es du es gar nicht mehr brauchst. Nur nicht ungeduldig werden. Am Ende sind drei Jahre nichts im Vergleich zu den restlichen zehn Jahren in denen die Leute, die ohne Futter arbeiten ihre Hunde immer noch regelmässig einschüchtern müssen. 

Zwei Buchempfehlungen: "Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde" von Turid Rugaas. Und "Hund im Stress? Entspannter Hund - Entspannter Alltag" von Sarah Both. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Am 11.4.2021 um 22:06 schrieb gatil:

Ich schätze mal, nicht nur du bist überfordert, auch der Hund. Da muss sehr viel mehr Ruhe reinkommen, kein Training, dafür Freilauf, Spazierengehen, wo er machen kann, was er will, freies toben mit anderen Hunden. 

Bitte tu Dir den Gefallen und mach das schon mal auf gar keinen Fall! Damit kommt keine Ruhe rein, sondern du pusht ihn noch zusätzlich hoch, die Aufmerksamkeit leidet noch mehr und das ganze wird stressig unkontrolliert für beide und deine Umwelt. Also nicht länger als ein paar Minuten ungestört schnüffeln lassen, am besten nur an der Leine (da der Rückruf ja noch nicht sitzt) 

Hundebegegnungen kontrolliert und KEINE!!! Rennspiele (denn das ist dann meist kein Spiel mehr). Also nix mit anderen Hunden toben lassen. Genau diese zwei Punkte sind nämlich die Fehler, die die meisten Menschen mit ihren Welpen/Junghunden machen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Warum denn nicht mit anderen Hunden spielen lassen??

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor 35 Minuten schrieb Renesis:

Genau diese zwei Punkte sind nämlich die Fehler, die die meisten Menschen mit ihren Welpen/Junghunden machen.

 

da bin ich ganz andere Meinung, ich sehe es eher, dass die Menschen den Fehler machen gar keine Hundekontakte aufzubauen.

 

Natürlich muss das gesittet gehen, kein hetzen oder so, es sollte gut sozialisierte Hunde sein, was diese dann dem Hund geben, wird der Mensch nicht mal ansatzweise hin bekommen.

Wie gesagt ausgesuchte Hunde, natürlich keine, die nicht so hudeverträglich sind.

 

Ich bin täglich mit anderen Hunden zusammen und werde von ihnen besucht, genau um dies aufzubauen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ganz einfach ein Benutzerkonto

Du musst ein Benutzerkonto haben, um Beiträge verfassen zu können

Registrieren

Deine Hunde Community

Benutzerkonto erstellen

Du hast ein Benutzerkonto?

Melde Dich an

Anmelden

×
×
  • Neu erstellen...