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Hundeforum Der Hund
Husky19

Es ist, als wäre mir mein Herz herausgerissen worden...

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Hallo,

 

ich habe am Mittwoch meine treue, tapfere Fellnase über die Regenbrücke gehen lassen müssen.

Nanuk ist im April 10 Jahre geworden. Vor zwei Monaten war ich mit ihm beim Tierarzt, weil er die Backe leicht geschwollen hatte. Ich hab ihm ins Maul reingeschaut und gesehen, dass er leicht beim Zahn gerötet war. Ich wusste nicht, ob das Zahnfleisch entzündet war, oder ob er sich vielleicht beim Fressen eines Leckerlis weh getan hat.

Wird sind dann zum Tierarzt, hier hat es geheißen, der Augenzahn müsse raus. Zwei Tage später wurde er operiert. Als er noch in Narkose war, rief mich die Tierärztin an und meinte, dass er einen bösartigen Tumor im Maul hätte, der schon unter zwei Zähnen ist  - ein Plattenepithelkarzinom. Für mich brach eine Welt zusammen, als ich das hörte. Als die Tierärztin mich fragte, ob sie ihn weiterschlafen lassen solle, weil diese Tumorart leider bösartig und schnellwachsend ist, verneinte ist. Nanuk hatte keine Anzeichen gezeigt, dass es ihm nicht gut ginge - er hatte eben nur diese leicht geschwollene Backe.

Wir nahmen Nanuk mit nachhause. Durch Zufall hörte ich von der Misteltherapie. Wir hatten schnell einen Termin für eine Behandlung. Die energetischen Behandlungen,, die wir auch hatten, taten ihm sichtlich gut und die Misteltherapie schlug anfangs gut an. Außer, dass er leicht geschwollen war, bemerkte man nichts. Er ging gerne weiterhin große Runden Gassi, ich merkte keine Wesensveränderung. Nur mit dem Fressen wurde es schwierig, denn Trockenfutter wollte er nur trocken, nur mit dem Beißen ging es nicht mehr so. Aufgeweicht mochte er gar nicht. Wir probierten viel aus. Ich versuchte, frisch zu kochen. Früher fraß er Huhn sehr gerne, da bekam er plötzlich massig Durchfall. Alles andere Gekochte mochte er eher weniger. Endlich hatten wir Nassfutter gefunden, dass er gerne mochte und vor allem auch vertragen hat, keinen Durchfall bekam. Wir waren in der Zwischenzeit noch 2 x bei energetischen Behandlungen, die ihm meiner Meinung nach gut taten. Mit den Spritzen der Misteltherapie half mir eine Bekannte.

Doch nach kurzer Zeit wollte er das Nassfutter dann auch nicht mehr, fraß nur noch Wurst, ab und zu ein bisschen Rindfleisch, zum Schluss hatte er immer wieder Durchfall. 

Die letzten 4 Tage fraß er nur mehr ganz wenig Wurst, er wollte auch nicht mehr wirklich aufstehen - oder vielmehr denke ich, konnte er nicht, er lag nur noch herum, ließ sich nicht dazu bewegen aufzustehen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch winselte er und als ich mich zum ihm hinlegte, kraulte ich seinen Kopf und plötzlich hat er vor sich hingebrabbelt, als hätte er mir etwas sagen wollen. Da wusste ich, dass er mir sagen wollte, dass er nicht mehr konnte. Der Tumor war die letzten Wochen gewachsen. Ständig kratzte er sich an der Stelle. Er wollte ihn  sichtlich wegkratzen, ab und zu blutete er leicht. Am nächsten Tag wollte er nicht mehr aufstehen, er hat den ganzen Tag nichts getrunken, wollte nicht mal raus Lacki machen. Er hat sich nur an der Stelle des Tumors gekratzt, da hat er sich vom Tumor dann auch ein Stück aufgerissen, es blutete zwar nur kurz, aber es hin ein Stück weg. Bevor ich mich entschloss zur Tierärztin zu fahren, hat er dann plötzlich ein paar Wurststücke gefressen, Wasser getrunken und war zum Lacki machen kurz in den Garten. Er hatte wieder die Augen verklebt. Es war jedes Jahr zu Blütezeit dasselbe - da mussten wir immer mit Augensalbe schmieren, aber diesmal war es viel schlimmer. Ich weiß gar nicht, ob der Tumor vielleicht innen schon zu nahe am Auge dran war. Drei Tage zuvor hatte er die Augen plötzlich so verklebt, dass er sie nicht mehr öffnen konnte. Ich hab ihm mit Augentrosttee die Augen versucht sauber zu machen und mit Augensalbe.

Also bin ich mit ihm am Mittwoch zur Tierärztin. Es war der schwerste Gang in meinem Leben. 10 Jahre war er an meiner Seite. Wir haben viel in den 10 Jahren erlebt - er war immer an meiner Seite, bei all den Höhen und Tiefen die ich durchlebt habe. Es tat so weh, als die Tierärztin ihm die Spritze gegeben hat und er dann eingeschlafen ist.  Ich wollte gar nicht weggehen. Kurze Zeit später wurde er von der Tierbestattung abgeholt.

In mir ist eine Leere, es tut einfach nur weh. Ich vermisse ihn so sehr. Ich frage mich immer wieder, ob ich eh nicht zu früh zur Tierärztin gefahren bin und ob er vielleicht nicht doch noch ein bisschen Zeit gehabt hätte, die ich ihm jetzt vielleicht weggenommen habe. Aber dann denke ich immer daran, dass die Tierärztin meinte, dass er gar keinen Kreislauf mehr hatte und dass es nicht zu früh war und dass er nicht leiden soll....

Ich frage mich immer, ob ich wirklich alles Menschenmögliche für ihn getan habe. Denn er hat alles für mich getan. Er war meine Welt. 

Am Dienstag hole ich seine Asche ab. Das ist alles, was mir bleibt. Und meine Erinnerungen an einen wundervollen Hund, dem es hoffentlich jetzt über der Regenbogenbrücke gut geht, er dort wieder herumtollen kann, keinen Tumor mehr hat und unseren ersten Hund Arthos trifft und auch andere Hunde, mit denen er jetzt spielen kann.

Es zerreißt mir das Herz, wenn ich dran denke, dass er nicht mehr wiederkommt, wenn ich sein leeren Schlafplätze im Haus ansehe, seine Futterschüssel, sein Halsband,....

"Ich hoffe Nanuk, es geht dir jetzt gut, wo du bist. Vergiss uns bitte nicht. Du warst so ein toller, treuer und tapferer Hund. Du hast eine große Lücke hinterlassen. Ich vermisse dich so unendlich. Ich hoffe, dass wir uns irgendwann wieder sehen werden."

Es tut mir sehr leid, mein Text ist jetzt ein bisschen lang geworden...

traurige Grüße,

Husky19

 

 

 

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Wir werden uns immer fragen, ob wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Aber quäle dich nicht mit Gedanken, dass du deinen Freund zu früh gehen lassen hast. Nach dem, was du schreibst, hätte er sich nur noch gequält. Das hast du ihm erspart und das ist das Letzte, was du für ihn tun konntest. Ich denke, du hast alles richtig gemacht.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Irgendwann wirst du lächenld auf eure gemeinsamen Jahre zurückblicken. 😘

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Es tut mir sehr leid. Ich kann Deinen Schmerz gut nachempfinden, auch ich musste meinen geliebten Schatz am Mittwoch gehen lassen.

 

Man wünscht sich ein hundelebenlang wenn es soweit ist, das unsere Hunde friedlich einschlafen, doch leider haben nur wenige dieses Glück.
Aber glaube mir, für Deinen Nanuk war Deine Entscheidung, die beste die Du treffen konntest. Es war eine Entscheidung aus Liebe, auch wenn es Dir das Herz zerreißt.
Ganz egal warum wir uns von unseren lieben verabschieden müssen, für uns die wir zurückbleiben ist es immer schlimm und es ist immer zu früh und wir quälen uns mit Fragen die niemals beantwortet werden.

Es tut mir sehr Leid und ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft in Deine Trauer.

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Mein herzliches Beileid. Unsere Hunde vergessen wir alle nie! Am 16. Mai hätte meine Hündin Geburtstag gehabt. Leider ist die gemeinsame Zeit begrenzt, so bitter das ist. Und sie fehlen so sehr ... Die Zeit mit ihnen ist ein Geschenk. Ich wünsche dir viel Kraft und Nanuk: Run free!

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Hallo,

 

vielen lieben Dank für eure netten Worte.

 

@ Jaspi: Es tut mir sehr leid, dass du auch deine geliebte Fellnase hast gehen lassen müssen. Ich fühle mit dir. Vielleicht haben sich unsere Beiden ja schon kennengelernt und toben jetzt gemeinsam herum. Ich wünsche dir auch viel Kraft.

 

@ Laika: Es tut mir auch sehr leid, dass deine Hündin nicht mehr bei dir ist. 

Wie du schreibst, sie fehlen so sehr...

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