Jump to content
Hundeforum Der Hund
Tante Polly

Therapiefreiheit für Tiere wird massiv eingeschränkt

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

 

viele haben es wahrscheinlich schon mitbekommen: das Tierarzneimittelgesetz (TAMG, https://dserver.bundestag.de/btd/19/310/1931069.pdf), das Ende Januar 2022 in Kraft treten soll, hat weitreichende Folgen für die Gesundheit unserer Tiere.

 

Im September muss das Gesetz noch durch den Bundesrat, und falls der es genauso durchwinkt wie zuvor der Bundestag, sind die Folgen (nicht nur) für die Tiergesundheit verheerend.

Als Tierhalterin und klassisch homöopathisch arbeitende Tierheilpraktikerin bin ich konkret von diesem Gesetz betroffen, denn mir droht ein Berufsverbot und ich dürfte auch meine eigenen Tiere nicht mehr behandeln!

 

Es geht im Übrigen nicht nur um Homöopathika, sondern auch um zahlreiche andere Präparate, die apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig sind und (aus Kostengründen) nur für den Humanbereich zugelassen sind: Enzympräparate, Probiotika, Phytotherapeutika etc. pp., die zum Teil seit Jahrzehnten zum Wohl der Tiere eingesetzt werden.

 

Möglich wäre die Verabreichung nur noch mit einer tierärztlichen Behandlungsanweisung. Das heißt, ein Tierarzt müsste das Humanarzneimittel umwidmen. Dazu müsste er ein mehrseitiges Formular ausfüllen und eine schriftliche Behandlungsanweisung aushändigen. Diesen Aufwand wird kaum ein Tierarzt freiwillig (und kostenlos) auf sich nehmen.

 

Alle anderen (egal, ob Tierhalterinnen/Tierhalter oder THP, Physios, Ernährungsberater/innen) begehen ab Ende Januar 2022 eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie ihren Tieren oder Tierpatienten Homöopathika oder andere rezeptfreie, apothekenpflichtige Humanpräparate geben. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld belegt werden.

 

Hier kann gegen dieses Gesetz protestiert werden:

 

https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/therapiefreiheit-fuer-tiere-erhalten-tierarzneimittelgesetz-ueberarbeiten#petition-main

 

Danke für Eure Unterstützung!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Am 28.8.2021 um 10:55 schrieb Tante Polly:

Es geht im Übrigen nicht nur um Homöopathika,

Was die Einschränkungen durch den Entwurf für das TAMG angeht: stimmt.

 

Was die in dieser Petition vorgeschlagene Änderung angeht: doch, da geht es ausschließlich um die registrierten homöopathischen Arzneimittel.

 

Gibt es vielleicht auch irgendwo eine Petition, die sich für eine generelle Ausnahme für Tiere, die nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, einsetzt? Und die sich nicht mit albernen Fallbeispielen von Kater Max und Hund Bruno der Lächerlichkeit preisgibt?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

In der Petition heißt es:
"Wir begrüßen das Anliegen des TAMG, Tiere vor dem unsachgemäßen Gebrauch und der Anwendung von unverträglichen oder schädlichen Arzneimitteln zu schützen. Um jedoch die Therapievielfalt nicht einzuschränken, fordern wir eine Möglichkeit, bewährte und für Tiere gut verträgliche Arzneimittel weiterhin unkompliziert zugänglich zu machen."

Die vorgeschlagene Änderung des § 50 Abs. 2 bezieht sich tatsächlich zunächst nur auf Homöopathika. Der Versuch, alle rezeptfreien und apothekenpflichtigen Humanpräparate von der Umwidmungspflicht ausnehmen, wurde in den bisherigen Verhandlungen immer sehr schnell abgewiegelt, da es eben auch viele Arzneimittel aus dem Humanbereich gibt, die für Tiere unverträglich oder sogar tödlich sein können (z. B. viele Schmerzmittel). Darum gibt es meines Wissens auch keine Petition, die dies fordert.

Zunächst muss das TAMG erneut "auf den Tisch" (des Bundesrats und der zuständigen Ausschüsse) und das ist das Ziel dieser Petition.

PS: Was genau ist denn an den Praxisbeispielen lächerlich?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor 1 Stunde schrieb Tante Polly:

PS: Was genau ist denn an den Praxisbeispielen lächerlich?


- Dass es Anekdoten sind. Noch dazu zwei Beispiele ohne Diagnosen und ohne die geringste Chance, eine Kausalität zwischen der homöopathischen Behandlung und der Änderung des Zustands der Patienten zu erkennen.

- Dass dann auch noch Sätze wie „Ein Tierarzt war zu dieser späten Stunde gar nicht greifbar,“ darin auftauchen. Unsachlicher geht’s ja kaum noch.

 

vor 1 Stunde schrieb Tante Polly:

Zunächst muss das TAMG erneut "auf den Tisch" (des Bundesrats und der zuständigen Ausschüsse) und das ist das Ziel dieser Petition.


Davon ist in der Petition aber nichts zu lesen. Da wird eine konkrete Änderung vorgeschlagen.

 

Für mich liest sich das ein bisschen so, dass sich die Homöopathie mit der Registrierung eine Ausnahme ergaunert hat, um mit den großen Kids in der Apotheke mitspielen zu dürfen, und jetzt, wo es für diese neue Spielregeln gibt, möchte man davon aber bitteschön auch wieder ausgenommen werden.

 

In dem Entwurf zum TAMG heißt es:

Auf Grund der künftig zwischen den Rechtsbereichen bestehenden Unterschiede kommt es nicht in Betracht, die Bestimmungen für Tierarzneimittel und die Bestimmungen für Arz- neimittel, die zur Anwendung beim Menschen bestimmt sind, weiterhin gemeinsam in Best- immungen des Arzneimittelgesetzes zu regeln.

Konsequent wäre also eigentlich eine Entsprechung zu den Paragraphen 38 und 39 AMG im TAMG.

 

Ach so:

 Funktionierender Link zum Gesetzesentwurf: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/T/TAMG_GE_Kabinettfassung.pdf#page40

 

Link zur Petition selbst, nicht bloß zur Unterschriftenseite:

https://www.openpetition.de/petition/online/therapiefreiheit-fuer-tiere-erhalten-tierarzneimittelgesetz-ueberarbeiten#petition-main

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

https://www.change.org/p/europ%C3%A4ische-parlament-eu-will-weitreichendes-antibiotikaverbot-f%C3%BCr-tiere-gefahr-f%C3%BCr-unsere-tiere

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Der Artikel in der Süddeutschen ist schlecht recherchiert und tendenziös, da die Reporterin wohl einer bekannten Tierrechtsorganisation nahesteht.

Leider sind die Befürchtungen der Tierärzteschaft wohl allzu begründet und von Seiten des Herrn Häusling kommen nur Phrasen, die nicht geeignet sind, diese zu zerstreuen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

das Problem ist folgendes:

Um das umzusetzen, was Herr Häusling gerne möchte, muss die bereits beschlossene EU-Grundverordnung geändert werden, und zwar bis zum 28. Januar nächsten Jahres.

Ob das bis dahin möglich ist und ob es überhaupt in Angriff genommen wird, darauf hat Herr Häusling keinerlei Einfluss.

Das bedeutet, wenn sein Veto von der Kommission angenommen wird, landen viele für die Behandlung von Tieren lebensnotwendige Antibiotika auf der Liste.

Das bedeutet, ihnen wird die Zulassung für die Tiermedizin entzogen.

Auch wenn Herr Häusling nicht müde wird, zu beteuern, dass es ausschließlich um Massentierhaltung geht und  Haustiere nicht betroffen wären, ist eine Behandlung mit diesen Antibiotika dann nicht mehr möglich.

Auf konkrete Nachfragen, ob er garantieren kann, dass die Grundverordnung rechtzeitig geändert wird, kommt leider bisher  beharrliches Schweigen.

Darum ist es wirklich wichtig, dass alle Tierbesitzer die Petition zeichnen oder bei ihrem TA in der Praxis unterschreiben

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ganz einfach ein Benutzerkonto

Du musst ein Benutzerkonto haben, um Beiträge verfassen zu können

Registrieren

Deine Hunde Community

Benutzerkonto erstellen

Du hast ein Benutzerkonto?

Melde Dich an

Anmelden

×
×
  • Neu erstellen...