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Hundeforum Der Hund
wildwolf

Ab wann beginnt bei euch Führung?

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Hallo!

Ich bin zwar nicht Caro, aber ich meine, ihre Frage zu verstehen, und die Antwort interessiert mich auch!

Also, für mich stellt sich die Frage folgendermaßen: wenn mein Hund meint, selbst Führung übernehmen zu müssen (entweder, weil er mir die Führung nicht zutraut, oder, weil er ein großes Selbstbewusstsein hat), setze ich meinen Führungsanspruch dann gegen den Willen des Hundes durch, mit allen nötigen Mitteln?

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken?!

Viele Grüße, Iris

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Das ist fuer mich Situationsabhaengig.

Generell, wenn aus Shylas Fuehrung keine negativen Ergebnisse zu erwarten sind, dann lasse ich sie gerne Entscheidungen treffen.

Daraus ergibt sich, dass sie zu Hause viel Selbstbestimmrecht hat. Spielzeuge zur Verfuegung, freier Zugang zu Garten, wir haben nur immer ein Ohr offen fuer verdaechtige Geraeusche.

In der Oeffentlichkeit gibt es meist so viele Beteiligte, mit Hunde, Autos, Kinder, Leute, so dass ich mehr Einfluss nehmen muss. Es ist allerdings einfach mit ihr, da ihr Wille eindeutig nicht der staerkste ist. Sie ist sehr leicht umzustimmen, wenn wir ihre Absichten nicht moegen.

Schwieriger wird es, wenn wir nicht sicher sind, ob ihr Verhalten angebracht ist, oder nicht.

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zu spaet zu edit

Noch ein paar Ausfuehrungen. Fuer uns trifft die 24h Fuehrung zu fuers erste halbe Jahr mit Shyla. So wie wir es jetzt haben, hat sich langsam ergeben durchs Zusammenleben und Regeln einhalten. zB hat sie ca 6Monate gebraucht, bis sie ohne mein Sagen an Kreuzungen wartet. Ich erwarte dass Shyla bald noch weniger Hilfe von mir braucht um zu wissen was von ihr erwarted wird.

Meine Einstellung ist:gib kein Kommando, bevor es nicht ersichtlich ist, das es noetig ist. Und wenn ein Kommando ausgesprochen wurde, setze es auch durch. Dazu muss ich sagen, dass ich im Spiel oft mit Shyla in Saetzen rede und mit Fragen ob sie etwas kann. Das ist dann alles nicht verbintlich.

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... wenn mein Hund meint, selbst Führung übernehmen zu müssen ..

Dieses ist wohl ein Satz, der zu den allermeisten Missverständnissen im Zusammenleben mit dem Hund führt.

Mit dieser *Interpretation* ist man schnell bei der Hand... wenn ein Hund sich "falsch" verhält... ich halte sie dennoch in den meisten Fällen für falsch.

Nur weil ein Hund in bestimmten Situationen nicht weiß, was (unseren Erwartungen nach) "richtig" ist... hat das noch lange nix damit zu tun, dass er irgendwie "führen" will...

Diese Glorifizierung des Begriffs *Führung* ist mir einfach zu aufgeblasen.

Ich weiß nich, wie ich das anders ausdrücken soll... klingt böse... ist gar nicht so gemeint.. ich finde nur keine anderen Worte dafür.

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Dann nenn es anders, Antje!

Iris meint das gleiche wie ich.

Was ist, wenn Hund uns in dem Moment nicht zutraut, dass wir Führung übernehmen?

Weil er bisher die Führung gehabt hat, sei es weil er musste oder durfte

Gruß,

Caro

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Ich denke, meistens weiß er einfach nicht, wie er es anders machen könnte... er kennt keine Alternativen.

Dass der Hund führen will oder muss.. ist ne recht menschliche Interpretation.

Dass ich meinen Hund führen muss (ich nenne es lieber *anleiten*) steht außer Frage... dass er *führt* halte ich für falsch.

Er trifft vielleicht falsche Entscheidungen.

Immer nach seinem Vermögen und mit dem Ziel, für sich selbst, das bestmögliche heraus zu holen.

Hier ist es meine Verantwortung, das bestmögliche für den Hund ebenfalls zu wollen und das mit meinem Leben, den Umständen und dem Umfeld in Einklang zu bringen.

Für mich sind die Formulierungen wichtig, weil davon das weitere Vorgehen abhängt.

Wenn man es *der Hund übernimmt die Führung* nennt... folgt daraus: der Hund darf das nicht... man muss etwas "dagegen" unternehmen. Die Formulierung hat also einen negativen Touch (zumindest für mich).

Nenne ich es: "Der Hund trifft eine falsche Entscheidung" folgt für mich daraus, dass ich ihm zeigen kann, wie er es richtig machen kann, also "dafür". Das ganze bleibt neutral oder sogar *gut* für den Hund.

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Wenn man es *der Hund übernimmt die Führung* nennt... folgt daraus: der Hund darf das nicht... man muss etwas "dagegen" unternehmen. Die Formulierung hat also einen negativen Touch (zumindest für mich).

Wo in dieser Formulierung etwas Negatives steckt, verstehe ich nicht. Wenn ich etwas übernehme, dann ist das doch nichts Schlimmes. Es gibt genügend Hunde, die führen, manche sogar ganz ausgezeichnet, und sie führen gerne und haben Menschen, die sich gerne führen lassen. Und sie sind nicht überfordert damit und leben relativ unauffällig.

Aber es gibt eben auch die anderen. Bei die mit der Last der zu treffenden Entscheidungen überfordert sind und ständig gestresst sind und dadurch Dinge tun, die wir nicht mehr hinnehmen wollen. Ich sehe Führung als Entlastung des Hundes in Lebensbereichen, die ich besser überblicken kann als er bzw. die die gesellschaftlichen Regeln uns vorgeben.

Entscheidungen treffen oder anleiten sind für mich Unterbegriffe der Führung. So würde ich sie mit definieren. Negativ wird bei mir dadurch immer noch nichts. Und dass der Hund danach STREBT, führen zu WOLLEN, ist für mich eh quatsch. Es bleibt ihm halt oft nichts anders übrig, als sich für das Naheliegende zu entscheiden. Und ist der Mensch an seiner Seite in seinen Augen unfähig, entscheidet er sich ganz sicher nicht, ihm zu folgen.

Um die Frage von Caro noch mal aufzugreifen, die ich jetzt verstehe: Wenn ich Führung um jeden Preis durchsetzen muss, dann rede ich nicht mehr von Führung. Dann bin ich nämlich noch in der Phase des Krampfes. Warum sollte mir mein Hund in Situationen, in der ich mit jeder Phaser meines Körpers Unsicherheit ausstrahle, vertrauen????

Und da kommen wir wieder an die Stelle, wo Antje vor einigen Seiten schrieb, dass es manchmal auch Führung bedeutet, Dingen oder Situationen aus dem Weg zu gehen, wenn man ihnen mittendrin nicht gewachsen wäre. Damit begebe ich mich im Anspruch ein paar Schritte zurück und kann meinem Hund Stück für Stück beweisen, dass es sich lohnt, sich mir anzuvertrauen.

Kann mir noch jemand folgen???

LG Anja

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Ja, Anja, ich kann dir folgen! =)

Deine Antwort ist für mich total nachvollziehbar und hört sich für mich auch umsetzbar an.

Das heißt also, in Situationen, bei denen ich mir selbst noch unsicher bin, ob Fanja meine Führung akzeptiert, lasse ich es gar nicht soweit kommen, dass es zur Konfrontation zwischen Fanja und mir kommen könnte, sondern gehe nur so weit, wie ich weiß, dass Fanja mir auf jeden Fall folgt?

@ Antje: vielleicht war meine Frage auch etwas ungeschickt formuliert. Bei mir sind Situationen, in denen ich meine, dass ein Hund versucht, Führung zu übernehmen, Situationen, in denen der Hund den Anschein erweckt, selbst etwas regeln zu wollen. Beispiel: Leinenpöbelei. Allerdings bedeutet "Der Hund übernimmt die Führung" für mich nicht, dass der Hund "dominant" wäre oder irgendwie die Weltherrschaft an sich reißen will ;) , sondern ich unterstelle jetzt mal, dass der Hund in den meisten Fällen meint, die Situation selbst regeln zu müssen, weil er es dem Menschen einfach nicht zutraut. Daran kann auch ich nix Negatives sehen!

Viele Grüße, Iris

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... weil er es dem Menschen einfach nicht zutraut.

.. daran glaube ich in den meisten Fällen eben nicht. ;)

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Hi Antje!

Was meinst du denn, was passiert, wenn ein Hund (so wie ich es verstehe) versucht, etwas selbst zu regeln, z.B. pöbelt? Was geht dann deiner Meinung nach ab?

Die Frage ist nicht provozierend gemeint, deine Einschätzung interessiert mich wirklich! Ich bin immer offen für neue Sichtweisen!

Viele Grüße, Iris

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