Jump to content
Hundeforum Der Hund
Lasbelin

Meine Hundegeschichte (sehr lang) :)

Empfohlene Beiträge

Ich möchte euch - weil ich wohl gerade etwas gefühlsdusselig bin - von "meinen" Hunden und

meinem Bub erzählen.

Mein kleiner Bär - mit ca. 9 Wochen hab ich ihn aus dem Tierheim bekommen.

Eigentlich wollten wir ja keinen Welpen und eigentlich wollte ich auch nie einen

Mix haben "da weiß man ja nicht was man bekommt". Damit hatte ich auch recht - was da in Natas steckte kam erst viel später raus und das nur durch Zufall. Wobei ich (ihr werdet es nachher lesen können) sowieso mit der Bezeichnung nie hätte was anfangen können. Auf jedenfall wollte ich immer einen Schäfi haben. Bedingt durch meine vielen Pflegis

die ich früher hatte (mit ca. 11 - 15 - tagtägliche Gassirunden oder halbtagsbetreuung)

hatte ich zwar viele Hunderassen und deren Mixe kennen gelernt (aber von Hunden hatte ich

trotzdem herzlich wenig ahnung). Vom Altdeutschen Schäferhund, über den Kleinpudel,

Dobermann, Afghanen, Cocker, Basset und eben die vielen Mixe - es waren sehr viele Hunde

dabei.

Ich wurde mit ca. 7 - 8 Jahren von einem Rotti gebissen und leider auch richtig, diese

Narben sieht man immer noch - aber ich muss der kleinen Rottimaus trotzdem danken - den

sonst wäre es wohl heute nicht so wie es ist. Warum ich damals gebissen wurde lag einfach

daran das die Eltern von meiner Freundin nicht zuhause waren und uns zwar verboten durchs

Wohnzimmer in den Garten zu gehen - aber meine Freundin meinte wohl damals das das schon

gehen würde (so genau weiß ich es nichtmehr). Ich hatte vor der Rottihündin davor schon

immer viel Angst und ich glaube in Nachhinein betrachtet "musste" sie zuviele aufgaben

übernehmen. Jedenfalls hat sie keine Schuld dran getragen.

Nach dem Biss (dem Hund ist natürlich nichts passiert - das wollte ich nicht, das wollten

meine Eltern auch nicht - sie wurde soweit ich weiß doch 13 Jahre alt) hatte ich Angst vor

jedem Hund. Ich erinnere mich noch daran wie ich schreiend vor einem ca. 20 cm großen Yorki

weggerannt bin - dieser natürlich freudig hinter mir her *g*

Es begann dann die Aufarbeitung, es fing an mit Kutscholo (ob man seinen Namen so

geschrieben hat weiß ich nicht) ein Westi - wie er im Buche steht. Leider hat sich die

Familie nicht so um ihn gekümmert und sie waren ganz froh das ich ihn immer mitgenommen

habe.

Mit Kutscholo teilte ich mein Eis, meine Nerven, er seine Nerven und er hat die ersten

Schritte in meine "Hundewelt" möglich gemacht. Dann die Schäferhundezucht einer damaligen

Freundin bzw. deren Opa. Eine tolle Hündin aus der Zucht hat mich unter die Fitiche genommen

und mir beigestanden wenn ich Angst hatte (die Hunde lebten in einem Wohngebiet - ein sehr

sehr großer Garten wo auch noch ein Pferd stand - vor diesem hatte ich Angst und die Hündin

stand mir dann immer bei).

Dann gab es noch ein paar Hunde - 4 die mir sehr wichtig sind und die mich auch sehr geprägt

haben.

Als erstes Cilla - eine Airdeale Terrier Hündin, aus schlechter Haltung - nur das Frauchen

konnte mit ihr spazieren gehen mit dem Herrchen ist sie nicht mit. (sie kam aus schlechter

Haltung - ihr neues Zuhause - also dort wo ich sie immer mitgenommen hatte war wunderschön

für sie). Ich hab sie abgeholt mit meinen anderen Fellnasen (Jasper - Beaglemix, und Chipsie

Pudel - von ihr kommt gleich noch mehr) - sie wollte nicht weiter gehen. Ich habe sie

damals weiter getragen wenn sie nicht gehen wollte - ich war der Meinung das sie somit

lernen wird das sie wirklich viel Spaß mit uns haben kann und aber immer wieder zurück

kommt. Ja das hat sie dann auch gemerkt - natürlich war dieser Weg kein guter, ich möchte

garnicht wissen was die arme Maus für Ängste ausgestanden hat - aber ich wusste es damals

nicht besser und habe damals nicht soweit gedacht :( (soviel zur Gerechtigkeit gegenüber

unseren Hunden :( ). Aber als sie wußte - ich komme immer wieder nachhause - da war sie

einer meiner besten Freunde. Aber auch sie habe ich verraten - als ich beschäftigter war :(

Dafür schäme ich mich immer noch - aber wir hatten ein paar schöne Jahre.

Dann meine kleine Chipsiemaus, ein Pudel (Zwergpudel). Sie gehörte einem alten Ehepaar und

als ich sie das erstemal mitnahm war sie wirklich eine "Ballerina", tänzelte vor sich hin,

kannte gar keine anderen Hunde, fraß Glasscherben! - aber später war sie einfach nur ein

Traumpudelchen. Ihr verdanke ich meine große liebe zu Pudeln. Auch wenn ich deswegen immer

belächelt werde. Sie hat mir gezeigt was für ein großes Herz in so einem kleinem

Hundemädchen stecken kann.

Maxl - mein Altdeutscher Bub.

Maxl war ein früherer Hofhund den die Besitzer mitgenommen haben weil der Hofbesitzer starb

und er sonst eingeschläfert geworden wäre. Maxl durfte nur an der Flexi laufen und die Flexi

war an einem Stachler befestigt. Das schlimme ist - ich habe mir damals keinen Gedanken

darüber gemacht - ganz im Gegenteil. Gut - Maxl hatte sehr viel Fell und Unterwolle aber

trotzdem (und er hat auch nie gezogen). Ich denke das die Besitzer einfach das HB übernommen

haben was er eben schon immer dran hatte. Aber Trotz dem Stachler hatte Maxl ein tolles

liebevolles zuhause.

Maxl war mein Aufpasser. Ich war früher sehr sehr ängstlich und unsicher anderen Menschen

gegenüber, es hat auch nach Maxl viele viele Jahre gedauert dies aufzuarbeiten aber wie

gesagt - er passte immer auf mich auf. Ein Park - Jugendliche Pöbbler die es lustig fanden

mich kleines, mit Brille und nicht vorteilhaften Klamotten - zudem noch schmutzig (klar im

Matsch rumkriechen mit den Hundis ;) )auszulachen. So wahr es früher immer als Maxl noch

nicht dabei war. Dann kam Maxl, er merkte sofort wenn ich mir unsicher war, lief dann ohne

einen Kommentar neben mir - auf seinen Rücken hätte man eine Wasserwage ablegen können und knurrte sobald mich jemand von den "bösen" nur angesehn hat. Wie gesagt - er gab mir soviel sicherheit und er war der souveränste Hund den ich bisjetzt je kennenlernen durfte.

Sein bester Freund war ein Rehpinscher ;) Und - er knurrte auchmal meine Mutter an als diese mich schimpfte als ich nicht aufräumen wollte *gg* (meine mutter musste nur lachen )

Charlie.

Charlie war mein Hund. Ein Golden Retriever - sehr groß (kam er mir damals vor - wir hatten

damals in der Gegend nur einen anderen GR und der war - so wie ich es jetzt beurteilen kann

- sehr sehr klein). Charlie war ein Hund wie man ihn sich vorstellt. Einfach nur lieb

(während ich das schreibe kann ich seinen Atem immer noch riechen). Wollte seine Leine immer

tragen, hat bei seinem ersten Erlebniss mit Schlitten (er lief frei) von selber angefangen

diese Schlitten hochzuziehen (von fremden Kindern). Ist unglaublich gerne Bus gefahren

(einmal stand ich auf einem Feld - Charlie sah einen Bus - Charlie lief los - Bine hinterher

- Bine kam gerade noch eben so in den Bus wo Charlie schon im Eck saß und aus dem Fenster

rausgeschaut hat). Charlie gehörte einem jungen Pärchen - ca- 20 -25 jahre - 18 stunden am

Tag unterwegs. Deswegen habe ich Charlie nach der Schule immer abgeholt und wir haben

zusammen tolle Dinge unternommen. Das Pärchen trennte sich - Charlie hat einen neuen Platz

gebraucht - ich hätte ihn bekommen - durfte aber nicht. Ich muss jetzt immer noch die

Tränchen wegwischen aber Charlie hat dank Maxl´s Besitzern einen tollen Platz bekommen.

Leider wurde Charlie am Schluß so allergisch das er nur noch Gemüse fressen durfte.

Nun mit all diesen Hunden im Geist habe ich damals meinen :) Bub gesucht, auch das kam sehr

überraschend - mein damaliger Freund meinte das er einen Hund haben wollte.

Aber wir wollten eben keinen Welpen sondern einen Ausgewachsenen - er wollte einen Dogo oder

Cano Corso etc. - mir war es egal - ich hätte alles genommen, hauptsache endlich einen Hund.

Nun - wir fanden bei den "großen" keinen und gingen nichtsahnend in die "Krankenstadtion" -

dort saßen auch Welpen. Auch Natas. Alle Welpis kamen sofort nach vorne an den Zwinger - nur

Natas nicht. Den hat das herzlich wenig interesiert, erst als eine andere Dame mit

Leckerchen kam hat der "herr" sich auch nach vorne bequemt.

Genau aus dem Grund wollte ich ihn, dieses kleine an mir uninteressierte Würstchen auf 4

Beinen. Aber wir haben noch einen Tag drüber geschlafen und haben uns am Abend noch andere

Seiten angesehn. Mein damaliger Freund meinte aber dann "du hast dich doch schon längst

entschieden". Deswegen fuhren wir am nächsten Tag wieder ins TH um herauszufinden wie das

genau abläuft mit der Adoption. 2 Stunden später hatten wir "Hubertus" (so hies der Bub

damals) auf dem arm. Wir hatten noch nichts daheim, kein Bettche, keine Näpfe, keine Decken,

kein Futter, keine Leinen. Wir haben Natas sogar ohne Halsband bekommen. Deswegen führte der

erste Weg zum Fressnapf (wo mir die FN angestellte sofort weißgemacht hat das ein Geschirr

ja die KNochen verbiegt *kotz*)

An demselben Tag (mein gott was ich ihm zugemutet habe) sind wir noch zu meinen Eltern

gefahren, eigentlich wollten wir nämlich eine Woche drauf für einen Monat Urlaub machen -

deswegen ging das auch mit dem Welpi bzw. mein damaliger Freund war bedingt durch die

selbständigkeit eh zuhause. (Trotzdem war ich die Woche bis zu meinem Urlaub plötzlich

schlimm schlimm krank ;) ) Jedenfalls dachte ich das jetzt das Donnerwetter meines Lebens

über mich zusammen brechen würde, aber nein - genau das gegenteil trat ein.

Nun könnte ich noch viele kleine und große Dinge aus seiner Welpi/Jugendzeit schreiben. Aber

nachdem ich jetzt schon das Außmaß eines normalen Beitrags gesprengt habe erspar ich euch

dies.

Kurzum - mein Freund und ich trennten uns, ich machte mich selbständig damit der Bub nicht

alleine sein muss, fand meine erste Wohnung UND ich übertrieb es mit der "bloß nicht

bedrängen" "eiditeidistimme" etc. Nach ein paar Monaten hatte ich einen Jungrüden (der davor

auch schon schwierig war) der mir auf jeden Menschen losging. Natas hat sich noch nie mit

Leckerchen, Spielzeugen (langweilig pff was soll ich damit) bestechen lassen. Deswegen

konnte ich auch nicht mit ablenkung bzw. nur gering damit arbeiten - aber auch das war genau

falsch für ihn. Diese Zeit war wirklich sehr schlimm für uns beide - für Natas weil er ein -

für ihn - unzurechnungsfähiges Frauchen hatte - für mich - weil ich nicht wußte was ich

machen sollte. Es kamen zweifel auf, "hätte ich ihn doch kastrieren lassen sollen wie mir

alle immer geraten haben" (das wurde mir schon im Welpialter geraten - weil sonst hätte ich

später mal ein Monster an der Leine), "sollte ich noch mehr beschwichtigen *roll*" etc.

Wohlgemerkt war Natas mit mir seit anbeginn immer in der Hundeschule - hat Menschenmaßen

kennen gelernt, lief mit mir über den Marienplatz etc. alles kein Problem - damals.

Nun hatte ich das Glück eine bzw. zwei gute Hundetrainerinnen kennen zu lernen.

Bedingt durch eine Freundin habe ich Anita kennen gelernt - wenn auch nur telefonisch und

auch wenn wir nur kurz miteinander telefoniert hatten - das hat mir damals soviel geholfen. Ein Mensch der mich endlich verstand, der verstand warum ich Natas nicht kastrieren lassen wollte (weil ich den Fehler bei mir sah - und ich hatte recht *gg* ich hab ja nciht oft recht ;) )

(Danke dir Anita - auch wenn du dich bestimmt nichtmehr an uns erinnern kannst).

Die zweite Hundetrainerin habe ich "geschenkt" bekommen, ich kannte sie schon und hielt und halte immer noch sehr viel von ihr - ich hatte bei ihr auch schon ein Seminar belegt sie hat damals - als gott und die welt auf mich eingeredet hat - mich in meinem "nichtkastrierungswunsch" bestärkt. Sie hat mir damals die unsicherheit Natas gegenüber Hundebegegnungen aufgezeigt.

Dank ihr fing ich an Hundebegegnungen verbal zu bestätigen wenn der Bub sich richtig verhalten hat (weil der Bub einfach nicht wußte ob das was er macht jetzt gut oder schlecht ist um es mal vermenschlicht auszudrücken) - 2 Einzelstunden und ich hatte eine Grundlage zum arbeiten, aber diese Grundlage war schon sowas von toll - ihr könnt euch denken - eigentlich waren es nur kleine änderungen. Sie kam aus Augsburg her und hat uns in diesen 2 Stunden bzw. mir in diesen 2 Stunden - die Augen geöffnet. Seitdem ging es eigentlich ständig bergauf.

Und nun der Grund für diesen Beitrag.

Ich möchte meinem kleinen mittlerweilen großen Bub danken, danken dafür das er mich soviel

gelernt hat und immer noch lernt und lernen wird. Danke das er mir meine Fehler aufzeigt und

diese Fehler beziehen sich nicht nur auf die Hundeebene, danke das du mein bester Freund

bist, mein Hundeheld. Danke das es dich gibt meine kleine Maus (oder Mäuserich - wir wollen

ja politisch korrekt sein ;) ). Danke das ich durch dich in den letzten 2 1/2 Jahren selber

so wachsen konnte, danke das du mich auf die richtigen Wege leitest.

Mir würden noch soviele Dinge einfallen die ich dir noch schreiben könnte mein Held.

Und danke auch meine kleinen Pflegemäuse im Hundereich das ihr mir diesen tollen - nicht

Rassehund ;) geschickt habt.

Ende des Romans.

Liebe Grüße

Bine

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Für die komische Formartierung muss ich mich entschuldigen - ich hab den Text im Editor geschrieben und habe zwar versucht die unregelmäßigkeiten (Absätze) zu entfernen - aber bevor ich jetzt nochmal an dem Text rumwurschtel - lass ich es lieber bleiben, sonst schreibe ich wohlmöglich nochmehr *schäm*

Liebe Grüße

bine

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Bine, :winken:

finde deinen Beitrag sehr interessant, hast alle Fellnasen die dich bisher begleitet haben darin bedacht. Ist ja schon einiges was du bisher in deinem Leben mit den Vierbeinern erlebt hast. :Oo

Schön daß du so glücklich mit Natas bist, man kann sehr gut aus deinem Beitrag rauslesen daß genau er der richtige Hund für dich ist! Wünsche dir daß es auch weiterhin immer bergauf geht! :)

LG Elke ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hab mich hier auch mal durchgelesen!

Find das sooo toll geschrieben, beim letzten Absatz kullerten mir dann die Tränchen.

*mir fehlen die Worte*

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.