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Hundeforum Der Hund
Merle

Bissige Pudel - Was tun??

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Hey, gemütliches Viertel, da bei Euch! Dreht man da nicht durch? Ich wüsste wirklich nicht, was ich tun würde, wenn da so ein Rotzlöffel mit ner Hacke auf meinen Hund los geht... und mich dann noch anmault? Wird es denn gehen?

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Bevor hier der Eindruck entsteht, dass ich in einem Viertel mit lauter neurotischen Kampfhundbesitzern und Krawallomis wohne :D : Das sind hier drei kleinere Straßen, insg. so ca. 80 - 90 Häuser bzw. Doppelhäuser. Da ist es wohl schon statistisch gesehen normal, dass da 2 - 3 Bekloppte bei sind ...

Aber die "Omi" hat wirklich einen ganzen Schraubenladen locker. Mein erstes Erlebnis: Ich geh nichts Böses ahnend mit Rakko die Straße lang (Molly hatte ich zu der Zeit noch nicht), und er hinterlässt wie immer seine Markierung. Wie sie halt so sind, die Vierbeiner ;) Frau G., übrigens eine sehr adrette, gepflegte Frau, werkelte in ihrem Garten vor sich hin. Plötzlich höre ich ihre zickige Stimme (das folgende Zitat ist wortwörtlich so gesagt worden!): "Danke fürs gegen die Büsche pissen!" Ich habe erst mal ganz verdutzt geguckt, denn zu so einer damenhaften Person passt diese Wortwahl ja nun mal gar nicht. Nach einigen Sekunden sagte ich dann: "Bitte. Gern geschehen!" Man kann mich bestimmt um alles nett bitten, und dann versuche ich auch, mich danach zu richten, aber auf so einen Ton reagiere ich entsprechend. Daraufhin blubberte sie los, dass ich nun frech werden würde etc. Ich habe die einfach stehen lassen.

Wochen später die Geschichte mit der Hacke, da war meine Mutter mit Rakko unterwegs, die hat zu dem Kind nur gesagt, verschwinde, und der ist auch abgehauen.

Wieder einige Tage später. Kommt der Kleine neunmalklug auf mich zu (er kann ja nichts dafür, wenn er das so vorgelebt bekommt) und spricht mich an, ich solle doch mit meinem Hund nicht hier lang gehen und den gegen die Büsche p... lassen. Oma werkelte weiter hinten im Garten. Ich ziemlich laut zu dem Kleinen gesagt, es war fast schon Anschreien (damit Frau G. es hört): "Pass mal auf, Du gehst jetzt mal zu Deiner Oma und erzählst ihr, dass die Büsche auf einem öffentlichen Weg stehen, und wenn sie noch mal rumquakt, gehe ich zur Behörde und lasse die Büsche rausrupfen!" Der Lütte konnte damit natürlich nichts anfangen und guckte mich auch ganz erschrocken an. Mir hat's sogar hinterher leid getan, so'n lütten Kerl anzumosern. So ein kleines Kind 1. schon so antimäßig gegenüber Tiere einzustellen und 2. dann noch vorzuschicken ist aber von der Oma auch eine Frechheit! Von daher denke ich, dass ihm der Anraunzer auch mal ganz gut getan hat, vielleicht ist er danach vorsichtiger geworden. So klein und schon so arrogant, da ist ein Dämpfer vielleicht nicht so verkehrt.

Ansonsten geht's hier eigentlich mit der Nachbarschaft. OK, einige sind so die typischen Dorftratschen, da habe ich nichts mit am Hut, aber kaum einer beschwert sich, wenn meine beiden mal bellen. Sind zwar keine Dauerkläffer, aber ab und zu schlagen sie natürlich an, und beide haben sie eine schöne laute Stimme :D Ich habe mich, seitdem einige nette Leute mit Hunden leider weggezogen sind, momentan relativ zurückgezogen, aber Hauptsache, man lässt sich in Ruhe... Problem ist, dass einige mich noch von kleinauf kennen, da fehlt manchmal der Respekt. Neulich bat mich eine Nachbarin, dass Rakko nicht gegen ihre großen Steine (so 'ne Findlinge, wie sie einige als Wegbegrenzung nehmen) pinkeln soll. Ich sage, OK, achte ich drauf, aber dann sprich hier bitte alle Rüdenbesitzer an, da strullern nämlich alle Rüden der Gegend hin. Ja, mache ich, meinte die Gute. Hat bestimmt beim Rottibesitzer gut gewirkt, die Bitte :D Bin aber davon überzeugt, dass die längst nicht alle angesprochen hat, aber mich kannte sie ja schon als kleines Kind, da kann man ja mal so was fordern.

Ist natürlich toll, wenn man eine Nachbarschaft hat, wo man gemeinsame Interessen findet und auch mal zusammen feiert und mit den Hunden geht. Das war bis vor einigen Jahren hier der Fall, tja, da sind die Falschen weggezogen :heul:

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Irgendwie sind wir jetzt etwas weit von den bissigen Pudeln weggekommen, letztlich hat es aber alles mit Rücksichtsnahme zu tun...

Die Dame mit den Pudeln nimmt keine Rücksicht auf andere Hundebesitzer, ängstliche Menschen und Kinder. Und wir Rüdenbesitzer (ich schließe mich hier ganz bewusst mit ein) nehmen meist keine Rücksicht auf anderer Leute Büsche, Hauswände, Zäune und Findlinge.

Es ist nicht einfach, aber es ist möglich, daß man den Jungs klar macht, wohin sie zu pinkeln haben, und wohin nicht.

Leider sehen Hausecken, Findlinge und Zäune nach einigen Monaten stetem Bepinkeltwerden fies aus und stinken. Ich kann sie irgendwie verstehen, die Besitzer dieser Gegenstände, daß sie uns nicht gut finden... Wie ein Lebensbaum oder anderer typisch deutscher Vorgartenbusch aussieht, wenn täglich zig Hunde dagegen strullern, weiß jeder. Sie werden gelb, braun und sind dann tot. Auch ärgerlich. Sieht blöd aus, ist auch irgendwie ein Lebewesen und kostet Geld... Ob die Büsche nun auf deren Grund stehen, oder nicht... ist eigentlich egal.

Was ich damit sagen will ist, daß man sich schon in die andere Seite versetzen sollte. Daß der Ton die Musik macht, ist meistens das Grundproblem, daß dieses Kind sich aufgrund des Vorlebens seiner Oma bescheuert verhält, ist keine Frage. Aber letztlich gibt es wirklich wenige Stellen, an denen ich meinen Rüden innerhalb eines Ortes pinkeln lasse.

Gerade weil ich sie irgendwie verstehen kann, daß sie einen angiften, weil sie schon den 5. Busch gepflanzt haben und jeder wieder kaputt gepinkelt wird. Trotzdem kommt es vor, weil kein Mensch immer konzentriert ist und weil es gerade der Findling meines Nachbarn ist, der meinem Hund verboten ist, aber anderen leider nicht... also ist der doppelt so wichtig und spannend.

Bitte nicht bevormundet fühlen, sondern nur noch mal nachdenken... Leider wird man auch dann noch angegiftet, weil manche einfach sauer darauf sind, daß man sich die Frechheit heraus nimmt, einen Hund zu halten. Aber es werden deutlich weniger, wenn man den Ruf hat, darauf zu achten und rücksichtsvoll zu sein.

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Doch, doch, auf Hauswände und Zäune nehme ich sehr viel Rücksicht, das ist klar, dass die Besitzer das nicht mögen.

Und ich achte seit der Bitte auch drauf, dass die Findlinge von Rakko in Ruhe gelassen werden, weil die Nachbarin einigermaßen höflich gefragt hat. Finde es aber seltsam, dass andere Hunde dagegen strullern, weil sie da nicht genug Mumm hatte, die Besitzer anzusprechen. Oder vielleicht, weil sie mit denen besser tratschen kann.

Aber wenn mich jemand in so einer Form wie die "Omi" anspricht und ich dann noch erleben muss, wie die ihren Enkel aufhetzt - nee! Die Büsche darf Rakko weiter beglücken. Übrigens sind die Büsche sehr stabil, die stehen schon jahrelang und mussten noch nie neu gepflanzt werden, seit ich dort langgeh, und das ist schon recht ein paar Jährchen. Die sehen sehr gesund aus. Von daher habe ich kein schlechtes Gewissen. Dass die halb auf dem Weg stehen und damit evtl. z. B. Leute mit Kinderwagen nicht ganz so gut vorbeikommen, fand ich früher aber nicht OK. Mittlerweile ist es egal, weil die Straße nach Neubau so vergrützt gestaltet wurde, dass man mit Kinderwagen eh nicht mehr gut hier langkommt, da stören die Büsche auch nicht mehr. Aber das ist ein anderes Thema ... Grundsätzlich mag ich übrigens Pflanzen und versuche darauf zu achten, dass Rakko keinen Beitrag dazu leistet, welche "kaputtzustrullern" :) .

Andererseits leben wir hier in einer ländlichen Gegend, und irgendwo müssen die Rüden ja auch mal ihre Markierungen hinsetzen... Ich achte schon drauf, dass die große Flüssigkeitsabfuhr bei uns im Garten stattfindet. Aber es geht ja um die Duftmarken.

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Wenn hier mal alle Grundstücke bebaut sein werden... die Rezession möge dies verhindern... dann weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr wirklich, wo mein Hund auf den Standard-Runden noch pinkeln können soll. Dann sind hier nur noch schicke Zäune, Deko-Dachplatten, Pföstchen, Mäuerchen und anderes Gerümpel.

Man erwartet wohl dann von uns Hundbesitzern, daß wir wegen jeder Runde raus fahren... und ich wohne schon ländlich.

Die paar Meter innerorts, wo man dann kein schlechtes Gewissen haben muß, sind aber derartig vollgepflastert mit Tretminen, daß es schon dem Hund ein größeres Navitationsgeschick abverlangt, nirgends reinzutreten.

Und da werden wir dann wieder alle über einen Kamm geschoren und angemacht, obwohl wir die Tüten zum Aufklauben nicht nur rumtragen, sondern auch benutzen.

Ja, ich gebe Dir total Recht, es ist schon der Ton und die Wortwahl, die einen auch bissig antworten läßt. Ich werde bei dem Wort Köter immer wild... es tut einfach weh, und sie treffen einem auch ins Mark, wenn sie uns mit unseren Lieblingen diskriminieren.

Vermutlich wären die meisten fiesen Auseinandersetzungen vermeidbar, wenn die Menschen, ohne zu werten, sachlich sagen, was sie wollen und nicht aus jedem Wort die Ansicht über das Halten von Hunden trieft.

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Vermutlich wären die meisten fiesen Auseinandersetzungen vermeidbar, wenn die Menschen, ohne zu werten, sachlich sagen, was sie wollen und nicht aus jedem Wort die Ansicht über das Halten von Hunden trieft.

Ja, damit sprichst Du mir aus dem Herzen. Man könnte doch alles auf nette Art und Weise besprechen... Ich mag manchmal schon gar nicht mehr erwähnen, dass ich Hunde habe :( Neulich sehe ich auf einem Kalender ein Bild eines Cockers, der Molly sehr ähnlich sah. Ich ganz erfreut: "Oh, der sieht ja fast aus wie meine Molly!" Wumms hatte ich von einer Kollegin sämtliche Berichte darüber gehört, welche Probleme sie mit Hundebesitzern hat, wenn sie mit ihrem kleinen Kind unterwegs ist. Und ich verstehe das ja auch! Aber meine Hunde werden angeleint, wenn uns andere Menschen, egal ob Jogger, Spaziergänger, Eltern mit Kindern, entgegenkommen. Aber man wird von einigen Mitmenschen mehr oder weniger direkt unter Generalverdacht gestellt. Ein anderer Kollege erzählte auch gleich von den vollgekoteten Gehwegen bei ihm vorm Haus. Mag er nicht, würde ich auch nicht mögen. Ich finde es ebenfalls eklig, in Hundeschiete zu treten, man glaubt es kaum ;) Na ja, nicht dass ich mich durch solche Erzählungen direkt angegriffen fühle, ich finde die Reaktionen nur ein wenig schade. Ich freu mich ja auch mit, wenn mir jemand die Erlebnisse mit seinen Kindern erzählt und kram dann nicht irgendwelche negativen Geschichten raus...

Apopos Tretminen, das geht bei uns noch dank vieler Grabenkanten, wo die meisten Hunde instinktiv ihre Haufen platzieren.

Einmal hatte Rakko es allerdings ziemlich eilig und einen Haufen auf dem Gehweg genau vor einem Schild Marke "Hier ist kein Hundeklo" fallen lassen :D Natürlich hatte ich gerade an dem Tag die Tüten vergessen, war ja klar. Da bin ich dann nach dem Spaziergang schnell noch mal hingetobt, um das zu entfernen.

Oh, wie war noch mal das eigentliche Thema? :redface Die bissigen Pudel...

@Merle: Gibt's da was Neues, oder ist die Situation unverändert?

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Ich bin so ein Mensch, der zuweilen einen Leserbrief schreiben muß... da hatte ich mich auch einmal revanchiert, als wieder einmal "DIE" Hundehalter über einen Kamm geschoren wurden.

Ich stellte dann einmal ein paar andere "Randgruppen" unserer Gesellschaft vor, von denen ich mich zuweilen doch auch sehr gestört fühle, es aber in der Regel für mich behalte und auch muß, da deren Befindlichkeiten in unserer Gesellschaft als NORMAL gelten.

Und damit bin ich wieder bei den bissigen Pudeln, ergänze aber die Rücksichtnahme noch um ein weiteres wichtiges Wort. Toleranz.

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