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Hundeforum Der Hund
Dobilein

Wie verhalten sich frei lebende Hunde?

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Das geht mir nun schon seit ein paar Tagen durch den Kopf und nun möchte ich euch mal fragen.

Es geht mir grade mehr um freilebende Rüden und wie das normale Verhalten von denen ist, wenn sie auf einen anderen, fremden Rüden treffen und ob es da einen Unterschied zwischen unseren Haushunden gibt.

Ich kann ja nun nur von Dobi aus gehen. Wenn wir in "seinem" Revier auf einen Rüden treffen, fängt er meist schon von weitem an zu fixieren, lässt sich aber relativ gut ablenken. Wenn wir dann aber auf Höhe des Rüden sind, knurrt er entweder leicht oder dreht völlig ab.

Auf neutralem Boden ist es was anderes. Erst beschnuppern sie sich ganz normal, aber Dobi geht dann langsam über in "Angriff" und würde dann auch angreifen, wenn ich dann nicht weiter gehen würde.

Das Verhalten auf neutralem Boden zeigt er aber auch manchmal in "seinem" Revier, aber wirklich äußerst selten.

Okay, dann kenne ich eben auch Leute, die sagen ihr Rüde verträgt sich mit allen. Heißt also, er sieht einen anderen Hund (Rüden) und möchte spielen, egal ob auf neutralem Boden im eigenen Revier.

Jetzt waren wir aber mit Dobi auch schon im Urlaub, wo es eben auch Straßenhunde gibt. Wenn ich mit Dobi dann spazieren gehe und uns begegnet ein Rüde, geht dieser entweder weiter oder kommt auf uns zu und will angreifen. Es sind aber jeweils immer die gleichen Rüden, also einer geht einfach weiter und ein anderer will angreifen. Also 2 verschiedene Rüden ;)

Jetzt denke ich mir halt, dass die freilebenden Hunde sich ja eigentlich schon richtig verhalten, oder nicht? Ich meine, keiner kann in ihre Taten eingreifen und Dinge unterbinden, die man eigentlich nicht unterbinden müsste, also sollten sie sich doch richtig verhalten? Sie wachsen immerhin in einem Rudel auf...

Verhalten sich unsere Haushunde dann falsch, wenn sie mit jedem spielen wollen?

Ich hoffe ihr wisst etwas mehr darüber als ich.

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Huhu,

ich glaube nicht, dass sie sich falsch verhalten, sie sind auf ein Leben mit uns angepasst. Zwar werden sie biologisch erwachsen und der Sexualtrieb, sowie ein gewisses Maß an Dominanz (oder auch nicht) bilden sich aus, aber wir halten sie ja klein. Sie werden ihr Leben lang gefüttert und alle Entscheidungen werden ihnen abgenommen. Nur ist das meiner Meinung nach nicht so schlimm. Schaue ich mir osteuropäische Straßenhunde an, so ist ihr "freies" Leben alles andere als frei. Durch die Masse an Hunden auf engstem Raum, haben viele von Ihnen nur ein Revier das kleiner ist, als viele zu Recht kritisierten Hundezwinger. Wehe ein Hund überschreitet seine Grenzen. Sie leben eigentlich 24 Stunden lang im Stress :(

Vielleicht liege ich mit meiner Meinung falsch. Aber ich finde nicht, dass sich unsere Hunde falsch benehmen. Sie haben sich so gut es geht unserer Zivilisation angepasst. Dazu gehört für uns meist, der Wunsch nach einem, mit Artgenossen verträglicher Hund. Und kein Kläffen in der Wohnung, kein Markieren, problemlos im Aufzug, Auto, Schiff usw. fahren, Shoppingtouren und Straßenfeste ertragen usw, usf. =) Spitzenleistung würde ich sagen. =)

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Das Verhalten wird durch Sozialisierungs- und Prägungs-Phasen beeinflusst und macht dadurch natürlich den Unterschied, ob ein Hund frei-/oder wild-lebend ist.

Ich glaube deshalb auch, dass das Wissen über Wildhunde, Wölfe oder Kängurus nichts über unsere Haushunde preisgibt.

Auch wenn mir wieder unterstellt wird, dass ich das nicht beurteilen kann, behaupte ich trotzdem, dass nur die wenigsten ausgewachsenen Rüden wirklich spielen.

Meist ist es entweder Imponiergehabe, Kraftverdeutlichung oder Anbaggern. Aber die meisten denken ja heutzutage auch noch wenn zwei Hunde sich gegenüber stehen und mit der Rute wedeln, dass sie sich dann freuen… :think:

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Huhu,

Erfahrung kann ich zu desem Thema leider keine einbringen, aber falls du gerne liest, kann ich dir das Buch "Pizza Hunde" von Günther Bloch ans Herz legen. Darin berichtet er von seiner Freilandstudie an verwildetetn Haushunden in der Toskana. Sehr interessant :)

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ja schönes Beispiel, da sieht man sehr deutlich wie sich das Verhalten verändert.

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Hallo Praktikantin,

Nicht die Prägung und Sozialisation machen den Unterschied bei Hunden, sondern ihre Umwelt. D. h., eine Prägung und Sozialisation durchlaufen sie so oder so.

LG Hans Georg

››Der Mensch hat das Sozialverhalten von Hunden tief greifend verändert (D. U. Feddersen - Petersen).‹‹

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Huhu,

Erfahrung kann ich zu desem Thema leider keine einbringen, aber falls du gerne liest, kann ich dir das Buch "Pizza Hunde" von Günther Bloch ans Herz legen. Darin berichtet er von seiner Freilandstudie an verwildetetn Haushunden in der Toskana. Sehr interessant :)

Der Bloch ist meiner Meinung nacht eh einer der besten Hundeerforscher der heutigen Zeit. Alle Bücher von Ihm sind sehr empfehlenswert!!!!

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Hallo Praktikantin,

Nicht die Prägung und Sozialisation machen den Unterschied bei Hunden, sondern ihre Umwelt. D. h., eine Prägung und Sozialisation durchlaufen sie so oder so.

Hallo Hans Georg,

Sicher ist deine Aussage richtig, jedoch hab ich bewusst die Prägung und Sozialisierung erwähnt, weil die Umwelt nur ein Faktor von vielen anderen der unterschidlichen Phasen ist.

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Hmmm

Ich bin ehrlich gesagt auch kein Profi, kenne mich zwar mit Wölfen ganz gut aus (belesen, leider nicht "in natura"...) aber wilde Haushunde :think:

Am Beispiel der Dingos denke ich kann man sehen, dass sich mit der Zeit ohne Menschen eine eigene Sozialstruktur entwickelt, also je länger die Hundegenerationen "menschenfrei" leben, desto mehr müssen sie zurück zu den Wurzeln, sonst klappt es nicht.

Verwilderte Hunde sitzen immer noch zwischen den Stühlen. Sie sind noch zu sehr "Menschenhunde", denn im Gegensatz zu Dingos kann man einen verwilderten Welpen schnell und einfach in menschliche Gesellschaft integrieren.

Daher ist natürlich auch ihr "Natürliches" Verhalten eben NICHT so, wie es für die Gattung "Canis" "natürlich" wäre.

Erst mit der Zeit wird sich ein Standart einfinden in einem Wilden Rudel, mit der Zeit werde sich DIE Verhaltensweisen festigen, die den größten Erfolg versprechen.

Durch die immerwährende Nähe zu menschen und "zahmen" Hunden stelle ich es mir aber eben schwer vor, genau DAS Verhalten zu selektieren.

Rein optisch nähern sich wilde Hunderudel ja alle dem Dingo-.Look an: gelblich-braun, stockhaarig, wenig Abzeichen... Ich schätze, mit dem Verhalten wird sich das auch so entwickeln.

Irgendwann hat die Evolution das Ultimo herausgefiltert. Es dauert eben nur so lange, weil ja der Mensch sich immer wieder einmischt. ZB nimmt er die zahmeren heraus, für Hundefreunde in Deutschland. Oder die zutraulichen werden gefangen und gequält, oder die bissigen werden getötet.

Und so kann sich einfach noch kein Standart einfinden...

War das jetzt noch zum Theme?? Ich bin etwas fertig, hoffe ich bin nicht abgeschweift.

Übrigens sind das alles nur Spekulationen, sollte jemand genauere Kenntnisse haben, oder mein Hirn widerlegen können: ich freu mich, mein Wissen zu mehren ;)

Schönes Thema

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Hallo Praktikantin

Muss Hans Georg recht geben

Sozialisierung und Prägung durchlebt jeder Hund.

Die Umwelt in der er lebt entscheidet ob diese Phasen später als schlecht oder gut befunden werden .

Ausserdem sind diese Schlagworte der sogennannten modernen Hundeerziehung mittlerweile der Gegenstand jeder Züchter HP und Hundeschule.

Und das obwohl die wenigsten erklären können was sie denn da mit meinen.

Tatsache ist das es nur wenige erwachsene ganze Rüden gibt die sich verstehen.

Die Reaktion ist graduell verschieden ,je nachdem wie gross die persönliche Distanz des Rüden ist.

Jetzt gibt es natürlich die selbstbewussten ,dominanten die hocherhobenen Hauptes aneinander vorbeischreiten ,die persönliche Distanz des anderen nicht verletzten weil sie einfach aus Klugheit wissen das es sich gar nicht lohnt zu raufen.

Dann haben wir die etwas Unsicheren ,die gerne ein Revier klarmachen wollen und durch starren mfixieren und Imponiergehabe sich grösser ,breiter ,stärker machen wollen.

Treffen zwei solche Kerle aufeinander dann ist meist eine kräftige Rauferei angesagt.

Und dann gibt es noch den völlig Unsicheren ,der nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung erstmal auf alles losgeht.

Treffen zwei solche auf einander ist wildes Gebell und lautstarker Angriff die Folge.

Bei dieser Gruppe gibt es die meisten Verletzungen weil oft das Beschwichtigungssignal des Unterlegenen übersehen wird ,denn der andere geht lieber auf Nummer Sicher.

Wohlgemerkt ,das alles auf neutralem Boden.

Im eigenen Revier/Zuhause richten sich solche Unverräglichkeiten je nach individueller Teritorialität

Rüden die mit allem und jedem spielen ,sind entweder früh kastriert,oder noch nicht ausgewachsen was je nach Rasse bis zu drei Jahren dauern kann.

Oder sie haben so wenig Führungsansruch und biedern sich bei allen an (was fälschlicherweise dann für freundliches Spiel gehalten wird ) Bei diesen Rüfden kann mann eine fortlaufende Serie Beschwichtigungssignale und Meideverhalten beobachten.

So wird er nicht ernst genommen und deshalb auch nicht in eine Rauferei verwickelt.

L.G.

Wotan

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