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Hundeforum Der Hund
Irga

Hundeschule - ja oder nein?

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Ich möchte hier mal etwas zur Diskussion stellen und hoffe, dass ich das Thema richtig positioniert habe.

Meine Cocker Hündin wird in einer Woche 9 Monate alt. Wir waren im Welpenalter zur Welpenschule, bzw. Welpenspiel. Meine Maus hat dort mit ihren Kumpels gespielt und Spaß gehabt, wir haben einige Anleitungen bekommen und ihr so die Grundbegriffe "Sitz", "Platz", "Bleib" beigebracht.

Nach dem Erreichen der 20. Lebenswoche (Welpenspiel ging nur bis zu diesem Alter) musste ich krankheitsbedingt aussetzen und mache mir seitdem "Vorwürfe", keinen neuen Hundeschulkurs besucht zu haben.

Hier gibt es relativ wenig Möglichkeit für die Hunde, frei zu toben, die meisten Hunde, die wir auf dem Feld treffen, sind einfach zu riesig, um mit meiner Maus vernünftig zu spielen, die anderen Hunde laufen nur an der Leine, so dass das Spielen auch wieder eingeschränkt ist Evi ist überaus freundlich zu anderen Hunden und hat bisher auch noch keinerlei schlechte Erfahrungen mit anderen gemacht. In unserem Bekanntenkreis gibt es keine anderen Hunde, somit ist Evi kein Einzelkind, aber Einzelhund.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil wir nicht zur Hundeschule gehen. Ich habe das Gefühl, dass es quasi ein "MUSS" ist, wenn man ein guter Hundebesitzer sein möchte.

Somit habe ich mich mal internetmäßig erkundigt und Hundeschulen in der Nähe herausgesucht, aber dort werden die Junghundekurse (dazu gehört sie ja, glaube ich, noch) meistens nicht mehr als Karten, sondern nur mit monatlichem Beitrag angeboten :??? und das dann noch teilweise mit horrenden Preisen.

Ich mag keine "Clubbeiträge" und keine Vereinsmeiereien - ich möchte meinem Hund ein schönes Leben bereiten und dafür sorgen, dass er Spaß hat - mit der notwendigen Erziehung und dem Wissen, mich auf sie verlassen zu können.

Nach dieser extrem langen Vorrede jetzt mal endlich zum Punkt (sorry) ;) :

Wieso ist die Hundeschule so beliebt, wieso hat man das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wenn man da nicht hingeht?

Was macht eine gute Hundeschule aus?

Sind Hundebesitzer, die nicht zur Hundeschule gehen, die schlechteren Hundebesitzer?

Ist nur ein Hundeschulenhund ein gut sozialisierter Hund?

Ich bin superinteressiert, was ihr dazu sagt und freue mich auf eure Antworten.

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Ich habe mit beiden Hunde keine HS besucht, bei Lucky habe ich es zu Beginn versucht, konnte aber damit einfach nichts anfangen. Die Aussagen in der Schnupperstunde waren katastrophal und versauen kann ich meine Hunde selber, dazu muß ich nicht noch Geld ausgeben.

Ich möcht schon behaupten, daß meine Hunde gut sozialisiert sind.

Ich habe auch nicht das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, wenn man im Gespräch über das Thema HS stolpert. Ich habe noch nie etwas Negatives gehört, die Leute sind eigentlich alle sehr erstaunt, daß die Hunde ohne HS-Besuch so gut erzogen sind [sMILIE]Ganz Stolz bin[/sMILIE]

Wir haben zwar täglich viele Hundekontakte, aber überlebensnotwendig sind diese nicht. Ich beschäftige meine Hunde sehr viel mit allen erdenklichen Möglichkeiten. Sie sind zufrieden und glücklich, auch wenn wir keine Hunde treffen, die stören dann meist sowieso.

Viele HH haben ihre Weisheiten ja nur von der HS, ohne sich jemals selbst die Mühe gemacht zu haben ein Buch o.ä. zu lesen. Sie hinterfragen auch nichts, sondern übernehmen oft dieses Einheitsschema, ohne sich darüber bewußt zu sein, daß sie eigentlich die Ansichten eines "Trainers" übernehmen. Ob die das wirklich so leben können, da bin ich mir oft nicht so sicher. Ich höre einfach viel zu oft "aber meine Trainerin hat das so gesagt".

Leider sind auch viele der Ansicht, sobald mit HS Schluß ist, braucht man nichts mehr mit dem Hund zu machen, als Gassi gehen und füttern. Gerade bei mir sehe ich das sehr häufig.

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Klasse geschrieben - wahrscheinlich, weil sich das mit meinem inneren Empfinden deckt ;) .

Wobei ich denke, dass bei euch noch ein großer Unterschied ist:

Du hast 2 Hunde :(

Oder glaubst du, dass das keinen Unterschied macht?

Mir kommt das schon fast vor wie damals mit meinem Kind - ich hatte immer das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, warum es denn "nur" ein Kind ist und dass Einzelkinder doch IMMER verwöhnt sind, etc. Und genauso ergeht es mir jetzt mit der Hundeschule.

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Hallo.

Hmmm... das ist ein interessantes Thema. Ich habe leider keine persönlichen Erfahrungen, weil ich mit meinem Hund auch nicht in der Hundeschule war. Als ich Ramses bekam, war er schon fast 11 Jahre alt, hatte einen Grundgehorsam, dennoch hat er seine Grenzen bei mir ausgetestet und brauchte Erziehung.

Mein Freund meinte damals, er wäre für die Hundeschule zu alt und die jungen Hunde zu stressig für Ihn.

Ich habe daraufhin viel Literatur gelesen, Hundetrainer befragt und ihm seine Macken selbst abgewöhnt bzw. Übungen gemacht, um sein gehorsam noch zu verbessern.

Meine Meinung zur Hundeschule, so wie ich Hundeschule einschätze:

Generell würde ich schon sagen ein junger Hund oder auch älterer neu übernommene Hund, besonders wenn Herrchen/ Frauchen noch Anfänger ist, sollte in die Hundeschule. Einfach auch, um als Halter zu lernen was Kommunikation, Erziehung etc. betrifft. Ich kenne einige Hunde, die nicht in der Hundeschule waren und dennoch gut erzogen und sozialisiert sind (meistens aufgrund von Geldmangel), allerdings sind deren Halter auch schon recht hundeerfahren.

Ich denke wenn Dein Hund gut erzogen, sozialisiert etc. ist und du zufrieden bist und keine "Baustellen" an ihr findest, solltest du Dir auch keine Gedanken machen.

Wenn sie nun erst 9 Monate ist kann es natürlich sein, dass sie vielleicht irgendwann doch mal anfängt ein bisschen zu "zicken"..:-), da kann eine Hundeschule bestimmt nicht schlecht sein, wo man lernen kann wie man damit umgeht.

Also, auch um auf dem Punkt zu kommen:

Ich findes es nicht schlimm den Hund nicht in die Hundeschule zu schicken, wenn alles auch so klappt. Dennoch hilft es natürlich bei der Sozialisierung, die man vielleicht sonst gar nicht so bieten kann. Schlecht solltest du dich aber nicht fühlen, nur weil du nicht hingehst!

Und zu den Beiträgen: Ich mag Vereine etc. auch nicht gerne und ich kenne eigentlich nur Hundeschulen, wo man Kursbeiträge zahlt, also pro Kurs für x Stunden.

Vielleicht kann Dir hier jemand aus Deiner Nähe eine Hundeschule empfehlen.

Generell bin ich auch gespannt, was hier noch für Beiträge zum Thema kommen.

Viele Grüße, Svenja mit Ramses

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Hallo

Nein, Hundehalter OHNE Hundeschule müssen sich nicht schämen ;) Unsere beiden B/C-Mixe zu Hause bei meinen Eltern haben nie ein Hundeschule besucht, und hörten (durch nichteinhaltung der Regeln durch meine Eltern leider Vergangenheit :( ) sehr gut.

Warum sind sie so beliebt??

Tja, ganz ehrlich glaube ich, das liegt viel an TV-Sendungen wie "Superfrauchen," "TierNanny", "Couch für alle Felle" etc pp.

Es ist gerade Mode, einen erzogenen Hund zu haben.

Natürlich ist es auch einfacher: hört der Hund gut, ist die Akzeptanz in der Bevölkerung größer.

Ich glaube, es ist vielen Menschen einfach zu viel Aufwand, sich alleine um die Erziehung zu kümmern. Da muss man Bücher lesen und viel üben: wieviel besser geht es, wenn andere Menschen mitmachen, die die gleichen Probleme haben, die einem sagen wie es richtig ist (oder wie es falsch ist) und die eine kleine Gemeinschaft bilden. Mit denen man mal gemeinsam auf eine Wiese geht und zB Ablage übt...

Ich gehe zZt hauptsächlich hin, weil ICH Spaß hab mit den Leuten dort.

Die Sozialisierung des Hundes kann in einer Hundeschule vielleicht besser vonstatten gehen: einfach weil in zB Welpengruppen die Hunde alle etwa glech alt sind. Wann trifft man beim Spazierengehen denn zufällig einen Hund im gleichen Alter?

Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass die Hunde ohne "Abitur" nicht auch sozialisert werden können. Wenn ihr genug Hunde trefft, euer Hund genug Kontakte hat - vielleicht mag sie auch keine anderen Hunde?- dann sollte es euch keiner übel nehmen, wenn ihr euch das Geld spart, und lieber in den Urlaub fahrt mit der Kleinen :D

Ich sehe in meiner Hundeschule vielfach die Kategorie Mensch: Wieso hört der Hund nicht, ich geh doch jede Woche in die Hundeschule?

Da wird die Arbeit der Trainer als Alibi benutzt, der Hund lernt einmal die Woche etwas, und den Rest der Woche wird nichts gemacht. So ist das ganze eigentlich nicht gedacht ;) Aber vielleicht ist ja dieser eine Tag die Woche immer noch besser, als gar ncihts, und manche lernen ja auch, wie man es richtig machen soll.

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Wo sich hier wieder die Frage stellt, ob Hundeschule wirklich der richtige Begriff ist oder ob es nicht eher Menschenschule heissen müsste, denn eigentlich lernen die Menschen in einer Hundeschule am Meisten und nicht die Hunde.

Ich würde nicht behaupten, dass man gleich ein schlechter Hundehalter ist nur weil man nicht in einer Hundeschule geht oder auch noch nie in einer Hundeschule war.

Aber vielen (wenn nicht gar den meisten) Hundehaltern fehlt das richtige Bauchgefühl und vielleicht auch die Erfahrungen, um mit Hunden vernünftig und artgerecht umzugehen.

Ich denke auch, dass mit das größte Problem darin besteht, dass viele Hundehalter denken, dass sie nur einmal in der Woche mit dem Hund arbeiten müssen und das ein 10-wöchiger Kurs für den Rest des Lebens ausreicht.

Es gibt aber auch ausreichend Beispiele, die zeigen, dass es auch ohne Hundeschule gehen kann und das auch sehr gut.

Ich denke, dass man das nicht generalisieren kann sondern von Hund zu Hund bzw. von Mensch zu Mensch individuell beurteilen sollte.

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Hallo,

ich habe mich damals mit meinem Hund einem Hundesportverein angeschlossen in dem ich eine Menge über Hunde gelernt habe. Ja, man kann sagen das hat mein Leben maßgeblich verändert!

Über diesen Verein habe ich den Weg zum Hundesport bzw. zur Hundeausbildung gefunden, meinen Trainerschein gemacht und jede Menge verschiedener Hunde (Rassen und Typen) und auch Menschen in der Ausbildung erlebt.

Immer wieder habe ich hier gelesen "ich bin kein Vereinsmensch"..äääääh was ist ein Vereinsmensch? Unser Hundesportverein hat über 400 Mitglieder - wenn die alle aktiv wären - na dann gute Nacht! Also es wird niemand bei uns gezwungen irgendwo mitzuhelfen oder teilzunehmen. Der Jahresbeitrag von €35,-- ist wohl für jeden Hundehalter erschwinglich. Als Mitglied hat man das Recht den Übungsplatz jederzeit zu nutzen und kann alle Abteilungen und Aktivitäten die der Verein bietet nutzen. (Das ist eine Menge!) Angefangen im Welpenkurs/Junghundekurs über die Basis (mit Ziel eine BH zu bestehen) bis hin zu den einzelenen Sportabteilungen da wären: Agility, THS, oder Obedience.

Sorry aber eine priv. Hundeschule wird mich NIE sehen!

LG,

Karen mit Bonny + Isa

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Wobei ich denke, dass bei euch noch ein großer Unterschied ist:

Du hast 2 Hunde :(

Oder glaubst du, dass das keinen Unterschied macht?

Es mag bestimmt einen Unterschied machen, obwohl ich immer sehr strikt die Runden getrennt habe. Mit beiden Hunde wurde zwar auch geübt, aber eher mehr Blödsinn und Quatsch gemacht, um dieses "Team-Feeling" zu leben. Mit den Hunden einzeln, um die Bindung zu stärken und natürlich, weil vieles erstmal gefestigt werden muß, bevor man mit beiden Hunden weitermachen kann. So riesig finde ich den Unterschied gar nicht, höchstens den Aufwand ;)

Meine zwei waren aber nie die großen Spieler, klar als Akasha noch Welpe/Junghund war, da natürlich schon. Aber das hat sich dann nach und nach eingestellt. Heute toben sie nur noch draußen und das nur für wenige Minuten, ansonsten bin ich für Spiel, Spannung und Spaß zuständig :D

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Hallo!

Wieso ist die Hundeschule so beliebt' wieso hat man das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wenn man da nicht hingeht?

Auf der einen Seite haben Hundeschulen natürlich schon was Gutes: man kann sich (im Idealfall) gute Tipps vom Trainer geben lassen, gemeinsam üben, man lernt eventuell noch neue Beschäftigungsmöglichkeiten kennen und man hat den Vorteil, einen Blick von außen zu haben - man selber sieht seine Fehler nämlich oft nicht. Deswegen gehen wahrscheinlich schonmal viele Leute in die Hundeschule. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die, für die die Hundeschule ein reines Alibi ist, damit sie, wenn's nicht funktioniert mit dem Hund, sagen können, es läge am Hund. Das sind dann die Leute, die nur zum Kurs gehen, im Alltag aber nicht üben und deswegen auch nicht weiterkommen. So ähnlich wie Eltern, die ihre Kinder einmal pro Woche zur Nachhilfe schicken und sich dann wundern, dass die Noten trotzdem nicht besser werden, anstatt dass sie mal überlegen, dass es vielleicht auch mal sinnvoll wäre, darauf zu achten, dass das Kind seine Hausaufgaben macht und zu Hause auch lernt.

Noch ein Grund ist wahrscheinlich, dass die Gesellschaft immer hundefeindlicher wird und der Druck immer größer wird, einen top erzogenen Hund zu haben. Dazu kommt noch, dass heute allgemein bekannt ist, dass die meisten Hunde mehr brauchen als 3 Runden am Tag um den Block. Um ihre Hunde dann richtig auszulasten, gehen die Leute in die Hundeschule.

Was macht eine gute Hundeschule aus?

Dass sie dem Hundehalter einen Weg aufzeigt' den er mit seinem Hund gehen kann, und dass sie individuelle Lösungen für jedes Team bietet und nicht einfach jedem dasselbe Konzept überstülpt.

Sind Hundehalter, die nicht zur Hundeschule gehen, die schlechteren Hundehalter?

Definitiv nicht!!!

Ist nur ein Hundeschulenhund ein gut sozialisierter Hund?

Auch ganz klar: NEIN!

Mach dir nicht so viele Sorgen! ;) So lange du mit deinem Hund Spaß hast und ihr eine gute Beziehung habt, gibt es keinen Grund, dass du etwas verändern solltest!

Viele Grüße, Iris

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Wir sind mit unserem Welpen auch in einem Welpengrundkurs, dabei haben 3 Gründe mitgespielt:

1. Wir haben zwar 3 Hunde bei uns im Haus mit wohnen, welche aber aller älter sind und teilweise genervt reagieren wenn die kleine Maus sie zum spielen auffordert und dort kann sie eben doch mal mit gleichalten Hunden spielen

2. da sie ein Border Collie Mix ist, möchte ich später einmal Agility machen um sie auch geistig weiter zu fördern

und 3. sind wir Ersthundebesitzer, und bekommen da viele Tips, die wir dann versuchen in der Woche umzusetzten und es toll ist am Samstag dann wieder zu hören wie schön man geübt hat, sozusagen damit man ein kleines Rahmenprogamm vorgegeben bekommt, wo man am besten mit der Erziehung anfängt

Dennoch denke ich das auch Hunde auch ohne Hundeschule sehr zufrieden sein können. Allerdings muss ich sagen das wir uns am anfang auch versucht haben in Büchern zu belesen und grade als Neuling 3 verschiedene Bücher in der Hand hat und darin 3 unterschiedliche Meinungen hört wie man was am besten macht. Klar sollte man sich das beste für seinen Hund raussuchen aber es verwirrt schon und da ist es einfuch gut einen persönlichen Ansprechpartner zu haben der auch den Hund kennt.

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