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Hundeforum Der Hund
CoyoteSam

Leckerli als Hilfsmittel beim Leinenpöbeln - richtig oder falsch??

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Hallo Ihr Lieben,

Sam und ich arbeiten fleissig an unserer bzw seiner Leinenproblematik, und jetzt bin ich ja doch etwas verwirrt... :???

Bis jetzt haben wirs so gehalten, dass ich NICHT mehr mitbelle wenn er ausflippt bei anderen Hunden /Menschen, sondern ihn mit hoffentlich energischem NEIN!! weiterziehe (ja, leider, er motzt dann rückwärts weiter..) und dann das Kommando "Schau mich an!" gebe, worauf er dann ein Leckerli kriegt. Und leider sofort zurück/ rüberguckt zum anderen Hund/ Mensch und munter weitermacht. =) Also ganze Prozedur von vorn, oder ich schiebe ihn hinter mich, wenn ich z.B. mal 3 Worte mit unserem Gegenüber reden will- bis jetzt keinerlei Wirkung. Er hört wirklich erst auf, wenn wir ein ganzes Stück weiter weg sind. :motz:

Jetzt meine Frage- ich hab heute von anderer Stelle gehört, dass ich mit dem Leckerli-geben seine Pöbelei noch unterstützen würde, weil er in dem Fall das Leckerli nicht mit dem "Schau"-Kommando und der erfolgreichen Ablenkung, sondern mit seiner Kraftmeierei verknüpft und das so nie besser wird..

Was meint Ihr dazu? Ignorieren und wortlos weitergehen klappt bei uns leider auch nicht, weil er anscheinend glaubt, mir bliebe vor Angst das Wort im Hals stecken, also will er das dann mal klären.. :motz:

Wir haben wie gesagt leider auch wenig Hundekontakte, weil hier nicht viele wohnen und mir momentan echt das Geld für den Hundeverein fehlt--- und wenn er die Hunde schon kennt, ist ja auch Ruhe, aber ich kann mich doch nicht mit allen Hunden der Welt bekannt machen, nur damit mein Hund die Klappe hält!!

Bin gespannt auf Eure Tips und vielen Dank!

lg, Sarah mit Herrn Superwichtig

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Es ist immer schwierig was dazu zu sagen wenn man es nicht selber sieht.

Wenn er ruhig auf dein "schau" reagiert würde ich sagen ist es ok mit dem Leckerchen aber du schreibst ja das er danach sofort weitermacht.

In solchen Situationen könnte er das Leckerchen auch anders verknüpfen und als Belohnung für seinen Aufstand ansehen.

Wie gesagt, es ist immer schwer was dazu zu sagen wenn man nicht dabei ist.

Hast du mal versucht den Abstand zu vergrößern und ihn mit dem Körper abzublocken bevor er sich so hochpuschen kann ?? Den meistens ist es dann für irgendein durchkommen zu dem Hund eh zu spät.

Lg Birgit

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Wunderbar,

ich kann mich Deiner Frage voll und ganz anschliessen, denn ich habe genau die gleiche Herausforderung! Allerdings stelle ich fest, dass ich leichte Erfolge mit folgendem Verhalten erziele: Meistens sieht man den anderen Hund schon kommen, und ich führe meinen Hund dann so, dass ich zwischen den beiden gehe und sage schon vorher sehr eindringlich "nein", geht sie gut (und das ist ohne bellen und hochgehen) vorbei, lobe ich ausfürhlich mit Leckerlie. Allerdings bevorzuge ich ein seitliches Ausweichen, wenn der Platz dafür gegeben ist, und hier bringe ich sie in Sitz (bzw. sie macht das schon von selbst!) und schaffe es schon langsam, dass sie sich auf mich konzentriert, indem ich sie anspreche, versuche durch davorstellen die Sicht zu versperren und "guck" sage und belohne, das geht immer besser, kostet aber ein Menge Leckerlie. Dennoch, sie versucht vorbei zu gucken, und will hinterher. Allerdings bemerke ich eine Besserung. Am besten geht es mittlerweile wenn ich an Grundstücken vorbei gehe, da gehe ich vor wie oben, Hund auf die andere Seite, langezogenes"Nein" mit tiefer bestimmter Stimme,..da kommen wir meistens gut und schnell vorbei und manchmal sogar komplett entspannt.

Ich weiss nicht, ob das alles so richtig ist, aber ich meine Erfolge zu sehen.

Begegnungen auf engem Raum, sei es ein Weg oder Pfad, wo ich nicht ausweichen kann oder andere Hunde abgeleint kommen sind immer am schwersten und den Hund hinter mich zu bringen geht gar nicht, sie geht echt ab wie eine Rakete. Ich versuche also durch dominanentes Verhalten zu zeigen (sehr aufrecht gehen, NEIN sage, und eventuell beim weiterlaufen mit meinem Bein dem Hund den Weg versperre), dass ICH der Herr der Lage bin,...ich bin aber wohl nicht immer überzeugend,...naja wir arbeiten beide dran.

Ich wäre ebenfalls dankbar für Tips,....!

Viele liebe Grüße

Moni

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Hallo Bibi,

das Problem fängt leider oft schon an, kaum dass wir aus der Haustür sind-- heute morgen wars wieder mal soweit, dass wir einen anderen Hund getroffen haben d.h. er kam von rechts auf der Straße entlang, wir müssen nach links ums eck- und ich hab die Besitzerin schon nur mit Winken gegrüßt, weil Sam es noch nicht mitbekommen hat,wollte eine Schreierei vermeiden.. nur leider hat er sich dann beim markieren umgedreht- und schon gings los. da war ich wohl zu langsam..

Und fremde Hunde werden ja schon aus 20m Entfernung erblickt und ab ca 10m bereits angeplärrt-- und da es nur diesen einen Weg durchs Dorf raus auf die Felder gibt, kann ich auch schlecht jedesmal umdrehen, wenn jemand kommt- nur damit Ruhe ist.

Und suggeriert das meinem Deppen nicht auch irgendwie "oha, Frauchen hat Angst vor anderen Hunden/Menschen, die mach ich mal so richtig..."?? :???

Seh schon, das ist alles nicht so einfach...

lg,Sarah

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Hallo!

Vermutlich spielt die Zeit eine Rolle, innerhalb derer Du das Leckerchen gibst. Ist der Ablauf zu hektisch und Du belohnst zu schnell, dann könnte er die Belohnung noch mit der Pöbelei in Verbindung bringen...

Schaffst Du es, ihn einige Sekunden zu beruhigen und belohnst ihn dann, dann kann er es richtig verknüpfen...

Und? Wie schnell bist Du? ;)

LG Tanja

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Oh wenn wir doch schon in der Ansprechbar- Phase wären, Moni...! :D Soweit komm ich gar nicht erst, die beste Lösung für uns wäre wahrscheinlich, ihn frei laufen zu lassen-- aber das kann man natürlich keinesfalls verantworten, weder den fremden Hunden gegenüber noch ihm (wer weiss, wie der fremde Hund drauf ist..)-- im Freilauf ist er nämlich längst nicht so ekelhaft. Das selbe Problem hatten wir auch in der Hundeschule, zuerst war er wichtig, dann durfte er frei laufen und spielen (ohne Aggressionen, total cool), und sobald zum Arbeiten angeleint wurde, mussten wir ans äusserste Ende der Reihe, weil er dermassen seine Nachbarn angemacht hat, dass an konzentriertes Arbeiten nicht zu denken war--- aber vorher beim Spielen warn sie die besten Kumpels :wall: Versteh einer diesen Pelzkopf... obwohl ich mir völlig im Klaren bin, dass der Fehler am anderen Ende der Leine hängt- sonst wär er frei wohl auch aggressiv und pampig zu anderen Hunden.

nachdenkliche Grüße,

Sarah

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wohl zu langsam... und ruhig kriegen ist momentan noch Zukunftsmusik! und meist ist es ja auch so, dass die anderen Hundebesitzer ihre Tiere auch recht schnell weiterlotsen- weil sie uns schon kennen und wissen, dass an Ratschen bei dem Geschrei nicht zu denken ist... und da hier im Ort alle angeleint sind, steigert er sich dann noch mehr rein, weil selbst angeleint und der Gegenüber auch,also--- Zeit, die Sau rauszulassen!! :wall:

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Hmm. Man bestätigt schon immer auch ein Stück weit die Erregung eines Hundes, wenn der grad eigentlich nur einem konditionierten Reiz folgt, in diesem Fall das "schau mich an".

MEIN Weg bei der Leinenarbeit von Pöblern ist, nur so nah an Reize (andere Hunde) ran zu gehen, dass sie noch nicht pöbeln und sich von mir noch durch Wegabschneiden mittels Körpersprache dirigieren lassen. Wenn sie DANN, just in dem Moment, wo ich den Weg zum Reiz kreuze, einen Blickkontakt VON SICH aus anbieten, dann bestätige ich diesen. Aber ich fordere in dieser Situation nichts ab, was nicht vom Hund kommt.

Mir klingt das alles, wie es hier beschrieben wird, nach immer noch viel zu viel Diskutiererei. Wozu den Blickkontakt überhaupt fördern??? Ich möchte doch erreichen, dass mein Hund lernt, den anderen Hund vom Anblick her zu ertragen, sich durch mich geschützt zu fühlen. Das ist aber noch nicht der Fall, also finde ich es unfair, einen Blickkontakt zu erzwingen und den Hund dazu zu bringen, den Feind aus den Augen zu lassen.

Wenn Du aber in dem Moment, wo der Reiz bei Deinem Hund zu groß wird, BEVOR er lospöbelt, DEINEN Körper zwischen Deinen Hund und den Reiz bringst, dann schützt DU ihn aktiv und blockst ihn gleichzeitig mit Deinem Körper ab, loszupöbeln.

In der aktiven Arbeit sieht das dann so aus, dass man Praktisch in Kreisen geht. Man bewegt sich auf den Reiz zu, beobachtet IMMER den eigenen Hund, NIEMALS den anderen, sieht an den Ohren, an der Körperhaltung, an der Mundspalte, an der Mimik, wann es zuviel wird und sich die Erregung steigert und kann dann reagieren, in dem man mit dem Hund eine Linkskurve macht. Dabei setzt man den Oberkörper ein, nicht die Beine. Viele kicken dann ihre Hunde zur Seite, übertrieben formuliert, das schafft kein Vertrauen. Eine Drehung des Oberkörpers zum Hund, während die Hüfte relativ gerade bleibt, wirkt meist Wunder und die Hund gehen automatisch aus dem Weg und schenken uns einen Blickkontakt. DIESEN kann man dann bestätigen. In jedem Fall mit Stimme, wen möglich auch mit Futter.

Dann ist man ja auf dem Weg WEG vom Reiz, wenn der Hund ansprechbar ist, geht es einfach links herum wieder auf den Reiz zu, gut beobachten und wieder dasselbe Spiel wie vorher. So kann man sich langsam in kleineren und größeren Kreisen gut an etwas heran arbeiten, was den Hund ängstigt oder zum Pöbeln bringt.

Wenn es nicht möglich ist, einer Hundebegegnung aus dem Weg zu gehen, dann bitte IMMER den eigenen Körper zwischen Hund und Hund bringen und ohne auf den anderen Hund zu achten STUMPF vorbei führen. Und bitte KLAPPE HALTEN. NICHTS KOMMENTIEREN, NICHTS BESTÄTIGEN. Einfach gehen, gehen, gehen. Tempo laufen und wie ein Zinnsoldat die Hacken in den Teer rammen und damit Entschlossenheit ausdrücken. Glaubt mir, es GEHT.

Vergesst die Kommandos und die tollen konditionierten Wörter. IHR seid diejenigen, die Führen, und wer sich nach hinten orientiert und da noch rumkläfft, der hat Zeit und Luft dazu. Wenn er mit MIR mitlaufen würde, dann hätte er beides nicht, weil ich ihn zur Not einfach vorwärts zerre. Ja wo sind wir denn, wenn da einer entscheidet, stehen zu bleiben und nach hinten zu goschen??? Er hat EUCH zu folgen und dazu sind in der Regel 4 Beine bis auf die Erde an unseren Wuffels dran, die sie benutzen können.

Der Zug am Geschirr (hoffentlich) ist bei mir die einzige Form von Druck, die ich beimn Arbeiten auf Hunde ausübe. Gebockt wird woanders. Man fügt keine Schmerzen zu, aber man drückt Entschlossenheit und Sicherheit aus, genau das, was die kleinen und großen Pöbler in der Regel brauchen.

Wenn dazu Fragen sind, her damit.

LG Anja

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Ich würd es GANZ anders angehen... IN einer so stressigen Situation für deinen Hund, ist es relativ zwecklos, ihn während des Bellens und verteidigens dazu zu bringen, ein anderes Kommando auszuführen um mit dem Bellen aufzuhören... der SINN erschließt sich mir auch nicht so ganz.

Sobald er anfängt zu bellen, ist diese Trainingseinheit abgeschlossen, da das beriets passiert, was NICHT passieren soll...

Ich würde es so machen, dass man erstmal einen relativ großen Bogen um kommende Hunde macht.

Sobald der Hund vom eigenen registriert wird, wird er ins Sitz kommandiert und hat den Auftrag, dich anzusehen.

So lange er das macht während der fremde Hund näher kommt, sag ihm permanent fein (oder euer Wort dafür, dass er was richtig macht) und jedes mal ein kleines Leckerli... oder eine Leckerli-tube (hab ich von gehört, Sinn scheint mir in solchen Situationen definitiv gegeben.)

Sobaldd er Hund wegguckt oder anfängt, den anderen Hund anzubellen (je nach dem, wo und wie du da deine Prioritäten setzt), wird abgebrochen mit einem Nein und mit dem Hund wird weiter weg gegangen.

Beginne möglichst so, dass ihr seitlich einfach ausweichen könnt.

Und beginne wirklich mit großem Abstand zum ankommenden Hund. Selbst wenn der fremde Hund auf "eurer Höhe" ist, sollte er mehrer Meter entfernt sein.

Dann, hat das irgendwann komplett geklappt, dass dein Hund während des Vorbeigehen eines anderen Hundes ruhig im Sitz bleibt, kann der Abstand nach und nach verringert werden.

Wenn der Hund bereits bellend an dem fremden vorbeigeht, ist die Situation so stressig für ihn, dass er überhaupt nicht verstehen KANN, dass er nicht nur dich kurz ansehen, sondern auch nicht bellen soll.

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Jetzt war ich zwar 2 Tage nicht online, aber:

Ihr seid toll, danke!! :kuss: das ermöglicht mir wieder mal eine total andere Sichtweise auf unser Leinenproblem...

Dass ich Sam praktisch Sachen abverlange, die er aus seiner Situation heraus gar nicht befolgen KANN, war mir nie klar, ich war immer nur genervt, dass einfach keine Ruhe einkehren will und wir jetzt schon seit so langer Zeit damit rumtun..

Leider fängt die Nerverei schon an, wenn wir den anderen Hund nur am Horizont erblicken, an ein näher-kommen-und-den-kritischen-Moment-abpassen ist also nicht zu denken. Und da bei uns nur Feldwege umgeben von Maisfeldern sind, ist das Kreise-gehen schwierig-- aber der Mais wird ja auch irgendwann abgemäht..

@ Anja

Wenn ich mich vom Pöbel- Objekt mit ihm wegbewege- ist das dann nicht eine Flucht vor dem pöhhsen Hund da vorn, man muss Frauchen beschützen? Das mit dem Blickkontakt einfordern hab ich aus unserer Hundeschule, er sollte die anderen Hunde / Menschen gar nicht beachten und sich auf mich konzentrieren und im Fuss dran vorbeigehen-- daher hab ich bis jetzt auch nicht die Seite gewechselt.

Und die andere Frage, die ich mir stelle, ist: ich weiss ja nicht, was er in seinen ersten 15 Lebensmonaten für Erfahrungen gemacht hat, aber jetzt hab ich ihn dann 2 Jahre und er macht so ein Theater ohne Besserung-- liegt es irgendwo auch in seinem Charakter oder bin ich eine so dermassen schlechte Führungskraft, dass er mir nach der langen Zeit immer noch nicht vertraut?? Ihm ist bei mir an der Leine nie was passiert, er wurde zwar letztes Jahr einmal attakiert, aber da hatte ich ihn vorher losgelassen ( 2 Hunde aus der Wohngegend, wie immer freilaufend und nicht abrufbar, aber das ist eine andere Story)-- also kanns ja eigentlich keine Verknüpfung mit mir gegeben haben.

Vielleicht bringe ich das immer noch nicht richtig rüber, werde also an meinem Zinnsoldaten- Stechschritt arbeiten.. :D;)

danke und lg,

Sarah

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