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Hundeforum Der Hund
Durnovaria

Ein kleiner Biss und seine Folgen - Meine Erfahrungen mit Zecken!

Empfohlene Beiträge

In einigen Beiträgen habe ich gelesen, dass manche von euch eher leichtsinnig mit dem Thema Zecken als Krankheitsüberträger umgehen.

Wir haben früher auch anders über Zecken am Hund und deren mögliche Krankheiten gedacht. Früher, das heißt bis Frühjahr 2007.

Damals hatten wir noch einen anderen Hund (Elsa), eine schwarze Mischlingshündin (11 ½ Jahre), die schon immer sehr attraktiv auf Zecken zu wirken schien, nach jedem Spaziergang konnten wir welche von ihr ab sammeln. Der Grund weshalb wir keine Zeckenmittel verwendeten, war der, dass sie auf alle Präparate mit starken Hautausschlag und Jucken reagierte.

Das Frühjahr 2007 war bei uns sehr heiß und schwül gewesen, weshalb wir uns auch erst keine großen Gedanken machten, als sie weniger fraß, etwas matt wirkte und auch nicht soviel spazieren gehen wollte. Ich mein, Elsa war noch nie ein Fan von warmen Wetter gewesen und auch nichtmehr die Jüngste… . Nach einigen Tagen wurde es aber schlimmer: Sie fraß fast garnichts mehr und war schon nach wenigen Metern so matt, dass sie nur noch hinter mir her trottete und sobald man stehen blieb sich auch den Bauch fallen ließ.

Donnertag: Meine Mutter fuhr mit ihr zu unserm Tierarzt. Dieser konnte erst mal nix konkretes feststellen, tippte aber wegen der Symptome auf eine Herzbeutelentzündung, gab uns Antibiotika mit und falls es keine Besserung gäbe sollen wir wiederkommen.

Freitag: Am nächsten Tag ging es unserem Hund noch schlechter und wir fuhren wieder hin. Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht und das Blutbild untersucht. Ergebnis: Keine Auffälligkeiten am Röntgenbild und am Blutbild gab es lediglich eine einzige Auffälligkeit; Sie hatten gerademal noch 12% Rote Blutkörperchen, normal wären 60-70%!!

Da unser Tierarzt nicht weiter wusste, schickte uns daraufhin sofort in die nächste Tierklinkik. Dort wurde wieder das Blut untersucht und ein Ultraschall gemacht. Der Verdacht der Tierarzt dort war entweder Knochenkrebs oder Tumor. Für beides konnten aber keine Anhaltspunkte gefunden werden. Beim Blut zeigte sich das selbe Phänomen, beim Ultraschall war alles unauffällig.

---> Wir durften sie mit nach Hause nehmen, aber nur unter der Bedingung am nächsten morgen mit ihr und einem Spenderhund wieder herzukommen, da sie dringend eine Bluttransfusion benötigt. Ihre Blutproben wurden derweil an 3 oder 4 verschiedene Labore in ganz Deutschland verschickt.

Spenderhund, schön und gut, doch woher nehmen? Wir waren erstmal etwas ratlos, da nicht jeder Hund geeignet ist, ehrlich gesagt kamen nur 3 Hunde aus unserem Bekanntenkreis in Frage: Ein Hütehundmix, ein Schäferhund und ein Labrador. Nummer 1 schied aus, da er zu der Zeit Medikamente bekam, Nummer 2 ist ein Hofhund, der noch nie in seinem 3-jährigen Leben in einem Auto gesessen ist. Blieb nur der Labrador, deren Besitzer sich glücklicher weise bereiterklärten ihren Hund spenden zu lassen.

Samstag: Wir wieder in die Tierklinik, Bluttransfusion haben geklappt. Elsa muss allerdings noch bis Montag zur Beobachtung drinnen bleiben.

Montag:Ihr geht es etwas besser und wir dürfen sie mit nach Hause nehmen. Was genau sie hat wissen wir immer noch nicht, da die Laborergebnisse noch auf sich warten lassen. Sie wird jedoch hochdosiert mit Cortison und Antibiotika behandelt.

Dienstag: Ihr Zustand hat sich zum Glück nicht verschlechtert. Wir müssen zur Nachuntersuchung und bekommen endlich die Laborergebnisse gesagt. .

Sie hat einen Virus im Körper, der die roten Blutkörperchen schneller „frisst“, als sie wieder gebildet werden können. Dieses Krankheitsbild war bislang nur nach Zeckenbissen in den Mittelmeergebieten bekannt, da wir aber nie im Ausland Urlaub gemacht haben konnte das nur eines heißen: Elsa muss sich bei einer Zecke in unserer Gegend angesteckt haben!!

Die genaue Krankheitsbezeichnung weiß ich nicht mehr, ansonsten kann ich folgendes über sie sagen:

1. Man kann sich nicht dagegen impfen lassen

2. Zu spät entdeckt endet sie tödlich (Hätte Elsa nicht die Bluttransfusion bekommen wär sie noch am selben WoEnde gestorben!)

3.Erste Anzeichen sind Mattheit, Fressunlust, Mangel an roten Blutkörperchen

4. Es genügt ein einziger, kurzer Biss und es können auch Menschen infiziert werden, allerdings ist sie nicht von Hund auf Mensch bzw Mensch auf Hund übertragbar.

5. Der Körper bildet keine Antikörper, dh bei einer erneuten Infizierung kommt es wieder zu einem Ausbruch der Krankheit, wahrscheinlich sogar stärker als beim ersten Mal.

Die nächsten 14 Tage mussten wir regelmäßig zur Nachuntersuchung. Unser Hund musste noch über ein Vierteljahr lang hochdosiert Antibiotika und Cortison bekommen (die Dosis hätte nen 180kg-Mann umgehaun!!) und hatte sich später auch wieder gänzlich erholt.

Elsa war übrigens der nördlichste Fall Deutschlands!!

Letzten Endes hat es ihr aber doch nur wenige Monate mehr mit uns geschenkt. Anfang Oktober 2007 stellten wir bei ihr einen Knoten am Hintern fest. Aufgrund der Lage vermuteten wir zunächst eine verstopfte Analdrüse. Beim Tierarzt zerschlug sich unsere Hoffnung auf eine schnelle Heilung jedoch. Bei genauerer Untersuchung stellte es sich heraus, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, der aufgrund der Lage schwer zu entfernen ist.

Es gab 2 Möglichkeiten: 1. Versuchen es einigermaßen herauszuoperieren und damit eine völlige Inkontinenz zu riskieren (Wahrscheinlichkeit lag bei ca 90%). 2. Sie noch so lange wie es ihr gut geht eine schöne Zeit mit uns verbringen lassen.

Wir entschieden uns für 2., da wir ihr eine so schwere Operation völlige Inkontinenz nicht antun wollten, da sie ja erst das andere überstanden hatte.

Am Abend des 22. November 2007 haben wir sie dann erlösen lassen, nachdem sie am Abend zuvor einen Magendurchbruch hatte. :heul:

Seit März haben wir nun wieder einen anderen Hund, einen Mischling aus dem Tierheim. Damit er nicht das selbe Leid wie seine Vorgängerin erfahren muss bekommt er regelmäßig so ein Spot on Präparat, das die Zecken von ihm fern hält.

Deshalb meine Bitte an euch:

Gebt euren Hunden ein Zeckenschutzmittel, das nicht erst dann wirkt wenn die Zecke zubeißt und seit aufmerksam, wenn euer Liebling sehr gerne von den kleinen Blutsaugern befallen wird!!

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Meine Ruby bekommt regelmäßig alle 4-5 Wochen ein Mittel gegen Zecken (Formoline).

Wurde selbst durch eine Zecke mit Borreliose infiziert. Keine schöne Sache.

Von daher kann ich mich deinem Rat nur anschliessen. :klatsch:

LG Ruby & Marion

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Ich schätze , dass dein Hund an Babesiose erkrankt war.

Leider haben wir heuer zum ersten mal sehr viele Zecken bei uns im Garten.

Sogar die Welpen haben bereits Zecken, die wir allerdings sehr früh entdecken, weil sie viel geknuddelt werden.

Das mit deiner Hündin tut mir sehr leid.

Liebe Grüße

Rosalie^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

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Oh je, das tut mir leid, die arme Maus.

Vielen Dank für Deinen wirklich ausführlichen Beitrag :respekt:

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Shiwa bekommt immer Advantix, seit dme hatte sie keine einzige zecke mehr! Aber daanke für den Beitrag!

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@ Maleika: Also Babesiose wars nicht.

Wenn ich mich recht entsinne sprach der Tierartz damals von einer Anaplasmose

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Ja, Anaplasmose wird neuerdings auch von den in Deutschland heimischen Zecken übertragen und ist tödlich.

Aber trotzdem vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht !

Alles Gute für euch und euren neuen Hund.

LG

Christine mit Santos, Grazia und Leroy

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Mein Lukas hatte auch schon Borreliose von einem Zeckenbiss, zum Glück wurde das rechtzeitig erkannt und besiegt. Seitdem wird er jeden Monat gegen Zecken und Flöhe "präpariert". Ich hätte auch nicht gedacht das Zecken so gefährlich sein können.

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Hallo,

ich habe zu dem Thema Zecken auch schon eine Menge gelesen. Aber weiß jemand, ob es nun schlimm ist, wenn der Kopf einer Zecke im Hund stecken bleibt, wenn man sie heraus gezogen hat?

Ich habe dazu immer sehr unterschiedliche Meinungen gehört. Unsere TÄin meinte mal "eigentlich nicht". :???

Shiwa bekommt immer Advantix, seit dme hatte sie keine einzige zecke mehr! Aber daanke für den Beitrag!

Was ist Advantix? Ich würde das bei meinen Hunden auch gern anwenden, wenn es so gut wirkt.

LG Michaela

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Also einen steckengebliebenen Zeckenkopf würde ich aucf jeden Fall entfernen (lassen), weil sich das sonst entzünden kann. Und du brichst bei nem Spreisel im Finger ja auch nicht den herausstehenden Teil ab und läßt den Rest in der Haut, oder? ;)

Advantix ist so ein Spot On - Präperat, was verhindert, dass die Zecken überhaupt zubeißen. Unser jetziger Hund bekommt es alle 4 Wochen und bis jetzt sind wir voll zufrieden damit.

Wir kaufen es immer bei unserem Tierarzt.

LG

Durnovaria

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