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Hundeforum Der Hund
Miró

Wie steht ihr zur Dominanztheorie?

Empfohlene Beiträge

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Die Vorstellung, der Hund strebe permanent danach, seine Position innerhalb seines "Menschenrudels" zu verbessern, wenn er denn die Möglichkeit dazu hat, wurde in den letzten jahren immer mehr ins Wanken gebracht, u.a. von Roger Abrantes, Bloch, Mech und den Coppingers.

Wie steht Ihr dazu? Unterliegen wir nicht möglicherweise einer Fehlinterpretation, wenn wir annehmen, ein Hund, der "sein" Sofa oder seinen Knochen verteidigt, möchte die Familienherrschaft an sich reißen?

Verwirren wir evtl. unsere Hunde mit unserer Vorstellung von "Alpha-Verhalten"?

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Hallo,

ich habe festgestellt das die diese Behauptung so nicht haltbar ist!

Einfach aus diesem Grund, wenn eine geregelte Rangordnung besteht, entsteht auch kein Problem mit Sofa oder sogar Bett.

Wenn dort Probleme entstehen dann sind meist im vor fällt schon Dinge falsch gelaufen! Und diese kann man nicht einfach mit dem vom Sofa wieder runter schicken beheben!

Sicher für mich ist aber, das Fast jeder Hund, mindestens einmal in seinem Leben seinen Halter auf die Probe stellt, ob dieser seiner Position auch würdig ist.

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Ich frag jetzt bewusst provokant ;) :

Ist das auf dem Sofa liegen (und es verteidigen) nicht ein einzelnes Erziehungsproblem? Das jemand, der EIN Erziehungsproblem hat, möglicherweise auch mehrere hat, ist doch gut möglich? Möglicherweise ist er inkonsequent - lässt den Hund also z.B. lange Zeit auf das Sofa und befiehlt ihm dann aus heiterem Himmel runterzugehen. Klar ist der Hund verärgert und will das nach Hundeart "auskarten" - aber will er deshalb die Familienherrschaft übernehmen? Könnte er das ggf. überhaupt?

Ähnliches Beispiel: Will ein ungezogenes Kind die Familienherrschaft übernehmen? Probiert es nicht eher aus, was es darf und was nicht? Wo seine Grenzen sind?

Das ist aber etwas ganz anders als die Führung übernehmen zu wollen.

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Ich bin kein Fachmann, aber der Meinung, ein Hund der auf dem Sofa liegt oder im Bett, stellt noch lange keinen Anspruch auf die Herrschaft über das Rudel.

Unsere Hunde dürfen auf das Sofa und auch ins Bett, weichen aber sofort, wenn wir uns hinsetzen oder hinlegen. Da gab es noch nie Probleme. Mit den Katzen übrigends auch nicht, obwohl die mehr meckern *gg*.

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.... stellt noch lange keinen Anspruch auf die Herrschaft über das Rudel.

Könnte ein Hund so ein Rudel überhaupt führen und wenn ja, wie würde das aussehen?

Bilden Mensch und Hund ÜBERHAUPT ein Rudel? Eine soziale Gemeinschaft, ja - aber ein Rudel?

Was ist ein Rudel?

Ich finde diese Fragen total spannend - und glaube zunehmend, dass wir mit dieser Dominanztheorie einem Bären aufgesessen sind.

Meine Hunde haben keinen expliziten Rudelführer, wohl aber unterschiedliche Präferenzen, was die Ressourcen betrifft: einer legt mehr wert auf Futter, ein anderer auf's Sofa, etc. ... Diese Ressourcen verteidigen sie aber nur untereinander, nie mir gegenüber. Und auch untereinander geht es mit Ritualen ab. Was für mich völlig ok ist.

Hier ein paar neuere Erkenntnisse:

Beobachtungen an verwilderten Haushunden haben ergeben, dass sie keine Rudel bilden, wie der Wolf. Sind genügend Ressourcen (menschliche Müllhalden) und Schlafplätze vorhanden, leben sie friedlich in kleinen, harmonischen Grüppchen zusammen - "grantelende" Oldies auch schon mal allein am Rande einer solchen Gruppe.

Gemeinsame Aktionen wie Jagen oder Welpen füttern, finden nicht statt. Das Jagdverhalten des Wolfes ist dem Hund verloren gegangen - auch in freier Natur, wo es keine Müllhalden gibt - jagen sie nicht gemeinsam ein größeres Beutetier, sondern erlegen jeder für sich was kleines: Ratten z.B.

Ich bin schon total gespannt, was die Beobachtungen von Bloch in der Toskana weiter ergeben ...

Dominanz ist bei Caniden definiert als "einen Trieb, der darauf ausgerichtet ist, Konkurrenz um ein Weibchen auszuschließen" (Abrantes) - sie sichert also die Weitergabe des eigenen genetischen Materials.

Hat der Hund tatsächlich DAS im Sinn, wenn er seinen Knochen verteidigt? Zumal Wölfe gemeinsam fressen, wenn sie ein Beutetier erlegt haben - und die Welpen zuerst fressen lassen, wenn das Futter knapp ist. Das passt also auch nicht zur Rangtheorie .........

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Hier Zitate aus einem Forschungsbericht von Günter Bloch (Quellenangabe: Hunde-Farm "Eifel", Günther Bloch, 2006):

Fazit: Die "Macht" von Wolfseltern beruht auf Wissensvorsprung und einem ausgeprägten Sinn für Gemeinsamkeit. Die bislang in der Hundeszene oft mißverständlich verwandten Begriffe Alphawolf und Dominanz sollten alleine schon deshalb zur Disposition stehen, weil sie fälschlicherweise nur den Leitrüden als Zentralfigur einer Wolfsfamilie hervorheben und somit der wichtigen Sozialfunktion des Leitweibchens nicht in gebührende Beachtung zukommt.

[.....]

Die Führung einer Wolfsfamilie ändert sich je nach Umstand (Altersverteilung, Jahreszeit, Revierstandort, Gefahrenquelle, Lebenserfahrung) ständig, ist deshalb fließend und hoch komplex. Hundetrainer, die ihrer Klientel vermitteln, nur der Alphawolf führe eine Wolfsfamilie und deshalb müsse ein Hund sozusagen aus Kontrollgründen stets hinter dem Menschen herlaufen, handeln nicht nur verantwortungslos, sondern ignorieren (un)bewußt die neuesten Erkenntnisse weltweit anerkannter Feldforscher wie D. Mech oder D. Smith und torpedieren auch unser Mühen um eine sachliche Verhaltensdarstellung gewaltig.

[....]

Uns hat erstaunt, wie oft Wölfe unabhängig von Geschlecht, Alter oder Sozialrang ohne die Umsetzung eines absoluten Dominanzanspruchs eines bestimmten Individuums an einem Kadaver zusammen fraßen. Das Wettbewerbsverhalten zwischen Wolfseltern und ihrem Nachwuchs basiert in der Regel eher auf höchstmöglicher Toleranz, als das es strikt hierarchisch geordnet wäre. Diese Aussage bezieht sich vor allem auch auf das Wettbewerbsverhalten unter Geschwistern, das mehrheitlich von einem völlig unspektakulär ablaufenden, gemeinsamen Freßverhalten gekennzeichnet war.

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Ich bin nur eine normale Hundebesitzerin, keine Trainerin und schon gar keine Wissenschaftlerin. Also werde ich meine Einstellung zur Dominanztheorie nicht wissenschaftlich begründen können.

Ich halte die Dominanztheorie inzwischen für völlig falsch!

Wenn sich bei meinen Hunden Verhaltensauffälligkeiten zeigten und ich mir Rat bei Trainern suchte, kamen ständig Regeln, die meine "Rudelführung" bestärken sollten. Damit sollten sich dann alle Probleme in Luft auflösen, weil mich der Hund dann endlich als "Rudelchef" akzeptiert.

Nach dieser Theorie bekam ich folgende Verhaltensregeln auf den Weg:

Der Hund darf

- nicht als erster durch die Tür

- niemals in erhöhter Position liegen

- nicht die Eingangstür im Blick haben

- nicht gefüttert werden bevor ich gegessen habe

- nicht liegenbleiben, wenn ich den Weg kreuze

- kein Spiel von selbst beginnen

- kein Zerrspiel gewinnen

- kein Schmusen beginnen

- keine Spielsachen "horten"

Ferner sollte man zwischendurch oder bei Problemen seinen Hund auf den Rücken zwingen, das muss er sich vom Chef, also mir, gefallen lassen!

Das Ergebnis: Ein auch im Haus völlig verunsicherter, depressiver Hund, der am Ende nicht mehr weiß, was er überhaupt noch darf!!!. Damit wird alles eher verschlimmert als verbessert! Gerade für unsichere und sehr sensible Hunde kann das Vertrauen zum Besitzer dadurch unter Umständen ganz verloren gehen. So habe ich es zumindest erlebt.

Forschungen, denen die Dominanztheorie zugrunde liegt, wurden überwiegend an Gehegewölfen durchgeführt, deren Verhalten sich von frei lebenden Wölfen immens unterscheidet. Im freien Wolfsrudel gibt es solch eine "Hackordnung" nicht.

Nur ein Beispiel von vielen:

Eine Wolfsmutter lässt in Notzeiten die schwächsten Mitglieder, die Welpen, zuerst fressen, damit ihre Art überleben kann. Nach der Dominanztheorie wäre das nicht möglich.

Zurück zum Hund:

Bei Problemen, die mit dem Sofa, Bett etc. zu tun haben, geht es nicht um Dominanz, sondern um das Gewinnen oder Verlieren von Ressourcen! Ebenso verhält es sich wohl so beim Verteidigen von Futter und Spielzeug.

Wenn der Hund als Welpe zum Beispiel im Bett schlafen durfte, weil er ja noch so klein und niedlich ist und es als ausgewachsener Hund plötzlich nicht mehr darf, verliert er eine lieb gewordene Gewohnheit, die er gerne beibehalten würde, weil er sie als belohnend ansieht.

Wenn der Hund an der Leine zieht, weil er uns angeblich nicht als Rudelchef sieht, muss folgende Frage aufkommen:

Warum zieht der Hund, wenn es raus auf die Wiese geht, aber nicht mehr auf dem Rückweg, wenn er nach Hause soll? Ist er also auf dem Hinweg dominant und auf dem Rückweg nicht mehr?

Somit sind wohl viele Probleme eine Folge mangelnder Klarheit und Erziehung, aber nicht die Folge eines Rangordnungsproblems.

Ferner bezweifle ich, dass uns der Hund überhaupt als ein Rudelmitglied sieht. Wenn ich meinen Hund auf den Rücken zwinge und mir davon erhoffe, dass der Hund begreift, dass ich sein Chef bin, liegen wir sicherlich vollkommen daneben. Er wird uns nicht verstehen und der letzte Funke Vertrauen geht dahin, weil diese Handlung obendrein noch als höchst bedrohlich verbunden mit Tötungsabsichten vom Hund betrachtet werden kann.

Der Haushund in unserer Gesellschaft hat wohl auch nur noch wenig mit dem Wolf an sich gemein, auch wenn es noch Verhaltensweisen gibt, die an die Abstammung erinnern, wie das Scharren etc.

In meinen Augen ist der Haushund vom Wolf fast schon so weit entfernt wie wir vom Affen, obwohl wir uns manches Mal wohl in den Augen eines Hundes zum Affen machen! :D

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Hallo,

nun mal mein Senf dazu.

Bei mir leben fünf Hunde,vier Hündinen und ein Rüde.

Es gibt eine ganz klare und für Jeden erkennbare Rudelstruktur.

Die älteste Hündin ist absoluter Chef.Sie duldet keinen Streit zwischen rangtieferen Hündinen,sofort geht sie dazwischen,alles läuft eigentlich nur mit ihrer Erlaubnis oder eben nicht.

Der Rüde hat irgendwie mehr Freiheiten als die Hündinen,wird aber von den rangtieferen Hündinen nicht so respektiert wie die ranghohe Hündin.Er duldet "Frechheiten " von den Mädels,welche diese niemals bei der ranghohen Hündin wagen würden.

Um Liegeplätze ob hoch oder tiefe gibt es niemals Streit,ist einer besetzt ,ganz gleich von welchen Tier,wird ein anderer aufgesucht.

Uns Menschen gegenüber ist die ranghohe Hündin ganz besonders unterwürfig,es reicht ein Blick und sie zeigt Beschwichtigung,sie ist besonders leicht führbar und erziehbar.

In der Jugend hat es jeder meiner Hunde mal versucht uns Menschen zu sagen,ich möchte dies nicht.Einmal mit einem knurren.Bei jedem war es einmalig.Ich habe da schon besonders drauf geachtet,dass meine Anweisungen auch befolgt werden.

Das letzte Wort habe ich.

Welpen ,ganz gleich von welcher Hündin,werden von der Chefin als ihre eigenen betrachtet,so ,dass ich da sogar gezwungen bin sie wegzunehemen,damit die richtige Mama ran kann.

Auch bei der Erziehung der Welpen,hat sie das letzte Wort.

Ich glaube schon,dass Hunde eine klare,selbstbewusste Führung wollen,ja brauchen.Sie möchten einen Chef haben ,auf den sie sich immer verlassen können.

Die wenigsten Hunde wollen selbst Rudelführer sein,nein ,sie fühlen sich in der jeweiligen Rolle wohl.

Wir Menschen sollten unseren Hunden schon klare Strukturen zeigen,ihm ein sicherer Führer sein,auf dem er sich verlassen kann.Er muss seine Stellung im Rudel klar erkennen können,dann wird er sie auch anerkennen.

LG Andrea

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Schönes Thema!

Ich denke schon, dass es im Hunderudel (vielleicht auch im Hund-Mensch-Rudel) eine "Rangordnung" geben muss, um den Hunden Sicherheit zu geben.

Hunde haben wohl nicht so ein Demokratieverständnis wie wir Menschen. Wir sehen das immer wieder an unseren Hündinnen. Eyla ist rangniedriger und darf z. B. nicht immer den ganzen Garten benutzen. Wir haben anfangs mal versucht, Eyla mit nach hinten in den Garten zu locken. Sie wollte eigentlich nicht, musste aber andererseits uns gehorchen. Sie ist beschwichtigend und unsicher näher gekommen, aber ganz schnell wieder zurückgewichen, nachdem wir nicht weiter darauf bestanden haben. Wir lassen solche Sachen jetzt die Hunde untereinander "besprechen". Eyla scheint nicht unter dieser Situation zu "leiden". Sie tritt sicher auf.

Aber hat das auch mit Dominanz zu tun? Esca dominiert nicht unbedingt ständig. Manchmal darf Eyla auch mit nach hinten. Eyla geht oft vor Esca, Eyla frisst manchmal eher als Esca, Eyla geht manchmal andere Wege als Esca und gibt ihr auch nicht alles ab, Eyla knurrt Esca manchmal an und Esca geht dann. Eyla überlässt Esca nicht immer den besten Schlafplatz... Trotzdem gibt es keinen ernsthaften Streit zw. den beiden. Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, dass die Rangordnung dauernd in Frage gestellt wird.

Warum also soll ich generell meinen Hunden verbieten, als erstes durch die Tür zu gehen? Auf dem Sofa oder im Bett zu liegen? Oder am Tisch neben mir zu liegen, um meinen Platz dort "sauber zu halten"? ;)

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Hi

also bei uns gab es auch nie Probleme. Sunny durfte vom ersten Tag an aufs Sofa und aufs Bett und sie akzeptiert das, wenn zum Beispiel besuch kommt und mal einfach kein Platz für sie auf dem Sofa ist. Oder sie mich immer nervt wenn ich auf dem Sofa liege dann schicke ich sie auch runter.

Nie hat sie gemurrt, geknurrt oder gebissen.

Das mit dem Knochen sieht schon ander aus... Ihr Futter usw. kann ich ihr immer weg nehmen aber knochen verteidigt sie.

Ich glaube aber nicht das sie damit die Familien herrschaft übernehmen will. Ich glaube sie will einfach nur den knochen für sih haben und den lass ich ihr auhc.

Ich möchte ja auch nicht das mir einer die Pommes vor der Nase klaut.

Ich finde man sollte das mit der Herrschaft so wie so nicht so eng sehen und lieber von einer Coexistens oder einem nebeneinader mit seinem Kaltschnäuzigen Partner reden, und nicht ICH BIN CHEF UND NICHT DU...

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