Jump to content
Hundeforum Der Hund
avelst

Zwei Junghunde - Erziehung schwieriger?

Empfohlene Beiträge

Hallo Cony,

danke für Deinen Beitrag! Du scheinst es ja zu bereuen, den zweiten Hund dazu genommen zu haben. ;-)

Ich bin sehr konsequent in der Erziehung und lasse nicht mit mir handeln von Seiten des Hundes, wenn ich ein Kommando gegeben habe. Meine Kommandos sind keine Diskussionsgrundlage, sondern klare Anweisungen. Finn hat das schon jetzt bestens verstanden.

Ich kann mir meine Zeit jobmäßig zum Glück ziemlich gut einteilen und arbeite von zuhause aus. Sehe also auch kein Problem des Zeitmangels, um mich auch täglich einzeln auf jeden Hund zu konzentrieren beim Training.

Freunde von mir haben auch vor ein paar Jahren zwei Wurfbrüder aufgenommen. Sie sagen auch, dass es mitunter anstrengend war, aber bei Weitem nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Es hängt von sehr vielen Faktoren ab, ob es gut gelingt oder nicht: Vom Wesen des Hundes, seiner Lernfähig- und willigkeit, seiner Sensibilität, seinem Rangordnungsverhalten, von der Konsequenz des Halters, von seiner Reizschwelle, Geduld und von seiner Erwartungshaltung.

Und ganz sicher werde ich ihn nicht wieder abgeben, wenns nicht auf Anhieb klappt.

Ich weiß, dass das alles machbar ist!

Aber nun schau ich mir das alles erstmal an, wenn ich am nächsten Wochenende ins Tierheim fahre. Wie sein Bruder so ist, wie sie miteinander umgehen. Werde auch mit ihm spazieren gehen und mir Eindrücke verschaffen.

Und noch ganz kurz zu Deinem Punkt, ich hätte erwartet, hier Positives zu hören: Nein, ich habe ehrliche Antworten erwartet; und die hab ich bekommen. :-) Dafür nochmals vielen Dank!

LG

Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Anja,

ich bin auch ungeplant zu zwei Rüden vom gleichen Züchter gekommen, die sind nur 6 Monate auseinander. Heute sind sie 2 und 1 1/2 Jahre alt, und es war zeitweise wirklich unglaublich schwer. Während ich mich mit einem beschäftigt habe, habe ich oft aus dem Augenwinkel gesehen, dass der andere ein unerwünschtes Verhalten zeigt und ich eigentlich eingreifen müßte.

Zwischendurch hatten sie Phasen, in denen einer den anderen richtig krass angegriffen hat und ich manchmal dachte, sie können nicht zusammen bleiben. In so einem Monent ist sofortiges, beherztes und unerbittliches Eingreifen nötig, egal, wie müde oder krank Du grade bist!

Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass mir manchmal vor lauter Konzentration auf den schlimmeren der beiden Flegel entgangen ist, dass der andere grade ein neues Fehlverhalten aufbaut bzw. schon verfestigt.

Auch gern genommen: nach einem arbeitsreichen Tag mit zahllosen Korrekturen unerwünschten Hundeverhaltens war ich manchmal so kaputt, dass ich mich manchmal dabei erwischt habe, Fehlverhalten zu ignorieren, weil es in dem Moment das kleinere Übel war...

Die Hunde sind keineswegs Mistviecher, beide sind für sich genommen, tolle Tiere. Einer ist sehr lieb, nicht gerade der Hellste aber auch nicht ignorant. Er schmust gern und geht den meisten Streitigkeiten aus dem Weg. Der andere ist hochintelligent und hat viel will to please, ist aber schon unterfordert, wenn mal eine Stunde "Imkörbchenliegen" angesagt ist und wird dann gern destruktiv.

Heute ist es OK, sie halten sich weitestgehend an die Regeln und ich kann sie überallhin mitnehmen und höre viele positive Kommentare über ihre Erziehung.

Ich arbeite viel mit dem Clicker, weil aus meiner Sicht das wichtigste bei zwei Hunden darin besteht, dass sie sich am Menschen orientieren und nicht aneinander. Keine Spielzeuge liegen rum (werden von mir ausgegeben, und gespielt wird nur mit mir, nicht allein - und auch nur körpernah), Fressen gibt es mittlerweile zwar aus dem Napf, aber beim kleinsten Problem wieder aus der Hand, und ohne Leine (und somit ohne mich) geht es nur in den Garten, wenn alles reibungslos läuft. Auf Waldspaziergängen (machen wir täglich 1,5h) kommt immer wieder einer an die Leine und ich bleibe dann einfach mal stehen. Es geht nur weiter, wenn der Hund mir in die Augen geschaut hat...)

Kurz: jede Art von selbstbelohnendem Verhalten steht ständig auf dem Prüfstand und ich bin - immer noch - täglich bereit, die Zügel wieder bis zum Maximum anzuziehen.

Wenn Du mich fragst, ob ich's nochmal machen würde: nur im Notfall, auf keinen Fall aus freien Stücken... Keine Frage, es ist toll, zwei Hunde zu haben, aber man muss es sich einfach nicht antun, zwei gleichzeitig zu erziehen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Anja !

Ich wünsche dir viel Glück .

Das es schwierrig wird weißt du ja selbst ,obwohl man es manchmal nicht wirklich einschätzen kann.

Aber ich denke wenn man beide erst mal soweit hat ,ist es mit das schönste auf der Welt die beiden zusammen zu sehen . Es ist aber ein langer Weg.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo

Ich habe in meiner Hundeschule zwei verschiedene Fälle, wo zwei fast gleichalte - bzw genau gleichalte - Hunde( Rüden) zusammen in einer Hand leben.

Im ersten Fall sind es zwei Brüder, Border Collies. Beide sehr intelligent, beide wollen gefordert werden - und beide sind grundverschieden :D Während Amigo sehr auf Frauchen bezogen ist, geht Dnager gerne mal seine eigenen Wege - auch wenn da gerade kein anderer langgeht ;)

Der eine kam etwas später in die Familie - er blieb übrig, weil die Mutterbesitzerin ihn nicht in die Familie geben wollte, in die er erst sollte. Waren ihr suspekt ... Jedenfalls kam Danger etwa mit 3 Monaten dazu, und die Rangfolge ist jetzt, mit etwa 2 Jahren immer noch nicht so ganz klar ;) Ich denke mal, Amigo bleibt Boss, aber so richtig gescheppert hat es noch nicht - kann also noch kommen.

Beide Hunde gehen zu Hundeschule - und meine Freundin, die Besitzerin der beiden sagt ganz klar, es wäre für sie 100x schwieriger, wenn nicht die Tochter Danger als "ihren" Hund erziehen würde. Insofern kann sie sich also auf Amigo konzentrieren und mit Danger nur Notfall-Baustellen angehen ;) Zum Beispiel seine Alleingänge :D

Der andere Fall: eine Bekannte hat sich zu ihrem damals etwa 10 monatigen Dalmatiner noch einen etwa 8-monatigen Dalmatiner dazugeholt.

Sie kämpft weit mehr, da sie erstens alles alleine machen möchte und vor allem den etwas irrsinnigen Anspruch hat, dass alle beide gleichweit in der Erziehung sein sollen. Folglich rennt sie manchmal gegen Windmühlen - denn sie hat nunmal nur 2 Augen und es scheint schwer für die Hunde zu sein, zu erkennen wen sie gerade anspricht :Oo .

Ich wünsche dir auf alle Fälle, dass es klappt und du mit den Schwierigkeiten, die sich auftuen könnten - und werden! - zurecht kommst.

Ach ja, noch was:

dein eigener Hund ist noch in der Akklimatisationsphase ;) Mit der Zeit, wenn er sicher ist dass du jetzt "sein" Frauchen bist, wird er eine Menge Dinge, die jetzt prima klappen wieder "vergessen".

Glaub mir - es wird so kommen.

Ich würde an deiner Stelle wirklich lieber noch warten, bis du alle eure eigenen Baustellen erkannt hast, bevor du dir neue dazuholst ;)

Trotzdem viel Glück :winken:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Anja,

die Anschaffung meiner Hunde bereue ich nicht, nur würde ich es nicht wieder machen, 2 Hunde in diesem kurzen Altersabstand zusammen aufzuziehen, da ich hier in der Familie die Bezugsperson bin, die sich um die Hunde kümmert und es wirklich sehr anstrengende Phasen gab, in denen sich mein Mann sogar geweigert hat, mit auf einen Spaziergang zu gehen, weil es ihm zu stressig war!!! :(

Mittlerweile sind die beiden 3 und 3 1/2 Jahre alt und unsere Spaziergänge sind wesentlich relaxter - das heisst aber auch heute noch nicht, dass ich einfach dahinschlendern kann und mich mit einer Freundin intensiv unterhalte sondern dass ich immer noch genau beobachten muss, was die 2 treiben, damit sie unter Kontrolle sind.

Ich bin ebenfalls ein sehr konsequenter Mensch und arbeite auch gern mit meinen Hunden. :D

Mein Resumee und das was ich anderen aus meiner Erfahrung heraus empfehlen kann ist trotzdem, dass man es sich und den Hunden einfacher macht, wenn man den zweiten Hund erst dazu nimmt, wenn der erste Hund sehr gut erzogen ist - das hängt dann nicht vom Alter des ersten Hundes ab, sondern wirklich davon, wie gut das Mensch/Hund-Team funktioniert.

Wie steht denn der Rest Deiner Familie zu Deinem Entschluss - könntest Du Hilfe bekommen von Deinem Mann/Freund/Kindern?

Man muss auch daran denken, dass es komplizierter ist, 2 Hunde in Betreuung zu geben, wenn man selbst mal krank ist und die Hunde nicht versorgt werden können.

Cony

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ds ich ja auch zwei Hunde habe will ich kurz etwas über meine Erfahrung berichten.

Paula ist nun knapp 5 Monate und Steinchen 6 Monate alt. Weil wir wussten, dass es bestimmt nicht leicht sein wird haben wir versucht, das mein Freund und ich von Anfang an jeder zu einem Hund eine intensive Beziehung aufbaut.

Auch wenn ich wesentlich mehr zu Hause bin zur Zeit und dadurch viel mehr mit beiden getrennt und gemeinsam üben kann ist es oft nicht leicht. Ich will keinen von beiden missen, doch vieles braucht bei unseren länger, weil sie sich zu oft gegenseitig ablenken.

Dazu habe ich oft mit Steinchens Eifersucht zu kämpfen, wenn ich mit Paula spiele. Aber wir arbeiten dran und es wird besser, wenn eben auch langsam.

Zwei gleichaltrige Hunde sind auf jeden Fall wesentlich zeitintensiver und wir müssen viele Abstriche machen. Mit einem Hund im Cafe um die Ecke sitzen ist kein Problem. Wenn ich aber beide dabei habe schaukeln die sich oft gegenseitig hoch, wenn sie irgendwas spannendes entdecken.

Aber ich sehe auch Vorteile. Von Anfang an war es kein Problem die Hunde alleine zu Haus zu lassen. Wenn sie nicht schlafen spielen sie eben miteinander und Möbel o.ä. haben bei uns noch nicht leiden müssen.

Ich glaube es gehört einfach eine große Menge Konsequenz und viel Zeit dazu zwei gleichaltrige Hunde zu erziehen. An unserer Konsequenz arbeiten wür täglich und das wir Zeit haben (müssen) war uns schließlich klar bevor wir uns die beiden Stinker ins Haus geholt haben.

Ich weiß nicht ob ich es nochmal machen würde, aber ich will jetzt auch auf keinen Fall tauschen!

LG

Sandra mit Sturkopf Steinchen und Terrorshiba Paula

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Danke sehr Euch allen!

Aber es ist schon lustig: Ihr habt fast alle zwei oder mehr Hunde, aber wenn Ihr Tipps gebt, dann ist das alles viiiiieeeel zu anstrengend, nervig und problematisch mit zwei Rackern. :-)

Ihr habt mir einige Denkanstöße gegeben, ich habe alles reiflich überlegt, auch mit Freunden, die mich und Finn kennen, und werde es ganz entschlossen tun! :-)

Wenn Ihr mögt, erstatte ich gelegentlich Bericht, ob es so furchtbar geworden ist, wie von einigen hier prophezeit, oder doch einigermaßen easy. :-)

Ich danke Euch, LG

Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Na dann viel Glück Anja,

es würde mich freuen zu hören wie es weitergeht :winken:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo!

Meine beiden liegen zwar 6 Jahre auseinander..aber die ersten Monate

dachte ich oft"meine Güte..hast Du Dir das antun müssen mit dem 2ten Hund?!"

Mittlerweile hat sich alles eingespielt und ist sogar noch ein Kind dazu gekommen..Der

Mensch ist ein Gewohnheitstier..

Hoffe dass es keine Probleme mit den Beiden gibt und wünsche Dir viel Erfolg!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Anja,

wie heisst es doch so schön:

In guten wie in schlechten Zeiten ....

und bevor man sich einen zweiten Hund anschafft, denkt man halt überwiegend an die guten Zeiten. Leider kommen die schwierigen Zeiten manchmal eben schneller als es einem lieb ist - ich erwähne da mal nur die Pubertät.

Da kann einen ja schon ein einzelner Hund ziemlich in den Wahnsinn treiben, bei zwei gleichaltrigen Hunden hat man das dann doppelt oder noch üppiger, weil 2 einfach noch mehr Blödsinn anstellen können.

Natürlich freuen wir uns, wenn Du uns über Deine Erlebnisse berichten möchtest - dafür ist ein Hundeforum ja schliesslich da. :D

Liebe Grüsse

Cony

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Erziehung Jagdhund/English Pointer

      Hallo liebe hundefreunde,    Ich habe seit kurzer Zeit einen englischen pointer Mischling (Fundhund) ca 2 Jahre alt. Meine Freundin hat diesen mit zu mir in die Wohnung gebracht da wir zusammen gezogen sind. Der Hund hat bei mir einen sehr großen Garten und eine große Wohnung. Zu meiner Frage: im Garten hört der Hund super, kommt wenn man ihn ruft und macht alle kommandos nur wenn ihn (ich glaube langweilig ist) hört er nicht mehr und ist auch schon über den Zaun gesprun

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Versand, wo bestellt ihr euer Barf für Junghunde

      Hallo ihr Lieben, wir hatten in der Vergangenheit Barf online bestellt, waren jedoch von der Qualität nicht überzeugt. Im heimischen Tiershop gibt es Barf für ausgewachsene Hunde. Die Zusammensetzung ist sehr gut.  Ich möchte jetzt jedoch auch unsere kleine Dame (teil)barfen: 16 Wochen alt, Labbi - Rotti Mix und 8,7 kg leicht. Sie ist ein richtig schlechter Futterverwerter. Was oben rein geht, geht unten 6 - 8 mal am Tag wieder raus.  Jetzt suche ich nach einem Shop, der Barf auch

      in BARF - Rohfütterung

    • Kong-Ideen für Welpen/Junghunde/Sensibelchen

      Unser Doggenwelpe (18 Wochen) hat "verordnete Ruhezeit", während die anderen beiden unterwegs sind. Ich würde sie gerne mit einem Kong beschäftigen, bin aber etwas verunsichert über mögliche Füllungen. Wir haben sie gerade, mit ach-und-krach, erfolgreich auf kaltgepresstes Futter umgestellt, aber das ganze war nicht unproblematisch...😬 Ich würde gerne die nächste Dünnschiss-Episode vermeiden...

      in Hundefutter

    • taube Hündin ohne Erziehung

      Ich habe ein Problem und bekomme es nicht in den Griff. Kurz zu Rosi. Rosi ist eine 6 jährige taube Hündin aus schlechter Haltung. Sie ist jetzt 5 Wochen bei uns. Leider hat sie in ihren 6 Jahren keine Erziehung genossen und kann gar nichts. Wir fangen bei null an. Ich war gestern mit beiden Boxern (Rosi und Harry) auf dem Feld Gassi. Harry geht ohne Leine, da er gut erzogen und gehorsam ist. Soweit alles gut. Ich habe Schneebälle geworfen und beide sind danach geflitzt. Auf dem Rückw

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Erziehung oder übertriebene Einflussnahme?

      Nach vielen Themen, wie etwa dem über das "Mäuseln" oder aktuell der Sache über das Verständnis zwischen Hund und Katze, geht mir durch den Kopf, inwieweit ich es okay finde, all die Charaktereigenschaften, Anlagen, Wesenszüge eines Vierbeiners erzieherisch zu beeinflussen, gar verändern zu wollen, bis er sich annähernd so benimmt, wie sein Mensch es gern hätte.   Bin gespannt auf Eure Meinungen!

      in Hundeerziehung & Probleme

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.