Jump to content

Klasse, dass Du unsere große Hunde Community gefunden hast!

Erstelle in wenigen Sekunden ein Benutzerkonto oder logge Dich noch einfacher mit Deinem Facebook oder Google account ein. 

➡️  Konto erstellen | Login

Hundeforum Der Hund
Christina

Rangordnung und Calming Signals vs. Bauchgefühl

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben!

Ich muss mir mal einiges von der Seele schreiben!

Am Freitag hatten wir im Junghundekurs eine Theorie Stunde, d.h. ohne Hunde. Wir hatten mehr oder weniger das Thema "Wie mache ich mich zum Nabel der Welt". Im laufe der Stunde habe ich mehrere Gefühlsebenen durchlaufen, von "hm,eigentlich gut wie das läuft, bei Peppels und mir" bis hin zu "nein, das wollte ich nie, dass das soo läuft". Fakt ist, ich behandel Peppels anders, als ich es eigentlich wollte. Bevor er zu mir zog, war klar, ich will keinen Schoßhund, er darf nicht aufs Sofa und ins Bett erst recht nicht. Hmmm, vieles kommt anders als man denkt ;)

Nun gut, viel kommt auch daher, das er ja von Anfang an krank ist und ich mich einfach super viel um ihn kümmern muss. Mache ich ja auch gerne, aber ich war schon oft an dem Punkt, wo ich gemerkt habe, lange halte ich das so nicht mehr aus. Meine ganzen Gedanken kreisen um ihn. Tag und Nacht. Er hat einen viel zu hohen Stellenwert bei mir, mein ganzes Leben dreht sich nur noch um ihn.

Nun habe ich in der Freitagsstunde beschlossen, andere Regeln aufzustellen. Begünstigt wurde das noch dadurch, das Peppels mir morgens beim Spazieren gehen, ausgebüxt ist, weil er einem Vogel hinterher ist. Naja, ausgebüxt ist vielleicht etwas übertrieben, aber er ist bestimmt 2o m ins Gebüsch rein und hat sich auch nicht abrufen lassen. Daraufhin habe ich ihn geholt und angeleint. Wollte ja nicht durch etliches Rufen mein Signal abschwächen ;) Aber das hat mir nochmal so einen kleinen Dämpfer verpasst.

Wir haben dann noch die DVD "Calming Signals" mitbekommen.

Fazit: Ich habe also überlegt, Peppels nicht mehr aufs Sofa zu lassen und somit auch das ständige betüdeln zu reduzieren. Habe ich jetzt seit Freitag durchgezogen und ich muss sagen, ich habe das Gefühl, es hat sich einiges entspannt. Ich habe losgelassen, setze mich nicht mehr unter Druck, ständig für ihn dasein zu müssen. Ich hatte schon mitlerweile das Gefühl, wir leben in einer Symbiose... Das kann nicht gut sein.

Ich denke, das sich hierdurch, also ICH regel die Sozialkontakte, nicht er, wenn ER will, er sich auch mehr freut, wenn wir zusammen kuscheln oder spielen, oder arbeiten. Kann das sein? Auch so schnell?

Dann habe ich mir die DVD angeguckt und weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Einerseits finde ich es super, meinen Hund lesen zu lernen. Andererseits habe ich festgestellt, das Peppels, wenn ich ihn rufe mit "kuscheln" er kommt, sich auf meine Beine legt, sich auch freut und trotzdem "beschwichtigt". Oder beruhigt ;)

Warum? Wozu sollte er das tun? Mein Bauchgefühl sagt mir in einigen Situationen, das ist ihm zuviel oder das macht er gerne. Wenn ich mich an die DVD halten soll, dann müsste ich doch z.B. aufhören mit kämmen, wenn er den Kopf zur Seite dreht oder mir sonstwie zeigt, das er das nicht toll findet. Aber manche Dinge müssen doch gemacht werden.

Ich habe viel über diese Calming Signals mit meiner Freundin diskutiert, aber ich komme zu dem Schluss, das es besser ist, auf mein Bauchgefühl zu achten. Oder liege ich hiermit falsch? Auf jeden Fall im Umgang mit Menschen. Im Umgang mit Hunden finde ich das doch ganz schlüssig und auch wirklich interessant. Aber ich bin kein Hund. Und er müsste doch wissen, das er mich nicht beschwichtigen/beruhigen braucht. Oder stehe ich auf dem Schlauch? Ich meine auch zu merken, wenn er keine Lust hat z.B. zu kuscheln, dann nehme ich ihn ja nicht einfach...

Versteht ihr was ich meine? Bin da irgendwie ziemlich hin und hergerissen, was denn jetzt richtig ist und was völlig daneben. Ich kann mir vorstellen, das es vielleicht gut auf ängstliche Hunde angewandt werden kann. Oder sehe ich einen falschen Sinn dahinter?

Oh man, doch viel länger geworden, als ich wollte, tut mir leid. Aber das musste jetzt einfach mal raus...

post-5110-1406412469,04_thumb.jpg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Christina,

ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg.

Die DVD ist zwar sehr interessant und man kann viel daraus

lernen, aber es gibt auch Sachen, die man einfach nicht

übertreiben sollte ;):D

Da hat Dein Bauchgefühl Dich nicht getrogen. ;)

Je souveräner Du wirst, umso mehr wird Peppels sich Dir anschliessen.

Dazu gehört eben auch nicht immer für den Hund dazusein.

Er sollte nie spüren, dass er der Nabel der Welt für Dich ist, sondern

er braucht Dich ;)

Ich hoffe, ich habe mich einigermassen klar ausgedrückt :Oo

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Susanne,

danke für deine Antwort.... Das ist das, was mir bei der Theorie-Stunde auch in den Kopf geschossen kam...

Also: Hey, Peppels ist im Moment der Nabel der Welt für MICH und nicht ich für ihn Krankheit hin oder her, ich bin ja immer noch für ihn da, ich lasse ihn ja nicht im Stich, wenn ich auch mal was für mich mache.

Aber das ist alles gar nicht so leicht. Es ist alles so anders gekommen, als ich es mir gewünscht habe. Aber davon können wahrscheinlich viele hier ein Liedchen singen.

Ich bin echt froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein, manchmal hilft es schon, sich einfach mitteilen zu können!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Zunächst mal und zum sicher mindestens 50. Mal:

Dieses ganze Märchen um Calming Signals ist größtenteils dummes Zeug. Das ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen.

Hinzu kommt, daß bei der Übersetzung des Ursprungswerkes ganz erhebliche und teilweise sinnentstellende Übersetzungsfehler vorkamen.

Was das "lesen" des Hundes angeht:

Auch das halte ich für völlig dummes Zeug. Denn genau bei dem Versuch entstehen die schlimmsten Mißverständnisse. Lesen kann ich nur etwas, das meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat. Nun kann man sich unschwer vorstellen, daß ich das auf der Jagd nicht kann. Da habe ich alles im Auge, aber nicht meine Hunde. Trotzdem "funktionieren" sie. Es kann nicht sinnvoll sein, ständig seinen Hund bespitzeln zu müssen.

Der Halter, der seinen Hund liest, darf ihn nie aus der Aufmerksamkeit entlassen. Der Versuch ist sogar bei den Profis der Stasi in die Hose gegangen, sonst wäre es zu den Leipziger Demos nie gekommen.

Was dagegen wichtig ist: Den Hund so zu erziehen, daß er seinen Besitzer irrtumsfrei "lesen" kann und will. Der Wille zum Gehorsam muß dem Hund in Fleisch und Blut übergehen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo

Ich stimme Susa zu, dass was du Bauchgefühltechnisch eingestzt hast, ist bestimmt richtig. Wenn du das Gefühl hast, es entspannt sich alles, dann ist es auch wohl der Richitge Weg.

Pudlich:

Ich kenne viele Jäger, die ihre Hunde "lesen". Nicht, ob sie sich die Schnauze lecken, aber ob der Hund gerade Reh oder Rotwild in der Nase hat - je nach Hund sind die Reaktionen unterschiedlich. "Lesen" des Hundes ist ja auch, anhand des Bellens zu hören, ob er Sauen, Rehe oder Rotwild jagt, oder ob er Standlaut bellt (nicht nur, weil er sich nciht bewegt und der Ton an der selben Stelle bleibt!)

Das alles sind Dinge, die Jäger automatisch machen. Vostehen zB - zu erkennen, dass der Hund vorsteht, auch wenn er nicht die typische Haltung einnimmt (weißt schon, Bein angewinkelt und so...) sonder einfach nur starr steht - Rute erhoben etc...

Alles das gehört genauso zum Lesen des Hundes, wie Schnauzelecken.

Aaaaber ich stimme dir schon zu - viele der CalmingSignals-Freunde interpretieren seit dem Buch/der DVD jedes Nackenkratzen des Hundes ;) Das ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders gewesen...

Dennoch macht es Sinn, wenn man zB anhand solcher Signale erkennen kann, ob der HUnd zB Schmerzen hat - es gibt ja Hunde, die nichtmal mit gebrochenen Rippen jaulen oder jammern.

Das zu können setzt aber etwas sehr wichtiges voraus: ein ECHTES Beschwichtigungssignal von all dem "Geplapper", das ein Hund so den ganzen Tag von sich gibt, zu unterscheiden.

So wie ein Hund erkennen muss, wann ein Befehl gegeben wird, und wann Herrchen sich nur mit Frauchen über "diesen Platz für den Küchensitz" unterhält :D

Übrigens: Leute, deren Hunde jagen, es aber nicht sollen (nicht meine Jagd ;) ) können sehr schön am Hund "Lesen", ob es nicht besser ist, die Leine dranzumachen ;)

Lemmy wird schneller, der Schwanz ringelt sich stark auf den Rücken und er ist nur nach DEUTLICHER Ansprache noch bereit, zu reagieren. Das ist dann letzte Chance - meistens meldet er mir danach sehr lautstark das Wild ;)

(nein, ich nehme ihn nicht mit auf den Hochsitz :D )

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Okay, Friederike,

da hatte ich beim Ausdruck "lesen" einen etwas anderen Anspruch unterstellt. Das was du da beschreibst, ist doch mehr die Grundschule, ich gehe mal "unvorsichtigerweise?" davon aus, daß das jeder kann.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Hallo

Aaaaber ich stimme dir schon zu - viele der CalmingSignals-Freunde interpretieren seit dem Buch/der DVD jedes Nackenkratzen des Hundes ;) Das ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders gewesen...

:kuss:

Ich glaube schon das das im Sinne des Erfinders war. Dieser Verein verdient damit Geld.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Dieses ganze Märchen um Calming Signals ist größtenteils dummes Zeug. Das ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen.

Hinzu kommt, daß bei der Übersetzung des Ursprungswerkes ganz erhebliche und teilweise sinnentstellende Übersetzungsfehler vorkamen.

Du schreibst grösstenteils, ich dagegen meine nur teilweise

Lesen kann ich nur etwas, das meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat. Nun kann man sich unschwer vorstellen, daß ich das auf der Jagd nicht kann. Da habe ich alles im Auge, aber nicht meine Hunde.

Ich meinte damit auch Hunde im Haus. Dort habe ich nämlich die Zeit, sie "zu lesen" bzw.

richtiger, sie zu verstehen.Nicht alle Hundehalter gehen zur Jagd, bzw. haben ihre

Hunde in Zwingern ;) . Ich denke, ein Grossteil von Hundebesitzern leben mit ihrem

Hund Tag und Nacht in einer Wohnung.

Da ist es doch umso wichtiger überhaupt zu verstehen wie "tickt" ein Hund eigentlich.

Bei mir hat dieses Buch ( zusammen mit vielen anderen und auch einigen DVD`s)mich aufmerksamer

meinen Hunden gegenüber werden lassen. Das ist schon mal ein erster Schritt ;)

Selbstverständlich nehme ich nicht alles für bare Münze und weiss sehr wohl zu

unterscheiden, was ich anwenden kann und was ausgemachter Blödsinn ist ;)

All dies kann man durch Beobachtung auch schnell erkennen.

Grobes Beispiel: Mich einem schüchternen ängstlichem Hund seitlich zu nähern

war häufig von Erfolg gekrönt. Mir dabei über die Lippen zu lecken hätte bei dem

Hund warscheinlich nur noch grösseres Entsetzen hervorgerufen :Oo:zunge:

Und zum Abschluss noch ein Beispiel:

Hunde werden gerne umarmt....aber nur von ihrem Besitzer....äh besser von

ihrer Besitzerin (bei Männern eher weniger zu beobachten ;) )

Man kann dabei wunderschön beobachten wie die armen, sooo geliebten Fellnasen,

den Kopf möglichst weit wegdrehen und sich teilweise Leftzen lecken oder gähnen.

Deutlicher geht es wirklich nicht, aber dies ist eben nur zu erkennen wenn man

auch sensibel genug ist den Hund mal zu "lesen" und sich die Mühe macht

den Partner und Familienmitglied Hund mal "zuzuhören"

Ich habe solche Umarmungen seit langem eingestellt, obwohl es mir so

gut tut :D

Mich haben "solche" Bücher sensibler im Umgang mit dem Hund gemacht, und

nur das zählt für mich. Ich setzte das um was ich für sinnvoll halte, der Rest

verschwindet im Regal. Wenn ich aus einem meiner vielen Bücher nur 20 Seiten

als richtig und wichtig empfinde reicht mir das schon.

Aus einer Vielfalt von Informationen sich das geeignete raussuchen ist alles.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Das was du da beschreibst, ist doch mehr die Grundschule, ich gehe mal "unvorsichtigerweise?" davon aus, daß das jeder kann.

Leider muss ich Dir wiedersprechen. Es gibt sehr viele die dies ueberhaupt nicht koennen...meine Nachbarin ist da ein Paradebeispiel. Sie merkt erst wenn Josie in der Leine haengt, dass da was interesantes ist. Ist Josie nicht direkt vor ihr, hat sie meist keine Ahnung wo im Garten sich ihr Hund gerade aufhaelt, rennt der Josie ins Gebuesch kann sie nicht voraussehen und hoeren auf welcher Seite sie wieder raus kommt, Josie muss sie anspringen, damit sie merkt ihr Hund ist zurueck...

Ich haette vor einem halben Jahr nie geglaubt jemand koennte so Blind und Taub durchs Leben gehn.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Christina,

das, was Du über diese Theoriestunde in der Hundeschule schreibst, hat mich sehr beeindruckt. Eine Hundeschule, die es schafft, ihre Zuhörer in einem Theorieteil SO anzusprechen und zu beeindrucken, dass man seine Fehler und vor allem Ziele selbst erkennt, gehört sicher zu den besten, die Du finden kannst.

Auch das Mitgeben der Calming Signals DVD halte ich für sinnvoll. Dabei geht es wirklich nicht darum, alles 1:1 auf den Menschen zu übertragen, sondern für viele Hundehalter geht es zum ersten Mal überhaupt darum, außer Schwanzwedeln und Bürste überhaupt Körpersignale zur Kenntnis zu nehmen. Es ist nämlich in der Tat nicht so wie Pudlich schreibt, dass man das als Basiswissen voraus setzen kann. Selbst sehr viele Trainer, die sich 40 Jahre Hundeerfahrung auf die Fahnen schreiben, sind häufig nicht in der Lage einen hündische Gesamtkörperausdruck in einem Film oder auf einem Foto korrekt zu benennen.

Was die CSs im Detail angeht, kann ich mich Susa nur anschließen. Bauchgefühl gepaar mit dem Wissen um die Beschwichgigungsgesten bringt den Mittelweg, den wir Familienhundahalter brauchen, um Tag für Tag mehr zu verstehen und die Zeichen besser zu deuten.

Mein Bär beschwichtigt auch, wenn ich ihn zum Kuscheln ran rufe. Ganz einfach. Er ist ein Hund mit einer sehr großen Individualdistanz. Er kommt nur MIR zuliebe, da er zu viel Nähe einfach furchtbar findet. Genauso ist es beim Bürsten, wie Du es sagst. Es MUSS nun mal sein, aber ich kann ja unnötiges Drüberbeugen vermeiden.

Stilblüten wie Menschen, die sich Lippenleckend auf den Rücken unter ihren Hund legen, weil sie nachher den neuen Welpen ins Haus holen und den Alten schon mal milde stimmen wollen, (ja, sowas gibt es), gehören meiner Ansicht nach jedoch dringend in Behandlung. :wall:

Du bist sicher auf einem guten Weg.

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.