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Hundeforum Der Hund
Karl

Die "Hundeformel" oder der "vorwärts denkende" Hund (lang und ausführlich) ;-)

Empfohlene Beiträge

@chimbambola: Ich verlasse mich auch nicht auf's interpretieren, weil dieses immer sehr subjektiv ist - solange, bis die tatsächlich an einer Situation beteiligten ihre eigenen Erläuterungen hierzu geben.

Das ist aber bei Hunden schlecht möglich - zumindest mit mir hat noch keiner gesprochen.

Was ich tue ist: Beobachten, ähnliche Situationen miteinander vergleichen, und dabei sehen ob es Hinweise gibt, die eine bestimmte Richtung beim Verhalten annehmen lassen.

Aber selbst solche Vergleiche lassen nur schwer Schlussfolgerungen zu, weil jede Situation (sofern sie nicht unter gleichbleibenden Laborbedingungen wiederholt wird) immer von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird, die wiederum Einfluss auf das jeweilige Verhalten der Beteiligten haben.

Auf einen ganz einfachen Nenner gebracht: Selbst ein Hund, der bisher immer jeglichen Auseinandersetzungen aus dem Weg gegangen ist und dem nachgesagt wird, ein überaus verträglicher und keinesfalls aggressiver Vertreter seiner Art zu sein, kann unter bestimmten Voraussetzungen (die vom Menschen nicht immer gesehen werden) für den Menschen plötzlich und unverständlich eine aggressive Handlung zeigen.

Es ist eine Sache, dann als Mensch darauf zu reagieren, und diese Reaktion ist dann sowohl von den Umständen als auch von der Individualität des Menschen abhängig.

Eine andere Sache ist, den möglichen Ursachen für dieses Verhalten auf den Grund zu gehen.

Und auch hierbei spielen die jeweiligen individuellen Erfahrungen eines jeden Einzelnen eine große Rolle, oftmals wird hier auf erfahrenes-bewährtes zurück gegriffen - ohne dass aber irgend jemand tatsächlich belegen kann, WARUM es funktioniert.

Tatsächlich gibt es für mich nur folgende Faktoren, die zum Thema Hund unumstößlich sind:

- Hunde sind Hunde

- Hunde sind sehr anpassungsfähig

- Hunde werden durch das Zusammenleben mit Menschen in ihrem Verhalten beeinflusst

- Hunde haben sich in ihrem Verhalten durch die Jahrtausende währende Domestikation durch den Menschen so weit vom Verhalten des Wolfes entfernt, dass ein direkter Vergleich mit ihm nicht mehr möglich ist.

- jeder Hund ist ein Individuum, dessen Verhalten sowohl aus seinen Veranlagungen, aber zum größeren Teil aus seinen Erfahrungen resultiert

Ich glaube nicht, dass dies mit einer einzigen Theorie abgedeckt werden kann.

Deine Behauptung, dass Welpen welche mit 8 Wochen aus ihrem "Rudel" entfernt werden, nicht mehr ihre Sprache und ihre Talente in allen Feinheiten entwickeln können, ist falsch.

Es ist richtig, dass ein Welpe durch eine gute Aufzucht eine gute Basis für sein späteres Leben bekommt - aber Talente entwickeln sich erst später ... und ein Welpe, der ausschließlich die "Sprache" seiner "Rudelmitglieder" gelernt hat, wird über ein sehr geringes Vokabular verfügen, wenn er dann als erwachsener Hund auf einmal Hunden begegnet, die nicht seinem Rudel angehören. Ich weise nur mal auf die unterschiedliche Mimik/Gestik durch die enorm unterschiedliche Physiognomie bei Hunden hin.

Letztendlich ist die Ableitung unterschiedlichen Verhaltens aus einem Vergleich "Mutterrudel - Gehegewölfen" schlicht und ergreifend irreführend - das ist als würdest du Äpfel mit Birnen vergleichen, nur weil sie unter sie Sorte "Obst" fallen.

Selbst dem letzten Wolfsforscher ist mittlerweile bekannt, dass Wölfe in Gefangenschaft ein anderes Verhalten zeigen als in freier Wildbahn - und hier hat KEINE Jahrtausende währende Beeinflussung stattgefunden.

Was wiederum nur ein weiterer Beweis dafür ist, wie ausgeprägt die genetische Veranlagung zur Anpassungsfähigkeit bei Caniden ist, denn all diese Gene haben ihren Ursprung im Wolf.

Ich finde es ziemlich herablassend, hier eine angebliche private Animosität in den Vordergrund zu stellen und die Fakten und Argumente dabei außen vor zu lassen.

So kommt kein Austausch zustande.

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Hey@all,

Originalbeitrag

Hans-Georg, es ist doch ganz offensichtlich, dass es dir nur darum geht, jede Gelegenheit zu nutzen, um Anita zu diskreditieren. Leider wird dir das nicht gelingen, zumal deine Argumente nicht greifen. Anita steht zu Recht über diesen Anfeindungen. Für mich muss du dir also nicht die Mühe machen.

Gut, dann für alle, die es interessiert.

Originalbeitrag

Dass ein Mutterrudel nochmal andere Verhaltensweisen innerhalb des Rudels und nach außen zeigt, habe ich an meinem eigenen Rudel oft schon feststellen können, allerdings kann ich ja (m)ein Rudel nicht als allgemeingültig erklären, drum hat mich Anitas Meinung, die ich sehr schätze, interessiert im konkreten Fall, weil mich nebenbei auch interessiert, wo exakt die Unterschiede sind.

(a) Da du nicht beschreibst, welche Unterschiede du meinst, kann man auch keine Stellung beziehen, aber vielleicht magst du sie mal darstellen.

(B) Du glaubst also das Karl/Anita Expertin für „Mutterrudel“ beim Hund, wie du es nennst sein könnte.

Ist Karl/Anita Züchterin?

Wie viele Würfe hat sie großgezogen?

Auf welche Erfahrungen sollte sie da zurückgreifen können?

Originalbeitrag

Dass es Unterschiede im Verhalten von Mutterrudel oder zusammengewürfelten Wölfen gibt, ist längst schon im Vergleich freilebender Wolfsrudel (die immer Mutterrudel sind) und Gehegewölfen belegt.

(a) Richtig ist, dass es zwischen Gehegewölfen und freilebende Wölfen unterschiede gibt und das dieses Wissen von Wildbiologen, somit von frühen Wolfsforschern um ca. 1930/40 fortlaufend, aus den USA und Kanada stammt.

(B) Falsch dagegen ist, dass es sich um Mutterrudeln handeln würde, denn Wölfe sind ganz eindeutig Familienverbände, die aus männlichen und weiblichen Tieren bestehen.

© Wer sich beispielsweise an seinen Biologie-Unterricht erinnern kann, dem wird dieser Satz vertraut vorkommen:

Genotyp + Umwelt = Phänotyp (Verhalten)

D. h.:

(1) Genotyp (Erbanlagen des Wolfes) + Umwelt (Gehege) = Verhalten

(2) Genotyp (Erbanlagen des Wolfes) + Umwelt (freie Wildbahn) = Verhalten

Alleine daraus lässt sich ganz einfach Folgendes ableiten und begründen.

Der Genotyp (Erbanlagen des Wolfes) in (1) und (2) ändert sich nicht, aber deren Umwelt.

Die bei den „Gehegewölfen“ eine andere ist, als bei den Wölfen in „freier Wildbahn“, deshalb ist es auch zu erwarten, das wir nicht mit dem gleichen Verhalten der Wölfe rechnen können.

Ich halte fest, schon diese einfache Überlegung, sollte uns ins Bewusstsein rücken, welche große Bedeutung für Lebewesen generell und hier für die Wölfe im Besonderen, der Faktor Umwelt zukommt.

Von der Verhaltungsbiologie wissen wir, über ihre Caspar-Hauser-Versuchen (Deprivations-Experimente) bei Hunden, das Reizarmut für den Welpen bedeutet, dass sie irreversibel (nicht mehr umkehrbare) Schäden körperlich, als auch geistig-seelisch davon tragen.

D. h., diese Welpen können sich anderen Hunden gegenüber nicht mehr adäquat verhalten.

Sie können weder artgerecht mit anderen Hunden interagieren geschweige denn kommunizieren, sie sind nur noch bedauernswerte „psychosomatische“ Wracks.

Ich halte fest, der Umwelt kommt eine viel größere Bedeutung für das Verhalten zu, als von einigen Hundehaltern und Hundetrainerinnen geglaubt.

Zitat:

Als grobe Faustregel kann gelten:

Den Körper bestimmt der Primat der Anlagen über die Umwelt; Psyche und Sozialverhalten bestimmt der Primat der Umwelt über die Anlage (U. Erckenbrecht).

Originalbeitrag

Bei Hunden dürfte es nicht sehr viel anders sein.

Leider ist diese Annahme absolut unhaltbar, siehe oben, denn.

Genotyp (Erbanlagen des Hundes) + Umwelt (Domestikation) = Verhalten.

Was hier besonders auffällt, ist die Tatsache, dass bei den Hunden, deren Abstammung vom Wolf von der Molekularbiologie/Genetik/Biochemie über die DNA-Analyse zweifelsfrei nachgewissen ist, haben sich gleich zwei Faktoren drastisch verändert, nämlich einmal der Genotyp und zweitens die Umwelt.

Das blieb bei unseren Haushunden nicht ohne Folgen, denn nicht nur auf das Verhalten, sondern genauso gravierend hat sich ihr äußeres Erscheinungsbild (vom Chihuahua bis zum irischen Wolfshund) hin, in recht auffälliger Weise verändert.

Kurzgesagt, der Hund hat sich durch seine Domestikation sehr weit vom seinem Stammvater dem Wolf, in „Genotyp + Umwelt = seinem Verhalten“ entfernt.

Was sich auch in dem Genom von Wolf und Hund wiederspiegelt.

Sie sind zwar eine Bio-Art, d. h. miteinander in der Lage sich zu verpaaren und als Hybrid mit Hybrid, Hybrid und Wolf, sowie Hybrid und Hund weiter fortzupflanzen, aber ihre DNA zeigt an ca. 140 Sequenzen unterschiede auf.

Dazu noch eine Ergänzung:

Wer also die Thematik lange genug verfolgt, der weiß, dass Dorit Feddersen - Petersen unteranderem, auch Hunderudel untersucht hatte und zu einem recht eindeutigen Ergebnis gekommen ist.

Nämlich, dass Hunde nicht in der Lage sind, nachhaltig ähnlich stabile Rudel, im Vergleich mit Wölfen, die das noch können, zu bilden.

Nachzulesen z. B. in ihrem Buch „Ausdrucksverhalten vom Hund“.

Originalbeitrag

Abgesehen davon, dass die meisten Hunde, die mit 8 Wochen aus dem Rudel entfernt werden, gar keine ausreichende Gelegenheit mehr haben, ihre Sprache und ihre Talente in allen Feinheiten zu perfektionieren. Ganz deutlich zu erkennen, die Entwicklung der letzten 10-15 Jahre, wo immer mehr verwelpte erwachsene Hunde unterwegs sind, die keine Kinderstube genossen haben, die erwachsenen Hunden gehörig auf die Nerven gehen.

Schon lange hat das alte Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, seine Bedeutung eingebüßt.

Wie uns die Verhaltens- und Neurobiologie lehrt, hat sich schon längst die Erkenntnis durchgesetzt, das Lernen über fasst die gesamte Lebensspanne, nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei vielen Tieren, so auch unseren Hunden möglich ist.

Deshalb muss ich noch einmal auf den uns, siehe oben, schon vertrauten Satz zurückkommen.

Genotyp + Umwelt = Phänotyp (Verhalten)

Oder etwas genauer:

Genotyp (Erbanlagen des Hundes) + Umwelt (Hausstand) = Verhalten

Was wissen wir?

Sozialverhalten des Hundes ist angeboren, muss aber während der Entwicklung des neugeborenen Welpen, in der Interaktion mit seinen Geschwistern, in seiner Bedeutung gelernt und so zur Kommunikation verfeinert werden.

Hier lässt sich auch, siehe oben, über die „Caspar-Hauser-Versuche“ wieder der Bogen schlagen, um die Relevanz der Umwelt, dazugehört auch die Interaktion der Welpen-Geschwister untereinander, zu schlagen.

Ein Beispiel:

Wenn die Welpen ihre Zähne bekommen und schmerzhaft zubeißen können (angeboren), müssen sie in der Interaktion noch lernen, wie intensiv sie zubeißen dürfen, angeborenes Sozialverhalten hilft ihnen dabei, dies schnell n der Interaktion zu lernen.

Dieser Prozess der Sozialisierung ist bei manchen Rassen- und/oder Hundetypen schon mit ca. 8 Wochen erworben, kann aber auch bis zu 16 Wochen dauern.

Kommt der Welpe nun, in der Regel mit 8 Wochen, in sein neues Zuhause, kann somit bei entsprechender Förderung, an das bisher vom Welpen gelernte nahtlos anknüpft werden.

Denn jeder dementsprechend vorbereitete Welpe, ist neugierig und lernbegierig, das liegt in der Natur des Lebendigen.

Oder anders ausgedrückt, Hundewelpen sind keine unbeschriebenen Blätter, sie bringen bei einer entsprechenden anregenden Umwelt, eine adäquate Grundlage mit, auf die sich aufbauen lässt.

Kommt ein Welpe zu uns, weiß und kann er schon eine ganze Menge, nur muss es auch in seinem neuen Zuhause weiter entwickelt werden.

Zur Erinnerung:

Genotyp (Erbanlagen des Hundes) + Umwelt (angemessene Kinderstube) = Verhalten

Daraus lässt sich ableiten, nicht das längere verbleiben bei der Mutter und den Geschwisterwelpen, sondern die weitere Förderung des Welpen durch den Menschen, ist der jetzt entscheidende Faktor, wohin sich ein Welpe zum Jung Hund bis zum erwachsene Hund hin entwickelt.

Noch eine Anmerkung:

Hunde sind schon lange keine reinen Rudeltiere mehr, sie haben aber im Großen und Ganzen, eine recht umfassende Sozialtoleranz anderen Hunden, aber auch anderen Lebewesen, besonders stark sogar dem Menschen gegenüber, während ihrer Domestikation, entwickeln können.

Dazu den schönen Satz einer Tierärztin und Verhaltensbiologin:

…, der Mensch hat das Sozialverhalten von Hunden tief greifend verändert (D. U. Feddersen - Petersen).

Was sehr viel Aussagekraft hat.

Wenn es also aus der Sicht von uns Menschen, Fehlverhalten des Hundes (was immer das sein mag) gibt, müssen wir uns an die eigene Nase fassen, aber dürfen nicht die Trennung der Welpen von Mutter und Geschwistern, dafür verantwortlich machen wollen.

Beste Beispiele dafür liefern uns Straßenhunde, die oft unbeeinflusst durch den Menschen aufwachsen, aber trotzdem, wenn sie zu uns kommen, uns auch mal mehr und/oder mal weniger vor die gleichen Probleme stellen, wie unsere als Welpe oder Erwachsen zu uns gekommenen Haushunde.

Andersgesagt, die Sache ist doch etwas komplexer, als wir uns das so gemeinhin vorstellen können.

Originalbeitrag

Für mich ist es fast schon ein Grundbedürfnis, Hunde verstehen zu wollen, dazu gehört für mich auch zu "versuchen" aus Interaktionen abzuleiten, was Hunde dabei wohl denken oder fühlen oder warum sie so handeln, wie sie es tun, auch wenn man dabei immer an der Oberfläche bleiben wird, leider. Jede Übersetzung von einer Fremdsprache in die andere (hündisch-menschisch) ist ein Stück weit immer Interpretation (interpretare = dolmetschen), man übersetzt nie Wort für Wort, und würde ein Text von 10 wirklich gute Übersetzern übersetzt, wären die 10 Texte irgendwie immer etwas unterschiedlich (die Bibel ist ein gutes Beispiel), doch letztlich dient es der Verständigung zweier, die nicht dieselbe Sprache sprechen, sich weitmöglichst anzunähern, und selbst wenn man nur mangelhaft eine Fremdsprache spricht, klappt die Verständigung immer noch besser, als würde man sie gar nicht sprechen. Wenn man aufhört zumindest zu versuchen zu interpretieren, wird man erst recht nie Hunde verstehen lernen. Vor nicht all zu langer Zeit wollte man uns auch weiß machen, dass Tiere nicht in der Lage sind zu fühlen, weder Schmerz noch seelisches Leid, das ist zum Glück widerlegt.

Hier zu lässt sich nur sagen, Hunde sprechen keine Sprache, die mit unserer vergleichbar wäre, trotzdem gibt es die Möglichkeiten, in sehr begrenzten Umfang allerdings, das Verhalten des Hundes zu deuten.

Was aber weit entfernt davon ist, denn Hund verstehen zu können, wir Menschen sind n dieser Hinsicht ziemlich unfähig.

Es ist die typische Arroganz und Ignoranz von uns Menschen, zu glauben wir verstünden das Denken und Handeln unserer Hunde, davon sind wir Lichtjahre entfernt.

Natürlich können wir lernen, wenn der Hund um eine bestimmte Urzeit bellt, dass er sein Futter möchte, oder wenn er zur Tür läuft, dass er mal raus muss usw.

Dieses Verständnis den Hunden gegenüber ist aber noch vielweniger, als die Spitze eines Eisberges, dass was uns verborgen und verschlossen bleibt, ist das große Ganze.

Dass der Hund uns so gut lesen kann, hat damit zutun, das er in der Lage ist zu denken und vor allem zu lernen.

Eigentlich ist es kein lesen, dazu müsste er schon (angeboren) wissen und verstehen, was der Mensch will, das tut er aber nicht.

Jetzt könnte man die Experimente mit dem Fingerzeig usw. anführen, die aber letztlich auch wieder lernen voraussetzen.

Hunde lernen durch sehr genaue Beobachtung und Interaktionen mit uns Menschen, deshalb kann er davon dann unsere Absichten ableiten.

Denn sein Gehirn funktioniert ähnlich, wie das des Menschen.

Wir Menschen machen es auch nicht viel anders, um den Hund zu versuchen zu verstehen, nur leider mit sehr sehr mäßigem Erfolg.

Was nutzt es einen Hund interpretieren zu wollen, wenn die Interpretation daneben ist, und der Mensch merkt es nicht einmal.

Glaubt aber an der Reaktion des Hundes die Richtigkeit seiner Interpretation ableiten zu können und fühlt sich dann in seiner Annahme bestätigt, so falsch sie auch sein mag.

Hunde sind Opportunisten, was nichts Negatives ist, ganz im Gegenteil, das hilft ihnen in unserer komplizierten und komplexen Welt, mit uns Menschen klarzukommen.

Seine Anpassungsfähigkeit ist es, die es uns ermöglicht mit Hunden zusammenleben zu können und nicht, weil wir Menschen so tolle, uns selbst überschätzende Hundeversteher sind.

Ich persönlich habe noch nie daran gezweifelt, dass Tiere Denken, Emotionen, Gefühle und eigen Motivation haben.

Das gilt aber auch für viele Verhaltensbiologen und Wissenschaftler, du kannst nicht alle in einen Topf werfen, oder glauben du hättest es nur mit Idioten zu tun, die nichts vom Leben verstehen.

Denkende lernen aus dem Fehlenden nachhaltiger (M. Heidegger).

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Ich finde deine Ausführungen, Hans Georg, sehr interessant - mal wieder, wie üblich :)

Die Formeln sind einfach genial, genial-einfach - klar nachvollziehbar in ihrer Logik, und auf jeden Hund übertragbar (öhm ... auf den Menschen übrigens auch ... :whistle:zunge: ).

Dass der Genotyp beim jeweiligen Hund nicht beeinflussbar ist, dürfte wohl jedem klar sein.

Für den einzelnen Hundehalter stellt sich also die Frage: Wie gestalte ich die Umwelt so, dass ich ein bestimmtes Verhalten bei meinem Hund hervorrufe?

Die hierbei herrschende, große Unsicherheit bei einer großen Zahl der Hundehalter führt wohl dazu, dass allzu gerne auf "Methoden" zurück gegriffen wird, welche Erfolge versprechen und auch teilweise bringen, obwohl nach den heutigen Erkenntnissen viele Grundlagen solcher Methoden als nicht mehr haltbar angesehen werden können - Alphastellung als Alles dominierende Führungspersönlichkeit etwa, oder Hierarchiebildungen als Ableitung aus dem Verhalten von Wölfen.

Umwelt ist also der Faktor, den wir Menschen beeinflussen können.

Zugute kommt uns dabei die große Anpassungsfähigkeit von Hunden, ihre Bereitschaft, sich in eine soziale Struktur einzufügen - aber hier greifen eben auch die Lerntheorien.

Konditionierung und kognitives Lernen haben die größten Erfolge, wenn sie

- in möglichst stressfreier Umgebung

- mit möglichst wenig Druck

- Freude am Lernen

- Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten (sowohl geistig als auch körperlich)

durchgeführt werden.

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Hey

Originalbeitrag

Umwelt ist also der Faktor, den wir Menschen beeinflussen können.

Zugute kommt uns dabei die große Anpassungsfähigkeit von Hunden, ihre Bereitschaft, sich in eine soziale Struktur einzufügen - aber hier greifen eben auch die Lerntheorien.

Konditionierung und kognitives Lernen haben die größten Erfolge, wenn sie

- in möglichst stressfreier Umgebung

- mit möglichst wenig Druck

- Freude am Lernen

- Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten (sowohl geistig als auch körperlich)

durchgeführt werden.

Danke, für deine treffenden Erweiterungen! :)

Alles sollte so einfach wie möglich, aber auch nicht einfacher sein (A. Einstein).

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Ist das tatsächlich pauschal so zu beurteilen?

Können wir daraus ein:

"Ist das tatsächlich grundsätzlich so zu betrachten?"

machen?

Dein Beispiel mit dem Elektrozaun ist hier klassisch und hervorragend geeignet' um die Unterschiede des Lernens an sich zu verdeutlichen:

Was hat der Hund aus dem Kontakt mit dem Elektrozaun tatsächliche GELERNT?

- (Elektro-)Zäune sind gefährlich und verursachen Schmerzen

- die Tiere hinter dem Zaun sind gefährlich

- der hinter dem Hund herschreiende Halter hat die Möglichkeit, Schmerzen auch auf Distanz zuzufügen

Die Lernerfolge aus diesen Möglichkeiten sind noch vielfältiger:

- (den auf der Wiese stehenden) ähnlichen Tieren wird zukünftig aus dem Weg gegangen als potenzielle Gefahr

- ähnliche Tiere werden als potenzielle Gefahr angesehen und lösen aggressives (Verteidigungs-) Verhalten aus

- Wiesen mit Zäunen werden gemieden

- der Kontakt mit Zäunen wird gemieden, dazu kann Hund diese aber entweder ganz meiden oder aber umgehen (drunter her kriechen z. B.)

- der Hund bezieht diesen Schmerz auf seinen Halter und wagt es nicht mehr, eine gewisse Distanz zu diesem zu überschreiten

- der Hund bezieht diesen Schmerz auf seinen Halter, weiß aber nicht, warum er diesem Schmerz ausgesetz wurde

- der Hund hat Nichts daraus gelernt, es Bedarf der Wiederholung ... woraus sich wieder vorgenannte Möglichkeiten entwickeln können :kaffee:

Das Lernen in kontrollierter Umgebung mit möglichst gleichbleibenden Umweltreizen bietet über [b']Wiederholungen[/b] die Möglichkeit, zumindest am Verhalten des Hundes abzulesen, ob die gewünschte Richtung eingeschlagen wird oder nicht.

Womit du Recht hast: Lernen im Sinne von Erfahrungen sammeln tun sowohl Hunde wie Menschen jederzeit - um Lernziele zu erreichen, bedarf es jedoch einer Planung/Struktur; hierbei hat sich erwiesen, dass sowohl zu viel positiver als auch zu viel negativer Stress mindernd auf Lernerfolge auswirkt.

Tatsächlich ist Lernen unter bestimmten Stressfaktoren (hormonelle Einwirkungen z. B.) erwiesenermaßen nicht mehr möglich.

Was aber durchaus möglich ist - und in vielen Berufen zur Ausbildung gehört - ist eine Gewöhnung an Stress.

Aufgebaut auf eine gute Grundausbildung kann trainiert werden, auch unter stressbelasteten Bedingungen Erlerntes anzuwenden und weiter zu verfeinern - z. B. in der Schutzhundausbildung ;)

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[

Können wir daraus ein:

"Ist das tatsächlich grundsätzlich so zu betrachten?"

machen?

Können wr :)

Die möglichen Fehlverknüpfungen bei einer heftigen Lernerfahrung sind natürlich eine grosse Gefahr.

Weswegen das arbeiten über Strafe ja auch grosse Gefahren birgt.

Mir ging es nur um die "Wege/Leitungen" im Gehirn,die ja scheinbar(bin kein Neurobiologe)entweder durch Wiederholungen,mit den von dir genannten Vorraussetzungen geschaffen werden können,oder eben auch durch plötzliche heftige Erfahrungen,quasi eingestanzt werden.

Ich versuche mich übigens gerade durch den Fred hier zu ackern. Und mir kommt es ein wenig vor als ob ein Hund,der sich auf "Null" befindet,teilweise in einem Zustand der erlernten Hilflosigkeit verharrt. Ist das möglich?

Und generell,besteht diese Gefahr nicht,wenn man einen Hund,häufig korrigiert,ohne ihm vorher das erwünschte Verhalten beizubringen,bzw,wie er die Strafe vermeiden kann?

Ich meine,wenn die Dame eine bekannte erfolgreiche HUndetrainerin ist,mutmaße ich,dass sie es hinbekommt immer exakt und nicht übertrieben zu strafen,aber schaffen das auch alle,die diese Methode nachmachen?

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Originalbeitrag
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Können wir daraus ein:

"Ist das tatsächlich grundsätzlich so zu betrachten?"

machen?

Können wir :)

Okay - dann eindeutig ja, mit Blick auf die Lernziele :) Dass Erfahrungen auch auf anderen Wegen "eingestanzt" werden können, hatten wir ja schon geklärt.

Und generell,besteht diese Gefahr nicht,wenn man einen Hund,häufig korrigiert,ohne ihm vorher das erwünschte Verhalten beizubringen,bzw,wie er die Strafe vermeiden kann?

Diesen Satz verstehe ich jetzt nicht ... :redface ist dieser Satz so zu lesen:

"Und generell: Besteht nicht diese Gefahr der erlernten Hilflosigkeit, wenn man einen Hund häufig korrigiert, ohne ihm vorher das erwünschte Verhalten beizubringen (bzw. wie er die Strafe vermeiden kann)"

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