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Hundeforum Der Hund
Manou

Toleranzbereich des Hundes vergrößern/ Abwehren von fremden Hunden

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Huhu liebe Fories :winken:

Da ich von Euch schon viele tolle Tipps und Anregungen erhalten habe,

schilder ich heut noch mal eine Sache, bei der ich, bzw. meine Nachbarin Einschätzungen und Ratschläge gut gebrauchen kann..

Also, ich gehe seit längerem mit meiner eigenen Hündin und einer 2jährigen Dalmatinerhündin Flora und ihrer Besitzerin spazieren, die Hündin ist eigentlich umgänglich mit anderen Hunden (kein Unterschied ob Rüde oder Hündin), aber sobald sich ein unbekannter Hund nähert, geht sie immer erst extrem in Abwehrhaltung. Sie zeigt Angst, zieht die Rute ein, dreht sich oft im Kreis und versteckt sich teilweise hinter ihrer Besitzerin, wird es ihr dort zu "eng", weicht sie aus, geht nach vorn und "keift" den fremden Hund ziemlich heftig und lautstark an.

Nach ein paar Minuten hat sie sich meist beruhigt und kann relativ "normal" mit dem "neuen" Hund umgehen, d.h sie beachtet ihn scheinbar nicht, aber erst reagiert sie jedes Mal extrem abwehrend und (ängstlich) aggressiv auf nahezu jeden unbekannten Hund.

Ähnlich sieht es wohl aus an Orten, an denen auf engem Raum mehrere Hunde sind, z.B. in einer Tierarztpraxis, in der Stadt, erst wird geknurrt, und sobald sie merkt, ihr wird nichts getan, beruhigt sie sich und kann sich auch relativ entspannt ablegen.. Die Besitzer denken natürlich immer erst, die Hündin ist "ungenießbar" und vermeiden dadurch oft den Kontakt.

Nun meine Frage, kann man diesen "Toleranzbereich" irgendwie vergrößern, kann man trainieren, dass sie nicht von vorn herein in solch eine Abwehrhaltung geht?? Die Besitzerin würde gern auch mal mit der Hübschen auf Ausstellungen gehen, allerdings geht das im Moment so nicht mit der Hündin..

Was könnte ich ihr raten?? oder auch mit ihr üben??

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Mein Hund hat früher immer die Rute eingeklemmt, hat kehrt gemacht und ist nach Hause gerannt. Egal ob mit Brustgeschirr oder Halsband, trotz Leine hat er es immer wieder geschafft, davon zu rennen. Aber nur bei fremden Hunden!

Ich habe dann mit ihm trainiert, indem ich einfach stark und schnurstracks in Richtung des Fremden Hundes gelaufen bin. Er hat dann gesehen, ich mache das, ich habe keine Angst und mir passiert auch nichts dabei. Und dann, Stück für Stück wurde es immer besser.

Normalerweise ist der Besitzer immer ein Vorbild für den Hund. Wenn sich der Hund bei dem Besitzer sicher fühlen kann, wird es egal sein ob das nun in einem engen Raum mit vielen Hunden ist, oder zu hause im Wohnzimmer.

Raten kann ich einfach nur zu üben, dem Hund die Angst davor zu nehmen. Aber auch Herrchen/Frauchen muss lernen, ein klarer Rudelführer zu werden, der klare Ansagen gibt, aber auch beschützt, wenn es hart auf hart kommen würde. Wenn sich der Hund daran orientiert, was Herrchen/Frauchen macht und Herrchen/Frauchen einer fremden und unbekannten Situation stark und selbstbewusst gegenüber tritt, wird sich zu 100% auch der Hund daran orientieren! Das kann ich auf jeden Fall garantieren! Viel Erfolg euch beiden!

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Danke schon mal Nora!

Mir fällt noch ein, wenn ein ihr bekanntes, junges Hunderudel (ca. 4 Hunde, 1-2 Jahre) auf uns trifft,

verhält sie sich ähnlich, sie freut sich dann zwar und ist oft ganz aus dem Häuschen, knurrt aber zwischendurch.. Unsicherheit?? Weiß die Dalmatinerhündin nicht recht, wie sie damit umgehen soll??

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Also bei meinem Schäfi war es so ähnlich. Bei ihm war es pure Unsicherheit gegenüber anderen, fremden Hunden. Bei Hunden, die er kannte war es null Problem. Aber wehe, ein "bekannter" Hund war weiter weg und er erkannte ihn nicht gleich: Da gab es auch Getöse, bis er ihn/sie erkannt hat.

Üben hilft da sicherlich ein Stück weiter und Frauli muß ihm Sicherheit vermitteln. Ob es je ganz verschwindet, kann ich nicht sagen. Bei meinem Hund ist es nicht verschwunden.

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So wie die Hündin beschrieben wird, handelt es sich um ein sehr unsicheres Tier mit wenig Selbstbewusstsein.

Schade finde ich, dass die Hündin von der Besitzerin nicht geschützt wird, wenn sie sich schon HINTER hier verschanzt. Es darf meiner Ansicht nach nicht passieren, dass ein Hund Schutz sucht und diesen dann nicht bekommt. Die Besitzerin hat in solchen Situationen ganz klar den Auftrag, den anderen Hund zu verscheuchen und die Hündin aus der Situation zu führen.

Kein Hund dieser Welt MUSS mit allen Hunden können und wollen. Wozu auch?

Erst mal würde ich als Hundeführer der Hündin zeigen, dass ich die Situationen für sie regle und im Griff habe. So lange würde sie nur mit bekannten Hunden spielen und kontakten, alles andere würde ich unter binden.

Parallel dazu würde ich am Selbstbewusstsein des Hundes arbeiten, in dem ich mit ihr Arbeiten mache, bei denen sie Erfolgserlebnisse hat und merkt, dass sie auch jemand ist.

LG Anja

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Hallo Bärenkind :winken:

Also, ich habe das Verhalten und die Reaktion meiner Nachbarin erst einmal nur "ausgespart", was nicht heißt, dass sie bei offensichtlicher Angst oder Unsicherheit nicht versucht, ihrer Hündin Schutz zu bieten.

Wenn wir zusammen unsere Runde drehen, sucht sie auch nicht den unbedingten Hundekontakt zu Fremden, das heißt sie bleibt auch stehen, wenn ich z.B. auf ein Halter-Hunde -Gespann treffe, das ich kenne. Der Anspruch sich mit jedem Hund verstehen zu müssen, ist also meiner Meinung nach nicht da.

Aber Toleranz gegenüber fremden Hunden auf engem Raum müsste doch hinzukriegen sein, oder??

Wie ich schon beschrieben habe, eben in Situationen wie z.B. einer Praxis oder auf Ausstellungen, ist es notwenig, dass der Hund sich ruhig verhält. Gerade weil Flora ja auch nach der ersten Abwehrreaktion auftaut und spielt.

Was kann man da also machen? Oder sollte sie lieber ganz auf Ausstellungen verzichten??

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Aber Toleranz gegenüber fremden Hunden auf engem Raum müsste doch hinzukriegen sein, oder??

Ich denke dies ist durchaus moeglich, aber nicht erreichbar ueber spontane Begegnungen. Bei Shyla hat sich die Toleranzgrenze sehr verkleinert dank Gruppenunterricht, wo kein direkter Kontakt zwisschen den Hunden zugelassen wurde, sondern jedes Team hat am lockeren nebeneinader gearbeitet gearbeited hat.

Jedes selbstaendige Hund vom Po weghalten war da kontraproduktiv.

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Ich hatte eher das Gegenteilige Problem und von daher, weiß ich nicht ob es für diese Hündin hilfreich ist.

Der Toleranz Bereich bei meinen 3 Hunden ist bei der Schäferin etwa 5-10m bei den Windigen liegt er um 50m. Heißt Hunde die sich über dies Grenze bewegen werden beachtet.

Nun kann ich zwar ab und an die 10m einhalten, die die Schäferin fordert (große Bögen laufen), bei 50m der Windigen dürfte klar sein, das sich das nicht umsetzen lässt.

Also sortiere ich meine Hunde hinter mich und zwar bevor deren eigener Toleranz Bereich unterschritten wird, das geht allein durch Körperspannung aber auch per Kommando.

Wenn ich dann vorne bin gilt mein Toleranz Bereich ;)

So komme ich inzwischen Problemlos an anderen Hunden vorbei auf schmalen Wegen.

Kontakt will ich nicht, das strahle ich dann aber wohl auch aus. Denn es gelingt sogar an Frei laufenden Hunden vorbei zu kommen, ohne das die sich nähern. Wenn mir ein Hund zu aufdringlich wirkt, drehe ich mich samt meinen Hunden einfach weg und konzentriere mich auf etwas in der Ferne. Wichtig halt, das dann keiner meiner Hunde Blickkontakt zu dem anderen hält, dann kommt er trotzdem. Also wir wenden uns alle sehr Demonstrativ ab. Dann gehen die auch vorbei.

Gruß Iris

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dass sie bei offensichtlicher Angst oder Unsicherheit nicht versucht, ihrer Hündin Schutz zu bieten.

Aber Toleranz gegenüber fremden Hunden auf engem Raum müsste doch hinzukriegen sein, oder??

Es ist eine Frage dessen, was Deine Bekannte bereit ist, an ihrem eigenen Verhalten zu arbeiten und in wie weit sie es schafft, das Selbstbewusstsein des Hundes zu verbessern.

Ich habe eine ältere Dame mit einem Sheltie in meiner Hundegruppe, die kam, weil der Hund so schrecklich ängtlich ist gegenüber anderen Hunden. Die Dame hatte wohl einiges verkehrt gemacht und den Hund schlicht im Stich gelassen, als er sie brauchte. Hinzu kommt, dass er viel mit sich selbst ausmacht, sich nicht von ihr Zecken entfernen lässt etc. Lauter Hinweise darauf, dass er sie als Hundeführerin nicht anerkennt.

Sie meinte, wenn er im Freispiel mit den anderen Hunden ist, wird das schon. Ich meinte, wenn sie nicht in Sachen Führung gewaltig die Zügel anzieht und ihm zeigt, dass sie etwas für ihn tut, wird er auch nicht lockerer mit anderen Hunden, weil er dafür gar keine "Zeit" hat.

Inzwischen hat sie einiges für ihren Hund getan, und siehe da, er kommt hinter den Büschen vor und geht auf die spielenden Hunde zu. Insgesamt hat der Hund seinen Platz im Leben etwas besser gefunden und ist dadurch auch generell entspannter, was sich ganz klar auf die Begegnungen auswirkt.

Wie ich schon beschrieben habe, eben in Situationen wie z.B. einer Praxis oder auf Ausstellungen, ist es notwenig, dass der Hund sich ruhig verhält. Gerade weil Flora ja auch nach der ersten Abwehrreaktion auftaut und spielt.

Was kann man da also machen? Oder sollte sie lieber ganz auf Ausstellungen verzichten??

Ich sehe immer wieder Hundeführer, die in engen Raumsituationen und defintiven Stress-Situationen für den Hund nahezu Unmögliches von ihren Tieren verlangen. Da muss ein unsicherer Hund im Wartezimmer über 2 britschebreit da liegende Hunde drübersteigen, in der Etikette eines jeden Hundes ein Unmöglichkeit, anstatt die anderen Leute zu bitten, einen eben passieren zu lassen und die anderen Hunde zum Aufstehen zu bewegen. Oder sie müssen in der Praxis zwanghaft Sitz machen, wo sie eh am Hyperventilieren sind und gerade vom gegenüber sitzenden Risenhund fixiert werden.

Viele Ausstellungen sind auch nicht gerade zum Wohle der Hunde organisiert. Sie sind in Hallen mit schrecklicher Luft und einer gruseligen Akustik, da steht alles peng an eng, die Hunde haben null Chance, sich zurück zu ziehen... ich würde mir sehr gut überlegen, zu welchem Zweck ich auf welche Ausstellungen gehe. Ob ich meinen eigenen Egoismus damit befriedige, oder etwas Gutes für meinen Hund tue.

In jedem Fall würde ich im Vorfeld LANGSAM meinen Hund an solche Situationen gewöhnen und mal als allererstes lernen, meinen Hund zu lesen. Wann bekommt er Stress, wie äußert er sich, wenn er Angst hat, was kann ich in solchen Situationen tun, um ihn da raus zu holen, wie viel Individualdistanz braucht mein Hund, etc.

Dann würde ich eine Veranstaltung besuchen, bei der ich mit dem Hund nur rein gehe, wieder raus gehe, spiele. Rein, raus, spielen. Ich sollte diesen Ort nur aufsuchen, um zu trainieren und es toll zu machen. Dann mal dort drinnen irgendwo hinsitzen, meinen Hund so ablegen, dass er RUHE und PLATZ hat und dass ich ihn vor Passanten abschirme, und einfach nichts tun.

Parallel würde ich mit meinem Hund Ding arbeiten, bei denen er Selbstbewusstsein bekommt. Suchspiele, Teamsportarten wie Agility, Mobility, Dogdancing.

Nur vom Gassigehen kommt man da sicher nicht weiter.

LG Anja

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Huhu :winken:

Ich danke Euch für die praktischen Tips..!!!

Als meine eigene Hündin (Dobermann-Mischling) bei mir eingezogen ist, hatte sie panische Angst vor dem Toaster, vor Plastiktüten, vom Staubsauger ganz zu schweigen und sie hat sich kein Halsband anlegen lassen, alles kein Vergleich mehr zu heute.

Ich schätze die Dalmatinerhündin ähnlich ein, ich denke grundsätzlich auch, dass in stressigen Situationen oft zu viel von Hunden verlangt wird, allerdings glaube ich, dass man solche Sachen mit der richtigen Handhabe gut trainieren kann, gerade weil die Hündin nach wenigen Minuten entspannt. Würde sie über Minuten nur Angst und Stress zeigen, wäre die Sache ja klar.

Iris, wie sieht das aus, wenn Deine Hunde, andere Hunde innerhalb ihres Toleranzbereichs "beachten" ?

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