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Hundeforum Der Hund
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Leinenführigkeit ("vorwärtsdenkender" Hund)?

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Was hat es wohl zu bedeuten, das mein Hund an der Leine immer ein klitzeklitzeminiwinzigeskleinesbisschen auf Zug ist? Die Leine hängt nur selten so richtig durch...

Nicht falsch verstehen: Er "zieht" nicht so an der Leine, das ich irgendwie dagegen ziehen müsste .. aber halt doch (fast) IMMER so, das die Leine ganz leicht unter Spannung steht. (hmm, ich hoffe Ihr könnt Euch vorstellen was ich meine?! *g*)... also eindeutig "vorwärtsdenkend" ;)

Ich weiss gar nicht so richtig warum, aber irgendwie finde ich das... hmm...nicht furchtbar schlimm....aber trotzdem nervig ;)

Kann es sein daß du hier von Shari schreibst? Ist bei ihr genauso, immer und überall. :Oo

Beschreibe das immer folgendermaßen: Shari zieht so, daß ich noch in der gleichen Hand ohne weiteres einen Regenschirm locker halten kann und nicht nass werde! :)

Die Leine ist bei uns auch fast immer auf (Mini-)zug, sie wird immer bis zum letzten Zentimeter ausgenutzt, egal ob sie 1,5 Meter, 2 Meter oder 3 Meter lang ist.

So wirklich kann ich mir auch keinen Reim darauf machen. Habe auch schon einiges probiert (ja, probieren ist sowieso nicht gut, man MUß ES WOLLEN!)

Ich habe den Eindruck, an der Leine verliert er jegliche Sorgsamkeit, wo ich abbleibe: er hat mich ja sicher und braucht sich nicht zu kümmenr, wo ich abbleibe. :D

Das denke ich auch, merke ich besonders in Gegenden in denen ich mal mit und mal ohne Leine gehe. Habe ich Shari an der Leine ist sie sehr unaufmerksam mir gegenüber, schaut nur nach vorne, auf der gleichen Strecke ohne Leine guckt sie ständig und reagiert auf die kleinste Bewegung meinerseits. :Oo

LG Elke ;)

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genau deswegen betrachte ich mir dieses Denk-Gebäude freundlich nickend von außen, würde aber nicht hineingehen. :D

Romana du schreibst mir aus dem Herzen und kichern kann ich bei deinen Beitraegen auch noch wie wild.

Ich muss mich fragen ob dein kleiner Terrierheld ein Scherzkeks zu sein scheint, weil du einer bist? Oder bist du es weil du mit einem grinsenden Stehoehrchen lebst?

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@Kathi - du hast es erkannt: grinsendes Stehohr bringt's auf den Punkt. :winken::kuss: Der weiße Pelzmann hat britischen Humor und Wiener Schmäh ;) - und zusammen sind wir dann zwei, die versuchen, dem Leben die heiteren Seiten abzugewinnen. :D Ich empfände es als zerstörerisch, wenn ich versuchen würde, ein originelles Wesen, das mit seiner Heiterkeit meinen Alltag bereichert, auf einen Hund in ewiger Warteposition zurückzuunterordnen.

Themen wie dieses hier interessieren mich wirklich sehr, ich habe schon viele Stunden meines Lebens mit tiefernsten Hundeerziehungsdiskussionen verbracht - aber ich finde: die, die wir uns Hunde nicht als Arbeitskollegen halten sondern als Freizeitpartner und Familienmitglieder, sollten nicht aus den Augen verlieren, dass wir einen Hund nicht halten, um uns noch mehr Probleme an den Hals zu schaffen, die wir mit großem Ernst und aller Gründlichkeit regulieren müssen (ein sorgfältig zu erledigender stressiger weiterer Job also).

Man hat einen Hund zum Spaß, zur Freude, zur Bereicherung, und der Hund ist auch nicht so staatstragend wie das Kind, das wir aufs Leben in Selbständigkeit und mit Erfolsgarantie vorbereiten müssen. (Und wenn's nicht klappt haben wir Erziehungsberechtigte kläglich versagt und die Gesellschaft plus das Kind zeigen mit dem Finger auf uns).

Nö, ein Hund ist ein Hund, eine Type, ein Individuum und eine Persönlichkeit und kein uniformierter Deckelieger und Hierherkommer und Zugehorchenhaber. Das ist doch schön. Und wenn mal was nicht lehrbuchmäßig klappt kann man das durchaus entspannt und von der heiteren Seite sehen, denn es ist doch eigentlich nicht so wichtig, nicht so todernst.

Ein Hund, der mich aus dem Stand am Punschstand hebt dass mir der Punsch aus dem Glas schwappt, weil er an der nächstes Ecke was Tolles gerochen hat, ist doch eher kein Grund, Magengeschwüre zu kriegen und den Trainer zu konsultieren. Man kann's heiter sehen. Natürlich könnte man auch 10 Einheiten Punschstandtraining mit dem Hund einlegen - aber definitiv einfacher ist es, den Punsch wegzuwischen, es von der heiteren Seite zu sehen und zu vergessen (und beim nächsten Mal vielleicht die Leine nicht um die Punschglas-Hand zu wickeln. :so )

Nicht in die falsche Kehle bekommen: völlig klar ist, dass mein privater Spaß mit Hund dort endet, wo die Sphäre meiner Mitmenschen beginnt. Mein privater Freizeithund soll und darf niemand belästigen, verunsichern oder gar gefährden. Natürlich muss man so einen Hund erziehen, (dafür habe ich mich im ersten Lehrjahr auch mächtig in die Bresche geschmissen und da war ich keineswegs so entspannt und locker wie ich jetzt grade tue ;):D ). Aber ein Hund ist kein Fall für lebenslange Fortbildung. Der grundlegende Verhaltenskodex ist einem Hund im ersten Lebensjahr beigebracht - man braucht keinen lebenslänglichen Job daraus zu machen.

Denn - um wieder zu den Mitmenschen zu kommen: der perfekt funktionierende Hund ist im Grunde genommen ein langweiliger Hund. Er sitzt am Punschstand brav auf seinem Platz und fällt nicht auf und glotzt aufmerksam zu, wie Frauchen Punsch trinkt. Der Hund, der Frauchens Punsch zum Schwabbeln bringt weil er nicht statuengleich aufmerksam im Befehlsempgfangsmodus wartet ist der, der am Punschstand für Gesprächsstoff und Heiterkeit sorgt. Er bekommt Wurst, Streicheleinheiten und Sympathie. Er macht auch das Leben der Mitmenschen locker und sorgt für entspannte Stimmung. Er macht auch anderen Menschen, Nichthundlern, das Leben für zwei Minuten fröhlicher und ist somit der beste Werbeträger in eigener Sache. Nichthundler gewinnen den Eindruck, dass so ein Hund eigentlich ein lustiger Kumpel ist und nicht bloß eine gähnend langweilige Würstelfabrik.

Ich meine, ich habe meinen Herrn Terrier in seinem ersten Jahr sogar zu viel erzogen. Oder vielleicht habe ich so eine niedermähende überrennende Persönlichkeit. Jedenfalls: weniger wäre fast besser gewesen, denn ich habe ihm viel von seiner Eigeninitiative genommen. Ganz ehrlich: ich finde es eigentlich unnatürlich, dass er zB von sich aus nie auf tolle gefinkelte Aktionen kommt, um mir das Fleisch aus dem Topf zu klauen. Er könnte ruhig mal öfter Mein und Dein verwechseln - es sind doch grade DAS die Geschichten, über die man nach Jahren noch herzhaft lachen kann. (Ich habe ihn letztes Jahr sogar ausdrücklich aufgefordert und darin bestärkt, mir einen Handschuh im Sprung von der Hand zu klauen - ist jetzt ein beliebtes Spiel unter uns und ich amüsiere mich sehr, wenn er mit dem gemopsten Handschuh stolz wie Oskar davonrennt und ihn herzhaft zu Tode schüttelt. Ich muss also dem Hund ernstlich beibringen, wie man Streiche verübt damit Menschens sich amüsieren können, so ein Musterknabe ist das. :so:D )

So, ich entschuldige mich für die unversehens produzierte Donnerstagmorgenrede hier :D - aber vielleicht konnte ich das rüberbringen, was mir ein Anliegen ist: Perfektion ist bis zu einem gewissen Grad gut und schön, aber den eigentlichen Spaß und den Charme bringt das Unperfekte, das Individuelle, das mit ein bißchen Ecken und Kanten.

Ein leineziehender Hund kann lästig sein, es ist sicher nicht verkehrt, wenn man das wegbekommt - aber wenn nicht, gibt's auch schlimmere Sorgen im Leben und der ganze Hund ist deswegen noch lange nicht vergackeiert und verkehrt. ;)

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Ein leineziehender Hund kann lästig sein, es ist sicher nicht verkehrt, wenn man das wegbekommt - aber wenn nicht, gibt's auch schlimmere Sorgen im Leben und der ganze Hund ist deswegen noch lange nicht vergackeiert und verkehrt. ;)

Naja .... ab 10 KG (bzw. Elefantengewicht von 42 KG) ist das schon mehr als lästig..... dat kann ganz schön "aua" machen .... ;)

Ich freue mich, dass Du das alles so toll hinbekommen hast.... Aber da hier noch nicht alle soweit wie sie gerne wären und es kommen auch immer wieder "Neue"..... , denen solche Beiträge helfen können.

Als hier vor fast 3 Jahren die Diskussionen zu den "Bausteinen" begannen, war das für mich "chinesisch" .... Da ich aber in einer "verzweifelten" Situation mit Nelly war, habe ich mich "durchgekämpft" ..... und heute bin wirklich zufrieden mit "uns" .... :) Ich gehöre leider nicht zu den HH denen der "Hundeverstand" geschenkt wurde, für mich war es ein "stressiger" Job... ;)

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Man hat einen Hund zum Spaß, zur Freude, zur Bereicherung.....................

Nö, ein Hund ist ein Hund, eine Type, ein Individuum und eine Persönlichkeit und kein uniformierter Deckelieger und Hierherkommer und Zugehorchenhaber..........

Das ist doch schön. Und wenn mal was nicht lehrbuchmäßig klappt kann man das durchaus entspannt und von der heiteren Seite sehen, denn es ist doch eigentlich nicht so wichtig, nicht so todernst...........

Ein leineziehender Hund kann lästig sein, es ist sicher nicht verkehrt, wenn man das wegbekommt - aber wenn nicht, gibt's auch schlimmere Sorgen im Leben..............

Hallo Romana,

mit dem was du schreibst, kann ich mittlerweile sehr gut umgehen und es spiegelt meine Meinung voll und ganz wieder.

Früher, ich habe zwei Schäferhunde ausgebildet und bis an ihr Lebensende mit ihnen gearbeitet, habe ich genauso gedacht wie viele Andere, wobei ich Niemandem seine Meinung nehmen, oder von meiner überzeugen will.

Jeder soll und muss selbst entscheiden, wieweit er die Erziehung und Ausbildung mit seinem Hund vorantreiben will, Hauptsache es haben beide Spass daran und fühlen sich wohl.

Es musste alles bis zur Perfektion klappen und wenn möglich, immer und überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Heute denke ich genau wie du, auch ein Hund hat ein Anrecht auf seine kleinen Fehler und Macken, solange er keine anderen Mitmenschen stört, belästigt oder gar gefährdet.

Natürlich gibt es auch Dinge die ich niemals dulden würde, wie z.B. dass er mich oder meine Frau anknurrt, oder wir nicht an sein Spielzeug oder sein Futter können, da würde ich sofort energisch eingreifen, aber er muss kein Weltmeister in der Unterordnung oder im Fährtensuchen sein oder werden und er darf auch mal an der Leine ziehen.

Wir werden aus seiner Erziehung keine Wissenschaft machen.

Ich denke, mit Liebe, Geduld und auch ein bisschen Nachsicht und Verständnis, wird auch ein umgänglicher, Erwachsener Hund aus ihm.

Wir wollen einen glücklichen und bis ins hohe Alter, wenn möglich, verspielten Hovawart haben, der gerne bei uns, in unserem kleinen Rudel lebt.

Wenn uns das gelingt, ich glaube, dann haben wir mehr erreicht, als viele andere Hundebesitzer je erreichen werden, wobei sich bitte niemand hier angesprochen fühlen soll.

Entschuldigt bitte, aber das wollte ich an dieser Stelle auch einfach mal dazu sagen.

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STIMMT NATÜRLICH Katja!! :winken: Als Manager von 10 Kilo Hund vergisst man das mitunter, um wieviel peinlicher sich 40 oder gar 70 Kilo anhängen können. ;) ABER: wenn ich so rundum blicke, sind große Hunde selten SO krass als Schlittenhunde unterwegs wie kleine. Da ist offenbar der Leidensdruck bei den Haltern schon sehr früh sehr groß und man verlagert seine Bemühungen mehr in diese Richtung. Und dabei macht einem wieder die Widerristhöhe des Hundes das Leben etwas leichter, denn (und das vergessen nun wieder die Großhundhalter): ein kleiner Hund ist irgendwie außer Griffweite, der lebt da unten in seiner eigenen Welt und entzieht sich im Wortsinn dem menschlichen Zugriff. Ich habe ja auch schon mit großen Hunden die Leinenführigkeit geübt - und es agiert sich völlig anders, wenn ich nur die Hand abzusenken brauche um die Leckerlizufuhr sicherzustellen bzw mal ins Halsband zu greifen oä, als wenn ich gymnastische Übungen veranstalten muss, um meinem wuselnden flachgelegten Hund näherzurücken. Irgendwie ist ein großer Hund "näher da" und "griffbereiter" - und das wissen die Kerle genau, v.a. die kleinen... ;):D

Es ging mir in meinem Beitrag aber vor allem auch um die Einstellung zu solchen Problemen: na klar ist es überaus lästig, wenn ein Hund zieht (und noch einer, der womöglich kaum weniger wiegt als man selbst). Aber die Frage ist nun: Betrachte ich das als generalisiertes Riesenproblem, das mir das Zusammenleben mit meinem Hund versauert und mir richtig Stress macht, als bitterernstes: Houston - wir haben ein Problem ? Oder als "na, jetzt spucken wir uns doch mal in die Hände und packen das an"-Fall, ohne Stress, entspannt und gut gelaunt (immerhin ist der Hund unser Freizeithobby, also Mundwinkel hoch!).

Es gibt sehr unterschiedliche Gründe, warum ein Hund zieht. Als Echo auf die Stimmung seines Menschen, als leinenungewohnter Luftikus, und natürlich auch systematisch als Rutsch-mir-den-Buckel-Hund, der auch daheim nach Belieben die Sau rauslässt. Einen solchen, ein ziemliches Kaliber, hatte ich mal ein bißchen unter meinen Fittichen und JA, da habe ich bemerkt, dass geordnetes Leinegehen nur möglich war, wenn ich an der Tür einen Kampf ums geordnete Hinausgehen ausfocht, sodass der gute Herr gleich zu Beginn bemerkte, dass ich nicht vorhabe, ihm draußen auf der Straße den Buckel runterzurutschen. Aber selbst DAS kann man verbissen angehen und sich unter Stress setzen, den der Hund spürt -und davon wegzieht - , oder aber gelassen und gut gelaunt - und schon flutscht das Ding leichter.

Och, da wäre noch sehr viel zu sagen aber ich muss jetzt leider ganz schnell ins ferne Burgenland düsen und bin schon viel zu spät dran. Gut, dass ich nicht mit Tiny an der Leine hinrennen muss sondern ihn ganz entspannt im Auto sitzen lassen kann.... :winken:

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@Antares - oh, da ist dein Post dazwischengekommen! Ganz schnell noch: JAAAA! Fühle mich verstanden :kuss: --- und jetzt muss ich echt ganz schnell sausen! :winken:

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hm... das was ihr da schreibt hat mich nachdenklich gemacht... vor allem, weil ich gerade mit dem Nachbarshund ausdiskutiere, dass man eben auch ohne zu ziehen neben mir laufen kann...

Niko ist ein ziemliches Muskelpaket und hat in etwa den Charme einer Dampfwalze... :D Dazu kommt, dass die rote Phase bei ihm ziemlich deutlich ausfallen muss... bei meinem eigenen Hund langt ein deutliches Wort als Erinnerung daran, was ich unter "langsam" (lockeres Fuß) verstehe... bei Niko muss ich mich vehement zu ihm umdrehen und ihn körperlich zurückdrängen... meist touchiere ich ihn dabei zusätzlich an der Brust... es ist mir einfach wichtig, dass beide Hunde das Prinzip verstehen, dass man ab und an nur neben oder hinter mir laufen darf... wenn ich DAS abrufen kann, dann wird der Radius erweitert...

Angeregt durch die letzten paar Beiträge ist mir klar geworden, dass ich sehr wohl bereit bin ein leichtes Ziehen zu akzeptieren, dass es aber auch möglich sein muss, dass die Leine durchhängt! Nicht weil mich andere Menschen schief ansehen könnten, sondern einfach weil es mich persönlich nervt hinter 50 kg Hunden hinterherzurennen... vor allem, wenn beide meinen jeweils als erster unten an der Haustüre ankommen zu müssen und durchs Treppenhaus toben wie die wilde Horde...

Vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein, aber für mich ist es auch irgendwie ein Zeichen von Respektlosigkeit wenn gezogen wird. Also wirklich gezogen nicht nur gezubbelt...

Daher muss der arme Niko wohl auch weiterhin daran erinnert werden, dass man bei mir eben hinten bleiben muss... tja, das Leben ist kein Ponyhof...

Helena

PS: was die Frage nach dem Warum angeht: ich glaube, es ist eine Art Naturgesetz, dass alles, was man nicht haben kann noch toller ist, als das, was man schon hat... SPrich: was jenseits des Leinenradius liegt, ist viel spannender, als alles erreichbare zusammen... (vielleicht zu menschlich gedacht, aber ein anderer Grund fällt mir nicht ein... :kaffee: )

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Aber selbst DAS kann man verbissen angehen und sich unter Stress setzen, den der Hund spürt -und davon wegzieht - , oder aber gelassen und gut gelaunt - und schon flutscht das Ding leichter.

Hallo Romana,

Du bringst eine wichtige Sichtweise in dieses "Diskussion". Nichts was man bierernst und verbissen angeht wird gelingen, da sind wir uns sicher alle weitgehend einig. Und sicher ist auch, jeder ist ein anderer Typ und entsprechend agiert er auch mit seinem Hund.

Es ist wichtig, das ab und an, jemand daher kommt, einen zurückzieht und zum Luftholen "zwingt", dazu, die Situation mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Und Du schreibst ja auch, die nötige Gelassenheit darf nicht zu Lasten anderer Mitmenschen und Tiere gehen.

Es ist nur leider so, selbst wenn Einem die, von Dir geschilderten Aspekte klar sind und man es lockerer angehen möchte, es geht nur, was geht. Als Einzelhundler war ich selbst völlilg sorglos, mit einem Rudel sieht die Geschichte bei mir, dann schon wieder ganz anders aus, diese Dynamik kannte ich vorher nicht. Leinenführigkeit eines Rudels ist zwingend erforderlich, da gibts gar nix. Wer will einen zukonditionierten Hund? Wohl niemand. Wenn ich mir, ja ganz egoistisch mir, durch viele ritualisierte Abläufe, das Führen meines Rudels entspannter gestalten kann, dann greife ich da gerne zu, denn letztlich hilft es auch meinen Hunden. Ganz sicher würde ich bei einem Einzelhund vieles, sehr viel gelassener sehen, solange alles rund läuft. Denn man kann sich dieses Gefühl nicht vorstellen, wenn scheinbar plötzlich, alles Anders läuft, als man es von seinen bisherigen Hunden kannte, wenn man da steht wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg und keinen Plan hat, was nun zu tun ist.

Du hast völlig Recht und das nehme ich mir auch zu Herzen, die Schelmigkeiten meiner Racker noch mehr zu genissen. Und auch darin hast Du Recht, wer "nur" ein Leinenziehproblem hat, bei dem sonst alles rund läuft (d.h. so wie es für den Betreffenden ok ist) derjenige kann sich entspannen, damit könnte ich aber sowas von locker leben. :D

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Vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein, aber für mich ist es auch irgendwie ein Zeichen von Respektlosigkeit wenn gezogen wird. Also wirklich gezogen nicht nur gezubbelt...

Nur so als Idee: Ich glaube, der Gedanke der Respektlosigkeit entspringt dem menschlichen Verhaltenskodex: wenn jemand an uns herumzerrt ist das ein ganz grober Verstoß gegen die Höflichkeit, im Grunde genommen tun das Raufbrüder, um einander von der Theke wegzuziehen und in medias res zu gehen. :D Höchst aggressiv eigentlich. Sowas tut man einfach nicht.

Nun ist es aber so, dass Hunde nicht mit dem Wissen um die physikalische Wirkung der Leine geboren werden. Sie bekommen irgendwann so ein Ding drumherum und keiner gibt dazu das Bulletin heraus: es ist grob fahrlässig und unhöflich, an diesem Ding zu ziehen. Wer zieht, benimmt sich äußerst despektierlich, genauso schlimm wie ein Raufbruder. (Wohlgemerkt: was REMPELN ist, wissen Hunde sehr wohl; aber sie rempeln nicht - sie ziehen. Lange zeit traute man ihnen nicht mal die Fähigkeit zum Gebrauch von Werkzeugen zu, dass sie aber das Werkzeug Leine gezielt als Zieh-Instrument nutzen können, wurde als gegeben betrachtet. ;) )

Sie haben also nicht nur kein Bulltin bekommen, sondern der Mensch zeigt ihnen obendrein vom ersten Tag an vor, dass man an diesem Ding ziehen kann. Wenn der Mensch es macht, dann muss es doch OK sein? Wer sagt dem Hund, dass der Mensch ziehen darf, der Hund aber nicht? ;)

Der Hund ist natürlich schlau genug um zu merken: da wo die Leine ist, bin ich und der Mensch. Der Mensch hängt da jetzt ganz zuverlässig dran, ich brauche mich nicht mehr um ihn zu kümmern wie sonst, sondern kann frohgemut die Welt erkunden, mir kann nichts passieren. Ich hab ihn ja sicher. :klatsch:

Ein Hund, der zieht, weil er draußen genau das tun will was ER will und dem der Mensch da hinten völlig am A... vorbeigeht, so ein richtig respektloser Hund also, der müsste doch, wenn man die Leine fallen lässt, erleichtert aufatmen und denken: "Boah, endlich bin ich den schweren lästigen Menschen da hinten los und kann in Ruhe ohne diesen blöden Treibanker meiner Wege gehen. Aber: tut er das? Nö - wenn die Leine fällt, sieht er sich erschrocken um: Huh, Mensch, ja was ist denn los? Willst du mir jetzt abhanden kommen oder was? Und deswegen glaube ich nicht, dass es respektlos ist, sondern dass sich der Hund einfach seines Menschen völlig sicher ist und sich daher, ganz nach Hundeart, einfach um andere Dinge kümmern kann, die ihn auch sehr interessieren. Und wenn man es so betrachtet, ist die Sache schon viel weniger ärgerlich und der Tag wird einem nicht versalzen weil man argwöhnt, dass einen der eigene Hund als lästigen zu befördernden Ballast betrachtet. :D

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