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Bärenkind

Hundewiesen - Segen oder Fluch?

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Immer wieder tauchen in Forum Beiträge auf, in denen Menschen ihre Probleme mit anderen Hunden oder Hundehaltern auf sogenannten Hundewiesen beschreiben. Das hat mich dazu veranlasst, dieses Thema mal allgemein zu einem neuen Beitrag zu machen und meine Meinung mal kund zu tun.

Wie findet Ihr Hundewiesen?

Geht Ihr gezielt dort hin?

Warum geht Ihr dort hin?

Wie sind Eure Erfahrungen mit anderen Hunden / Hundehaltern?

Das Problem bei diesen "Versammlungsorten" ist für mich, daß dort häufig sehr viele sogenannten "Experten" rumstehen, die eigentlich nur hinfahren, um ihren Hund nicht selbst auslasten zu müssen und dann solche Pseudoweisheiten von sich lassen wie: "das müssen die unter sich ausmachen" und "der hat doch Welpenschutz" oder "meiner ist halt dominant".

Da stehen meine Nackenhaare nicht nur, da kräuseln sie sich, als ob ich in ne Steckedose gefasst hätte.

Die Menschen, die dort zusammen treffen, haben so unterschiedliche Ansätze, wann einzugreifen ist, ob einzugreifen ist, wie einzugreifen ist, daß es eigentlich ein Wunder ist, daß nicht noch mehr schief geht.

Ich meide diese Plätze wie die Pest weil sie hier in Cux zum einen Umschlagplatz Nummer 1 für Krankheiten sind, zum zweiten man nicht einen Schritt gehen kann, ohne in eine Tretmine zu töffeln und zum Dritten es so viele unsoziale Hunde gibt, die munter vor sich hinpöbeln und mobben dürfen, wobei die Besitzer das teilweise auch noch toll finden. Nein danke.

Ich habe von Anfang an in einer Hundeschule und mit von mir ausgesuchten Hunden/Menschen die Möglichkeit gehabt, Sherlock zu sozialisieren. Es wurde immer das Spiel beobachtet, es wurde und wird noch heute nach festen Regeln eingegriffen. Das bedeutet, daß ich aber nicht rauchend, quatschend oder Weisheiten verkündend auf einer Hundewiese stehen kann, sondern mich aktiv mit meinem Hund beschäftigen muß, auch wenn er sich gerade mit Artgenossen auseinander setzt.

Komischerweise hat dieses Auswahlverfahren bei den Spiellkameraden meines Hundes dazu geführt, daß er der völlig Coole in fast allen Situationen ist, daß er vielen Situationen aus dem Weg geht, daß er Mobbing nur aus dem Fernseher kennt und ein rundum geschmeidiger Hund ist, der allerdings für manche EINEN Nachteil hat: Er spielt so gut wie nie mit anderen Hunden. Er möchte nur mit MIR spielen.

Für mich ist das voll okay, denn wenn ich mit ihm raus gehe, dann will ich mich mit IHM beschäftigen, wenn ich Kaffee-Klatsch halten möchte, dann lade ich mir jemanden zu mir nach Hause ein und mein Hund hat Sendepause. So scheint mir unsere kleine Welt sehr in Ordnung zu sein.

In unserer Hundeschule handhaben wir das mit dem Freispiel übrigens so, daß die Hunde einer Lerngruppe vor dem Unterricht in einem relativ kleinen, abgezäunten Gelände frei spielen können. Dort bitten wir die Besitzer, die Hunde nicht anzusprechen, zu füttern, zu streicheln oder ihnen Schutz zu gewähren, da wir Trainer diejenigen sein wollen, die die Situationen regeln.

Das hat den Grund, daß wir uns anmaßen, die Signale der Tiere besser zu verstehen, aufgrund der Erfahrungen, die wir haben, als die meisten Hundebesitzer. Wir bemühen uns immer, den Leuten zu erklären, warum wir jetzt hier gerade eine Grenze gesetzt haben, oder warum wir jetzt bei dem etwas lauter werdenden Spiel dort hinten nicht dazwischen gehen.

Oftmals haben da viele Besitzer ein Highlight nach dem selbigen, weil sie gar nicht wussten, daß ihr Fiffi ein kleiner Mobber ist, daß Mobbing total canidentypisch ist, daß Geräusche selten wirklich gefährlich sind, daß wir mit den Besenstielen keine Hunde vermöbeln, sondern nur umlenken und Grenzen setzen.

Futter, Bälle und andere Ressourcen, die es sich lohnt, zu verteidigen, sollten einfach dort nicht vorhanden sein, damit es nicht zum Stress kommt. Das klappt prima!

Wir sorgen dafür, daß Starke nicht noch stärker werden, und schwache nicht noch schwächer. Wir zeigen den ewig auf dem Rücken liegenden, daß Aufstehen gut ist und man sich auch auf Augenhöhe mit Artgenossen auseinander setzen kann. Den kleinen Attacke-Hengsten zeigen wir, daß man sich anderen Hunden durchaus auch gemächlicher nähern kann und man nicht SOFORT im Brustfell des Spielpartners hängen muß. Zahnseide ist so billig...

Auf Hundewiesen KANN man so gar nicht eingreifen. Wie denn? Dort muß man dem Schicksal seinen Lauf lassen und oft hilflos zusehen, wie der eigene Hund zu Maßnahmen greifen muß, die man nicht haben möchte, um sich gegen andere, unsoziale Hunde zu wehren, weil man gerade so nett über den letzten Urlaub gesprochen hat...

Ist jetzt ein Roman geworden, lag mir aber schon länger auf der Seele rum... Jetzt dürft Ihr gerne über mich herfallen, ich lieg auch schon auf dem Rücken und fiepe... ;)

Liebe Grüße Anja

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(bearbeitet)

@Baerenkind!

Du darfst geschwind wieder auf die Laefe springen,dafuer wuerde ich Dir sogar eine Kaengeruaktion erlauben,bekommst von mir eine extra Schmuseeinheit und ein noch leckereres Leckerlie! Wimette

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Ähm , mir stockt erstmal der Atem, weil du deine Gedanken so elegant in Worte fasst, dass mir gar nicht aufgefallen ist wie lange dein Bericht war, bis du es selbst erwähnt hast.

Auf einer Hundewiese war ich noch nie und werde ich auch nicht machen, ich hab soviel Arbeit mit Willy, da will ich kein unerwünschtes Verhalten von ihm provozieren, nur weil die anderen Hundebesitzer sich für superintelligente Hundeexperten halten und denken ihr Hund sei supererzogen und halt dominant und da noch stolz drauf sind, wenn er gerade einen anderen Hund mobbt.

Trotzdem würde ich mich gar nicht trauen unkontrolliert auf so einen riesen Versammlungsort von Hunden zu gehen, weil ich noch gar nicht genug Erfahrung hab um zu wissen, wannich wie eingreifen müßte oder sollte. Da war ich ja sogar in der ersten Welpenstunde nervös und hab es bis heute noch net recht kapiert.

Daher lieber Finger weg (meinerseits) von Hundewiesen.

Danie und Willy

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Ich gehe auch auf keine Hundewiese bzw. sind die Orte wo ich mit den Wauzis gassi gehe so groß dass ich gut drum herum laufen kann.

Ich mag keine Hundewiesen weil - wie du schon geschrieben hast - dort eine Menge möchtegern Experten rumhängen. Dass die mir was vom Pferd erzhlen, darauf hab ich sowieso keine Lust.

Außerdem geh ich nicht weil es MIR zu stressig ist auf vier Hunde zu achten und weil ich furchtbare Angst habe dass es zu einer beißerei kommt. Ob es für die Hunde stress ist, darüber hab ich noch nie einen Gedanken verloren (typisch für mich...).

Ich war als Ben noch Junghund war in einer Übungsstunde bei der die Hunde am schluss alle zusammen springen durften, mir hat das super gefallen, leider hat eine Hündin ständig andere Hunde gemoppt und Ben hat jedesmal nach einer gewissen Zeit mitgemacht. Da die Hündin der Ü-Leiterin gehörte, hieß es dann immer Ben würde anfangen!

Das war mir dann doch zu blöd, deswegen bin ich nicht mehr hingegangen.

@Anja - ich hätte gerne ein Bild von dir wie du auf dem Rücken liegst... das Fiepen stell ich mir einfach dazu vor...

Viele Grüße

Carmen

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Hallo Anja,

Hundewiesen gibt es bei uns überhaupt nicht!!

Ich war aber knappe 6 Monate in einer Hundeschule,wo die Abläufe ähnlich waren wie du es oben beschrieben hast.

Tretminen ohne Ende,speziell ein Hund vom "Hundetrainer" hat alle anderen gemobbt bis mir mal der Kragen geplatzt ist.

Nach den fast 6 Monaten(ja,ich war dumm und naiv :Oo ),bin ich aber mit Freuden nicht mehr zu dieser Hundeschule hingegangen.....mir reichte es!

Seitdem hat Kenay auch nur noch zu Hunden Kontakt die wir unterwegs beim Spazierengehen treffen,Kontakt aber nur dann wenn wir es auch erlauben.

Dann wird eine Runde gerast,geschnüffelt,und gut ist!

Von diesen Begegnungen im Wald haben wir 10mal mehr davon,unser Hund und ich!!

In der Hundeschule wurde in den Pausen auch nur rumgestanden und geklönt,das war so nervig....die Hunde machten was sie wollten....mobben,beißen....klasse :(

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Also, ich oute mich mal als regelmäßiger Hundewiesen-Besucher.....

Da ich 2 Jagdhunde habe, die beide noch nicht so sind, dass ich sie leinenlos laufen lassen kann, fahre ich 1 - 2 x pro Woche auf eine wirklich weitläufige Hundewiese, die zwischen 2 Ruhrarmen liegt und wildfrei ist.

Dort habe ich die Möglichkeit beide Hunde gleichzeitig laufen zu lassen. Meine Hunde haben auf der Wiese bis auf einige gezielte Trainingseinheiten Freizeit, d.h. sie haben keine andere Aufgabe als darauf zu achten, wo ich bin.

Meistens fahre ich zu den Zeiten, wenn kaum ein Mensch unterwegs ist und durch die weitläufigkeit der Wiese (Mark, sag mal wie groß die ist, ich kann nicht schätzen) verläuft sich auch einiges. Am Wochenende würde ich dort auch nur ungern hinfahren, wenn es dort voll ist.

Mit anderen Hunden + Haltern habe ich dort bisher zu 99,8 % nur positive Erfahrungen gemacht. Sicher sieht man auch hier und da Leute Schwätzchen halten, aber das muß ja eh jeder selber wissen.

Für mich ist die Hundewiese echt entspannend.

Eure Gründe kann ich nachvollziehen, aber es gibt eben auch Leute wie mich, die ihrerseits gute Gründe haben.

Auf den Fotos seht ihr unsere Hunde auf dieser Hundewiese.

1. Olli & Pauline

2. Pauline & Jule

3. Jule & Olli

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Hallo Bärenkind !

Auch, wenn ich es wollte, ich könnte garnicht zu einer Hundewiese gehen, weil wir hier auf dem Dorf sowas garnicht haben. Ich würde eine Hundewiese auch nicht aufsuchen, weil ich schon öfter gehört hab, dass die HF eigentlich nur hingehen, damit der Hund sich dort "austobt" und anschl. zufrieden und platt, schlafend im Haus die restl. Zeit vom Tag verbringt. Ich habe auch schon gelesen, dass manche Hunde gemobbt werden und keiner eingreift, weil 1. gequatscht, anstatt auf den Hund/die Hunde geachtet wird, und 2. weil immer alle sagen, dass müssen sie unter sich ausmachen.

Nee, da könnte ich mich wirklich nicht einreihen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es so ist wie du schreibst, einer ist ein größerer Experte als der andere.

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Sabine, das sind ja niedliche Fotos ! Einfach nur süß!

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Hallo Leute,

Wir gehören auch zu den regelmäßigen Hundwiesengänger! Natürlich gibt es dort auch mal Reibereien wir sehen im vorbeigehen ob Freund oder Feind da ist und dann wird entschieden ob Wiese oder laufen gehn oder wir treffen und dort und gehen gemeinsam weiter!!

All unsere Spielkontakte und Frauchens Quatschkontakte haben wir dort geknüpft!!

Ich denke es kommt immer auf die Leute an, die sich dort treffen, hier sind es immer Trüppchen die so ihre festen Zeiten haben und wenn's Probleme gibt dann kennt man die Stänkerer und geht weiter..

Der Erfahrungsaustausch funktioniert auch prima jeder hilft jedem!!Sollte mal ein Hund "abhanden kommen" sind Handynummern ausgetauscht und es wird gemeinsam gesucht.

Ich möchte diese Gemeinschaft dort nicht missen.....

Aber wie gesagt es kommt immer auf die Leute an!!

LG Nicole

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Sabine, meinst Du mit der Hundewiese zwischen zwei Ruhrarmen zufällig die in Witten Herbede????

Da hab ich nämlich bis vor einem Jahr gewohnt und ich konnte vom Küchenfenster die Hundewiese immer sehen.

Das da am WE die Hölle los ist da kann ich dir nur zustimmen.

Mit Linus war ich einmal da und nie wieder.

Jetzt, nachdem er sowiso nur drei Beinchen hat, wäre das für ihn unzumutbar.

Er ist nachdem Unfall sowas von Ängstlich geworden. Weicht mir keinen Zentimeter von der Seite. Nur an Orten und Plätzen wo er sich auskennt, traut er sich sich auszurennen.

LG Sanne und Linus

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