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Hundeforum Der Hund
Karl

Hundeformel Kommunikation - Lernen - Abrufen

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Karin mein Hund war auch ein "Straßenköter" und sieht schon einen Sinn darin :)

Zum einen habe ich nicht gesagt, dass mein Geschreibsel auf alle Straßenhunde (wem das lieber ist ;)) zutrifft, da es sehr große Unterschiede gibt, je nachdem, wo sie herkommen, wie lange und unter welchen Umständen sie sich selbst versorgt haben etc. - zum anderen aber trotzdem meine Frage: war das bei deinem Hund von Anfang an so?

LG, Karin

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Klar ich wollte es auch nur erwähnen ;)

Ganz am Anfang ist er uns nicht von der Pelle gerückt, auch ohne Leine nicht. Das hätte man so gut ausnutzen können. Haben wir (bzw. auch größtenteils meine Mutter, da ich noch jünger war, als wir Dobi bekommen haben) aber nicht.

Später dann war er kaum Abrufbar.

Das liegt aber daran, dass wir halt nie wirklich das Abrufen an sich geübt haben.

Er kam zwar (irgendwann), aber von Abrufen konnte nicht die Rede sein.

Von was für einem Zeitraum auf der Straße sprichst du denn?

Dobi war ja nur seine ersten 4 1/2 Lebensmonate auf der Straße.

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Von was für einem Zeitraum auf der Straße sprichst du denn?

wie lange er nun genau auf der *Straße* war, weiß niemand. Er war definitiv mindestens die ersten drei Lebensjahre in Rumänien und wurde letztlich aus einem dortigen Tierheim nach D importiert. Hier weiß ich es dann genau: er war 2 Jahre bei uns im TH. Somit war er mindestens 5 Jahre alt, als er zum ersten mal in einem menschlichen Haushalt landete ;)

Ob nun Straße oder TH: Bindung lernen geht anders... Für die rumänische Unterbringung könnte ich mir einen Großraumzwinger vorstellen, evtl. auch kleine Einzelverschläge? Keine Ahnung, jedenfalls alles andere als ein Rudel. Hier war er 1,5 Jahre allein in einem Außengehege, danach ein halbes Jahr mit einem anderen Rumänen zusammen.

Trifft Lupo auf mehrere fremde oder nur oberflächlich bekannte Hunde, gerät er sehr in Streß, er speichelt und sucht das Weite. Hundewiese ist also Horror pur :D

Das nebenbei, ich will einfach auf das hinaus, daß sowas natürlich ein ganz anderes und eben sehr unabhängiges Leben ist, als das eines Hundes, der schön vom Züchter in ein nettes Zuhause gekommen ist. Klingt jetzt böser als es gemeint ist.

Dieser Hund hat einen unglaublichen Charme, den er zu nutzen weiß ;) Wir haben ihn zunächst viele Monate im TH als Patenhund ausgeführt. Er fand Menschen gut, die ihm lecker was zu futtern gaben, und wenn sie dann auch sonst nett zu ihm waren: prima! Aber darin waren wir lange ziemlich austauschbar...

Liebe Grüße,

Karin

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Wenn er wirklich als Straßenhund in Rumänien gelebt hat, ist das kein leichtes Leben. Vergesst die Romantik von kilometerweit humerstreifenden Hunderudel. Oft sind die Bereiche so eng mit Straßenhunde bevölkert, dass für jeden Hund nur ein paar Quadratmeter Platz bleiben, dann stößt er schon an die Grenzen des nächsten Hundes. Ständiger Stress und Auseinandersetzung. Es bilden sich nahe der Städte wenige Rudel (Ausnahme kleine Familienverbände = Hündin mit Welpen). Die meisten Hunde sind irgendwie Einzelkämpfer. Die Tierheime eine einzige Katastrophe, wo auch nur der stärkste gewinnt.

Meine Beobachtung und Erfahrung im Tierschutz seit vielen Jahren:

Straßenhunde aus dem Süden (Spanien/Italien etc.) sind eigentlich keine richtigen Straßenhunde sondern meist Familienhunde oder Jagdhunde, die auf die Straße geworfen wurden oder es handelt sich um Welpen von verwilderten Familien-/Jagdhunden.

Straßenhunde aus Osteuropa (Rumänien/ Ungarn etc) haben meist über Generationen keinen guten Erfahrungen mit Menschen gemacht und viele von Ihnen stammen direkt oder indirekt von Herdenschutzhunden ab. Hier eine Bindung zu erreichen, wie wir sie von "unseren Hunden" kennen ist weit schwerer und manchmal sogar unmöglich. Es gibt viele Hunde unter ihnen, die ihren Menschen klar und deutlich zeigen, dass sie diese zwar irgenwie mögen aber eigentlich auf sie verzichten könnten.

Dem muss man sich bewusst sein, wenn man sich so einen Hund (auch als Welpe)in die Familie holt. Leider ist die Aufklärung durch die Tierschutzvereine in der Beziehung oft sehr mangelhaft und die Rückläuferrate dadurch enorm.

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Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Einzig etwas überraschend finde ich die Menschenfreundlichkeit unserer Nase ;) Wobei noch weitere, ebenfalls etwas ältere Rumänen lange bei uns im TH waren. Die waren teils recht ähnlich: auf ihren Vorteil und ihr Wohlergehen bedacht, aber nicht ängstlich vor Menschen. (Was natürlich noch lange nix mit Bindung zu tun hat ;))

Dem muss man sich bewusst sein, wenn man sich so einen Hund (auch als Welpe)in die Familie holt. Leider ist die Aufklärung durch die Tierschutzvereine in der Beziehung oft sehr mangelhaft und die Rückläuferrate dadurch enorm.

Das ist mal wahr! Was Wunder, wenn es sogar TH-Leiter gibt, die nicht mal die "kleinen" aber feinen Unterschied kennen :Oo

LG, Karin

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Ich verstehe was du meinst und gebe dir eigentlich recht.

Was heißt eigentlich, ich kann nichts sagen, was dem nicht zustimmen würde :D

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@ Anita

Vielen Dank für deinen sehr ausführlichen und gut nachvollziehbaren Vorschlag zum Abrufen.

Jomi (Wäller, 8 Monate alt) ist ohne Ablenkung eigentlich sehr gut abrufbar (egal ob von vorne, hinten oder von der Seite). An Wegkreuzungen bleibt er stehen und wartet, welchen Weg ich einschlage und ansonsten sucht er immer wieder Blickkontakt zu mir. Schwierig wird das Abrufen unter Ablenkung und GANZ schwierig wirds, wenn er Vögel oder Wild auf dem Feld sieht. :(

Ich weiß nicht, ob ich deinen Beitrag richtig verstehe: Meinst du, wenn man das Abrufen nach der von dir beschriebenen Art NEU aufbaut, klappt es insgesamt besser, oder kann ich das bisher funktionierende Abrufen weiterhin lassen und damit noch verbessern?

(Abrufen geht bei uns hauptsächlich über NAME und Sichtzeichen (bei Blickkontakt), oder Pfiff).

Zu deinen Bedenken über das Zurücklaufen, wenn Hundi nicht kommen will: Welche schnell greifende Alternative schlägst du vor? (Das Aufbauen von dem Abruf, so wie du ihn schilderst nützt ja in der aktuellen Situation nicht viel).

lg Heike

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Ich habe den Beitrag erst jetzt gesehen, klingt für mich schlüssig. Bis zum zitierten habe ich es auch verstanden denke ich. Aber dann hörts auf:

WegLAUFEN sagt dem Hund: Schnell, schnell, hier ist was furchtbar wichtiges in dieser Richtung. Der Hund versteht das und rennt hin, in der Erwartung hier nun das "furchtbar wichtige" zu begreifen. Was passiert dort? Der Mensch macht den Kasper und gibt Futter... AHA..

Das ginge noch (wobei es dann besser wäre, so zu tun als hätte man, oh Wunder, einen Riesenhaufen Hundefutter gefunden), aber dann kommen 3 Sachen, die den verständlichen Teil dieses "Gesprächs" wieder zunichte machen: 1. Das wirklich Wichtige (die Ablenkung) kommt nun auf das Rudel ZU, 2. Der Mensch konzentriert sich anstatt auf das "Wichtige" auf den Hund (der sich nun echt vera...scht fühlt) und 3. Man geht in die Richtung weiter, in der der HUND unterwegs war und nicht in die, wo es ja angeblich was furchtbar WICHTIGES gab...und was den Rudelführer zum Hinrennen gebracht hat.

Fazit für den Hund: DAS kann nicht der Führer sein...

Ganz ähnlich verhält es sich, aus "Kommunikations-Sicht" betrachtet mit den Ratschlägen wie sich verstecken.. etc..

Zu den 3 Sachen:

1. Wieso kommt die Ablenkung/das Wichtige jetzt auf das Rudel (uns) zu und was ist daran schlecht?

2. Ich könnte doch einfach weiterlaufen, ohne mich auf meinen Hund zu konzentrieren. Und weshalb fühlt sich Hund vera..scht, wenn ich das doch tue?

3. Beide Richtungen sind doch dieselben? Klar, ich habe das "Wichtige" nur vorgetäuscht, aber ich könnte doch etwas tolles finden, z.B. einen Stock aufheben, dann wäre das Wichtige doch gegeben, oder?

Also das habe ich irgendwie nicht wirklich begriffen. :???

Und, ist eine solche Vorgehensweise denn überhaupt hilfreich, wenn das Herkommen in einer bestimmten Situation für Hund eben doch keinen Sinn macht? Ich meine, wenn ich mit solchen herbeigeführten Situationen übe, wird das dann vom Hund solchermaßen generalisiert, dass er auch in einer Situation kommt, wo er sich z.B. doch vor mir befindet (und aus welchem Grund auch immer jetzt kommen soll)?

Und nochwas fällt mir gerade ein, wenn mein Hund etwas so interessantes gefunden hat (bei uns z.B. Buddelstelle) und ich gehe weiter, dann kommt sie mitunter aber doch nicht, obwohl das Prinzip des Aufschließens doch dasselbe wäre, oder? Allerdings ist hier wohl die Ablenkung zu hoch. Würde es für solche Situationen auch helfen, so zu üben wie es hier beschrieben ist?

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Hallo Heike!

Ja, wenn man das so neu aufbaut, ist es verständlicher für den Hund, die Verknüpfung die ich haben will ist eine andere (nämlich Wort= sich zum Rudel hingezogen fühlen, anstatt Wort = Futterbelohnung) und es geht dadurch schneller und zuverlässiger.

Meiner Ansicht nach spricht jedoch nichts dagegen, den Hund da wo es auch so klappt, "normal" abzurufen.

Deine letzte Frage verstehe ich nicht, auf welche Situation bezieht sie sich?

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Hallo!

1. Wieso kommt die Ablenkung/das Wichtige jetzt auf das Rudel (uns) zu und was ist daran schlecht? 2. Ich könnte doch einfach weiterlaufen, ohne mich auf meinen Hund zu konzentrieren. Und weshalb fühlt sich Hund vera..scht, wenn ich das doch tue?

Ne, da haste was falsch verstanden. Weiter laufen ist völlig ok. Um genau zu sein, GEMEINSAM weiterlaufen.

3. Beide Richtungen sind doch dieselben? Klar, ich habe das "Wichtige" nur vorgetäuscht, aber ich könnte doch etwas tolles finden, z.B. einen Stock aufheben, dann wäre das Wichtige doch gegeben, oder?

Ja, wenn Du dort was findest, ist das auch ok. Jedoch begreifen Hunde sehr schnell, dass heisst, wenn Du das immer tust, wenn eine Ablenkung von vorne kommt, wird der Hund irgendwann anfangen zu überlegen, ob das was aus Deiner Sicht so wichtig ist, es aus seiner auch ist.

Zu Deiner anderen Frage: Ja, der Hund verallgemeinert das, weil (siehe oben) das Herkommen mit einer anderen Emotion verknüpft ist.

Die Ablenkung ist nie höher, als der Wunsch beim Rudel zu bleiben. Nur der Mut des Hundeführers einfach weiterzugehen, und das vorallem OHNE sich um zuschauen (ansonsten weiss der Hund, dass wir weiter mit ihm "reden", sieht also keine Veranlassung zum Rudel aufzuschliessen) ist oft nicht vorhanden. Nach 50m.. sind wir überzeugt: Er kommt nicht...

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