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Hundeforum Der Hund
Karl

Gedanken eines Hundetrainers

Empfohlene Beiträge

Hallo@all!

Seit gestern abend beschäftigt mich eine Geschichte, die ich Euch gerne erzählen möchte.

Im April gab ich eine Seminar, an dem 24 Teilnehmer dabei waren. Wir haben mit drei Referenten in drei Gruppen auf einem grossen übersichtlichen Gelände gearbeitet.

Da mir immer die Hundeführer besonders am Herzen liegen, die echte Schwierigkeiten beim Führen ihrer Hunde habe, habe ich mich auf diese konzentriert.

Es gab eine kleine Gruppe von Hundeführern, die Schwierigkeiten in der Begegnung mit andern Hunden hatten.

Ich habe vier Stunden mit diesen Hundeführern gearbeitet, ohne Hund, Hintergründe erläutert, Trockenübungen gemacht, bis der gesamte Ablauf für eine Konfrontationssituation sass.

Was dann üblicherweise folgt ist das sogenannte "Coaching". Das heisst, ich gehe neben dem Hundeführer und gebe ihm Anweisungen. Er muss also nicht denken, sondern handelt einfach nach meinen Anweisungen, solange bis ihm alles in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Zuvor arbeite ich selbst mit dem Hund. Ich brauche das. Ich muss den Hund selbst spüren um dann ein individuelles Coaching machen zu können.

Und das ist der springende Punkt. Dabei bin ich aufgrund des übersichtlichen Geländes beobachtet worden (obwohl eigentlich in den anderen Gruppen gearbeitet wurde, aber die Korrektur von agressiven Hunden ist ja sooooo interessant).

Ich habe dem Hund nicht wehgetan, aber meine Körpersprache war sehr klar und meine Handlungen auch. Nach fünf Minuten war klar wie der Hund geführt werden musste und ich arbeitete mit der Hundeführerin.

Jetzt fragt ihr Euch.. Und wo ist das Problem?

Na ja.. gestern erfahre ich, dass eine Hundeführerin, die das Ganze aus der Ferne (bestimmt 100m) beobachtet hat, bei einer Fortbildung ihren Hund getreten hat (Schuhe mit Stahlkappen) mit den Worten: "Ich habe das kapiert, was die Anita da erzählt. Man muss hart sein zum Hund und sich durchsetzen."

Just dieser Hundeführerin hatte ich, als sie in meiner Gruppe war, lang und breit erklärt, das sie einen einfühlsamen und geschmeidigen Umgang mit ihrem Hund pflegen soll, da ihr Auftreten dem Hund gegenüber sehr hart und kompromisslos war und das Hundchen (im Gegensatz zum dem Brocken, den ich tags zuvor korriegieren musste) sehr sensibel war.

Nun ja.. das sind so Tage da möchte man sich echt einen Strick nehmen. Müssen Menschen denn nur das sehen, was sie sehen wollen?

Einer der Leitsätze auf dem Seminar war: KAPIEREN, nicht KOPIEREN.

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Anita: :knuddel:knutsch

Da ich dich *live* kenne und auch dein Arbeiten mit den Mensch-Hunde-Teams, kann ich gut verstehen, was in dir vorgeht!

Du bist wirklich einer der wenigen Trainer, die ich kenne, der nicht mal einfach so *rummacht*, mal sehen, welche Methode hilft, sondern du machst dir im Vorfeld tausend Gedanken über das Team, was gerade vor dir steht!

Du schaust genau hin, *fühlst* den Hund und versuchst das auch an den Halter weiter zu geben.

Diese Frau hätte vielleicht lieber nen Strickkurs besuchen sollen! :(

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............mit den Worten: "Ich habe das kapiert, was die Anita da erzählt. Man muss hart sein zum Hund und sich durchsetzen."........

Das erstaunt mich doch sehr, denn ich habe dich auf unserem Seminar völlig anders erlebt. Mir fällt da spontan folgendes zu ein:

Wir bekamen die Aufgabe eine ca. 8 Meter lange Strecke mit dem Hund im Fuß zu laufen. Der Hund sollte am Start in der Grundstellung sitzen und am Ziel ins Platz oder Sitz (das weiß ich nicht mehr genau). Für diese 8 Meter hatten wir 30 Sekunden Zeit.

Das Ganze lief dann so ab, dass jeder seinen Hund irgendwie im Eiltempo (man hatte ja die Zeit im Nacken) durch die 8 Meter brachte, am Ende nur noch Augen und Ohren für die Zeit hatte (man wollte sich ja nicht blamieren) und sich dementsprechend über die windschnittigsten Zeiten freute......aber diese Freude hielt nicht wirklich lange, denn dann kam das urteil : Setzten, 6!! von Anita........alle guckten sich groß an und verstanden die Welt nicht mehr......alle waren ganz gut im Fuß gelaufen, alle hatten die Hunde im Sitz/Platz, wie in der Aufgabe gefordert und alle hatten die 30 Sekunden weit unterschritten.......was bitte war an diesen Glanzleistungen falsch???????

Wir begriffen es direkt im Anschluß und waren eigentlich alle nur beschämt .

Anita zeigte uns die 8 Meter mit ihrem Hund. Eile und Hektik waren nicht dabei, sie ließ sich Zeit, liebkoste den Hund am Start, sprach leise und ruhig mit dem Hund und beide gingen freudig und miteinander verbunden die 8 meter, aber nicht um dann am Ziel ins Platz zu stürzen sondern um dort in aller Ruhe, nach einem liebevollem Lob für die schöne Fußarbeit ins Platz zu gehen.......Anita hatte die längste Zeit gebraucht, aber sie hat diese Aufgabe wirklich zusammen mit ihrem Hund gemacht.

Für mich war das echt eine Offenbarung, die ich wohl nie vergessen werde.

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Hallo zusammen,

das eigentlich schlimme und traurige daran ist, du bist nicht dabei wenn so was gesagt, getan wird. Mit anderen Worten du kannst dich nicht wehren.

Wenn man wie du, bei einer Sache mit Herzblut dabei ist, trifft es umso härter.

Lg Hans Georg

Einmal fragen, bedeutet einmal Scham, niemals fragen ein Leben lang Scham.

(Japan; unbekannt)

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Hallo!

Sabine, Danke für Deinen Beitrag, dass war schon fast eine Wiedergutmachung.

Ein Hundetrainer, den ich sehr schätze hat einmal zu mir gesagt:

"Wenn Du einen von hundert erreichst, dann gehe zufrieden nach Hause."

Nun ja, ich arbeite noch an dieser Einstellung.

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Hallo Anita!

Das, was du beschrieben hast, ist mit ein Hauptgrund, weshalb ich deinen Job nie machen wollen würde. (oh, was für ein Deutsch..)

Ich glaube, der Spruch des Hundetrainers ist so ziemlich das Beste, um die pauschalisierende Denkweise und die dementsprechenden Handlungen mancher Menschen in deinem Beruf "wegstecken " zu können.

Ich kenn dich ja nun nicht persönlich, aber das wie du für mich rüberkommst, ist eine Art leidenschaftliche Berufung in der Art, wie du deinen Job machst.

Freu dich, über die, die du erreichst........die anderen sind zwar möglicherweise sehr unangenehm, weil sie deinem Ruf schaden können......aber die hast du nicht in der Hand , und sie beeinflußen sicher nicht diejenigen, die sich auch erreichen lassen wollen.

ALLE kann man eben nicht erreichen.....so schade wie sich das auch anfühlt.

:knuddel

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Sabine,

du hast diese Zeit-Übung wunderbar beschrieben....

Wir begriffen es direkt im Anschluß und waren eigentlich alle nur beschämt

Oh ja...Lass den Boden aufgehen :Oo

Anita,

traurig würde mich diese Aussage der guten Frau auch machen,da hat jemand wirklich *dumm* abgeguckt!!

Aber kannst du nicht noch einmal mit ihr reden,wenn die Frau mit diesem Satz

Ich habe das kapiert, was die Anita da erzählt. Man muss hart sein zum Hund und sich durchsetzen."

durch die Lande zieht,na ja :Oo ,mich würde es mächtig stören!!

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Das ist für mich ein sehr typisches Beispiel von Menschen, bei denen nur das Ohr geöffnet hat, welches Bestätigungen des eigenen Tuns herein lässt.

Alles, was nicht passt, wird im Vorfelde aussortiert, weil oft gar nicht verstanden, oder es wird bewusst missverstanden.

Ich bin mir sehr sicher, würde Anita diese Person anrufen, es würde gar nichts ändern. Es würde nur noch mehr aufwirbeln, so frei nach dem Motto, Anita muss sich rechtfertigen.

Bei unserem Kommunikationsseminar habe ich am eigenen Leib erfahren, was es heißt, daß man die Erkenntnis selbst erarbeiten muss. So wie die 8 Meter Strecke bei dem I-Seminar... Man kann den Menschen etwas 100x vor den Kopf klopfen, sie verstehen es erst, wenn man ihnen einen Aha-Effekt durch selbsterfahrung beschert. Ich schließe mich hier selbst mit ein...

Schönen Tag Euch allen s025.gifs025.gifs025.gif

Anja

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Müssen Menschen denn nur das sehen, was sie sehen wollen?

Hei Anita.

Ich finde es auch extrem schwierig, mit so etwas umzugehen.

So lange sie vor dir stehen, hören sie zu, arbeiten mit ihren Hunden nach Vorgaben... und wenn sie heim gehen, basteln sie sich ihr Bild...

Dann heißt es: Ich habe mir FÜR UNS das passende rausgezogen.

Diesen Satz finde ich ganz furchtbar.

Denn es zeugt nunmal davon, dass immer nur Stückwerk betrachtet wird und nie das Ganze.

Dass ein übler Leumund dabei herauskommt, ist ein Nebeneffekt, den man wohl nicht ausschließen kann.

Schade, aber das ist wohl menschlich :( .

Und ja... wenn man nur einen erreicht, hat es sich gelohnt.

Wobei ich denke... wenn man nur einen nicht erreicht.. .erst recht ;) .

Gruß

Antje

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Hallo Anita,

ich kann Deinen Frust sehr gut verstehen, aber ich denke manche Menschen kommen mit einem falschen Bild auf solche Seminare. Sie denken sie bekommen die Lösung präsentiert mit deren man selber nichts tun muss, der Hund aber wundersamerweise *funktionier*. Solche Menschen holen sich nur aus Seminaren das raus, was für sie am einfachsten ist. Bei dieser Frau also das Treten des Hundes. Eine einfache Art den Hund kaputtzumachen und eine Maschine zu erzeugen. Das dies meistens nach hinten losgeht, merken diese Menschen erst wenn es zu spät ist.

Ich denke der Satz*wenn du von 100 Leuten einen erreichst* trifft die Sache sehr gut.

Und ich muss Bär rechtgeben, mit so einer Person eine Richtigstellung von Anitas Tun herbeizuführen geht bestimmt nach hinten los. Und außerdem warum sollte Anita dies tun, hätte die Frau aufgepasst, hätte sie den Seminarinhalt auch verstanden.

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