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Das Blutohr - Othämatom bei Hunden

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Wenn Ihr Hund häufig und heftig mit dem Kopf schüttelt und eines seiner Ohren anschwillt, sich die Schwellung prall und heiß anfühlt, hat er wahrscheinlich ein „Blutohr“. Das „Blutohr“ kennen vor allem Besitzer von Hunden mit Hängeohren, aber auch andere Hunderassen und Katzen können es bekommen.

Die von Medizinern Othämatom genannte Blutansammlung zwischen dem Knorpel und der Haut ist definitiv ein Fall für den Tierarzt. Mit Druckverbänden oder Massagen selbst am Ohr „herumzudoktern“ verlängert nur das Leid des Hundes, denn Linderung ist erst in Sicht, wenn das Blut abfließen kann.

Bei kleinen Othämatomen kann eine konservative Therapie versucht werden: Zum Beispiel mit Reizbestrahlung oder bestimmten Präparaten. Oder der Tierarzt punktiert das Othämatom. Dabei wird die enthaltene Flüssigkeit abgesaugt, anschließend wird ein Kortisonpräparat in die Wundhöhle eingebracht. Diese Behandlung wird im Abstand von drei Tagen dreimal wiederholt und führt in den meisten Fällen zum Erfolg.

Sollte konservativ kein Erfolg zu erzielen sein, muss operiert werden. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird an der Innenseite der Ohrmuschel ein Entlastungsschnitt angelegt und enthaltenes Blut und Gerinnsel werden entfernt. Anschließend wird eine Schaumstoffauflage auf der Innen- und Außenseite der Ohrmuschel aufgebracht und diese Auflage, die Haut und der Knorpel durchstochen und miteinander vernäht. Diese Hefte werden nach zwei bis drei Wochen entfernt. Dadurch erreicht man ein Verwachsen der Haut über der Ohrmuschel mit der darunter liegenden Knorpelschicht, sodass eine erneute Füllung mit Blut verhindert wird.

„Die Operation an sich ist keine große Sache“, sagt Dr. Alexander Pack. Allerdings weist der Veterinärmediziner aus Elversberg auf zwei Komponenten bei der Othämatom-Therapie hin, die nicht vernachlässigt werden dürfen: Die Ursachenforschung und die Nachsorge. „Die Ursachenforschung ist elementar“, betont Dr. Pack. Sollte der Hund eine Ohrentzündung haben, muss diese mitbehandelt werden. Auch die Entzündungsursache ist von Belang. Vor allem Fremdkörper im Ohr, Ohrmilben, Trauma (Stich, Kratzer), Allergien, Futtermittelallergien und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) seien abzuklären.

Die Nachsorge ist für den Patientenbesitzer recht pflegeintensiv, das Tier muss eine Halskrause tragen und die Heilungszeit ist lang und oft schmerzhaft. „Natürlich ist auch ein Rezidiv nicht ausgeschlossen, wenngleich ich es persönlich noch nicht gesehen habe“, berichtet Dr. Pack.

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