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Hundeforum Der Hund
Bärenkind

Wenn ich unbedingt was WILL und es nicht klappt ...

Empfohlene Beiträge

Heute beschreibe ich Euch eine Situation mit meinem Hund, die sich heimlich über einige Monate aufgebaut hat und mich zwischenzeitig fast zur Verzweiflung brachte. Und... wie sie sich gelöst hat...

Es gibt hier in Cuxhaven eigentlich nur eine Stelle, an der man mit den Hunden an den Elbdeich "darf". Dort sind keine Schafe, es wird regelmäßig gemäht und unten, direkt am Wasser, ist ein betonierter Weg, von dem aus die Hunde direkt über eine schräge Stein-Böschung ins Wasser können. Vom Weg aus steigt direkt der Deich an, und zunächst über industriell gefertigte Betonsteine, die dann nach ca. 3 Metern in die Grasnarbe des Deiches übergehen. Diese Beschreibung war wichtig zum Verständnis dessen, was ich jetzt sagen will.

Seit einigen Monaten hatten Sherlock und ich Probleme, wenn wir dort hin fuhren, da er plötzlich fast jegliche Befehle von mir verweigerte und zwar immer in Verbindung mit seinem Schwimmkong. Wenn ich unten auf dem Weg entlang lief, den Kong auf den Deich geworfen habe, brachte er ihn einfach nicht mehr runter auf den Weg. An anderen Orten haben wir mit dem Apport keinerlei Probleme.

Ich hatte so ziemlich alles durchprobiert. Ernsthafter ich Will Ton, freundliches Locken, Futter, anderes Spielzeug, ja, ich wurde auch echt wütend, einmal hab ich geheult, weil ich einfach nach einem blöden Tag mit meinem Hund etwas Spaß haben wollte und es nicht möglich war...

Ich hatte das Gefühl, je mehr ich WOLLTE, daß es klappt, desto weniger ging es. Bin ich hoch geklettert auf den Grasbereich, brachte er mir den Kong auch nicht mehr wirklich ran. Er ließ ihn fallen und kam die letzten Meter angeschlichen. Sowas haben wir sonst NIE, gar NIE. Das Schlimmste war, ich konnte es mir einfach nicht erklären, warum er so meidet.

Wie auch immer, ich hab mit Katrin von der Hundeteamschule drüber geredet, als wir uns da mal trafen, weil man ja als Trainer immer allen helfen kann, nur bei sich selbst steht man oft total auf dem Schlauch. Sie riet mir, oben auf dem Gras mit ihm viel zu spielen, Körpernah, daß dort die Nähe zu mir mit dem Spielzeug wieder positiv aufgebaut wird. Das hab ich auch ein paar Mal gemacht, und es wurde besser. Runter auf den Weg kam er aber weiterhin nicht. Ich habs aber auch nicht mehr gefordert, sondern bin einfach weiter gegangen, wenn er wieder anfing zu meiden.

Anfang der Woche, es war ein wunderschöner Morgen, ich war schon früh dort und wollte mich einfach noch etwas ganz unten zwischen Wasser und Weg auf die Steine setzen und aufs Wasser schauen. Den Deich hab ich dabei im Rücken. Der Bär war mit seinem Kong oben im Gras. Nach ca. 5 Minuten fing er an zu maunzen. Es ärgerte ihn, daß ich ihm den Rücken zudrehte und nicht mit ihm spielte. Ich hab das natürlich nicht beachtet. Dann wurde das Maunzen zu einem ärgerlichen Bellen, was ich erst recht ignorierte. Und urplötzlich, ich war ganz baff vor Erstaunen, kam er von hinten angeschlichen und legte seinen Kong direkt neben mich. Da habe ich dann erst mal gründlich mit ihm gespielt, gezerrt und das Ding ins Wasser geschmissen.

Das wiederholte sich noch einige Male und seit diesem Morgen haben wir an dieser Stelle überhaupt kein Problem mehr. Das eine oder andere Leckerli wurde auch getauscht, der Kong wird wieder gerne gebracht, manchmal gibt es ein Zerrspiel, manchmal nicht, wir sind wieder super glücklich am Wasser :) .

Fazit: Manchmal hilft alles Wollen nichts, wenn man nicht gelassen dabei ist. Nur das gar nicht dran Denken und entspannt aufs Wasser schauen (mir war es wirklich egal, was er da oben macht), hat den Knoten gelöst. Dass ich ungeduldiger Mensch einmal eine solche Erfahrung machen würde... hätte ich nie gedacht.

Sorry, wurde ein Roman...

;) Anja

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Hach... woher kenn ich das nur. :Oo

Ich hatte vor ein paar Tagen so ein ähnliches Erlebnis. Ich wollte mit Shelly auf die Wiese hier gleich um die Ecke. Normalerweise KLEBT sie förmlich dort an mir, weil sie weiß, da gibts nachmittags immer Aktion.

Da es aber so warm war, wollte ich nur n paar Tricks mit ihr machen und konnte nicht richtig mit ihr toben (rennen), da sie grad ne Zerrung hat. Ich hatte diesmal keinerlei Spielzeug und Leckerli dabei. (sie macht die Tricks aber auch ohne)

Leider war ich an dem Tag auch irgendwie genervt. (aber nicht wegen ihr)

Ich wollte sie Slalom durch meine Beine gehen lassen. Nix passierte, außer das sie mich doof anguckte und dann anbellte. :Oo

Gut... mach ich halt nur ein paar Gehorsamsübungen mit ihr machen. Bei Fuß gehen usw. Ich geh bis ans Ende der Wiese, Richtung zu Hause. Kurz vorher drehte ich aber wieder um. Sie guckte mich komisch an. Nachdem ich ihr sagte, sie solle mitkommen, kam sie auch. Aber nur ein Stück und blieb wieder stehen. Ich ging weiter, denn normalerweise kommt sie ja eh hinterhergetrabt. Nix.

Ich dreh mich um und meinte sie solle zu mir kommen. Doofes Gucken ihrerseits. Ich sagte nochmal, dass ich WILL, dass sie zu mir kommt. (in allen Stimmlagen) Sie kommt immernoch nicht. :(

Also geh ich ein paar Schritte auf sie zu. Und was macht SIE???

Rennt vor mir weg!!! :o:o:o (aber nicht, weil sie spielen wollte!)

Das hat sie noch NIE gemacht.

Dann bleibt sie erstmal stehen (ich auch) und guckt mich wieder an. Ich total perplex: Was machstn jetzt???

Also dreh ich mich wieder um und renne in die entgegengesetzte Richtung. Normalerweise IMMER Grund für sie, hinterherzurennen.

Hmmm... sie bleibt aber immernoch stehen und guckt.

Ich ruf sie wieder total freundlich und in hoher Stimmlage. Nix.

Ich bück mich und rufe: "Oooooh... was ist das denn?" Und plötzlich kommt sie wie ein Pfeil angeschossen.

Hmmm... :Oo Sowas hab ich echt noch NIE erlebt. Ich frag mich nur, was ich ihr da kommuniziert habe, dass sie so reagiert. Seltsam.

Auch sorry für den Roman. :redface

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Man glaubt gar nicht, wie die eigene Gemütslage sich beim Hund widerspiegelt bzw. rüber kommt!

Ich hatte vor ein paar Wochen auch so eine Begebenheit:

Mich hatte die totale Grippe erwischt, ich war nicht arbeiten, hab mich nur zwischendurch dazu aufgerafft, mit den Hunden zu gehen, ist ja sonst niemand zu Hause den Tag über! :(

Wir haben hier in der Nachbarschaft ein Auto, dass Boomer IMMER auskläfft, weil darin sein *Lieblingsfeind* drin spazieren gefahren wurde (Philipp ist zwischenzeitlich aus Alters- und Gesundheitsgründen eingeschläfert worden).

Selbst wenn dieses Auto nur irgendwo im Dorf stand, musste Boomer Theater machen.

An diesem besagten Tag kamen wir auch eine enge Strasse entlang, das Auto parkte am Seitenrand.

Normalerweise bekomm ich dann schon Panik.

Aber an diesem Tag war mir alles, wirklich alles egal, so schlecht fühlte ich mich.

Ich dachte so bei mir: Lass Boomer Theater machen, und wenn er am Auto hochspringt und Kratzer rein macht, soll Jutta halt den Wagen in die Werkstatt bringen, Versicherung bezahlt!

Wir passierten das Auto, und was passiert??? NICHTS !!!!

Boomer ging daran vorbei, als wenn er es überhaupt nicht gesehen hätte!

Ich bin mir sicher, das lag an meiner Sch****-egal-Stimmung!

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Hihi, bei mir klappt sowas nur bei Prüfungen... Sonst dürfte ich heut noch kein Auto fahren...

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Hallo!

Das Thema Stimmungsübertragung ist eine klare Geschichte, deshalb sollte man auch unterscheiden was man in welcher Situation kommunizert und warum.

Ganz viele Menschen, die "Ich will" kommunizieren wollen, kommunizieren durch Stimme und Körperhaltung unbewusst "Du musst!". "Du musst" sagen wir, wenn wir im Grunde unsicher oder hilflos sind, oder eh nicht ein ein Ergebnis glauben.

Das quittieren Hunde sofort. "Ich will" ist eine Forderung, sie gehört in den Bereich der Führung.

Apportieren z.B. kann man aber nicht über Führung kommunizieren, weil apportieren für den Hund eine völlig unnatürliche Handlung ist.

Apportieren kann nur über Freiwilligkeit erfolgen, wenn man nicht will dass der Hund zu einem kriecht. Heisst, freudiges Apportieren kann nur über bindende Elemente erreicht werden.

Das was Ricky beschreibt ist eine Kombination von "ich möchte", "ich will", "Du musst" und "Du sollst". Für den Hund ein Wirrwar an Stimmungen und körpersprachlichen Signalen. Der Hund gibt auf, macht gar nichts mehr, andere legen sich hin, wieder andere bellen.

Um klar mit dem Hund kommunizieren zu können, brauchen wir Menschen leider einen Plan. Haben wir keinen, dann überrascht uns der Hund. Überrascht uns der Hund, dann gehen wir oft auf das ein, was er anbietet und er gibt damit die Koordinaten für die Situation vor.

Für unseren Hund ist es wichtig, dass wir das was wir uns vorgenommen haben, auch bis zum Ende durchziehen. Auch, wenn wir merken, dass unsere Vorgehensweise falsch ist. Dann trotzdem sein Ding (wenn auch nur kurz) durchziehen.

Hunde haben in vielen Situationen einfach den längeren Atmen, besonders bei Kommunizieren von "Ich will nicht"... ;-))

Verabschiede mich mal ins Wochenende!

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Und somit bestaetigt sich,,Hunde sind die besten Lehrmeister"! Wimette

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Das kannst Du laut sagen, denn es haben schon viele versucht, mir Gelassenheit und Ruhe beizubringen. Sie scheiterten alle... aber Bärenkind hat's geschafft... ;)

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Ja ja, in der Ruhe liegt die Kraft.... smilie.php?smile_ID=385

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Hihi, das war immer ein Satz, den ich nie "kapiert" hab! ... Werde wohl noch einiges älter werden müssen, um es wirklich zu begreifen. Das da oben war ja nur ein erstes Erahnen! ;)

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Hallo Bärenkind,

das ist die Hohe-Schule des Konditionierens nur anders herum! ;):)

Lg Hans Georg

Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden, aber nicht einfacher.

(A. Einstein)

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