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Hundeforum Der Hund
gast

Gedanken zum Jagdtrieb

Empfohlene Beiträge

Hallo allerseits,

ich bin ja momentan in der "Jagdproblematik" mit Paule und es ist mir auch schon passiert, dass er einem Reh hintergehetzt ist - allerdings erfolglos und kam nach vier Minuten wieder. Nun denke ich auch, dass dieses Verhalten einfach nicht in "unsere Umwelt" passt - da der Hund, dass Leben anderer Tiere bedroht, nicht in Kontrollweite des HH ist und somit auch Mensche oder andere Hunde gefährdet sein können. Folglich, sichere ich ihn im Moment mit Schleppleine im Wald. Jetzt habe ich angefangen Bloch ( Pizza Hunde ) zu lesen und war sehr erstaunt - ueber seine Ansichten.

Vorweg, er vertritt auch die Ansicht, dass 30 % Genetik und 70 % die Umwelt, den Hund formt - damit wäre "meine Ausrede" - da ist ein Husky mit drin passe.

Auch die Frage, nach der gescheiterten Bindung - habe mich halt öfters gefragt, ob mein Hund eine schlechte Bindung zu mir hat - wenn er einfach stiften geht und im vier Minuten später einfällt, da war ja nochwas, hebelt er aus.

"Verhaltensgerechte Behandlung bedeutet, dass dem Tier das Recht zugestanden wird, bestimmte angeborene Verhaltensweisen zu entwickeln und anwenden zu duerfen" ( Feddersen-Petersen)

Laufen und Erkunden ist dem Hund ein Lustgewinn. Und so ganz nebenbei erhöht vom Menschen unbeeinflusstes Explorieren nicht nur die Lebensqualität des Hundes, sondern macht ihn auch selbstsicherer. Der Mensch erlegt dem Hund ständig und dauernd einen Kommunikationszwang auf.

Der Mensch braucht nicht in Panik zu verfallen, wenn der Hund beim Spaziergang hier und da selbstständig handelt, schließlich ist dessen Gespuer fuer Bindungsverhalten tief verwurzelt.

( Bloch )

Nun, muss ich ehrlich gestehen - dass mir seine These irgendwo gefällt, auch tendiere öfter mal in die Richtung meinen Hund, mal Hund sein zu lassen - als den ganzen Spaziergang ueber irgendwelche Uebungen abzufordern. Und ich beneide niemanden, der einen Hund hat - der die ganze Zeit "an einem klebt" und auf das nächste Kommando wartet. Ist sicher auch eine Typ - Frage. Habe mit einem Podenco-Halter auch länger ueber das "Jagdproblem" geredet und wo meine Stimme immer leiser wird, wenn ich zu geben muss - dass mein Herr schon gehetzt hat, hat er mir ganz freimuetig erklärt, dass sein Hund immer mal jagen geht - er wartet halt dann fuenf Minuten *schmunzel*, findet der Hund bestimmt toll.

Vielleicht findet sich ja jemand, der Lust auf eine kleine Diskussion ueber diese gewagten Thesen hat.

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Warte mal auf Heidi!

Die hat da schon so einige Threats aufgemacht ;)

Meine Übrigens jagt nicht besonders. Einmal ist uns ein Reh über den Weg gelaufen und das mitten auf dem Weinberg :D :D

Das war komisch!

Cosma hat mal kurz geschaut und ich hab sie "ab" gerufen.

Und Hasen waren auf einem ehemaligem Müllberg, die waren schon interessanter, aber auch nur für 10sec. :D

Tja sonst hab ich nur Erfahrungen mit einer Beagle Hündin (die ich 2 Jahre lang Gassigeführt habe) gemacht.

Das war schon bisschen was anderes, aber sie war auch nicht so schlimm wie viele andere dieser Rassen. :)

Trotzdem bin ich ganz froh, dass ich jetzt nicht mehr so aufpassen muss. ;)

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Laufen und Erkunden ist dem Hund ein Lustgewinn. Und so ganz nebenbei erhöht vom Menschen unbeeinflusstes Explorieren nicht nur die Lebensqualität des Hundes, sondern macht ihn auch selbstsicherer. Der Mensch erlegt dem Hund ständig und dauernd einen Kommunikationszwang auf.Der Mensch braucht nicht in Panik zu verfallen, wenn der Hund beim Spaziergang hier und da selbstständig handelt, schließlich ist dessen Gespuer fuer Bindungsverhalten tief verwurzelt.( Bloch )

Ich finde diese Aussage echt super, Turid Rugaas vertritt diesen Ansatz auch sehr stark und betont dies auf Seminaren immer wieder.

Ich versuche meinem Hund das auch zu ermöglichen(so weit ich das nervlich aushalten kann :D ). Leider ist dies in unserer Gesellschaft nicht immer möglich, wir können unsere Hunde nicht überall und immer alles erkunden lassen :( .

Da sie aber so oder so von uns oft stark in ihrer Lebensweise kontrolliert werden, sollte man ihnen bis zu einem gewissen Grad ihre Freiheiten lassen.

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Hallo,

schön geschrieben!

Ich kann das ganze Bindungsgedönse auch schon lange nicht mehr hören.

Vielen Menschen und ihren Hunden wurde eine schlechte Bindung nach gesagt, weil die Hunde jagen - das eine hat (für mich) aber nichts mit dem anderen zu tun. Sogar eine "gescheiterte Bindung" nachzusagen, ist echt bekloppt......

Wurde übrigens auch schon an den Kopf geworfen. Ich habe hier eine gute Jägerin ;)

Im schlimmsten Falle rennen dann die Menschen mit Clicker, Superleckerchen, Superschlachtruf, Superspielzeug, Superbelohnung und Gott weiß was noch durch die Wälder und arbeiten verzweifelt.... was meiner Erfahrung nach bei Hunden, die Jagderfolg hatten (was auch immer Jagderfolg bei dem Hund war - sehr individuell) - dann so richtig nach hinten los geht. Wenn es richtig richtig dicke kommt, bringt man dem Hund dann damit richtig richtig gut das Jagen bei. Andere Baustelle....

Nadin Matthews hat dazu gerade einen klasse Publikation geschrieben: http://www.nadin-matthews.de/uploads/Jagdverhalten_acb.pdf

Ich finde, es bringt das ganze Thema gut auf den Punkt und es macht verständlicher, was da abgeht - beim jagenden Hund.

Bin gespannt auf die weiteren Beiträge, ein weites und interessantes Feld, die Jagerei der Hunde und ihre Menschen dabei.

Liebe Grüße

Petra

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Laufen und Erkunden ist dem Hund ein Lustgewinn. Und so ganz nebenbei erhöht vom Menschen unbeeinflusstes Explorieren nicht nur die Lebensqualität des Hundes' sondern macht ihn auch selbstsicherer. Der Mensch erlegt dem Hund ständig und dauernd einen Kommunikationszwang auf.Der Mensch braucht nicht in Panik zu verfallen, wenn der Hund beim Spaziergang hier und da selbstständig handelt, schließlich ist dessen Gespuer fuer Bindungsverhalten tief verwurzelt.( Bloch )

Ich finde diese Aussage echt super, Turid Rugaas vertritt diesen Ansatz auch sehr stark und betont dies auf Seminaren immer wieder.

Ich versuche meinem Hund das auch zu ermöglichen(so weit ich das nervlich aushalten kann :D ). Leider ist dies in unserer Gesellschaft nicht immer möglich, wir können unsere Hunde nicht überall und immer alles erkunden lassen :( .

Da sie aber so oder so von uns oft stark in ihrer Lebensweise kontrolliert werden, sollte man ihnen bis zu einem gewissen Grad ihre Freiheiten lassen.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=38233&goto=706383

Laufen und erkunden ist die eine Sache. Andere Lebewesen gefährden eine andere Sache. Die Lebensqualität wird dadurch sicher erhöht, ob aber der Hund dadurch selbstsicherer wird ist für mich zweifelhaft.

In Panik verfallen sollte der Mensch nur, wenn er in der Lage ist, dieses eigenständige Verhalten des Hundes auch jederzeit zu unterbrechen, zu kontrollieren. Alles andere ist rücksichtslos anderen Tieren etc. gegenüber. Je besser ich meinen Hund kenne, je besser der Grundgehorsam ist, desto mehr Freiheiten kann ich ihm gewähren.

Dieses Bindungsgerede halte ich auch für deutlich fragwürdig. Jeder Hund bindet sich anders. Wichtig ist auch die genetische Disposition zu kennen. Ein Jagdhund vor dem Schuss hat eine andere Intention als ein Jagdhund nach dem Schuss.

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(bearbeitet)

Glücklicherweise gibt es durchaus die Möglichkeit, beides zu vereinen.

Der Gehorsam, die "Bindung" (wie auch immer sie geartet ist), die Kontrolle auf der einen Seite -

Laissez-faire auf der anderen.

Oder vielleicht besser gesagt:

Das Eine bedingt das Andere!!!

Ich halte keinen Hund, um ihn ständig und permanent unter Kontrolle zu haben, aktiv meine ich, ich brauche keinen Halter- Autisten und halte das Anstreben eines solchen Zustandes für sehr fragwürdig.

Aber andersherum halte ich es für genau so fragwürdig, einen Hund völlig bedingungslos jagen zu lassen.

Zum einen, weil es in erster Linie VERBOTEN ist!

Das muss hier bitte immer in die Argumentationen mit eingebracht werden!

Wildern ist strafbar - zu Recht!

Zum anderen weil das Jagen keinerlei Notwendigkeit für einen Hund hat!

Und last but not least ist es einfach Fakt, dass ich eine wie auch immer geartete Bindung zu dem Tier verliere, in dem Moment, wo er sich komplett verselbstständigt.

Angesichts der Tatsache, dass Jagen nicht notwendig ist für den Hund, um sein Überleben zu sichern, etwas absolut Unnötiges!

Dass sich ein wildernder Hund noch ganz anderen Gefahren ausgesetzt sehen muss in unseren Gefilden, davon muss ich nun wirklich gar nicht erst anfangen!

Es ist durchaus möglich, Jagdverhalten so zu verändern, dass es kontrollierbar ist.

Nicht bei jedem Jäger. Keine Frage!

Und sobald es kontrollierbar ist, finde ich es völlig in Ordnung, wenn das Jagdverhalten auch ausgelebt wird.

Im Rahmen selbstverständlich.

Das Jagdverhalten eines Wolfes möchte ich nur bedingt mit dem eines Hundes vergleichen, weil es eben nur noch wenig miteinander gemein hat - daher finde ich es... hm.. schwierig, zu sagen "Wölfe jagen auch unabhängig von einander und auch mal, wenn sie nicht kurz vorm Hungertod stehen".

Das ist ja ganz richtig, aber der gezüchtete Jagdhund ist mitunter gar nicht am Erlegen der Beute interessiert, sondern sein Trieb beschränkt sich lediglich aufs Aufscheuchen und Hetzen - und konzentriert sich da auch.

Daher halte ich eine Kontrolle des Jagdverhaltens seitens des Halters für richtig!!!

Ein permanentes Unterbinden des Jagdverhaltens allerdings nicht.

Man kann durchaus dem Hund die Möglichkeit geben, sein individuelles jagdverhaltensschema abzuspielen, ohne völlig unkontrolliert dem nächsten Überlandbus vor die Motorhaube zu rennen und ohne immer und immer wieder die Erfahrung zu machen, dass eigenständiges, halterunabhängiges Arbeiten das absolute Hoch der Gefühle ist.

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Man kann durchaus dem Hund die Möglichkeit geben, sein individuelles jagdverhaltensschema abzuspielen, ohne völlig unkontrolliert dem nächsten Überlandbus vor die Motorhaube zu rennen und ohne immer und immer wieder die Erfahrung zu machen, dass eigenständiges, halterunabhängiges Arbeiten das absolute Hoch der Gefühle ist.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=38233&goto=706985

Sehe ich ganz genauso.

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.Ich versuche meinem Hund das auch zu ermöglichen(so weit ich das nervlich aushalten kann ).Leider ist dies in unserer Gesellschaft nicht immer möglich, wir können unsere Hunde nicht überall und immer alles erkunden lassen .

OriginalbeitragLaufen und erkunden ist die eine Sache. Andere Lebewesen gefährden eine andere Sache. Die Lebensqualität wird dadurch sicher erhöht, ob aber der Hund dadurch selbstsicherer wird ist für mich zweifelhaft. In Panik verfallen sollte der Mensch nur, wenn er in der Lage ist, dieses eigenständige Verhalten des Hundes auch jederzeit zu unterbrechen, zu kontrollieren. Alles andere ist rücksichtslos anderen Tieren etc. gegenüber. Je besser ich meinen Hund kenne, je besser der Grundgehorsam ist, desto mehr Freiheiten kann ich ihm gewähren.

Mit nervlich aushalten meine ich nicht eine Gefährdung anderer Lebewesen, das muß selbstverständlich ohne wenn und aber ausgeschlossen werden. Diese Aussage bezieht sich ganz allein auf mich, da ich meinem Hund recht wenig zutraue(sind leider ein paar mal an Hundehalter geraten, die ihre Hunde nicht unter Kontrolle hatten :( . Mit unschönem Ausgang für meinen).

Natürlich sollte man seinen eigenen Hund immer unter Signalkontrolle haben.

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Nein - ich denke Bloch meint in redet in seinem Buch auch nicht davon - willenlos den Hund jagen zu lassen - dass vertrete ich auch nicht, ich ergreife alle Register, um Paule und der Umwelt gerecht zu werden, denn wir leben nun in einer Umwelt - wo gewisse Regeln eingehalten werden muessen.

Ich frage nur gerade, ob man einen Hund wirklich gluecklich macht - wenn er nichts anderes ist - "als ein Befehlsumsetzungsautomat". Ich habe in einem Seminar eine 1,5 jährige Huendin erlebt - die war irgendwie gar nicht mehr Junghund, kein spielen, kein "Unsinn" - halt irgendwie wirkte sie so "gedrillt".

Sie stand 1A im Grundgehorsam, keine Frage - aber die HH hatte auch ueberhaupt kein nachsehen mit ihr, immer wieder auf die Wiese, Grundposition und bei Fuß. Da habe ich mich schon gefragt, ob man einen Hund nicht ueberfordert?!

Stören wir nicht vielleicht auch die ganz normale hundliche Entwicklung, indem wir ständig etwas "unhundliches" abverlangen?

Mit der Selbstsicherheit - ich denke, dass hat schon etwas damit zu tun - ein Hund der Neugier und Erkundungsverhalten zeigt, erarbeitet sich seine Umwelt und findet ein gewisses Vertrauen in diese.

"Mit auf dem Spaziergang hier und da selbstständig handelt" - gemeint ist, z.B. der Hund schnueffelt - Mensch ruft - Hund kommt nicht - er ist gerade in seiner eigenen Welt vertieft, dann kommt das grosse Beschweren - mein Hund interessiert sich nicht fuer mich, ich bin unwichtig fuer meinen Hund, bis hin zur Unterstellung - der Hund wuerde denn Halter offen provozieren. Vielleicht ist er nur grade in seiner Hundewelt?

Und ist es nicht wichtig, denn Hund auch mal in seiner Welt verweilen zu lassen - ohne, wie gesagt, in Panik zu verfallen?!

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