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Hundeforum Der Hund
Dante

... auf dem Weg zu weniger Aggression gegen Rüden - extra-lang!

Empfohlene Beiträge

Seit er etwa 1 Jahr alt ist, zeigt mein Hund (kastriert, 2 1/2 Jahre) in bestimmten Situationen Aggression gegenüber fremden Rüden. Gleich bei der ersten Situation war ich erschrocken und wollte unbedingt vermeiden, dass sich das Verhalten festigt. Bis er zum ersten Mal offensichtlich Aggression gezeigt hat, hatte er immer alle Hunde freudig begrüßt..allerdings ist er (Leider!) auch schon als Junghund drei-viermal "verprügelt" worden (keine Bissverletzungen).

Beim ersten Mal stellte ein kleiner Dackelmix seine Vorderpfote auf Socks Schulter und versuchte, sein Ohr zu lecken. Socks knurrte und schmiss ihn auf den Rücken. Von da an kam es immer wieder im freien Spiel dazu, dass er es nicht duldete, wenn fremde Rüden Kontakt aufnehmen wollten mit Schnüffeln etc. Er ist auch nicht zu jedem Rüden aggressiv, hat sogar intakte Rüden als Kumpels. Seine Aggression hat nichts mit Rasse, Alter oder Größe zu tun. Auch an der Leine pöbelt er nicht (mit wenigen Ausnahmen). Inzwischen lasse ich ihn nicht mit fremden Rüden zusammen, es sei denn, die sind schneller als ich :kaffee:

Es gibt zwei typische Situationen, in denen er aggressiv wird: wir gehen/joggen an einem fremden Hund vorbei, sind schon vorbei, dann schießt er nach vorne seitlich und bellt den anderen an. Das ist aber ganz selten der Fall. Öfter kommt es vor, dass ein anderer Hund auf ihn zukommt und er sich steif macht. Dann rufe ich ihn ab, oder wenn ich nicht schnell genug bin, geht ein lauter Kampf (ohne beißen!) los. Als ich ihn noch nicht so gut lesen konnte, war das fast jedes Mal so. Jetzt ist es kaum noch der Fall.

Wir haben viel mit ihm gearbeitet, und ich bin generell zufrieden mit dem Ergebnis. Er ist Menschen und Kindern gegenüber lammfromm und sogar seinen Jagdtrieb habe ich im Griff (toitoitoi).

Ich habe mit ihm viel in Richtung Impulskontrolle gearbeitet. Z.B. Beute werfen und erst losrennen, wenn ich es sage. Auch zu Hause an der Klingel, beim Füttern etc. Dann auch in der direkten Begegnung: vor Hundebegegnung erinnere ich ihn durch ein kurzes leichtes Ziehen am Ohr und ein scharfes "Du nicht!", dass ich von ihm Ruhe erwarte. Viel positive Bestärkung bei Kommando "Hier!". Mein absolutes Notfall Mittel: wenn er kämpft, lasse ich einen Urschrei "Aufhören!" los. Das haben wir vorher trainiert, indem ich ihn mit einem "Aufhören!" in einer normalen Situation einfach wegdränge, obwohl er nix gemacht hat. Sozusagen ein Ausschluß vom sozialen Leben. Er geht dann davon aus, dass er ein soziales Problem mit mir hat und sucht meine Nähe. Das Problem mit dem anderen Hund wird zur Nebensache. Ich habe auch schon einige forsche Hunde abgewehrt, mit dem Erfolg, dass sich mein Dobi jetzt lieber hinter mich stellt, wenn ein "fieser" Hund ankommt... :(

Was ich mit diesem Roman sagen möchte: alles dauert seine Zeit. Erst als ich meinen Hund richtig lesen konnte, konnte ich unerwünschtes Verhalten auch unterbinden. UND: Jagen, Leine ziehen, Aggression hatten bei meinem Hund alle einen Auslöser: Mangel an Respekt. Daran arbeiten ist ein langer Weg und wir haben ihn noch nicht ganz geschafft...

LG

Dante

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Hey Dante,

bleib am Ball.

Glückwunsch zu Deinen Erfolgen.

Du hast schon Recht:

1. braucht man Zeit und

2. muss man sich intensiv mit seinem eigenen Hund und Hundeverhalten im Allgemeinen beschäftigen, dann funzt es.

:klatsch:

LG und weiterhin viel Geduld

Britta

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Danke!

Genau das meine ich!

Deswegen, wenn eine "Methode nicht funktioniert oder es mal schlechter läuft, nicht verzweifeln! kommt Zeit, kommt Rat (solange man aktiv bleibt :-))

=)

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Klasse!

Danke für diesen tollen Beitrag.

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