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Hundeforum Der Hund
Xita

Schleppleinentrainingssabotage und dann der rettende schottische Engel!

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Da sich meine Huendin nicht zuverlaessig von Hunden (und seit neuestem Kaninchen :Oo ) abrufen laesst, machen wir seit ein paar Wochen konsequentes Schleppleinentraining. Das heisst, wir versuchen es! Denn es ist wie verhext: Jeden Tag haben wir ungewollte Begegnungen mit abgeleinten (manchmal auch angeleinten!) Hunden. Ich glaube schon fast an eine Verschwoerung in unserer Nachbarschaft. Ob der nette aeltere Herr von gegenueber mich beim Wegfahren beobachtet, schnell auf seiner Bereitschaftsliste nachschaut (ah ja, heute ist Deirdre mit ihrem Golden Retriever dran) und uns sofort per SMS ('Hilke und Anja auf dem Weg zu Fosse Meadow!') die Saboteure hinterherschickt?

Einmal ist es ein nettes kleines Maedchen, das ganz alleine mit einem riesigen Goldie unterwegs ist und keine Chance hat, in irgendeiner Form auf den Hund einzuwirken. Am naechsten Tag zwei Spaniel, die auf uns zurennen und dann begeistert vor uns auf und ab springen. Dann wieder zwei DSH, die - sehr ruhig und freundlich, aber bestimmt - unbedingt mal schnuppern muessen. Der Husky hat uns wenigstens nur kurz angestupst, bevor er majestaetisch seinem Herrchen hinterhertrabte. Aergerlich der wilde kleine Terrier, dessen Besitzer noch nicht einmal den Versuch machen, ihn abzurufen. Sie gehen einfach weiter - irgendwann kommt er dann schon nach!

Ich glaube, mein Schleppleinentraining ist den Briten entschieden zu deutsch. Wie, kein Spielen an der Leine. Ach, die werden sich schon nicht fesseln. Machen Sie doch mal die Leine ab! Die Huendin laesst sich nicht abrufen? Na, keine Sorge, das kommt schon noch. Sie ist doch noch jung. Und irgendwann kommt sie doch wieder, oder? Ach, unsere Hunde sind auch nicht perfekt... (Ach was!)

Vorgestern kam mir auf einem Feldweg ein Herr mit einem wunderschoenen Collie entgegen. Ich habe Anja am Wegrand ins Sitz befoerdert, sie abgeblockt und meinen typischen Spruch ('Schleppleine weil bla bla bla...') losgelassen. Der Herr war schon fast an uns vorbei, als er stehenblieb und mir mitteilte, dass seine Huendin panische Angst vor angeleinten Hunden hat. Ich hab mich umgeschaut - tatsaechlich - die Colliehuendin steht wie angewurzelt auf der anderen Seite und traut sich nicht ihrem Herrchen hinterher. Er macht auch keine Anstalten, sie zu rufen oder abzuholen. Waehrend ich kurzzeitig so abgelenkt war, ruft der Herr _meine_ Huendin zu sich. Sie rennt prompt los und sprintet dann hurtig auf die arme veraengstigte Colliehuendin zu. Zum Glueck hat sie sich abrufen und wieder ins Sitz befoerdern lassen. Der Herr: 'Ach, das war jetzt wahrscheinlich meine Schuld, weil ich sie gerufen habe.' Ach was! Naja, natuerlich war ich eigentlich selber schuld, weil ich zu langsam war, weiss ich ja, aber es ist doch etwas nervig, wenn die Leute es einem nochmal schwerer machen. Statt dass er sich um seinen eigenen Hund kuemmert, der dringend etwas Unterstuetzung gebraucht haette!

Jedenfalls hatte ich die Hoffnung auf ein sinnvolles Schleppleinentraining schon fast aufgegeben, als ich gestern eine wundersame Begegnung hatte. Wir waren in einem kleinen Naturpark unterwegs, als mir eine sehr freundliche schottische Dame mit Labrador entgegenkam. Sie sah mich und leinte sofort ihren Hund an. Ich habe mich bedankt. Ein kleiner Plausch, dann hat sie mich gefragt, ob ich die Hunde spielen lassen wollte - ihre Huendin bliebe auf jeden Fall in der Naehe und liesse sich immer abrufen. Gesagt, getan - beide gleichzeitig abgeleint, wir Besis haben ein bisschen geratscht, waehrend die Hunde sehr lieb und vernuenftig um uns rumspielten. Nach ein paar Minuten habe wir die Hunde gerufen, angeleint, uns nett verabschiedet und sind unserer Wege gezogen. Das war wirklich Balsam fuer die Seele!

Etwas gutes hat die Sache mit den Saboteuren - ich rechne damit, ich rege mich nicht mehr kuenstlich auf, bleibe ich ruhig, bleibt der Hund ruhig, und wenn mal was suboptimal laeuft, wird es einfach abgehakt. Etwas anderes lohnt sich wegen der Wiederholungsfrequenz einfach nicht. Vielleicht tun sie mir damit im Endeffekt sogar einen Gefallen?

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Sehr schön geschrieben, ich habe die verschiedenen Situationen förmlich vor meinem geistigen -Auge gesehen!

Ja, manchmal versteht man die Welt nicht mehr... und die anderen HuBesitzer schon garnicht.

Heute hat mir einer erzählt, dass z.B. Eichhörnchen jagen doch in der Natur des Hundes liegt und ich meinem das doch erlauben solle. Das werde ich natürlich nicht tun, denn dieser Mann wird mir auch nicht helfen, wenn mein Hund jagend auf die Straße läuft, einen Unfall verursacht usw. :wall::wall::wall:

Jedenfalls versuche ich - so wie du auch - diese täglichen Begegnungen doch noch positiv zu sehen - man bekommt auf diese Art und Weise ganz nebenbei Lektionen in Selbstbeherrschung und positivem Denken. Andere bezahlen dafür viel Geld auf Seminaren, wir HuHalter bekommen dies ganz umsonst, draußen in der frischen Luft und ohne lange Anreise :D:D:D

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Monika - freu mich, dass es dir ein bisschen gefallen hat.

Allerdings --- haette ich es vielleicht lieber nicht posten sollen! Denn heute gab es zur Strafe eine Doppelportion Sabotage. Im Park waren noch drei andere Hunde, darunter der Golden Retriever mit dem kleinen Maedchen und ein Pointer. So weit, so gut, bis dann alle beschlossen, ihre Hunde von der Leine zu lassen - und der Pointer und der Goldie aus gefuehlten 10 Richtungen auf uns zugedonnert kamen. Dass der Goldie nicht hoert, wusste ich ja schon - aber der Pointer hoerte auch ueberhaupt nicht! Ich muss dazu sagen, dass ich mit Anja ganz am anderen Parkende war und die HH im Parkeingang standen. Also einfach weggehen ging nicht. Ich konnte innerlich die Kommentare hoeren: 'Warum laesst die doofe Frau den armen Hund nicht mitspielen? Die tun doch alle nix!' (Ich fand mich ja selber auch doof, weil ich die Situation nicht unter Kontrolle hatte. So Matrix-maessig drei Hunde abblocken kriege ich einfach nicht hin...) Natuerlich war mein Hund danach etwas echauffiert. *seufz* Ja, die Reize langsam steigern - mal koennen vor Lachen. *heul*

Trainingseffekt heute also gleich null oder sogar im negativen Bereich, aber immerhin konnte ich dem Maedchen eine Hundeschule empfehlen (hoffentlich habe ich das englisch-taktvoll hingekriegt!). Sie wird von ihrem Goldie kurzerhand abgeschleppt. Nicht auszudenken, wenn er ploetzlich zu einem Hund auf der anderen Strassenseite hinmoechte. Ich hoffe sehr, das sie hingeht.

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Ach so, wie war das noch mit dem positiven Denken? *erstmalkamillenteemachengeht*

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