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Hundeforum Der Hund
Mark

Vertrauen als Grundlage von Aggressionsbegrenzung

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Ich habe lebhaft einige Diskussionen zum Thema "Vertrauen" zwischen Mensch und Hund verfolgt. Das Fazit dieser Diskussionen lautete: Der Hund muss zu dir Vertrauen haben. Er muss erkennen, dass du für ihn die verschiedensten Situationen zur Zufriedenheit klärst.

Will nun ein Hund Stress machen, so ist es die Aufgabe des Hundeführers sich vor den eigenen Hund zu stellen und ihm so erkennzugeben, dass man jederzeit Herr der Lage ist.

Das ist natürlich grundsätzlich völlig richtig.

Aber leider lässt sich das kaum in der Praxis dauerhaft umsetzen. Das klappt dann vielleicht 50 Mal super und dann kommt die Nr. 51, die man als "Chef" eben nicht mehr abhalten kann. Und dann? Dem Hund wird das eigene Versagen unmissverständlich vor Augen geführt.

Die Konseqenz, die ich beobachte bei Hundeschulen ist folgende: Die Betreiber dieser Hundeschulen schirmen ihr Hunde fast ausschließlich ab, lassen kaum Sozialkontakte zu ... damit ja nicht das Vertrauen zerstört wird ... und damit man mit dem eigenen Hund "protzen" kann.

Letztlich ist das jedoch für den Durchschnitts-Hundebesitzer nicht umsetzbar, dieser dem Hund eben nicht 100% seiner Aufmerksamkeit widmen kann, da man evtl. auch noch berufstätig ist und andere Dinge im Kopf hat und viele auch gar nicht die nötige Kenntnis und Souveränitat besitzen.

Es vergeht kein Tag, wenn ich gewisse Bereiche aufsuche, die von vielen Hundebesitzern zum Ausgang ebenfalls aufgesucht werden, an dem nicht irgendein Hund auf mich zugelaufen kommt, ohne das der Besitzer ansatzweise in der Lage wäre seinen Hund zu rufen.

Die Frage ist was man will, was den Hund "erfüllt"? Totales Abschirmen, das Nichtzulassen auch der kleinsten Rauferei? Ist das Denken einiger Hundeschulen nicht genauso art(un)gerecht wie das Gegenteil?

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für mich hat das nichts mit Vertrauen aufbauen zu tun, sondern den Hund in eine Abhängigkeit (Zwangsbindung) zu zwingen. Vertrauen haben heißt doch nicht, nicht mehr selber entscheiden zu dürfen und damit mein Leben komplett in die Hände Anderer zu legen.

Dies ist für mich nur ein egoistisches Verhalten (wird gern bei Hunden und bei Kindern angewand) und wird gern als "Fürsorge" betitelt.

Wichtige Enscheidungen treffe ich auch bei Barry, (was Wichtig ist, muß jeder für sich entscheiden) dies bedeutet aber nicht das er nicht mal rumbrummeln darf oder auch mal rumzickt (was ich dann aber meist mit einem "ey" unterbreche und er mir dann von allein folgt).

Geht es um eine ernste Auseinandersetzung (z.B. ein DSH der mit Vollgas auf uns zustürmte) werde ich weder Barry es austragen lassen noch traue ich mir zu mit solch einem Burschen mich anzulegen (bei der Geschwindigkeit hätte ich eh keine Chance gehabt Barry abzulegen und mich dann dem Hund zuzuwenden).

Also standen wir beide Erwartungsvoll da (Barry dicht neben mir) und ich brüllte den Hund an. Der DSH hätte es also mit 2 Gegner zu tun gehabt. Darauf hat er verzichtet, einen Vollbremsung hingelegt und sich verzogen.

Barry und ich sind ein Team (na ja meistens) und ich entscheide kurzfristig ob ich mich um ein Problem allein kümmere oder wir zusammen.

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Hallo Mark,

meine Hunde werden auch wie Du es nennst von anderen Hunden "abgeschirmt". Ich lasse sie nicht einfach auf fremde Hunde zugehen. Manchmal ergibt es sich dann, dass ich die Hunde doch frei lasse und auch zum spielen schicke. Aber immer bestimme ICH was gemacht wird.

Ob das nun artgerecht ist oder nicht, es ist mir zu gefährlich meine Hunde auf jeden zugehen zu lassen. Sie sollen sich zuerst an mir orientieren. In unserer Hundeschule lernen die Hunde auch, auf dem Platz wird nur mit dem Hundeführer gespielt + gearbeitet nicht mit anderen Hunden! Ich finde das so in Ordnung...deswegen haben meine Hunde trotzdem Sozialkontakte. Ich unterbinde das ja nicht - ich kontrolliere es nur.

Wenn meine Hunde ohne Leine laufen und es kommt ein Hund auf uns zu drehen sie sich sofort zu mir um und "fragen was geht?" Dann rufe ich sie zu mir oder schick sie los.

LG,

Karen mit Bonny + Isa

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Wenn meine Hunde ohne Leine laufen und es kommt ein Hund auf uns zu drehen sie sich sofort zu mir um und "fragen was geht?"

Ohne dich zu kennen, würde ich einfach behaupten, dass das niemals immer der Fall sein wird. Dazu sind die Situationen zu mannigfaltig.

Warum sage ich das? Weil ich das schon von einigen gehört habe, die ich persönlich kenne und die diese Maximal-Stufe des "Hörens" sich zwar gewünscht haben, aber niemals immer umsetzen konnten.

Einfachstes Beispiel: Es kommt eine "heiße" Hündin auf einen Rüden zu ... oder ein Hund zeigt offenes Drohverhalten schon auf Distanz. Wenn der eigene Hund auch nur ein Minimum an Überlebensfähigkeit noch besitzt, wird er diesen Hund beobachten, alles andere wäre fahrlässig und aus Hundesicht dumm.

Hier ließen sich seitenlange Situationen darstellen. Bislang habe ich viele reden hören, aber jeden(!) in Situationen erlebt, die außerhalb ihres Beherrschungsvermögens waren und wo der Hund nicht die Entscheidung des Menschen abgewartet hat.

Würdest du nicht so weit weg wohnen, würde ich die gerne mal auf eine Hundewiese einladen ... da kommt so einiges zu Tage, insbesondere die Bindung wird sichtbar :)

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Hallo Mark!

Beide Beschreibungen sind ins Extrem gezogen und beide finden in der Realität so nicht statt.

Einem Hund gänzlich die Sozialkontakte zu untersagen ist so falsch wie ständig auf Hundewiesen abzuhängen und dem Hundchen beim Toben zuzuschauen.

Entscheidend ist für mich immer inwiefern die Hunde ein harmonisches Verhältnis zum Hundeführer haben und das sie beim Anblick/im Spiel mit Artgenossen jederzeit kontrollierbar sind.

Solange mein Hund beim Anblick von Artgenossen aus welchem Grund auch immer nur noch bedingt oder garnicht mehr ansprechbar ist, sollten die Prioritäten klar sein.

Selbstverständlich muss jeder Hundehalter trotzdem lernen nicht nur seinen Hund zu beschützen, sondern genauso wie normale Kommunikation aussieht, wann ggf. wie einzugreifen ist usw.

Extreme.. in welcher Richtung auch immer haben in der Regel auch extreme Folgen. Das Mittelmass sollte das Ziel sein.

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Dem kann ich so grundsätzlich zustimmen Anita.

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Hallo Mark,

da hast Du sicherlich Recht....ich habe ja noch nicht alle Situationen erlebt die es zu erleben gibt. Tatsache ist das meine Hunde bislang jederzeit abrufbar waren. Ob die Ablenkung Hunde, Rehe oder Hasen waren. Da ich keinen Rüden führe kann ich zu der läufigen Hündin die Du ansprichst nicht viel sagen. Meine Trainerin führt einen Viszla Rüden der auch bei einer heißen Hündin sehr wohl im Kommando steht!

Worauf willst Du mit Deiner Einladung auf den Platz hinaus? Klasse das Du die Bindung meiner Hunde aufgrund eines Postings anzweifelst. Es gibt einige Foris hier die mich und meine Hunde kennen....die wissen zumindest, dass das was ich geschrieben habe nicht übertrieben ist. Und ganz ehrlich....wer kann schon für seine Hunde die Hand in's Feuer legen? AUA!

LG,

Karen mit Bonny + Isa

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Es war nur eine generelle Einlassung. :) Ich wollte nur darauf hinaus, dass es sehr viele Situationen gibt, die teilweise auch von einem dream-team Hund-Mensch nicht immer optimal zu lösen sind.

Generell habe ich nur die oben genannte Beobachtung gemacht, dass viele Hundeschulen im Umkreis von mir ihre Hunde gänzlich abschirmen. Mich hat indes sehr erstaunt, als ich eine E-Mail von einer Hundeschule aus Essen im letzten Jahr erhalten habe, die mir ganz offen vorwarf, dass meine Einstellung der gewaltfreien Erziehung Blödsinn ist usw.

Da ich mir die Hompage der "netten" Dame angeschaut habe und dabei feststellte, dass sie ihre Hunde auf einer auch mir bekannten Auslaufstelle für Hunde fotografiert hatte, habe ich sie kurzerhand eingeladen, dass wir einmal zusammen spazieren gehen. Wir würden dann ja schnell erkennen, welche Hunde besser hören ;)

Was soll ich sagen: Sie hat gekniffen ...

Wie übrigens die meisten "professionellen" Ausbilder, die ich dann in solchen Situation ganz offen anspreche ... denn den Worten müssen auch Taten folgen. Und wenn Hunde in der Hundeschule gut hören bedeutet das in keinster Weise, dass sie auch im Alltag gut hören.

Aber genau dann, wenn man Verantwortliche beim Wort nimmt, scheuen sie den Vergleich. Naja, wie auch immer Karen, das hatte natürlich nichts mit dir zu tun, Das sind nur Beobachtungen, die ich wahrnehme, sacken lasse, verarbeite und dann irgendwann noch einmal aufarbeite (z.B. heute ;) ).

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Hallo Mark,

oki, das kann ich jetzt ein wenig besser verstehen. Vielleicht haben wir ja mal die Gelegenheit zusammen etwas über unsere Hunde zu lernen...wer weiß?

Und als "Dream-Team" würde ich mich mit meinen Hunden nicht bezeichen! Da sind wir weit von entfernt. Ich arbeite eben (hartnäckig) daran, dass meine Hunde alltagstauglich sind. Dazu gehört für mich, das sie mich beim Freilauf immer wieder "fragen" ob alles ok ist. Das habe ich so antrainiert..ist das denn so ungewöhnlich? Ich tue sicherlich viel mehr mit meinen Hunden als der " normale Hundehalter und Gassigeher" - dafür sind die Hundeausbildung und der Hundesport ja auch mein Hobby! Ein Zeitraubendes auch....ich mache fast nichts anderes mehr.

Als wir Michael Grewe (Canis) bei uns im Verein zu einem Seminar hatten, nannte er meinen Hund als Beispiel für eine gute Orientierung am HF. Obwohl ich in vielen Dingen mit Michael Grewe nicht einer Meinung bin, war das für mich persönlich doch schon eine Auszeichnung!

Nichts für ungut..keiner von uns lernt jemals aus *smile

LG,

Karen mit Bonny + Isa

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oki, das kann ich jetzt ein wenig besser verstehen. Vielleicht haben wir ja mal die Gelegenheit zusammen etwas über unsere Hunde zu lernen...wer weiß?

Hallo Karen,

dann komm nächstes Jahr unbedingt mit zum Forumstreffen..... :klatsch:

Dann werdet Ihr beide fest stellen, dass Ihr Euch was Hundeerziehung betrifft, näher seid als Ihr denkt ..... ;)

Schriftlich kommt es leicht zu Missverständnissen ..... vor allem wenn Männer schreiben :P

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