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polar-chat.de  Der Hund
Corax

Schwere Entscheidung - erlösen oder nicht?

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(bearbeitet)

Hallo zusammen,

ich stehe vor der schwersten Entscheidung meines Lebens, ich weiß, daß nur ich sie treffen kann aber trotzdem würden mich Eure Meinungen zu unserem Fall interessieren.

Meine Golden-Retriever Hündin Jenny(im August 13 geworden) hat dieses Jahr schon einiges hinter sich. Angefangen hat es im letzten Winter, daß sie anfing schlecht und taumelig zu laufen.

Im Frühjahr dann plötzlich ein Scheidentumor, einige Wochen später mußte sie im Urlaub notoperiert werden - Gebärmuttervereiterung. Das hat sie alles gut überstanden aber seit einiger Zeit läuft sie immer schlechter. Wir haben sie röntgen lassen - die Hüftgelenke sind kaputt und abgenutzt, die Muskeln haben sich auch zurückgebildet.

Jetzt tappt sie nur noch unsicher und wackelig einige Schritte, hat keine Koordinierung mehr, läuft torkelnd und taumelig im Kreis oder Zick-Zack, fällt oft um und hatte öfter Krampfanfälle(fürchterlicher Anblick, wo ich mich jedesmal zu Tode erschrecke).

All das, was ihr mal Spaß gemacht hat, kann sie nicht mehr machen, Jenny liegt den ganzen Tag und schläft. Sie bekommt Rimadyl, ich hatte es auch mal mit Traumeel/Zeel versucht, was aber nichts gebracht hat.Karsivan habe ich abgesetzt, da die Krampfanfälle häufiger wurden.

Ob sie starke Schmerzen hat, weiß ich nicht, da sie immer ein sehr geduldiger Hund war, die ohne Jammern viel über sich ergehen hat lassen. Appetit hat sie noch, auch wenn sie im Stehen nur noch den halben Napf schafft, den Rest frißt sie dann im Liegen.

Ich hänge sehr an ihr, sie ist eine Seele von Hund, immer freundlich und gut drauf, in den 13 Jahren war ich nur 5 Tage von ihr getrennt, sie war überall dabei.

Ich habe mir geschworen, sie nie leiden zu lassen aber nun wo es soweit ist, plagen mich doch Zweifel. Leidet sie wirklich, ist der richtige Moment gekommen???

Mein Tierarzt ist der Meinung, es wird nicht besser werden, im Gegenteil, immerhin ist sie schon 13 Jahre und ich müßte wissen, wann es soweit ist. Ich bin hin und hergerissen, mal denke ich, es ist richtig (wenn ich sehe, wie sie stolpert und taumelt) dann plagen mich wieder Zweifel, wenn sie wackelig steht und mit dem Schwanz wedelt und sich auf die Leckerlies stürzt.

Was meint ihr??

Traurige Grüße

Corax :(

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Hallo Corax, erst mal Herzlich Willkommen hier!

Hab in deinen Beitrag ein paar Absätze rein gemacht, liest sich dann besser.

Ja, mit dem *loslassen* ist das so ein Problem! :(

Auf der einen Seite denkt man, den Hund nicht leiden zu lassen, auf der anderen Seite, WILL der Hund schon gehen?

Das ist eine schwierige Entscheidung. :(

Was sagt denn der Tierarzt? Hat sie Schmerzen?

Wenn sie noch frisst und begeistert Leckerlies annimmt, ist sicher noch Lebenswille da, aber quälen sollte sie sich nicht.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen!

:knuddel

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Wir standen auch einmal vor dieser Entscheidung und noch heute plagen mich manchmal Zweifel, ob der Zeitpunkt unsere Hündin zu erlösen, der Richtige war.

Unsere Sandy war an Krebs erkrankt, eine OP kam nicht mehr in Frage.

Unsere Tierärztin sagte uns damals u.a., weil ich Angst davor hatte zu *entscheiden*, ein Hund solle sein Leben geniessen, fröhlich sein und an allem teilhaben wollen. All dies traf bei unserer Süssen nicht mehr zu. Sie wollte nicht mehr fressen, nicht mehr spazierengehen, nur noch liegen.

Ich hatte auch immer das Gefühl, sie ist nur noch *uns zuliebe* da.

Ach.... ganz viele Dinge kamen zusammen und ich habe dann zusammen mit meinem Mann beschlossen sie gehen zu lassen.

In unseren Herzen wird sie immer sein.

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Hallo Corax,

erst einmal herzlich willkommen!

Ich kann verstehen, wie Du Dich fühlst, ich stand im Januar 2004 vor genau der selben Entscheidung. Meine Colliehündin Shaila war aber erst 5 Jahre. Sie hatte totales Nierenversagen, hat nur noch gebrochen. Wir haben 3 Tage in der Klinik versucht, den Rest Niere lebensfähig zu halten, doch leider hat sich ihr Zustand nicht verbessert. Es war furchtbar, dann in die Klinik zu fahren und die Entscheidung zu fällen, aber Shaila war so leidend, dass es mir schien, als wolle sie gehen...Und trotzdem! Als wir dann in der Klinik waren, meinten die Ärzte, sie würde uns wahrscheinlich nicht mehr erkennen - und weißt Du was? Sie hat sich zu mir hingeschleppt, ganz schwach gewedelt und immer mit dem Kopf zur Tür gezeigt: "Ich will nach Hause!" Es war ganz entsetzlich, aber was sollte ich tun? Sie wäre sonst wahrscheinlich jämmerlich und langsam gestorben. So ist sie in meinen Armen gestorben und ich hoffe, sie hat gedacht, ich komme nach Hause und alles wird gut!

Treff die Entscheidung, die Du für richtig hältst und fühl Dich gedrückt.

LG

Carmen

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Hallo Corax,

ein herzliches Willkommen im Forum.

Tut mir sehr leid mit Deiner Hündin und wir alle, die Hunde hatten oder haben, standen schon mal vor so einer schlimmen Entscheidung.

Deine Hündin ist 13 Jahre alt und hatte bei Dir bestimmt ein schönes Hundeleben.

Ich würde an Deiner Stelle nochmals zum Tierarzt gehen und auch einen 2. Tierarzt konsultieren, danach entscheiden, ob Du sie gehenlässt oder nicht.

Meine persönliche Meinung ist es, daß Tier nicht länger leiden zu lassen, als nötig.

Nur wir können sie von ihren Schmerzen und Qualen befreien, sie haben nur UNS!

Bitte gegleite sie auf ihren letzten Weg, lass sie nicht allein, wenns soweit sein soll.

Traurige Grüße Conny

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Hallo Corax,

wie Du dich fühlst kann ich sehr sehr sehr gut verstehen...denn unsere Kimba (Golden Retriever) starb im März im Alter von 13 Jahren :heul:

Sie Symptome die Du da schreibst treffen bis auf die Anfälle 1:1 auf unsere Kimba im März zu (gefressen hat sie allerdings garnichts mehr)...sie hatte einen Lebertumor und starb 1 1/2 Wochen nach der Diagnose, zu Hause, in unseren Armen - erlöst durch unsere Entscheidung.

Die Entscheidung war damals auch schwer, aber es kommt der Punkt da merkst Du das es soweit ist...aber die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen...Du kennst Deinen Hund am besten, hast sie 13 Jahre um Dich gehabt...

Ich wünsche Dir viel Kraft für, dafür, das Du für Dich und Deinen Hund die richtige Entscheidung triffst...aber sie muss von Dir kommen.

Ich mußte bisher zweimal die Entscheidung treffen, bei beiden war ich mir sicher das es das Beste für den Hund ist.

Und es war gut das es so war, die Trauer ist riesig...es schürt einem das Herz zusammen - aber dadurch das es meine Entscheidung war (und ich denke ich hatte immer zuallerst das Wohl des Hundes im Auge) konnte ich schnell wieder mit einem Lächeln auf das Leben mit den zweien zurückblicken...ohne Vorwürfe vielleicht das falsche getan zu haben weil es andere gesagt haben.

Für Euren weiteren Weg - egal wie er ist - wünsche ich Euch Kraft und Mut...

Alles liebe von Steffi und Danu

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Vielen Dank für Eure Antworten, auch fürs Willkommen-heißen.

Es ist halt wahnsinnig schwer, über Leben und Tod entscheiden zu müssen..

Ich denke schon, daß sie Schmerzen hat, auch wenn sie es sich nicht anmerken läßt. Dagegen bekommt sie ja die Rimadyl, ich weiß nur nicht, wie stark die Schmerzen sind- wenn sie doch nur einmal reden könnte..*seufz* Sie hat den selben gequälten Blick, wie kurz vor der Not-OP, als es ihr wirklich sehr schlecht ging.

Mir tut es in der Seele weh, daß sie nicht mehr richtig laufen kann, außerdem sie war typisch Retriever eine Wasserratte - im Sommer dachten wir, wir tun ihr für die Gelenke etwas Gutes und sind mit ihr zum See gefahren. Uns traf bald der Schlag, da sie fast unterging - schwimmen geht auch nicht mehr. Und auch was sie sonst noch gerne gemacht hat - ob Mäusenester ausbuddeln, Schuhe apportieren, Stöckchen und Ball hinterherjagen und bringen - nichts von dem kann sie mehr machen.

Nur noch liegen und einige Meter zum Gassi-Gehen taumeln ist keine Lebensqualität mehr. Das hat sie einfach nicht verdient.

Ich denke, meine Entscheidung ist richtig - Angst habe ich natürlich, daß ich mir Vorwürfe machen werde. Wir sind selbstverständlich bei ihr und lassen sie nicht allein, der Doc kommt zu uns nach Hause.

Ich hoffe nur, daß sie friedlich einschläft und ich das durchhalte und sie bis zum Schluß streichel und nicht zusammenbreche.

Knuddelt alle Eure Wuffis mal von mir,

liebe Grüße

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Liebe Corax,

ich denke das ist die richtige Entscheidung.

Ich kenn das, nur leider kam der Tierarzt nicht ins Haus.

Ist schon ne Weile her (10 Jahre).Könnt aber immernoch heulen wenn ich dran denke.

Sie vertrauen dir ein Leben lang, auch darauf dass du sie nicht leiden lässt.

Traurige Grüße

Heike

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Vielen Dank an alle für Eure lieben Antworten - irgendwie geht es mir jetzt etwas "besser"

liebe Grüße

Corax

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Hallo Corax,

trotz der traurigen Umstände, möchte ich Dich herzlich Willkommen bei uns heißén....

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Entscheidung und die folgende Zeit.....

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