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polar-chat.de  Der Hund
Steffi6281

Hund reagiert neuerdings aggressiv

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So, nun habe auch ich mal ein kleines Problemchen.

Wie vielleicht schon der ein oder andere mitbekommen hat, habe ich eine 1,5 Jahre alte Schäferhündin.

Eigentlich hat die mehr Schiss wie Vaterlandsliebe.

Wenn wir spazieren gehen und sie abgeleint ist, versteckt sie sich erst mal bei uns, wenn andere Hunde auf sie zukommen. Sie brauch dann einige Zeit, bis sie sich an die Hunde rantraut und mit denen spielt.

An der Leine ist das schon etwas anderes. Wir waren gerade 10 Tage auf Rügen und dort sind wir zig Hunden begegnet. Unsere Hündin war dort die meiste Zeit angeleint. Das war überhaupt kein Problem. Die anderen Hunde konnten bellen, was sie wollten. Unsere Hündin interessierte sich nicht dafür.

Am Montag waren mein Mann und ich mit ihr spazieren. Da kam uns eine Frau mit ihrem 3 Jahre alten Sohn und einem Mix (belgischer Schäferhund, Labrador, Retriever) entgegen. Da sie mit Rad unterwegs war und ihr Hund an der Leine lief, leinten wir unseren Hund auch an.

Die beiden Hunde kennen sich eigentlich und haben auch schon mal zusammen gespielt. Aber nun fing unsere an und drehte total am Rad. Sie bellte richtig aggressiv. So kennen wir das gar nicht von ihr! So hat sie bisher noch nie reagiert.

Ich hätte unsere gerne abgeleint und auch den anderen Hund abgeleint laufen lassen, damit die beiden ihre "Freiheit" haben und nicht meinen, dass sie irgendwen beschützen müssen. Vermutlich wäre unsere wieder angekommen und hätte sich hinter uns versteckt.

Aber da wir uns da nicht sicher waren, habe ich immer wieder unsere Hündin ins Platz gelegt und dann gelobt, wenn sie ruhig war. Es hat zwar etwas gedauert, aber dann blieb sie auch relativ ruhig.

Das mit dem Ableinen haben wir auch nicht vorgeschlagen, weil die andere Frau schon so komisch guckte. Sah aus, als wenn sie sich nicht so wohl fühlen würde und ihr unsere Hündin zu gefährlich erschien.

Gestern ist mein Mann dann mit meiner Mutter Kutsche gefahren. Da waren unsere Hündin und die Dalmatinerhündin meiner Mutter mit. Ich konnte leider nicht mit, da wir einen Sondereinsatz (Polizei, ich mach da Technik) hatten.

Mein Mann erzählte dann gestern abend, dass denen wohl unterwegs ein Retriever entgegen kam, den unsere total angebellt hat. Sie hatte wohl Angst, dass der Hund auch mit Kutsche fahren will. Sie gab erst Ruhe, als mein Mann ihr an die Kehle griff. Dass musste dann auch sein, weil sie schon auf ihn sprang, damit sie sich größer machen konnte. (Er saß auf dem Beifahrer Platz)

Ich würde gerne öfters mit ihr Hunde treffen, aber wir wohnen sehr außerhalb, wo kaum Hunde ausgeführt werden.

Wenn ich ausreite oder Kutsche fahre, treffen wir fast nie andere Hunde.

Wir gehen zur Hundeschule, wo sie sich normal verhält. (Die Hunde kennt sie ja mittlerweile)

Ab und zu fahren wir an einen kleinen See, wo ein Park drum rum ist. Dort treffen wir ab und zu andere Hunde. In der letzten Zeit sind wir da aber nicht gewesen, da die Parkkosten dort sehr hoch sind. Außerdem laufen dort auch viele Leute ohne Hund und wir wollen nicht, dass da irgendwer Angst haben muss. Also leinen wir dann an, wenn andere Leute kommen. Aber dann muss unsere fast die ganze Zeit an die Leine und das wollen wir nicht.

Also kann mir einer von euch sagen, warum sie so reagiert und wie wir das wieder rauskriegen?

Gruß Steffi

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Hallo Steffi,

dieses Verhalten kenne ich bei bestimmten Hunden von Nelly auch, allerdings empfinde ich ihr "Gezicke" nicht als aggressiv, sondern eher so "ich bell ganz laut, damit der mir vom Leib bleibt" .....also eher aus "Angst"....

Ich habe für diese Situationen von meinem Hundetrainer folgenden Tipp bekommen:

Nelly ins Sitz (nie ins Platz, da sich der Hund dann hilflos fühlt) und ich stelle mich frontal ihrem "Feind"... um ihr zu zeigen "ich beschütze dich" ...., dass musst "du nicht machen" .....

Das sie mir in diesen Situationen vertraut, ging nicht von heute auf morgen und funktioniert auch noch nicht bei allen "Angsthunden" reibungslos .... aber es klappt immer besser....

Ich würde, wenn Deine Hündin ängstlich ist, sie nicht diesen Situationen aussetzen in denen sie sich unwohl fühlt.... , also ich leine Nelly nicht mehr ab.... sondern "beschütze" sie an der Leine.

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(bearbeitet)

Hallo Steffi,

Deine Hündin ist in einem Alter wo sich Verhalten umstellen und auch festigen kann. Das kann bedeuten, dass aus angstdefensiven, angstaggressives Verhalten werden kann. Du beschreibst, dass sie sich bislang eher zurückhalten und schutzsuchend bei Begegnungen mit anderen Hunden verhalten hat. Diese Verhalten spricht für eine generelle Unsicherheit anderen Hunden gegenüber. Meiner Ansicht nach ist der Beste Weg einen angstaggressiven oder einen aus einer Unsicherheit aggressiv agieren Hund sicherer zu machen, also sein Selbstbewusstsein zu stärken. Natürlich nicht dann wenn er aus seiner Angstaggression andere Hunde attackiert, sondern vielmehr wenn er sich anderen Hunden in spielerischer oder neutraler Absicht nähert. Wichtig ist auch, dass Du Sicherheit, Souveränität und Führung ausstrahlst und nicht schon Angst vor etwaigen Begegnungen mit Hunden hast.

Auch ist eine gute und sichere Unterordnungsarbeit ein großer Vorteil, da sie den Hunden, besonders Schäferhunden, eine größere Sicherheit gibt.

Meine Vorgehensempfehlung für Dich bei Hundebegegnungen an der Leine ist folgende:

Fremdhund kommt frontal auf Euch zu, Du gehst sicher und ohne Dein Tempo zu verändern darauf zu. Halte anfangs soviel Abstand wie möglich um die Reizlage niedrig zu halten. Sollte Deine Hündin nicht spannen und sich gewünscht verhalten, lobe ihn ruhig, normal und sicher. Also nicht in höherer Stimmlage, sondern wie Du normalerweise mit ihr sprichst.

Sobald sich die Spannungslage Deiner Hündin verändert, stelle das Loben ein, verändere aber NICHT Deine Geschwindigkeit oder Deine Stimmung und Deine Zuversicht, dass Deine Hündin ruhig neben Dir gehen wird.

Sollte Deine Hündin aggressiv reagieren, gehe unverändert an dem Fremdhund vorbei, nehme Deine Hündin ohne Reaktion mit. Rucke nicht an der Leine und schimpfe nicht. Gehe einfach weiter und nehme Deine Hündin mit, auch wenn sie in der Leine steht und den anderen Hund angehen will. Sobald Deine Hündin sich wieder normal verhält und die Leine nicht mehr stramm ist, und das wir wenige Meter nach dem Begegnungsverkehr so sein, lobe Sie wieder wie oben beschrieben. Das Beschriebene ist eine Verhaltenslöschung. Diese passiert über die Zeit, wenn Du Ihr unerwünschtes Verhalten nicht kommentierst und ihm keinerlei Bedeutung schenkst. Du verhältst Dich so, als wäre nichts los. Gut hierfür ist es, wenn der Fremdhund nicht reagiert. Das zusammen mit einer Neukonditionierung, dass andere Hunde etwas tolles und keine Bedrohung sind, könnte das Problem lösen. Ein wichtiger Faktor bist Du hierbei. Du bist die Bezugsperson und die Führerin in Eurer Beziehung. Nur was Du vorlebst kann von Deiner Hündin nachempfunden werden. Also Sicherheit bei Dir = Sicherheit bei Deiner Hündin. Oder Unsicherheit bei Dir = Unsicherheit bei Deiner Hündin.

Alles in allem eine Aufgabe für sechs Monate. Also werde nicht ungeduldig und nicht enttäuscht, wenn Deine Hündin Rückfälle hat. Das gehört dazu und überprüft die Richtigkeit ihres neuen Verhaltens.

Mein Gott, so viel Text für so eine kurze Antwort…

Viele Grüße

Frank

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=) Hallo Frank! =)

Schön, dass du hier bist! :klatsch:

Magst du dich nicht in einem extra Thread unter der Rubrik *Sich besser kennenlernen* etwas vorstellen? :D

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Hallo Renate,

schön, dass Ihr das Forum betreibt und ich hier sein kann. :)

Meine Vorstellung habe ich soeben erledigt.

Viele Grüße

Frank

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Das mit dem einfach weiter gehen ist so einfach gesagt...wie oft hab ich mich schon fast abgelegt, weil sie mir dann vor die Beine laufen wollte... :D

Wenn ich sie aber so fest halte, daß sie mir erst gar nicht vor die Beine laufen kann, mekrt sie ja wieder meine Anspannung...

Ich mache es jetzt immer so, daß ich sie beobachte, wenn ein anderer Hund kommt und versuche die Leine solocker wie möglich zu lassen. Sowie sie mich ansieht wird sie gelobt und bekommt ein Leckerchen. Merke ich, daß sie anfängt den anderen zu fixieren oder sich eben anspannt, dann spreche ich sie an, schaut sie, sofort Leckerchen/Lob. Das klappt gut! Wenn ich mal zu spät bin, oder sie einfach nicht zu mir schauen will, trotz kurzer Ansprache, gehe ich einen oder zwei Schritte zurück, um die Lage etwas zu entspannen und dann guckt sie eigentlich immer, Lob/Leckerchen.

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