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Hundeforum Der Hund
Zotti

Der Geschichten-Thread zu meinen Hunde- & Pferdefotos

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Wir kämpften mal wieder mit unserer Wasserleitung.

Wir froren da Jürgens Geschäft nicht genug für unser Heizmaterial abwarf. In den Wintern verfluchte ich die Eifel und unseren Umzug dahin.

Ich ging dazu über Schnee auf meinem Gasherd aufzutauen um für wichtige Dinge etwas Wasser zu haben. Doch die Waschmasch, das Klo, die Dusche.....

Für die Pferde und Ziegen durften wir Wasser von Nachbars holen, sonst hätte es auch ein Desaster gegeben. Das Wasser kam aus einem sehr tiefen Brunnen und war nicht als Trinkwasser freigegeben. Den Tieren hat es zum Glück nicht geschadet.

In den Ställen platzten durch die Kälte die Glasscheiben, notdürftig nagelten wir erst mal Holz davor. Am Tag waren die Tiere eh draußen und nachts ist es dunkel, so war Licht nicht so wichtig.

Auch im Winter musste ich regelmäßig nach Duisburg zu meinem Vater. Es grauste mir bei den Wetterverhältnissen diese Tour zu machen. Aber was soll man tun? Damals konnte ich meist über Nacht in Duisburg bleiben da mein Vater bei seiner Lebensgefährtin wohnte und seine Wohnung leer stand. So übernachtete ich dort. Doch manchmal war Jürgen unterwegs und ich musste nachdem wir wieder zwei Autos hatten am späten Abend zurück um mich um mein Kind und die Tiere zu kümmern.

So schön die Eifel sich zeigen konnte, oft hing mir das Leben dort nun zum Hals raus. Es war nicht mehr möglich abends mal irgendwo hinzugehen. Alles zu weit weg. Das nächste aktuelle Kino 40 Kilometer. Wollten wir was essen gehen war wenn wir unsere Pferde versorgt hatten meist überall die Küche geschlossen.

Bekannte in dem Sinne später „liebe Freunde“ fanden wir nicht. Am Niederrhein wurden wir fast ohne suchen von lieben Menschen überhäuft. Doch trotz allem, schön wars auch.

Die Tage mit Schnee, klirrender Kälte und blauem Himmel, Sonnenschein. Wie im Märchenland. Freiwillig stand ich im dunkeln auf um mein Tagwerk zu schaffen. Haushalt bis es hell wird, dann raus Pferde, Eselchen, Ziegen und Katzen versorgen. Noch schnell ein heißer Kaffee und mit den Hundis die Märchenwälder unsicher machen. Wieder zurück machte ich mir einen heißen Kakao, schürte das Öfchen soweit möglich und werkelte noch ein bisschen im Haus.

Kam Saskia aus der Schule sattelten wir die Pferde und zogen samt Hunden im schlepp wieder los. Saskias rote Wangen übertrafen jede „Rotbäckchen“ Werbung. Ab und an zog ich auch mit dem Schlitten los und sammelte Holz im Wald. Auch meine Hundis mussten schon mal Holz durch den Wald schleifen, es machte ihnen Spaß und sie fühlten sich absolut wichtig.

In diesem Winter backte ich mit Saskia Unmengen an Plätzchen. Überall türmten sich Dosen voller Backwerk und kleine Geschenktüten mit Plätzchen.

Ich schmückte das Haus Innen und Außen mit vielen Lichterketten und Krims Kram.

Heiligabend konnte kommen.

Diese Lüttenweihnacht feierten wir im Tiefschnee.

Doch die Feiertage waren noch nicht ganz vorbei da bat ich um den Frühling, der aber erwartungsgemäß noch auf sich warten ließ.

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Das war aber keine schöne Zeit. Leider hat jedes Idyll seine Schattenseiten.

War Saskias Schule denn sehr weit weg?

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Das war aber keine schöne Zeit. Leider hat jedes Idyll seine Schattenseiten.

War Saskias Schule denn sehr weit weg?
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=49799&goto=1034922

Die Grundschule etwa 5 Kilometer, die weiterführende Schule 25 Kilometer.

Einfach war das nie :)

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Mögt ihr nach der langen Pause überhaupt noch lesen?

Wenn ja... da ist was.

Aber irgendwann kam er doch, der heißersehnte Frühling!

Und mit ihm das Warten auf Matalas Fohlen.

Ich schlief in dieser Zeit wie üblich im Stall. Und dort bekam ich ein neues Haustier: eine Maus. Jetzt lacht ruhig. Klar, im Pferdestall bei mir wimmelte es von Mäusen. Aber diese Maus die ich Bella taufte war etwas ganz besonderes. Den ersten Abend erschien sie neben meinem Bett auf dem Abschluss der Pferdebox, fast in meiner Augenhöhe. Sie hockte dort mit wackelndem Näschen und schaute mich an. Sie zeigte keine Angst, kein Fluchtverhalten.

Am nächsten Abend kletterte sie auf mein Oberbett, Bauchhöhe. Saß da und schaute mich mit wackelndem Näschen an.

In der dritten Nacht krabbelte sie in meine hingehaltene Hand, schaute mich an.

In der vierten Nacht krabbelte sie wieder auf meine Hand. Ich sprach wie die letzten Nächte auch leise mit ihr. Und dann durfte ich sie mit dem Finger meiner anderen Hand streicheln. Danach krabbelte sie bis neben meinen Kopf, blieb einfach dort hocken und schnüffelte mich immer wieder mal an. Die nächsten Nächte immer wieder das Gleiche. Meine kleine Bella

Eines späten morgens stand ich müde in der Küche. Die Pferde liefen auf der gegenüberliegenden Straßenseite von meinem Küchenfenster aus gesehen. Plötzlich bemerkte ich einen großen Tumult auf der Weide. Alle Pferde galoppierten laut und aufgeregt schnaubend über die Wiese. Ich rannte raus um zu schauen was es gab. Manchmal reichte dazu schon eine ausgebüxte Kuhherde oder Wanderreiter die an der Weide vorbei kamen. Aber weit und breit war nichts zu sehen. So schaute ich mir meine Pferde genauer an.

Und brach in lautes „Jüüüüüüüüürgen!!!!!“ Geschrei aus.

Hing Matalas Fohlen doch schon mit den Vorderbeinen aus dem Geburtskanal und trotzdem galoppierte Matala wie verrückt mit geblähten Nüstern und hin und her werfendem Kopf über die Weide.

Jürgen kam angesaust, ich war schon unterwegs um die Halfter und Führstricke zu holen.

Erst versuchten wir nur Matala von der Weide zu holen. Nichts zu machen. Wollten wir ihr das Halfter überstreifen kamen sofort alle Pferde angaloppiert. Das machte wiederum Matala nervös die nur weg wollte.

Oh je, ich dachte nur daran wie es dem armen Füllen nun wohl ging, mitten in der Geburt. Da bekommt man schon Panik.

Schweren Herzens entschlossen wir uns erst alle anderen Pferde reinzuholen, was mit nur zwei Personen eine Weile dauerte. Nicht nur meine Pferdis konnten galoppieren, ich bei diesem Akt auch....

Irgendwann war es geschafft, nur noch Matala stand auf der Weide die sich nun brav aufhalftern lies.

Im Stechtrab brachte ich sie in den Stall, schmiss Hundis und Jürgen raus damit Ruhe einkehrte. Doch Jürgen war noch nicht bis an die Haustüre gekommen wie Fohli schon ins Stroh plumpste. Ich flüsterte mehr: Jürgen..., wie das ich rief. Schaute was Matala nun dazu sagt. Sie hatte das Fohlen im Stand bekommen. Drehte sich nun rum um zu gucken was da passiert ist. Dabei riss die Nabelschnur. Prima, bis jetzt passte alles.

Sie ging hin und begann instinktiv an diesem „Berglein“ zu schlecken, das Fohlen von der restlichen Eihaut zu befreien damit es atmen konnte. Und dabei brach ihr Muttwrinstinkt durch, sie brabbelte in Stütchen/Fohlen-Sprache, ein Geräusch das man von einem Pferd sonst nie hört. Wenige Sekunden später brabbelte es aus dem Stroh zurück, zappelte. Unser Mahasin war geboren!

Wenige Minuten später stand der Knirps auf den Beinen und versuchte die Milchquelle zu finden. Die brave Mama schubste ihn mit ihrem Maul in die richtige Richtung. Nun traute ich mich kurz weg um Jürgen zu holen der dann auch mit staunenden Augen vor der Box stand.

Nachdem der kleine Mann das erste Mal gesättigt war betrat ich vorsichtig die Box. In der Hand die vermaledeite Jodlösung um den Nabelstumpf zu desinfizieren. Doch „Männlein“ bekam das gar nicht mit als ich seinen Nabel in die Lösung tunkte. Er war so neugierig das er nur schnupperte wer ich wohl war, mir mit seinem kleinen Mäulchen ins Gesicht prustete und vor sich hin brabbelte. Matala beobachtete alles mit Argusaugen, blieb aber ruhig.

Nun musste mal wieder der Tierarzt zur Kontrolle her. Die Nachgeburt war abgegangen, einen Teil hatte die Stute gefressen. Aber er sollte sich das Fohlen und die Mutter anschauen, Wurmkuren und eventuell benötigte Spritzen da lassen.

In der Zeit bis der Tierarzt kam rührte ich für Stuti ein gekochtes Leinsamen/Hafer/Kleie/Gemisch an das sie brav und mit Heißhunger wegschlabberte.

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Bloß nicht aufhören Petra. Ich freue mich jedes mal, wenn ich einen neuen Absatz hier vorfinde, den ich verschlingen kann. :)

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