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Hundeforum Der Hund
Zotti

Der Geschichten-Thread zu meinen Hunde- & Pferdefotos

Empfohlene Beiträge

War ich auch!

Andererseits haben sie es gut gemeint.

Hätten sie es nur nicht ungefragt getan.

Denn ich kenne auch Situationen da stehst du mit Pferd vor dem Hänger, es geht und geht nicht rein und kein Mensch hilft.

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Ist beides natürlich nicht toll, aber fragen kostet ja nichts, na ja.

Bin gespannt wie es weiter geht.

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Dann kommt jetzt noch was :)

Immer wieder mal fuhren wir zu besuch auf das nahe Gestüt wo wir Shubani und Eläea her hatten. Oft ergab sich das auch beruflich da Jürgen für den Besitzer des Gestüts der gleichzeitig Humanmediziner ist die Praxiscomputer betreute.

Bei einem dieser Besuche erfuhren wir das die Leute sich von ihrer Stamm- und Leitstute von etwa 30 Pferden, „Zylanca“, trennen wollten. Nun, war etwas anderes zu erwarten? Eine Woche später zog Zylanca, ein Fliegenschimmel mit Charakter für zehn, bei uns ein. Souverän machte sie den anderen Pferden erst mal klar das sie auch bei ihnen die Leitstute sein würde, ohne große Debatten, Punkt, Aus, Schluß.

Allerdings schien sie mich da eingeschlossen zu haben. Denn als ich sie zur Weide führen wollte spielte sie Dampflok. Und als ich ihr den verklebten Schweif waschen wollte machte sie mir mit zurückgelegten Ohren und leicht gebleckten Zähnen klar das sie da keinen Bock drauf hätte. Hufe säubern schon mal gar nicht. Na Madame, dachte ich, aber nicht mit mir. Ich brauchte nicht mehr wie hartnäckig bleiben, denn das kannte sie nicht, und schon war die Suppe gegessen. Zum Glück. In ihrem alten Zuhause wurden morgens die Stalltüren geöffnet und die Pferde marschierten, Zylanca an der Spitze, auf die Weide. Abends wurde nach Zylanca gerufen und alle Pferde marschierten in den Stall. Vorrausgesetzt Zylanca hatte Lust. Wenn nicht hieß es: „Gut, wenn ihr nicht wollt bleibt ihr eben draussen..."

Nun ging es an Sahrees Reitausbildung.

Oh ha, der Kerl war ein harter Brocken. Egal wie viel Zeit ich ihm für die einzelnen Schritte ließ, er wollte mehr. Am besten auf Ewigkeiten nur Satteln, wenn das denn unbedingt sein muss. Aber das machten wir schon monatelang......

Meine normale Hautfarbe war damals grün/blau.

Irgendwann dachte ich: „Das ist sicher wie mit dem Verladen, tu einfach nichts.“

Von nun an ließ ich Sahree links liegen, kümmerte mich vermehrt um Quiella, Galant und Shubani, ließ ihn von der Weide aus zusehen wie ich mit ihnen arbeitete. Und ach ne! Nach 14 Tagen holte ich den Sattel für Galant und wer kam im Galopp zum Weidetor um da ein großes Spektakel abzuziehen? Sahree!

An diesem Tag ließ ich ihn noch schmoren. Am nächsten Tag machte er das gleiche Theater. Aber ich hatte vorsorglich schon seinen Sattel auf dem Arm. Ohne ein Wort holte ich ihn von der Weide, stellte ihn frei auf den Reitplatz und sattelte ihn wortlos. Freiwillig sperrte er das Maul auf um das Gebiss ins Maul zu nehmen. Beim aufsteigen stand er etwas wackelig und suchte sein Gleichgewicht. Ich versuchte so gut wie möglich ihm dabei zu helfen, beachtete ihn aber nicht weiter. Auf ein leises schnalzen setzte er sich mit ganz lockeren Zügeln in Bewegung. Nach 10 Minuten mit mehreren Seitenwechseln hörte ich auf, stieg vorsichtig aus dem Sattel und lobte ihn überschwänglich. Von da an war das Eis gebrochen und Sahree machte richtig mit, wurde regelrecht ehrgeizig.

Gabi und Leo besaßen einen bezaubernden Minishettyhengst Namens Roland.

Er war im „Deutschen Pferdestammbuch“ gekört. Die beiden waren so lieb ihn uns für einige Wochen zu überlassen damit er unsere Aki decken könnte. Frech wie Graf Rotz war der kleine Mann, aber leider gab es kein Fohlen mit unserem Stütchen. Wir prüften nach woran es liegen könnte und fanden heraus das Roland zu wenig bewegliche Spermien hatte.

Schade.

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Sie eine Beziehungsentwicklung wie du mit Sahree hattest ist bestimmt Gold wert.

Wieviele Pferde hattet ihr bisher insgesamt?

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Boh, wieviele Pferde es insgesamt waren kann ich dir aus dem Stehgreif gar nicht sagen.

Anfangs gaben wir ja die anderen Rassen wieder ab.

Bei den Arabern war es ein fester Stamm von später 16 Pferden.

Dazu dann die Fohlen die unterschiedlich lange blieben.

Später musste ich die Zucht aus gesundheitlichen Gründen mit vielen Tränen auflösen.

Dafür haben wir nun wieder 3 Pferde zum reiten, züchten werde ich nicht mehr.

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So viele, wow.

Das ganze war bestimmt auch eine kostenintensive Angelegenheit(auch wenn ihr natürlich nicht alle gleichzeitig hattet).

Schreibst du später noch wie das mit der Auflösung eurer Zucht war?

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Im Grunde hat sich die Zucht soeben getragen, +-Null halt.

Aber viel Arbeit war es, dafür aber schööööön :D

Ja, die Zuchtauflösung kommt auch in der Geschichte.

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Dann meldete sich die erste Deckstute für Sahree an.

Erwartungsvoll standen wir auf dem Hof als die Stute ausgeladen wurde. Wunderschön war sie! Wir erfuhren das sie keine anderen Pferde kennt und deshalb alleine gehalten werden muss. Oh je, super Vorraussetzungen zum decken, das wurde uns am Telefon aber nicht erzählt.

Die Besitzerin hoffte durch das Fohlen ein Pferd zu bekommen das mit ihrer Stute auf die Weide konnte. Weiter erzählte sie das die Stute einige Kunststücke gelernt hätte. Unter anderem den Huf wie zum „Guten Tag“ nach vorne zu geben. Na doll, leider tat sie das auch ohne Aufforderung. So liefen wir die nächste Zeit mit blauen Schienbeinen durch die Gegend und das Poltern der Stalltüre dröhnte uns in den Ohren da die Stute permanent „Guten Tag“ sagen wollte.

7 Tage führten wir sie zu unserem Hengst, 7 Tage schlug die Stute ihn ab obwohl sie laut Tierarzt der Besitzerin in der Hochrosse sein sollte. Auf der Weide, eine abgetrennte die wir extra für sie freigemacht hatten, stand sie auch in der typischen Körperhaltung wenn ein Hengst in der Nähe war. Aber wehe er kam näher! Nach mehrmaligem hin und her telefonieren mit der Besitzerin riefen wir unsere Tierärztin. Die Stellte fest das die Stute einen nicht gesprungenen Folikel im Eierstock habe und deshalb dauerrossig sei. „Ach deshalb, ich dachte schon sie mochte die Hengste alle nicht.“ War der Kommentar der Besitzerin. Wie sich rausstellte hatte sie in den letzten Wochen etwa 7 Hengste besucht..... .

Meine Tierärztin spritzte der Stute was damit der Folikel absprang und ich bat die Besitzerin ihre Stute abzuholen bis eine neue Rosse einträte. So geschah es auch und 6 Wochen später ließ sie sich brav von unserem Sahree decken und bekam 11 Monate später ein sehr schönes Hengstfohlen.

Man kann so einiges mit Deckstuten erleben.

Ein junges Mädel meldete sich und erzählte ihre Stute wäre 20 Jahre und nicht mehr reitbar. Ob es möglich wäre sie decken zu lassen damit sie wieder ein Pferd zum reiten bekäme. Denn da ihre Stute bis zum natürlichen Ende bei ihr bleiben würde könnte sie kaum was bezahlen. Ich erklärte ihr das ich das aus der Entfernung nicht beurteilen könnte. Sie kratzte alles zusammen und kam zu uns.

Aus dem Hänger stieg eine alte, aber sehr wache Stute. Ich bot ihr an das sie keine Tagesstallmiete zahlen braucht, aber bei Erfolg die Hälfte der normalen Deckgebühr. Und da auch ich keinen Goldesel besitze musste sie die reinen Futterkosten, die sie zu hause auch gehabt hätte, zahlen.

Sahree lief drei Wochen mit ihr auf der Weide, deckte sie mehrmals täglich. Die Stute bot sich ihm so häufig an das er am Weidetor stand und darum bat in den Stall zu dürfen. Aber tragend wurde das Stütchen nicht mehr. Ich konnte dem Mädel aber ein nettes Pferd vermitteln das nicht mehr kostete wie die normale Decksumme bei Sahree und das sie in Raten zahlen durfte. Bis heute haben wir noch netten Kontakt.

Natürlich bekommt man auch ärgerliche Besitzer. Die die einem Vorschreiben wollen wie ihre Stute gedeckt wird. Gefesselt und geknebelt damit sie es überhaupt zu lässt. Bei Erstlingsstuten ist es schon mal so das man sie etwas überreden muss. Aber einen Rollbraten muss man trotzdem nicht aus ihnen machen. Aber ansonsten....

Doch die meisten waren in meiner Zeit als Deckhengstbesitzer sehr nett, Stuten und Besitzer.

Und wieder hörten wir das eine feine Zuchtstute in dem Gestüt wo unsere Stuten her waren zum Verkauf stand. Die dunkelbraune Zamila, Tochter von Zylanca....

In diesem Jahr deckte Sahree noch unsere Shubani, Zylanca und Zamila. Das würde ein aufregendes nächstes Frühjahr geben.

Ende des Sommers killte der Nachbarshund unsere ganzen Hühner. Wir schafften keine neuen mehr an da ich mit meiner Tochter, Pferden, Hunden, Haushalt und Grundstück völlig ausgelastet war. Oft musste ich nach Duisburg da mein Vater das alleine sein nicht verkraftete und große Probleme bekam. Es war mal wieder eine Zeit wo mir alles zuviel wurde. Es war nicht die Arbeit, aber die Gedanken, das sich alleine fühlen.... Es verließ mich immer seltener seit es den einen Weihnachten begonnen hatte.

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Nun kam wieder der Herbst mit kleineren Stürmen, der Winter mit etwas Schnee. Für Weihnachten baute Jürgen Saskia ein großes Pferd nach Rekener Modell und einen passenden Stall dazu. Das war alles riesig. Das Pferd bekam einen echten Westernsattel (den Saskia auf ihrer Shettystute Aki benutzen konnte) und auch ein Reithalfter mit Gebiss. Mein Vater war diesen Weihnachten bei uns zu Gast, die Stimmung war gedrückt, zu viele traurige Gedanken hingen im Raum. Silvester waren wir alleine. Ich verbrachte diesen Abend und fast die ganze Nacht mit den Hunden im Stall nachdem Saskia müde ins Bett gefallen war.

Neujahr war dementsprechend.

Der nächste Frühling kommt bestimmt.

Am Niederrhein stimmt das. Ich wartete auf unsere nächste Fohlen, schlief wieder im Stall. Shubanis Fohlen sollte wieder das Erste sein. Wie im letzten Jahr lag ich dick eingemümmelt im Stall und harrte der Dinge die da kommen mochten. Es war etwa 1.45 Uhr Nachts. Erst dachte ich mein Strohbett fällt in sich zusammen. Aber dann wackelten die Wände, der Boden. War ich besoffen? Ohne Alkohol? Oder hatte ich wieder Ohrprobleme? Promt hörte ich ein leises brummen, grollen. Die Pferde rissen die Köpfe hoch, ich hörte die Hunde bellen, nicht nur meine. Es klirrte und schepperte. Ich hielt mich tatsächlich an den Strohballen fest auf denen ich lag. Dann hörte es auf. Kurz darauf kam Jürgen mit Saskia auf dem Arm in den Stall. Die Hunde um ihn rumtanzend. „Ist alles okay?“ fragte er. „Ja“, sagte ich erstaunt, immer noch nicht begreifend. Jürgen klärte mich auf: Es gab ein Erdbeben, das erste in meinem Leben das ich live erlebte. In unserem Wohnzimmer waren die Scheiben des Schranks zersplittert und Porzellan und Kristall durcheinander gepurzelt, so das es nur noch ein Puzzel war. Aber Mensch und Tier war nichts passiert. In dieser Nacht erblickte kein Fohlen mehr das Licht der Welt.....

Zwei Tage später gebar Shubani ohne Probleme unsere Sarousha.

14 Tage später erblickte Zaydan von Zamila das Licht der Welt. Beide Geburten konnte ich seelenruhig beobachten ohne einzugreifen.

Nun wartete ich noch auf Zylancas Fohlen, doch mittlerweile übertrug sie schon. Ich hegte die Befürchtung das es dieser charakterstarken Stute nicht gefiel das ich zuschaute.

Doch vorher bemerkte ich dadurch das ich im Stall schlief zum Glück noch andere Komplikationen. Eläea wälzte sich stöhnend im Stroh, zog den Bauch hoch und äppelte nicht mehr! Ich nahm sie ans Halfter und lief mit ihr über dunkle Feldwege, nichts. Sie stöhnte immer mal wieder und versuchte sich hinzuschmeißen. Ich spritzte ihr Buskopan und ließ sie auf dem Reitplatz los und brachte sie zum rennen. Nichts. Nun blieb nur noch unsere Tierärztin. Komisch, egal um welche Nachtschlafende Zeit ich sie anrief, sie schien immer hellwach. Kurz darauf war sie da, hörte die Stute ab, faste in ihren Darm. Eläea bekam Spritzen und wurde hinten leergeräumt. Um nicht die Verantwortung für ein Pferd tragen zu müssen das mir nicht gehört benachrichtigte ich meine Freundin die in der Nacht noch kam und auch im Stall schlief. Eläea war am nächsten Tag wieder fit.

Meine Tierärztin auch. Hatte sie doch am frühen Morgen von einem gesunden Mädchen entbunden und war den Abend darauf wieder bei mir im Stall um nach Eläea zu schauen....

Diese liebe, nette Frau hat mich geschafft! Bis wir vom Niederrhein wegzogen bekam sie vier Kinder. Bis zum letzten Tag hat man von nicht einem Kind was gesehen. Sie bekam ihre Kinder irgendwie „heimlich“ um am nächsten Tag wieder im Stall zu stehen und Pferde zu untersuchen. Wie sagt man so schön: „Den hat der Esel im Galopp verloren!“ Sie „verlor“ ihre Kinder scheint´s auch im Galopp. Ein gaaaaaanz zartes Persönchen. Meine Hochachtung, Bewunderung, alle Achtung!!!!

Ich wartete immer noch auf Zylancas Fohlen.

Um 20 Uhr war um diese Jahreszeit bei uns Füttern angesagt. Bei den Stuten mit Fohlen blieb ich noch etwas stehen. Dann ging ich kurz ins Haus um Saskia ins Bett zu bringen. Zu der Zeit war das eine Sache von etwa 15 Minuten, da schlief mein Kind seelig das vorher schön in der Wanne geplanscht hatte (Wasser macht müde). Wie ich wieder in den Stall kam guckten mich zwei neue dunkle Augen frech an und das Schnütchen brabbelte sofort los. Zayana war geboren. Nun schien Zylanca genauso gelassen wie zuvor, hatte keinen Blick für mich über und knabberte genüsslich an ihrem Heu. Ach, ich freute mich so sehr, drei gesunde Füllen und Mütter, was wollte ich mehr.

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Oh, ich hab gar nicht gesehen, dass es weiter ging.

Wenn es sich quasi selber trägt ist doch super. Hauptsache ihr musstet nicht draufzahlen.

Ich beneide deine Lebensgeschichte(auch wenn es wie überall im Leben Tiefs gibt).

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