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Diensthunde

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Da ich von einigen Usern gebeten wurde etwas über Diensthunde zu schreiben, möchte ich das hier gerne machen, obwohl es für mich ein wenig komisch ist nun einfach so loszulegen und über Diensthunde zu berichten. Besser ist es da schon auf aufkommende Fragen zu antworten, denn wenn ich mal loslege, dann hört das nicht mehr auf.

:megagrins

Vorab sollte man vielleicht wissen, dass es Diensthunde nicht erst seit unserer geschätzten Neuzeit gibt. Bereits vor etwa 4000 Jahren sind Überlieferungen aus der Antike bekannt die sich mit Kriegsauseinandersetzungen und dort eingesetzten Hunden als Waffe befassen. Bei der Schlacht von Marathon (490 vor Christus) sollen sehr viele Hunde als "Kampfmaschinen" eingesetzt worden sein. Neuzeitlich ist vor allen in den beiden Weltkriegen bekannt geworden, dass tausende von Hunden ihr Leben im Krieg lassen mußten.

Vielleicht ist die Historie der in Kriegsschauplätzen verwickelten Hunde mit ein Grund für das doch nicht ganz so gute Image, im allgemeinen betrachtet, von Diensthunden. Dabei sollte man aus heutiger Sicht wirklich wissen für was des Menschen bester Freund heute, als Diensthund, eingesetzt wird.

Diensthunde werden heute insbesondere bei der Polizei, beim Zoll und in der Bundeswehr gehalten, ausgebildet und eingesetzt, ja sogar selbst gezüchtet. Neben diesen drei staatlichen Behörden sehe ich persönlich auch die Rettungshundestaffeln der Hilfsorganisationen, die Privat eingesetzten Blindenführhunde, Kranken-Therapiehunde und natürlich auch die Hunde von privaten, meist Wachorganisationen, als Diensthunde an.

Die heutigen Aufgaben von Diensthunden sind sehr sehr vielfältig und haben mit dem allseits bekannten Polizeihund der früheren Jahre nicht mehr viel gemein. Natürlich ist der Personenschutzhund oder Wachbegleithund immer noch in der Überzahl gegenüber den anderen Spezialisten. Aber die Such- und Spürhunde sind dabei weiter aufzuholen und mit den Schutzhunden schon fast gleich zu ziehen. Drogenspürhunde, Sprengstoffspürhunde, Kampfmittelspürhunde, Personensuchhunde, Leichenspürhunde sind heute zu Aufgabengebieten geworden, an die man vor 20 Jahren noch gar nie dachte. Insbesondere bei der Bundeswehr sind diese Spezialisten immer mehr gefragt und die Zahl der vom Bund angekauften Hunde, reicht heute nicht mehr auf, den Bedarf an diesen Spezialhunden zu decken. Deshalb hat sich die Bundeswehr 2002 entschlossen Hunde selbst und selektiert zu züchten. Mit diesen "eigenen" Hunden wird heute bereits gearbeitet. Einsatzgebiete sind hier die Feldjägertruppe, Fallschirmspringer, und noch nicht so lange auch Kampfmittelbeseitiger und KSK Einheiten.

So, nun will ich es mal bei dieser Einführung belassen. Vielleicht ergeben sich erste Fragen bereits aus diesem Text, oder der eine und andere User möchte viellicht noch etwas spezielleres wissen. Stehe natürlich für Fragen jederzeit zur Verfügung. (jetzt erst mal Kaffee trinken gehn) :kaffee:

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Danke für das Aufnehmen des Themas. Finde die Thematik sehr interessant, weil man als Außenstehender nur sehr kleine Einblicke (wenn überhaupt) in die Arbeit der Diensthunde bekommt. Dadurch entstehen natürlich auch viele Vorurteile, die so mal aus dem Weg geräumt werden können.

Und schon kommen die Fragen :D

Wo ist der Unterschied zwischen Sprengstoffspürhunden und Kampfmittelspürhunden? Gehören Sprengstoffe nicht auch zu den Kampfmitteln? KSK-Einheiten sind was? Sorry sind bestimmt blöde Fragen, aber als Frau hab ich keine Ahnung von BW und der Einordnung von spezifischen Dingen.

Wie muss ich mir die Arbeit der Kampfmittelbeseitiger vorstellen?

Tante Edit hat vergessen: mal nen :kaffee: ausgeb

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Also mein Nachbar hat einen 8jährigen Hund bekommen, der wohl in Militärlager als Wachhund war.

Ich habe Angst vor diesem Hund, er geht immer gebückt und scheint Angst vor allem zu haben. Werden diese Hunde mit Gewalt erzogen? Mir kommt dieser Hund wie eine tickende Zeitbombe vor und ich gehe im so gut es geht aus dem Weg.

Sie ist mal auf meinen Hund losgegangen, es floss kein Blut, dennoch hatte ich Angst um meinen und da ich denke das der Nachbar total Hundeunerfahren ist frage ich mich ob jeder einen Hund dort bekommen kann.....????

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Kann ich grad zufällig was zu sagen, weil mein Bruder es mir heute erst erzählt hat.

Er strebt eine "Karriere" als Hundeführer bei der Bundeswehr an. So wie er erzählte, findet die Ausbildung sehr artgerecht statt und die Hunde sind auch nicht reine Nutztiere, sondern die Privathunde der Hundeführer.

Im Gegensatz zu Polizeihunden werden sie nicht "abgerichtet", sondern zu Spürhunden gemacht (Menschen, Sprengstoff, etc). Bundeswehrhunde müssen anscheinend nicht kämpfen, sondern suchen.

Zumindest entspricht dies den Erzählungen meines Bruders. Weiß aber auch nicht genau, um welche Hundestaffel es sich da handelt.

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@ Cookie

Also zuerst mal: es gibt keine blöden Fragen! KSK = Kommando Spezialkräfte. Das KSK ist eine Spezialeinheit der Bundeswehr und es unterliegt einer speziellen Geheimhaltung. Der Verband ist ähnlich gegliedert wie der englische Special Air Service oder die bekanntere GSG9 der Polizei. Hinter die Kulissen schauen kann man beim KSK nicht.

Kampfmittel und Sprengstoffe. Oftmals kann man die beiden nicht richtig auseinanderhalten, aber ich will es mal versuchen. Sprengstoff kann ein Kampfmittel sein, ein Kampfmittel ist jedoch zuerst mal kein Sprengstoff. Kampfmittel sind Munitionsrückstände, Blindgänger, Waffen, Bomben und mehr, also militärische Hinterlassenschaften.

Sprengstoffe sind nicht nur militärisch genutzt, sondern auch weit gebräuchlich im zivilen Leben. Sprengstoffe sind immer Chemisch.

Kampfmittelbeseitiger sind die Personen, die Bomben entschärfen; Munition und Blindgänger entsorgen. Dies geschieht zumeist mit Sprengungen der Kampfmittel.

Kampfmittel- und Sprengstoffspürhunde helfen den Einsatzkräften bei der Suche.

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@ Kromi

Ich gehe bei Deiner Schilderung mal davon aus, dass dieser Hund nicht in der Behörde, sondern in einem privaten Unternehmen "gedient" hat. Reine Wachhunde gibt es zwar noch im Staatsdienst, aber im Normalfall werden Wach oder Schutzhunde niemals zivil abgegeben. Nach 8 Jahren geht ein Bw Diensthund in Rente und die hat er im Normalfall bei seinem DHF oder er geht zurück in die Diensthundeschule nach Langen.

Finde ich absolut daneben Wachhunde an Personen anzugeben, die wenig oder keine Hundeerfahrung haben.

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Danke für die Infos.

Edit: Was passiert mit den Hunden, die ausgemustert werden? Ihr müsst ja auch jährliche Prüfungen in dem Spezialgebiet absolvieren - werden genug Hunde ja "durchfallen". Und nicht jeder Welpe wird dem Anforderungsprofil entsprechen - irgendwo ist ja auch kein Wirtschaftsfaktor bei dem Ganzen.

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@ Hostage

Eine Karriere als DHF bei der Bw hat etwas, ja :-)

Grundsätzlich bildet die Bundeswehr Schutzhunde und Spürhunde aus. Für den Bereich Spürhunde kann ich sagen, dass die Ausbildung der Hunde sehr human abläuft, denn alles was am Hund gearbeitet wird, geht über Spiel.

Kämpfen müßen Hunde heute natürlich überhaupt nicht mehr (höchstens mit dem Hundeführer/in) Du meinst wahrscheinlich aber nicht den Kampf den ich meine, sondern den sogenannten Schutzdienst. Doch, den gibt es bei der Bundewehr natürlich noch. Nur ein Spürhund muß nicht kämpfen. Er ist aufgrund seiner Spezialisierung davon (fast) befreit.

Die Hundestaffel die er meint ist denke ich mal die Schule für Diensthunde in Ulmen. Sollte er einen Kampfmittelspürhund bekommen, dann kann es ihn zu einem Lehrgang mal zu mir in den tiefen Süden verschlagen :-)

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Welche Vorraussetzungen und Begabungen muss so ein tauglicher Welpe eigentlich mitbringen?

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@ Hostage

Eine Karriere als DHF bei der Bw hat etwas, ja :-)

Grundsätzlich bildet die Bundeswehr Schutzhunde und Spürhunde aus. Für den Bereich Spürhunde kann ich sagen, dass die Ausbildung der Hunde sehr human abläuft, denn alles was am Hund gearbeitet wird, geht über Spiel.

Kämpfen müßen Hunde heute natürlich überhaupt nicht mehr (höchstens mit dem Hundeführer/in) Du meinst wahrscheinlich aber nicht den Kampf den ich meine, sondern den sogenannten Schutzdienst. Doch, den gibt es bei der Bundewehr natürlich noch. Nur ein Spürhund muß nicht kämpfen. Er ist aufgrund seiner Spezialisierung davon (fast) befreit.

Die Hundestaffel die er meint ist denke ich mal die Schule für Diensthunde in Ulmen. Sollte er einen Kampfmittelspürhund bekommen, dann kann es ihn zu einem Lehrgang mal zu mir in den tiefen Süden verschlagen :-)
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=50100&goto=978340

Ah, danke für die Info. Bin ich wieder ein wenig schlauer. Ja, von eben diesen Dingen hat er auch berichtet. Dauert aber alles noch ne Weile bei ihm. Die kamen mit dem Einzug etwas spät bei ihm. Nun erstmal den Grundwehrdienst und dann wird er weiter sehen.

Aber ich denke, dass diese Spürhundgeschichte was richtig gutes für ihn ist.

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