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Gedanken zum Meideverhalten

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Immer wieder hört man in unterschiedlichsten Situationen.....dass Meideverhalten aus Zwang, negativen Reizen in der Erziehung entsteht und nicht passieren sollte, denn man will ja einen stets freudig folgenden Hund.

Nun frag ich mich aber: Ist "Meiden" nicht eine natürliche Reaktion des Hundes (übrigens auch des Menschen), um sich vor Verletzungen an Leib und Seele zu schützen und ein wichtiger Bestandteil, den man sich auch in der Ertiehung zu nutze machen kann?

Damit meine ich nun nicht die altüblichen Hauruckmethoden, die ausschließlich über meiden von Strafreizen zum Folgen veranlassen, sondern Meiden in manchen Situationen hervorrufen, in denen es um die absolute Sicherheit geht.

Beispiel: Hund bekommt von einer verfolgten Katze saftig eine übergebraten und meidet sodann Katzen zu verfolgen.......auf der anderen Seite kann der selbe Negativreiz ja auch eine Steigerung der Aggression bewirken.

In Fällen von Verhaltensunterbrechung mit Hilfe von "Strafreizen" erzielt man bewußt ein Meideverhalten. Aus diesem Meideverhalten kann doch aber auch die Grundlage für eine neue Verhaltensstrategie entwickelt werden.

Ohne jegliches Meideverhalten, wie lernt ein Hund zb, dass Grenzüberschreitungen lebensgefährlich sein können?

Vermeiden Hunde nicht grundsätzlich auf natürliche Art, auf Grund von Maßregelungen, die sie von anderen Hunden erfahren haben, unerwünschtes Verhalten, womit sie sich selber gefährden würden?

Mit Sicherheit gibts ganz viele Lernmöglichkeiten, die in vielen Situationen ein sicheres folgen herbeiführen, ohne ein Meideverhalten auszulösen.....zB Desensibilisierung auf Auslösereize, wie Katzen. Aber ganz ohne ???? Geht das???

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Hallo angiem,

Meideverhalten ist wie kann es anders sein ein sehr komplexes Thema. Damit es überschaubar bleibt, eine stark verkürzte Ausführung.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dir ganz allgemein um Vermeidung von Gefahrensituationen für den Hund.

Vermeidungslernen:

Evolutionsbiologisch gibt es zwei Entwicklungswege, den Stammesgeschichtlichen und den Individualgeschichtlichen. Basierend auf den Erbanlagen ist angeboren und auf den Erfahrungen muss gelernt werden.

Erbanlagen:

Z. B. (Schlüsselreiz) Angst vor Tiefe ist angeboren, hängt aber von der Reifung des Gehirns ab. Lässt man Welpen über eine Glasplatte, die zwei Tische miteinander verbindet kriechen, werden sie, bis sie etwa 30 Tage alt sind, über den Abgrund hinauskriechen, ohne Glasplatte würden sie abstürzen. Nach 30 Tagen kriechen sie auch auf der Glasplatte nicht mehr über den darunter befindlichen Abgrund hinaus.

Erfahrungen:

Z. B. (aversiver Reiz) die von dir beschriebene Erfahrung mit Katzen. Es gibt Hunde, die dabei den kürzeren ziehen und in Zukunft den Katzen mit dem nötigen Abstand und Respekt begegnen und die anderen, wenn sie die gleiche Erfahrung machen aggressiv werden und sie als Beute ansehen.

Was ich damit sagen will, man kann Gefahren nur bedingt vorbeugen, das liegt in der Natur der Sache. Manche Erfahrungen kann man nur einmal machen, sie enden tödlich, wenn man mehr Glück hat, lernt man daraus.

Lg Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen hingegen nicht. (G.Roth)

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Das ist schon ein sehr alter Thread. Ich möchte ihn aber mal wieder nach oben kramen da viele neue User dazu gekommen sind und ich einfach mehr Meinungen zu dem Thema hören möchte.

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Ich würde grundlegend Meideverhalten in der Erziehung und M. in der Ausbildung unterscheiden.

In der Erziehung ist es ein natürlicher Bestandteil. Plumpes Beispiel, der Hund vermeidet, mein Schnitzel zu klauen oder mich zu beißen, weil er gelernt hat, dass ich dann sauer werde.

Er vermeidet, ständig andere Hund krankenhausreif zu prügeln, weil er gelernt hat, dass das auch für ihn selbst riskant ist.

Das Wissen um Gefahren ist sicherlich teils angeboren und teils erlernt, hat Hans-Georg ja schon gesagt.

Im Training hat über Strafe herbei geführtes Meideverhalten meiner Meinung nach aber nichts zu suchen, nur in "Notfällen".

Es frustriert, es ist das Gegenteil von positiver Motivation, es verschlechtert die Beziehung zum Mensch, der mit der Strafe assoziiert wird.

Mit Notfall meine ich, wenn ein unerwünschtes Verhalten kurzfristig unterbunden werden muss, um sozusagen den Fuß in die Tür zu bekommen, um in dieser "Lücke" ein alternatives Verhalten einzuüben.

Interessantes Thema, danke Heiko für`s Ausgraben.

Bin gespannt auf weitere Beiträge!

LG

Antonia

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In der Erziehung ist es ein natürlicher Bestandteil. Plumpes Beispiel, der Hund vermeidet, mein Schnitzel zu klauen
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=5669&goto=1451028

Ist nicht Plump und sehr geeignet sich einmal näher damit zu beschäftigen .

Gedankenbeispiel :

Ich sitze am Tisch und Hund kommt mit seiner Nase meinem Schnitzel sehr nah. Ich wirke ein und der Hund geht weg, weg vom Tisch, weg von mir und legt sich ins Körbchen.

Was hat er gelernt? Ich kann mich jeder Einwirkung entziehen, wenn ich von Fraule weg geh. Gleichzeitig, Fraule kann unangenehm werden, dem kann ich mich entziehen, wenn ich gehe.

Nur eines hat er nicht gelernt, das er eigentlich nur mein Schnitzel in Ruh lassen soll ;)

Dafür aber etwas, was ein Hund tunlichst niemals lernen sollte.

1. Ich kann mich entziehen

2. Bei Fraule ist NICHT immer alles gut

Er hat gelernt zu meiden und zwar mich ;)

Selbes Beispiel... Hund kommt den Schnitzel immer näher. Ich halte ihn fest, damit er sich nicht entziehen kann, wirke ein . Nase geht vom Tisch aber der Hund bleibt bei mir. Ich kann ihn dafür loben, das die Nase nicht mehr am Teller hängt.

Was hat er gelernt?

Das was er lernen sollte nämlich mein Schnitzel in ruh zu lassen.

Er hatte keine Gelegenheit sich aus der Situatin zu meiden. Er hat auch gelernt, das meine nähe immer positiv ist, wenn er sich an die Regeln hält.

Weiter gibt es Hunde die schon vn Charakter her sehr dazu neigen erst mal zu meiden, was ihnen nicht so koscher ist.

Wenn ich so einen Hund habe und verhalte mich, wie in Beispiel 1 dann kommt es irgendwann soweit, das er sich mir entzieht/mich meidet. Dann hab ich noch ganz andere Probleme , als das er mein Schnitzel klauen möchte ;)

Gruß Iris

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Ich finde meideverhalten nicht grade produktiv deshalb geh ich mit mein hund in die situation rein , und korigiere sein verhalten in dem ich das gewünschte verhalten bestärke.

zum beispiel mit dem schnitzel ich mache ihn klar das es mein ist und wenn er sich zurück nimmt bekommt er eine positive belohnung. futter was so rum liegt das gehört niemanden also muß ich das für mich beanspruchen nur dan weiß auch der hund bescheid.

So wirds auch in ein frei lebendes rudel gemacht.

Mfg Jürgen

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Ein frei lebendes Rudel belohnt sich gegenseitig? Würd ich gern mal sehen :D

Wenn meine Hunde Knabberkram haben und der eine latscht zum Anderen, um zu klauen, wird gegrummelt, meist reicht ein Blick.

Der andere geht dann. Hab noch nie gesehen, dass dafür gelobt wurde :D

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Beim ersten Lesen sehr einleuchtend Iris.

Hab mir aber nun mal die fast gleiche Situation zwischen zwei Hunden vorgestellt. Der eine kaut an seinem Knochen, der andere nähert sich, zeigt ebenfalls Interesse an dem Ding.

Er wird weggeknurrt.

Aber er wird doch dann das Meiden anschließend nicht auf den anderen Hund beziehen?

Und noch eine Frage.

Wie kann es sein, dass Jule meine Schnitzel und alles andere an Menschenfutter auch in meiner Abwesenheit niemals nicht anrührt, wenn nur ich es bin, die gemieden wird?

Ist es nicht doch so, dass sie das als "meinen Besitz" respektiert?

LG

Antonia

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Ein frei lebendes Rudel belohnt sich gegenseitig? Würd ich gern mal sehen :D

Wenn meine Hunde Knabberkram haben und der eine latscht zum Anderen, um zu klauen, wird gegrummelt, meist reicht ein Blick.

Der andere geht dann. Hab noch nie gesehen, dass dafür gelobt wurde :D


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=5669&goto=1451095

Ja Tina du vergißt dabei nur eines ;) Hunde sind schneller als wir. Knurrt also ein Hund den anderen an und der zieht sich zurück... Meidet er.

Nur ist der knurrende Hund jederzeit in der Lage den Meider einzuholen oder ihm nach zu setzen, wenn er will und sie tun das euch, wenn nötig.

Wenn dein Hund dich aber meidet dann kommst du schlicht nicht mehr ran... und du holst den auch nicht mehr ein.

Gruß Iris

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Hundeverhalten wird geprägt durch Motivation, die Stärke dieser Motivation hängt neben den Genen auch vom Charakter ab, wie schnell aus Situationen gelernt wird.

Entscheidend für ein Verhalten ist doch, welches Verhalten Erfolg bringt und welches nicht. Das herauszufinden, sind Hunde doch blitzgescheit, so finden sie auch schnell unsere Schwächen raus.

Das Meideverhalten resultiert doch aufgrund eines starken Reizes, z. B. dem Schreck, der auf die klappernden Discs folgt, ö. ä.? Es basiert doch immer auf Schreck oder Schmerz oder gibt es noch mehr Methoden?

Ich denke, dass man mit Geduld und positiver Verstärkung ebenfalls viel erreichen kann, vielleicht sogar mehr, wenn z. B. der Reiz, beim Zurückrufen bei Wildsichtung auch zurückzukommen, größer ist als nur auf den Schreck zu bauen.

Vielleicht liegt der Unterschied zwischen den Methoden darin, wie tief diese Erfahrung gespeichert ist? Wer weiß mehr darüber?

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