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Hundeforum Der Hund
Annabellchen

Bissiger Tierheimhund, wie gehen wir das am besten an?

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben, ich habe im Forum Hunderudel schon einmal ein bisschen geschrieben. Nun brauche ich von euch Tipps und Ratschläge bezüglich eines Tierheimhundes, dem wir gern ein neues Zuhause geben würden. Ich kopiere mal einen Teil des Textes aus dem anderen Thread hierher, da ich dort schon sehr ausführlich geschrieben habe.

für meinen Lebensgefährten und mich stellt sich gerade die Frage, eventuell einen Tierheimhund zu adoptieren. Es handelt sich um einen Jack Russel Rüden, der bereits seit zwei Jahren im Tierheim sitzt, weil er immer wieder beißt, wenn ihm etwas nicht passt.

Inzwischen wissen wir allerdings, dass der kleine Kerl bereits seit 5 Jahren im Tierheim lebt und nun geschätzt etwa 6,5 Jahre alt sein dürfte, die Tierheimleiterin hat das gerade nachgesehen.

Wir haben bereits eine 3,5-jährige Jack Russel Hündin, die jeweils nicht unser Ersthund ist. Allerdings haben wir bisher keine Erfahrungen mit wirklich komplizierten Hunden gesammelt. Maja ist ein überaus lieber und wirklich unkomplizierter Hund mit gutem Grundgehorsam. Ich habe allerdings nie irgendwie eine Hundeschule oder ähnliches mit einem Hund besucht und hab natürlich dementsprechend wenig Erfahrung was Erziehungsmethoden angeht. Meine bisherigen Hunde haben halt auf "natürliche Weise" immer ziemlich problemlos funktioniert, sei es mit Artgenossen, in der Stadt, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Umgang mit fremden Menschen. Mein Lebensgefährte hat eine natürliche Beziehung zu Hunden, er ist quasi mit jedem gleich gut Freund. Allerdings würde er sich an der Erziehung eher weniger beteiligen, das wäre schon meine Aufgabe.

Wie gesagt, ich bin kein Erziehungsexperte was Hunde angeht. Allerdings habe ich bereits seit 20 Jahren Pferde, die ich auch selber ausbilde (als sichere Freizeitpartner, nicht für den Turniersport), so dass ich vielleicht schon ein bisschen Ahnung habe von grundsätzlichen Erziehungsmethoden und mir auch Begriffe wie Konsequenz oder positive Verstärkung zum Beispiel vertraut sind.

Achja, vielleicht noch einige Rahmenbedingungen: ich arbeite Vollzeit, Mann ist zuhause. Wir wohnen in einem sehr tierfreundlichen Haus mit tierliebem Vermieter. Gegenseitige Betreuung ist daher hier gegeben. Und wir haben nen großen Kombi (weil wir auch ab und an mal unser Pferd dahinter hängen), da wäre für einen 2. Jacky noch Platz drin.

So, dass war die Vorgeschichte, ich hoffe es hat jemand überhaupt bis hierher mitgelesen. Wir machen uns allerdings sehr viele Gedanken um Willi, denn das letzte was wir wollen ist, ihn wegen irgendwelcher unüberwindbaren Hindernisse wieder abschieben zu müssen.

Noch ein paar Infos zum Hund: Wir waren nun ein paarmal mit Willi spazieren, bisher noch ohne unsere Hündin mitzubringen (was wir vor einer Übernahme natürlich auf jeden Fall machen werden). Willi lässt sich von den ihm bekannten Betreuern problemlos anleinen (allerdings hat er vor einiger Zeit auch dort schonmal zugebissen) und er lässt sich auch von uns an der Leine ohne Schwierigkeiten mitnehmen. Hockt man sich als Fremder vor seinen Zwinger zieht er jedoch gleich die Lefzen hoch. Bei Aufregung dreht er sich wie verrückt im Kreis. Was er erstaunlicherweise nicht tut, ist Bellen, obwohl es um ihn herum fürchterlich laut ist, typisch Tierheim eben.

Leckerlie füttern aus der Hand geht, bei einer entsprechenden Ansage nimmt er Futter auch vorsichtig aus der Hand. Bei Berührungen seines Körpers (die wir bisher aber noch vermeiden, also ihn nicht einfach mal von oben herab streicheln oder so) reagiert er meiner Ansicht nach schnell gestresst. Heute hatte er sich eine Leine ums Hinterbeinchen gewickelt. Im Tierheim waren wir eindringlich gewarnt worden, ihn in solchen Situationen von Hand zu befreien. Aber auch die Leine selbst hat ihn mehrmals wütend schnappend herumfahren lassen, bis wir ihn endlich davon befreien konnten.

Die Frage ist nun: wie gehen wir richtig vor, wenn wir Willi zu uns holen möchten? Und vor allem: was tue ich konkret, wenn er versucht zu beißen?

Gibt es empfehlenswerte Bücher speziell für solche Verhaltensprobleme? Und welches Grundlagen-Erziehungsbuch würdet ihr uns empfehlen?

Zudem stellt sich die Frage ob es Sinn macht, gleich einen Hundetrainer mit ins Boot zu holen? Und wenn ja (was ich vermute ;) ), wie finde ich denn einen entsprechenden und guten Trainer?

Vorab schonmal vielen Dank für eure Antworten.

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Hallo Anabellchen.

Also wenn du diesen Hund ins Haus holst, mußt du dir auch wirklich im klaren sein, das du sehr viel Arbeit und Training mit ihm mitmachen mußt. Das fordert Gedult und Zeit. Du sagst, du hast viele Pferde ausgebildet und trainiert. Fragt dich doch einfach mal selbst, was du machen würdest wenn du ein Pferd hast, was sich nicht anfassen lassen will. Ich denke, die gleiche Lösung kannst du bei dem Hund auch anwenden. Ich denke du kennst die Methoden in solchen Fällen. Versuch es einfach mal und schreib mal deine Erfahrungen damit. vieleicht beim nächsten Spaziergang mit ihm. ;)

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Sei dir bitte von vornherein klar, dass ein Schnappi immer ein Schnappi bleiben wird. Du wirst dir nie zu 100 Prozent sicher sein können und musst es einfach immer im Hinterkopf haben. Du musst Vorkehrungen treffen und Situationen vorher abschätzen.

Ich selbst habe auch ein "ehemaliges" Schnappi. Für mich wars von Anfang an wichtig, dass der Hund sich ins Rudel hinein arbeiten muss. Es wurd kein Aufwand um ihn gemacht, kein sonderliches Streicheln, kommen lassen. Sobald Schnappansätze zu sehen waren wurde es unterbunden.

Ich habe für meinen Kleinen aber auch gemerkt, dass er nicht schnappt, wenn er einen Plan B gezeigt bekommt. Bei uns waren das Menschenbegegnungen. Er hat es einfach nicht verpacken können, wenn Menschen auf ihn zugegangen sind und hat geschnappt. Somit hat sich Besuch mit dem Rücken zum Hund hingesetzt und abgewartet. Er konnte dann frei wählen: Hingehen oder bleiben lassen. So habe ich nach und nach alle Situationen gestaltet: Immer einen PlanB anbieten. Manchmal ist das schlicht unmöglich und dann muss das "Nein" halt konsequent sitzen.

Trotzdem gibt es Situationen wo ich bis heute noch sage "besser nicht". Man muss dem Hund immer einen Schritt voraus sein. Wissen, wo die Knackpunkte sind. Konsequenz ist dabei oberste Priorität, dicht gefolgt von einem festen Tagesablauf, festen Ritualen und und und.

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Hi,

warum wollt Ihr genau diesen Hund aufnehmen?

Wenn Du Vollzeit arbeitest und Dein Freund, der sich aber eher nicht an der Erziehung beteiligen will, den ganzen Tag zu Hause ist, finde ich das keine gute Voraussetzung.

Ist in meinen Augen irgendwie so, als würde man ein verhaltensgestörtes oder -auffälliges Kind als Geschwisterchen zu seinem Kind adoptieren wollen, aber den ganzen Tag nicht zu Hause sein. Wie soll das gehen? Ich glaube eher nicht, dass man dann die Zeit hat, die Aufgabe so zu meistern, wie man es gerne möchte.

Gruß Chris

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Hi,

warum wollt Ihr genau diesen Hund aufnehmen?

Wenn Du Vollzeit arbeitest und Dein Freund, der sich aber eher nicht an der Erziehung beteiligen will, den ganzen Tag zu Hause ist, finde ich das keine gute Voraussetzung.

Ist in meinen Augen irgendwie so, als würde man ein verhaltensgestörtes oder -auffälliges Kind als Geschwisterchen zu seinem Kind adoptieren wollen, aber den ganzen Tag nicht zu Hause sein. Wie soll das gehen? Ich glaube eher nicht, dass man dann die Zeit hat, die Aufgabe so zu meistern, wie man es gerne möchte.

Gruß Chris
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=51385&goto=1014404

Ebenso ???

L :winken: G

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Was wäret ihr denn nun ? Pflegestelle oder Besitzer? Wenn du nur Pflegestelle bist mußt du eh erst mal mit TH absprechen, was du mit dem Hund machen darfst/sollst.

Nach durchlesen deiner anderen Beiträge würde ich dir dringend ans Herz legen dir einen Trainer zu suchen. Du bist so unerfahren und dann so ein Hund, das geht schief. Du hast ja nicht mal Ahnung von Rudelhhaltung, geschweige denn vom Umgang mit so einen Hund.

Schliesse mich den anderen soweit an, als das es wenig Sinn macht , wenn dein Gatte die meiste Zeit Daheim ist , aber noch Ahnungsloser und er sich nicht aktiv an der Erziehung/Haltung dieses Hundes beteiligen will.

Einen Trainer kann ich dir empfehlen, meine nähmlich. Vllt wäre das auch noch eine Möglichkeit, das du dir diesen Hund noch mal anschaust /zum Gassi holst und zwar mit Trainer und dich dann beraten lässt. Der kann dir vllt besser sagen, was auf dich zukommen kann und ob es möglich ist und unter welchen Vorrausetzungen mit diesem Hund zu arbeiten.

Falls Kontakt aufnehmen möchtest sind Beide Trainer hier im Forum. Sabsi 1 und Gustav.

Gruß Iris

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Hallo Corinna,

beißt er tatsächlich oder schnappt er "nur"? Wann beißt er? Wie sind da die Aussagen vom Tierheim. Hast Du einen Link zu Willi und seiner Beschreibung?

Viele Grüße

Doris

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Bevor ihr ihn zu euch holt auf jeden Fall einen Trainer vorher sowohl euch als auch den Hund beurteilen lassen - auf grund dessen, dass sich jeder inzwischen Trainer nennen darf (seufz, es sind auch noch andere toll klingende Berufsbezeichnungen unterwegs), würde ich mir diesen auch genau anschauen, bitte keinen Feld-Wald-Wiesen-Trainer nehmen.

Euch sollte auch bewußt sein, dass Ratschläge hier übers Forum nicht ausreichen werden, um diesen Hund zu erziehen. Ihr solltet also viel Geduld und einen großen, gut gefüllten Geldbeutel mitbringen. Ferner ist euer Umfeld zu berücksichtigen, Kleinkinder wären für mich ein Aus für den Hund, zu gefährlich.

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Lieben Dank für eure Antworten, auch wenn sie überwiegend kritisch sind. Natürlich wollen wir keinesfalls, dass Willi bei uns einzieht und dann wegen Problemen wieder zurück ins Tierheim muss. Deshalb mache ich mir vorher auch viele Gedanken.

Warum dieser Hund? Zum einen, weil ein zweiter Jacky wohl gut zu uns passen würde. Und auch zu unserer Hündin, sie hat ein 3/4 Jahr im Rudel gelebt bevor wir sie bekamen und hat rassegleiche Artgenossen besonders gern. Und auch uns gefällt diese Rasse überaus gut. Sicherlich gibt es unglaublich viele Jackys und Mixe überall in den Tierheimen und auch von privat zu vermitteln. Aber irgendwie hat der Willi uns besonders "berührt" (und da darf ich auch für meinen Lebensgefährten sprechen). Ist etwa so wie mit unserer Hündin, ich konnte mir einen Hund aus einem 15-köpfigen Rudel frei auswählen, warum ist es ausgerechnet dann diese Hündin geworden..

Im Tierheim ist man sehr vorsichtig, was Willi betrifft. Man wird eindeutig gewarnt, ihn beim Spaziergang anzufassen. Zu seiner Vorgeschichte ist kaum etwas bekannt. Er war irgendwo ausgesetzt worden, angebunden. Den Maulkorb den er trug, hatte er sich wohl von der Schnauze gestreift, der hing ihm um den Hals. Der Feuerwehrmann, der ihn losmachte und ins Tierheim bringen wollte, wurde gleich gebissen. Willi wird so beschrieben, dass er plötzlich ausrastet und zubeißt und auch festhält. Zwar regt er sich schnell wieder ab, aber passiert ist eben passiert. Weiterhin soll er seinen Schlafplatz, Spielzeug etc. ebenfalls sehr vehement verteidigen.

@ Doris: Nach der Beschreibung des Tierheims würde ich tatsächlich eher sagen, dass er beißt und nicht nur schnappt. Hier der Link: http://www.tierheimvelbert.de/product_info.php?cPath=21&products_id=57&osCsid=a0dea821287db8e515e5efe5a2c349c1

@ Iris: Danke, ich werde mich mit den Trainertipps gleich mal beschäftigen.

Abschließend möchte ich noch einmal deutlich sagen, dass wir nicht "um jeden Preis" diesen Hund zu uns holen wollen. Wir werden es nur dann tun, wenn wir das Gefühl haben, dass wir das mit ihm hinkriegen und ich denke nach euren Erfahrungen wird das wirklich nur mit einem erfahrenen Trainer gehen.

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Also wir haben einen Hund aus dem Tierheim geholt, dort über 1 jahr, keinerlei Bindung zu irgendjemanden, geht alles und jeden an....

Dies ist als Anfänger sicherlich nicht zu unterschätzen, wir haben, obwohl jahrelange Erfahrung, uns auch einen Trainer geholt, heute nach einem Jahr geht es besser, aber er geht immer noch an, aber er lernt täglich und wenn ich an die Anfangsmonate denke ist der Hund echt prima geworden.

Geduld und Geduld, konsequente Führung, Nein sagen lernen, aber immer und da bin ich konform mit den anderen, er wird immer ein Schnapper bleiben....da muss man vorsichtig sein, immer wieder daran arbeiten und sozusagen immer auf der Hut sein....

Aber bei uns zu Hause ist er der beste Hund, den man sich wünschen kann, meist gehen solche Hunde nur Fremde an, aber daran muss man wirklich viel arbeiten....

Klasse finde ich es dass Ihr Euch um so einen Hund kümmert, Ihr Euch im Vorfeld Gedanken macht und diese Art von Hunde sind immer eine ganz besondere Herausforderung....viel Glück und Erfolg.... :klatsch:

Wenn der Hund ein stabiles Umfeld bekommt, konsequente Führung wird es sicherlich besser werden...

Aber eine Garantie wird es für ein Lebewesen nie geben....

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