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Hundeforum Der Hund
Max2009

Angst oder Ungehorsam?

Empfohlene Beiträge

Hallo,

Max ist jetzt 11 Monate alt und eigentlich hört er sehr gut. Na ja, er ist eben ein Teenager und ab uns zu lässt sein Gehorsam etwas warten, dass ist aber nicht das Problem.

Wir haben das Problem, dass Max, sobald wir in scharf bzw. laut anreden, einfach nicht mehr kommt. Er verhält sich dann so, als ob er geschlagen werden würde. Wie soll ich das erklären, er kommt zwar auf mich (oder auch auf meinen Mann) zu, kommt aber nicht in unsere Reichweite und springt sogar weg, wenn wir einen Schritt auf ihn zu machen.

Er sieht wirklich aus, wie ein geprügelter Hund, der Angst hat, obwohl er noch niemals Schläge oder auch nur einen Schlag bekommen hat (wie auch, wir kriegen ihn ja gar nicht).

Wir müssen dann ziemlich lange und ruhig auf ihn einreden, dass er dann endlich kommt und wir ihn eventl. Anleinen können.

Wenn er was "verbrochen" hat, ist es dann natürlich zu spät, ihn zu bestrafen. Bestraft wird er übrigens mit einen Nackengriff.

Ich zeig euch mal zwei Situationen:

Wir gehen ohne Leine am Feld lang, wir sehen von weitem ein Pferd kommen (Max "liebt" Pferde). Er sieht das Pferd will drauf zu laufen und wir rufen laut. Max hört nicht und rennt auf das Pferd zu, wir rufen (vielleicht auch schreien) lauter und laufen hinterher, damit er das Pferd nicht erreicht. Seine Aufmerksamkeit geht auf uns, aber er kommt eben nicht, er macht einen Bogen, hat uns aber im Auge und läuft auch nicht weiter weg.

Oder:

Wir gehen mit ihm an einer kleinen Straße spazieren, er hat vorher super gehört und darf ohne Leine laufen. Da läuft ein Eichhörnchen über die Straße und er hinterher. Er hört und sieht nur das Eichhörnchen und ich laufe hinter ihm her und rufe ihn, natürlich lauter. Will ihn "bestrafen" da er ja nicht über die Straße laufen darf... ich krieg ihn natürlich nicht, da er wieder einen Bogen macht und erst nach längerer Zeit und zureden endlich kommt.

Mein Trick einfach "Tschüs" zu sagen und umzudrehen und zu gehen, wirkt leider nicht immer.

Meint ihr, er hat Angst? Oder probiert er es einfach nur so, weil er damit dann ohne Bestrafung durchkommt?

Liebe Grüße

Doris

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Klar hat er Angst....

Zuerst einmal ist der Nackengriff für den Hund die schlimmste Strafe überhaupt....Hunde packen sich nicht am Nacken, ausser wenn die Mutter den Welpen trägt, dann aber ganz behutsam, oder sie wollen jemanden töten....und wenn du deinen Hund mit dem Nackengriff bestrafst, denkt er du hättest die Absicht ihn zu töten....das bricht das Vertrauen ungemein....

Wenn du deinen Hund anschreist oder ihm hinterherläufst hat er sehr viel Angst, würde ich ja auch....du darfst einen Hund niiiiiie bestrafen,wenn er bis in deine Richtung kommt. Rufe ihn und sobald er dich anschaut oder auch nur in deine Richtung kommt, musst du loben loben loben und auch mal mit Leckerchen belohnen....wenn du ihn dann bestrafst, bestrast du ihn für das Zurückkommen.....klar kommt er dann immer weniger gerne zurück....dass er einen Bogen läuft bedeutet dass er schon gerne zu dir möchte , nur hat er Angst, und das anscheinend ja zurecht....er weiss nicht richtig wie er handeln soll, er mag dich schon und möchte bei dir bleiben, aber er findet dich wahrscheinlich unberrechenbar, da er nicht versteht, warum er für das Zurückkommen bestraft wird....

Einem Hund hinterherlaufen hat noch nie geholfen....ich würde am Rückruf unter Ablenkung arbeiten, d.h. ihn zum Beispiel auf einen Pfiff konditionnieren.....jedes Mal wenn du den Pfiff machst, muss du ihn belohnen, sobald er kommt....zuerst mal in der Wohnung, dann draussen wo nix ist und irgendwann auch dann draussen, wenn er etwas sieht (und zwar bevor er wegläuft)...sobald er kommt, musst du ihm nen richtigen Freudentanz veranstalten, Käse, Katzenfutter, Spieli, was auch immer er mag.....

Stell dir mal vor, du würdest mit jemanden spazieren gehen, der über 2 Meter gross ist und beeindruckend ist. Du magst ihn sehr, doch plötzlich taucht, keine Ahnung, irgendetwas wundertolles auf. Du möchtest nur dorthin gehen, dann hörst du hinter dir lautes Geschrei, und der 2 Meter grosse Mann kommt mit voller Wucht auf dich zugelaufen und sieht aus als wolle er dich am liebsten töten (noch mit Messer in der Hand oder so)......ganz ehrlich, würdest du dann freudig zu ihm gehen? Oder doch lieber wegrennen und warten bis er sich beruhigt hat? So fühlt sich dein Hund nämlich......

Ich wünsche dir viel Erfolg.....und ganz ehrlich: körperliche Bestrafung (nicht nur Schläge, sondern auch Nackengriff, Schnauzengriff usw....) hat noch nie etwas positives gebracht.....

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Also ich schreib jetzt einfach mal meine Meinung... ICh denke, er hat Angst. Auf den Nakengriff reagieren viele Hunde ängstlich da Hunde ja im Genick getötet werden wenn ein größeres raubtier sie packt. Manche Hunde wiederum stört das nicht. Ich würde das mal weglassen.

Kommt er denn generell nicht wenn Du sanft rufts oder nur bei Pferen und so. Bring ihm doch an der Leine erstma bei, das Pferde böse sind. Also nicht das Pferd selbst, sondern wenn er da hin will. Nimm ihn doch mal an die Leine und such dir so eine Situation oder frag den Pferdebesitzer ob er mal an dir vorbeireiten würde. Wenn Du merkst, dass er aufmerksam wird und das Pferd anvisiert, dann erschrecke ihn. Nimm ne Dose und tu Steine oder Schrauben rein. Das muss richtig scheppern. Du solltest ihn aber erschrecken BEVOR er losrennen will. Mach das ein paar mal. Sollte er sich irgendwann nicht mehr allein an dem Geräusch erschrecken, dann knall die Dose oder was auch immer direkt neben ihn auf den Boden.

Bei meinem hat das immer super geklappt und das hat sehr schnell funktioniert.

LG

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Was ich vergessen hab. Ich würde übrigend parallell das rufen festigen. Übe doch sowohl drinnen und als auch draußen, dass herkommen das tollste ist. Viel loben oder ein ganz tolles Leckerchen gben. Dein Hund muss sich freuen zu dir zu kommen ;)

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Hallo River,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Ich bin jetzt etwas erstaunt... das wir ihn so bestrafen sollen, hat man uns in der Hundeschule gezeigt. Man, dass er das nicht als angenehm empfindet, okay, dass hab ich mir ja gedacht, aber das er es so empfindet :o

Bestraft wird er ja nicht mehr, wenn wir ihn dann "endlich" haben, das mache ich ja nicht, da ich weiß, dass ich ihn nicht für das Kommen bestrafen darf.

Den Nackengriff machen wir, wenn er an der Leine ist und sich wegen einen anderen Hund gebärdet oder bellt und nicht aufhören will, also nicht, wenn er was positives gemacht hat. Ich wollte damit eigentlich auch hauptsächlich sagen, dass er keine Schläge oder Klappse bekommt. Oft machen wir das -zum Glück- ja auch nicht.

Danke für deine gute Erklärung bzgl. des 2-Meter-Mann, wenn ich das vor Augen hab, dann kann ich mir gut vorstellen, dass er wirklich Angst hat.

Ich muss dann einfach noch viel, viel mehr an mir arbeiten, dass ich in solchen Situtationen einfach gelassener reagiere und nicht in "Panik" gerate und somit auch anfange zu schreien.

Ich danke dir

liebe Grüße

Doris

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Da muss ich leider stoppen....

Meiner Meinung nach hat der Hund schon genug Angst.....du willst ihm doch nicht noch mehr Angst machen, oder?

Du kannst einen Hund haben, der bei dir bleibt, weil er weiss dass du das so möchtest und er dich soviel respektiert und liebt, dass er das für dich tut (mit der Hoffnung auf ein Leckerchen) Da ist alles schön für den Hund...

Oder du wirst einen Hund haben, der ständig in Angst lebt, weil er nicht weiss ob ihm gleich ein lautes schreckliches Geräusch erschreckt und ihm mal wieder höllisch Angst macht....der wird auch bei dir bleiben, aber nur weil er Angst hat, Angst vor dir, Angst vor dem Pferd und Angst vor all dem, was er in dem Moment, wo die Dose fliegt, sieht oder riecht.....meiner Meinung nach überhaupt nicht zu empfehlen.....vielleicht werden die Symptome (Wegrennen) dadurch teilweise gelöst, aber ganz sicherlich wird der Hund dann entweder in ständiger Angst oder Unwissenheit leben und langsam deprimieren oder er wird irgenwann aggressiv auf Pferde (und nachher dann vielleicht auf Menschen, Hunde, usw...) reagieren....

Mit einer Dose werfen, ist eine für den Menschen tolle einfache, schnelle Lösung....der Hund leidet ungemein....

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Hallo Mistery,

danke auch dir, für deine Antwort :)

Das rufen und kommen klappt sonst wirklich gut. Er hört zu 90 % super, auf jeden Fall so, wie ich darauf Wert lege, aber es gibt eben diese bestimmten Situationen, wo ich es nicht verstehe, dass er so reagiert. Na ja, sagen wir mal so, wo ich nicht verstanden hab, wieso er so reagiert.

Mit euren kleinen Denkanstößen kann ich mir schon vorstellen, dass das Problem bei mir oder meinen Mann liegt.

Auf jeden Fall ein großes Danke :-)))

Liebe Grüße

Doris

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Also dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Alle Hunde bei denen man das so macht bringen das Geräusch nicht mit dem Menschen, sondern dem was sie fixieren oder machen in Verbindung. Mein Hundetrainer hat das bisher bei allen Hunden so gemacht und es klappt super. Mein Hund liebt mich und hattte noch NIE Angst vor mir. Vor der Dose schon, bzw. er weiß, wenn die Dose scheppert hat er was falsch gemacht oder will was falsches machen. Ich kann ihn immer abrufen, er kommt gern zu mir und seinen Jagdtrieb konnte ich so sehr gut in den Griff bekommen.

Ich denke, dass viele Wege nach Rom führen, aber falsch ist das sicher nicht. Im Prinzip nist das doch das selbe wie mit dem Clicker. Er rennt ja auch nichtt dem Clicker hinterher weil er von dem Clicker ein Leckerli bekommt sondern macht die Sachen, bei denen es klickt. Und so lässt er eben die Sachen, bei denen es scheppert.

Ich sagte, das ist meine Meinung. Kann eben nur sagen, dass mein Hundetrainer es sehr empfiehlt, es funkktioniert super und nebenbei ist er auch Tierpsychologe...

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Ich glaube Du kannst viel erreichen, wenn Du mit Ihm erstmal an der Schleppleine das zuverlässige Abrufen übst! Also generell erstmal die Schleppleine dran wenn Ihr unterwegs seit und weniger "richtigen" Freilauf. Dann an der Schleppleine das Abrufen üben - so hast Du zumindest in kritischen Situationen noch die Kontrolle! Erstmal mit geringer Ablenkung anfangen und dann die Ablenkung steigern. Und jeden Blick des Hundes in Deine Richtung bereits belohnen! Erst verbal, wenn er kommt das tollste und besste Spielzeug oder Leckerli, dass es auf der Welt gibt!

Dazu kannst Du vielleicht auch mit dem Clicker belohnen - klappt bei vielen Hunden ja auch hervorragend. Probier aus, wie Dein Hund auf ein Schnaltzen mit der Zunge oder das Clickern reagiert und bau das aus. Mit viiiiiel Lob und Leckerlis!!! Das Rufen und Schreien würde ich komplett einstellen. Wenn Dein Hund beim ersten Abrufen nicht reagiert, umdrehen und loslaufen! Mach Dich dabei zum Clown (auch wenns manchmal peinlich ist ;) ) und werde für Deinen Hund interessanter als alles, was ihn zuvor abgelenkt hat!

Viel Erfolg!

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@max2009: Schön dass du meine Erklärung annimmst.....

Wenn ich noch einen gut gemeinten Rat geben kann....wechsle die Hundeschule....Hundetrainer die so arbeiten, sind leider oft immer mehr zu sehen.....damit machst du dir aber viel viel kaputt.....Auch das Problem an der Leine löst es nicht, es macht es nur noch schlimmer....

Wenn dein Hund einen Hund sieht, und er wird da bestraft, dann wird er den Hund nächstes Mal noch mehr hassen, weil wegen ihm, hat er Schmerzen...jedes Mal wenn er einen Hund sieht, verknüpft er "Ojee, Hund, heisst Nackengriff" und wird immer mehr und immer mehr an der Leine ziehen, weil er wütend darüber ist, dass gleich die Schmerzen kommen.....

Glaube mir, du muss deinen Hund dazu bekommen zu denken " Ooooh, Hund, toll, das wird bestimmt schön".....Das schaffst du nur, indem du ihm eine Alternative anbietest....heisst.....wieder viel Geduld und Leckerlis....

Konditionniere ihn wieder auf ein Wort, zum Beispiel "pssst". "Psst" bedeutet ab jetzt immer Leckerli, und zwar einen besonders tollen (Käse, Wurst)....wenn er dann beim "Psst" sofort kuckt, wo sein Leckerli bleibt, ist er für eine Hundebegnung bereit....

Wenn Hund kommt, und er ihn sieht, sofort Fein sagen und Leckerli, notfalls Leckerli ins Maul stopfen wenn er nicht direkt zu dir kommt. Wenn er zuviel nach vorne geht, mit "Psst" wieder zu dir lenken und loben....Am Anfang musst du richtig viel Abstand vom anderen Hund haben und zwar so, dass dein Hund nicht sofort in die Leine springen will...

Irgendwann, nach intensivem Training, soll dein Hund denken:

"Ohhh, Hund, toll, wo ist der Käse?"

Und irgendwann soll er denken:

" Ah, Hund, na und? Aja, käse gibts"

Und der Abstand zum anderen Hund kann immer geringer werden....

Glaube mir, es ist viel mehr Arbeit als Nackengriff, Rütteldose und Co....aber nachher hast du einen treuen Begleiter, der dich mag, und dich kennt, und dir vertrauen kann....und das ist viel mehr Wert als alles andere....

Wenn du gute Literatur suchst, empfehle ich dir:

- Leinenaggression (Clarissa v. Reinhardt)

- Beschwichtigungssignale (Turid Rugaas) (das ist das A und O der Hundesprache, Basisbuch, sollte jeder Hundebesitzer gelesen haben)

überhaupt finde ich die Bücher aus dem animal-learn Verlag sehr hilfreich und Hundegerecht (und nicht nut menschengerecht)

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