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Hundeforum Der Hund
NickyMen

Bereue meine Entscheidung, doch es ist zu spät dafür

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(bearbeitet)

Habe gestern meinen Liebling einschläfern lassen und das war der schwerste Fehler den ich im Leben gemacht habe und ich würde so etwas nie wieder mache, das kann ich nach 12 Stunden sagen.

Ich bin nur am heulen, denke mein Kopf platzt vor Kunmer, kann an nichts anderes wie ihn mehr denken und mache mir nur Vorwürfe wieso habe ich es gemacht, zumal ich mir immer geschworen hatte er soll wie ein Mensch alleine sterben und ich will bei ihm sein.

Ich bin selber seinen letzten Gang mit ihm gegangen, viele sagen Sie können das nicht, aber wenn man 14 schöne Jahre zusammen verlebt hat und entscheidet, dass er erlöst werden soll,

dann denke ich muss man auch dazu in der Lage zu sein, ihn die letzten Minuten zu begleiten,

so schwer es auch ist/war. Aber wie gesagt eines weiss ich, würde es NIE MEHR TUN.

Nun aber noch etwas ausführlicher zur Vorgeschichte und dem Grund. Im April letzten Jahres

bekam er auf einmal dicken Bauch und man merkte schlecht Luft, also zum Haustierarzt, der stellte dann Wasser im Bauch fest und punktierte um es prüfen zu lassen. Da kam dann das

niederschmetternde Ergebnis, es seien vermutlich Krebszellen in dem Wasser.

Dann mit ihm in eine spezielle Krebsklinik, dort wurde er ausführlicher untersucht und dabei

sagte man mir erst das muss nicht gleich Krebs sein, sind verschiedene Dinge die einen ähnlichen Befund verursachen können, daher stand ja auch im Befund der Wasseruntersuchung könnte sein.

Also erneut Ultraschall und Röntgen und dabei stellte man 2 Tumore fest, einen im Herzbeutel der voll Flüssigkeit war und ihm das Herz abzudrücken drohte und der zweite Tumor an der einen Nebenniere. Dieser war wohl dafür auch verantwortlich, dass ihm auf dem ganzen Rücken in ganz kurzer Zeit die Haare ausgingen und er stank bestialisch.

Der Arzt meinte an der Nebenniere der sei nicht so schlimm, könne man ggf. auch operieren, aber schlimm sei der im Herzbeutel. Man wolle das Wasser aus diesem punktieren und ich soll ihn über Nacht da lassen, dass man morgens nochmal nachprüft ob sich gleich wieder

Flüssigkeit bildet.

Der Pfleger hatte meinen Hund auf dem Arm und brachte ihn dann weg und damals diesen Blick, wie lass mich doch nicht hier, werde ich nie vergessen, es war einfach furchtbar.

Noch schlimmer war es dann man nächsten Tag, ich war mit meine Mutter einkaufen und sollte gegen Mittag in der Klinik anrufen. Doch als wir heim kamen war meine Frau schon am heulen, die Klinik hatte angerufen, es hätte sich wieder neue Flüssigkeit bis zum morgen gebildet und es gäbe keine Rettung, ob sie ihn gleich einschläfern sollen oder ob wir ihn zum

verabschieden noch mal heim holen würden.

Ich also sofort angerufen, dass ich umgehend los fahre, hatte da gute Stunde Fahrt zu der Klinik, um meinen Hund heim zu holen. Da ich auch sehr aufgeregt war, hat mich meine Mutter noch begleitet, denn ich dachte durch das punktieren und wie die am Telefon sagten, dass er jeden Moment sterben kann.

Wir kamen also in die Klinik, mein Hund sah mich war total erfreut, wir heim gefahren, es ging ihm dann jeden Tag besser, weil sich wohl nicht wieder Wasser gebildet hat, es wuchsen

Ihm neue Haare und man kann ihn als sehr fit für die nächsten 11 Monate bezeichnen nur das hören war irgendwie ganz schlecht und das einzige was uns an ihm nachdenklich stimmte, er saß da manchmal egal ob in Wohnung oder draussen und starrte 5-10 Minuten lang einfach irgendwo hin und wenn es gegen eine Wand war.

Dann auf einmal vor 2-3 Wochen fing es an und man merkte beim atmen zuckte der hintere Bereich sehr seltsam. Nun erst dachte ich, es kommt daher dass er seit der Erkrankung letztes Jahr doch sehr abgenommen hat und nicht mehr den dicken Bauch hat, es also mehr auffällt.

Aber das verschlimmerte sich dann rapide die letzten 3-4 Tage und da gab ich ihm noch eine

Wassertablette die ich aus letztem Jahr noch hatte und merkte, dass er unheimlich viel Urin ab läßt, also wieder irgendwo Wasser sein muss.

Ich also in einer anderen großen Praxis angerufen denn wo ich letztes Jahr war, da hatte ich

irgendwie kein Vertrauen mehr, zumal mein Hund schon 1 Jahr tot gewesen wäre, wenn ich damals auf die gehört hätte.

Gestern auch gleich Termin bekommen und die Ärztin machte Ultaschall und meinte im Herzbeutel ist kein Wasser, aber im ganzen Bauchraum und der Lunge vermutlich durch

Metastasen die sich im Laufe des Jahres gebildet haben. Außerdem bekäme er ja kaum noch

Luft und könne jeden Moment qualvoll ersticken und sie wollen ihn einschläfern.

Doch da sagte ich nein, wenn ich ihn einschläfern lasse, dann gehe ich Zuhause zu meinem

Tierarzt. Sie hat mich echt angefleht, ich solle ihn nicht leiden lassen und ihr versprechen, daß

ich es heute noch mache. Also Nachhause gefahren und dann als überlegt höre ich auf sie und

lasse ihn erlösen oder lasse ich es drauf ankommen. Alles hat geheult meine Frau und meine Tochter sagten auch, mit der Katze meiner Tochter war es genauso, die mussten weil sie jämmerlich am ersticken war Nachts damals zum einschläfern, ob ich das wolle.

Dann meine Mutter war wie ich dagegen, denn er lief ja noch Treppe, sprang auf seinen Sessel, hatte ihm auch nochmal Wasser Tablette gegeben und es ging sehr viel Wasser weg

und gefressen hat er auch wie immer. Aber andererseits wollte ich nicht dass er qualvoll ersticken muss, also bin ich gestern mit ihm und habe ihn einschläfern lassen und dann Zuhause im Garten bei unserem ersten Hund und der Katze beerdigt.

Und nun habe ich mit meinen Gewissen zu kämpfen und bereue diesen Schritt ohne Ende,

dachte heute morgen im Schlafzimmer, jetzt wäre er mit mir aufgestanden, eben als ich aus dem Fenster schaute dachte ich, da könnte er nun noch schön in der Sonne liegen, aber es ist alles nicht mehr und wird nie mehr so sein.

Weshalb es mich auch noch so belastet, gestern Abend war ich mit meinem Enkel 6 Jahre alleine und der sagte einen Satz, der es noch schlimmer machte. Denn er sagte : Es wäre doch besser er wäre noch da auch wenn er etwas Schmerzen hat, als wie dass er nun tot ist.

Da kann ich nur sagen recht hat er, Menschen sterben manchmal auch und nicht bei jedem ist

der Tod etwas schönes, manche haben auch unerträgliche Schmerzen und werden nicht mit einer Spritze ins Jenseits befördert, obwohl sie es teilweise sogar selber entscheiden könnten.

Und meinen lieben treuen Hund habe ich einfach so, obwohl er mit Sicherheit lieber noch bei mir/uns gewesen wäre erlösen lassen, doch ob es eine Erlösung für ihn war, das weiss ich nicht, für mich war es die nicht, für mich war und ist es der Horror, den ich nie mehr erleben werde, denn nochmal lasse ich meinen nächsten Hund nicht einschläfern.

Hätte ich nur nicht das befolgt was ich der Ärztin versprochen habe, kann sein er wäre die nächsten Tage eh gestorben und dann hätte ich den Schritt immer noch gehen können, wenn es noch krasser geworden wäre, denn in meinen Augen war es nicht so krass wie die Ärztin mir das vormachte.

Aber nun ist es zu spät, mein liebster ist tot durch meine Schuld und ich bin mit den Nerven am Ende, weil ich mir die Vorwürfe mache, überlegt Euch so einen Schritt sehr gut, es gibt kein zurück.

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Hi,

du hast Deinen Hund nicht "einfach so" erlöst und er ist nicht durch Deine Schuld gestorben.

Er war todkrank und ihm drohte der Erstickungstod und schlimmer Schmerzen. Soweit ich weiß, gibt es keine Palliativmedizin für Tiere.

Du hast alles getan, was ein verantwortungsvoller Hundebesitzer machen kann und machen sollte.

Ich wünsche Dir, dass Du "einfach nur" trauern und die selbstzerfleischenden Vorwürfe als das erkennen kannst, was sie sind: Nicht gerechtfertigt!

Viel Kraft

Chris

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Hallo Nickyman,

Ich muss sagen, hab beim durchlesen deines Textes echt Tränen in den Augen bekommen!

Es tut mir wirklich unendlich leid, für dich und deine Familie und für deinen Hund!

Fühl dich mal in den Arm genommen, ich kann sehr gut verstehen, wie schrecklich es für euch sein muss.

Ob es wirklich die richtige Entscheidung gewesen ist, kann ich auch nicht genau sagen, aber, wenn es die Tierärtzin wirklich so ernst gemeint hätte, dass er sonst so leiden würde, war es vielleicht doch die richtige Entscheidung.

Weist du, ersticken ist ein richtig qualvoller Tod, dein Hund wäre dann vlt. in Panik geraten und dann noch qualvoll erstickt.

Wie ich es gemacht hätte, kann ich dir nicht sagen, ich denke ich würde da auf mein Bauchgefühl hören, ich weis es nicht.

Aber ich denke, auch wenn es so schrecklich ist, war es vielleicht doch die richtige Entscheidung.

Er lebt jetzt oben im Regenbogenland und ist dort mit sicherheit gut angekommen :)

:(

Nochmal, es tut mir wirklich schrecklich leid!! :kuss:

Liebe Grüße

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Außerdem bekäme er ja kaum noch Luft und könne jeden Moment qualvoll ersticken und sie wollen ihn einschläfern.

.....

Weshalb es mich auch noch so belastet, gestern Abend war ich mit meinem Enkel 6 Jahre alleine und der sagte einen Satz, der es noch schlimmer machte. Denn er sagte : Es wäre doch besser er wäre noch da auch wenn er etwas Schmerzen hat, als wie dass er nun tot ist.

Da kann ich nur sagen recht hat er, Menschen sterben manchmal auch und nicht bei jedem ist

der Tod etwas schönes, manche haben auch unerträgliche Schmerzen und werden nicht mit einer Spritze ins Jenseits befördert, obwohl sie es teilweise sogar selber entscheiden könnten.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=54051&goto=1081093

Hallo,

zuersteinmal mein herzliches Beileid.

Ich habe auch schon Hunde einschläfern lassen - habe diese Entscheidung getroffen.

Und ich habe Menschen schon sterben sehen - Menschen mit Wasser in der Lunge.

Einmal - wo Gott sei Dank ich als Tochter mitentscheiden durfte - unter starken Schmerzmitteln mit relativ wenig Leiden. Einmal, wo kein enger Verwandter da war und ein junger Arzt entschied die Schmerzmittel bei meiner im Sterben liegenden besten Freundin zu reduzieren, damit sie wieder aktiver atmet. Wir Freundinnen, die wir daneben standen, konnten für sie auf ihrem letzten Weg nichts tun, ausser bei ihr sein in ihrem Schmerz. Meine Freundin war nicht mehr in der Lage sich zu artikulieren und z. B. Schmerzmittel einzufordern - mein Vater auch nicht, aber da haben wir das für ihn getan.

Ich wünsche Dir, daß Du das, was ich bei meiner besten Freundin erleben musste, nie erleben musst. Mit dieser Erfahrung käme ich nicht im Traum auf die Idee, derartige Sätze zu schreiben.

Grüsse,

Claudia

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Hallo,

wenn man das liest, kommen einem fast die Tränen und Erinnerungen werden wach.

Du bist noch voller Trauer, 12 Stunden ist doch noch gar nichts.

Und wenn man das alles so liest, hast du bestimmt die richtige und vernünftige Entscheidung getroffen, denn niemand kennt deinen Hund so gut wie du selber, auch kein Tierarzt!

Soll der Hund denn weiter Schmerzen haben und leiden, nur weil der Besitzer sich nicht von ihm Trennen kann? Oder Übersteigt die Liebe zum Hund die Trennungsangst und man lässt ihn gehen, eben weil man das beste für ihn möchte?

Du hast dich entschieden, dass es Zeit war und dann war es auch richtig. Du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen, es ist immer schlimm, wenn man sein geliebtes Tier verliert. Bei meiner alten Hündin habe ich die ersten 4 Monate nicht mal Fotos von ihr angucken können, ohne wieder loszuheulen.

Dort, wo er jetzt ist, lebt er unbeschwert und eines Tages werdet ihr euch wiedersehen!

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Hallo,

deine Geschichte und du tust mir unheimlich leid.

Wir mussten unseren Rüden letztes Jahr nach langer Krankheit einschläfern lassen und ich kann ein Stück weit nachempfinden wie es dir geht.

Ich wünsche mir für dich, dass du diese 11 Monate, die ihr nach der ersten schlimmen Diagnose gehabt habt, als Geschenk für dich von deinem Hund siehst.

Daran solltest du denken, denn diese Zeit wurde euch noch einmal dazugegeben.

Was den Zeitpunkt angeht, da wird dir nie jemand sagen können, ob es der richtige war, aber du hast deinen treuen Freund davor beschützt, dass er elendig gestorben ist, das war dein letzter Freundschaftsdienst für ihn.

Ich wünsche dir für die nächste Zeit viel Kraft und schicke dir ein Gedicht, dass ich geschrieben habe, als mein Lucky gestorben ist.

Ich drücke dich mal ganz lieb. :knuddel

Land ohne Namen

Es gibt ein Land, das wirst du auf keiner Karte finden,

aber es existiert, denn es wächst jeden Tag.

Es wird gebaut, nicht mit Straßen, sondern mit Trauer, Tränen und Hoffnung

und dem Wunsch, dass hier etwas weiterlebt,

was uns so viel bedeutet.

In diesem Land herrscht Ruhe und Frieden,

es gibt keinen Schmerz mehr

und alles was einmal war, ist nicht mehr.

Nur der Gedanke, dass es dir hier gut geht und das du so sein kannst,

wie in jungen Jahren, begleitet dich hierher.

Viele haben in dieses Land gefunden und sie warten geduldig jeden Tag,

aber noch ist es nicht so weit und das wissen sie auch

und so nähren sie deine Gedanken und deine Träume mit der Erinnerung an sie.

Noch musst du weinen, aber das ist auch ok, denn so kann das Land wachsen und

zu einem wunderschönen Ort werden, denn es werden ja noch Viele dorthin finden.

Und irgendwann, wenn du nicht vergessen hast,

aber dein Herz nicht mehr so weh tut, wie am Anfang,

siehst du den Regenbogen, wie er in allen Farben schimmert und du kannst dir sagen,

was kann es Schöneres geben, als von seinen Strahlen

in das Land ohne Namen begleitet zu werden

und dann endlich ist es gut.

A. Schmiemann

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Als selber Betroffene sage ich dir, bereue nicht, denn du hast die richtige Entscheidung getroffen.

Ich habe vor 6 Jahren meinen Hund mit Lympfdrüsenkrebs einschläfern lassen...und zwar von einem Tag auf den anderen. Er wäre über Nacht fast erstickt, weil die Knoten im Halsbereich jeweils Tennisballgröße hatten...das Geräusch war so furchtbar, dass ich es sehr lange Zeit nicht vergessen konnte.

Bitte sei dankbar, dass du es nicht soweit hast kommen lassen. Jetzt hat dein Hund keine Schmerzen mehr und es geht im gut.

Tröstende Grüße

Manuela

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Hallo Nickymen,

es tut mir so leid für Dich, aber denk daran du hast das Richtige getan, vielleicht kannst du es im Moment nicht sehen oder verstehen aber du hast deinem Hund einen grausamen Tod erspart.

Ich weiß genau wovon ich reden meine Hündin hatte Wasser in der Lunge auf Grund eines Herzfehlers. Ich hab sie vor 2 Jahren einschläfern lassen, im nachhinein hab ich mich gefragt, war das Richtig, ich hab das "Ja" gegeben.

Heute (ganze 2 Jahre später) kann ich sagen, es war richtig, kein Hund mit so einer schweren Erkrankung muß leiden.

Ich wünsch Dir und deiner Familie viel Kraft für die schwere Zeit.

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Als unsere Schäferin damals so krank war, sagten Freunde immer " Du merkst es, wenn sie nicht mehr will". und so war es auch. Ich habs gesehen und mich innerlich verabschiedet. Mein Mann konnte es nicht und ich weiß im Nachinein, wir haben viel zu lange gewartet. Ich werde immer auf den Hund hören und ich bin mir ganz sicher, ich merke , wenn es soweit ist.

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Ich fand deine Entscheidung auch richtig und mutig, denn du hast dem Tier unendliches Leid erspart. Das hat dein Tier verdient.

Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist nie einfach - hättest du noch gewartet und der Hund hätte noch mehr gelitten, würdest du dir Vorwürfe machen, daß du ihn hast leiden lassen.

Wir hatten mal einen Kater, der einen Tumor im Kopf hatte - als die Diagnose kam, haben wir sofort erlöst, weil ich nicht wollte, daß sich die Symptome (und Schmerzen) noch verschlimmern. Evtl. hätte der Kater noch ein paar Wochen gelebt - aber mit was für einer Lebensqualität?

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