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Hundeforum Der Hund
HundeHannes

Welpe wird aggressiv

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Hm,

ich habe es eben so verstanden, dass das Ziel ist, dass Hund von sich aus gar nicht immer so hochfährt, dass das eben unerwünscht ist. Deswegen, doch, so wie ich es verstehe, geht es nicht um "auspowern, damit das Tierchen umfällt", sondern um eine.... sagen wir mal "grundsätzlich ruhige Gemütsverfassung".

Und deswegen verstehe ich auch nicht, wie man das auf Welpen anwenden soll, die per se einfach etwas hampeliger sind.

Aber bevor ich mich jetzt in die Nesseln setze, warte ich auf weiteren Input von Profis...

Grüßle

Silvia

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Hallo Hannes!

Ich bin jetzt erst auf Dein Thema aufmerksam geworden.

Als Ausbilder in einem Hundeverein habe ich Ersthundehalter bei der Erziehung ihres Husky von der 12.Woche an begleitet. Jetzt ist es ein 5jähriger souveräner Rüde mit gutem Grundgehorsam und toller Bindung. Und dieser Welpe stammt aus einer Leistungszucht, die speziell für Rennen gezüchtet wird.

Zuerst einmal solltest Du in der nächsten Zeit Deinen Kleinen mindestens einmal täglich aus der Hand füttern. Das verbessert die Bindung zu Dir. Du könntest z.B. die Mittagsmahlzeit beim Gassigang mitnehmen, für jede Kontaktaufnahme des Hundes, für jedes Zu-Dir-Kommen bekommt er Futter. Wichtig ist auch, dass der Kleine mindestens einmal täglich eine Zeit ohne Anwesenheit der Hündin mit Dir verbringt.

Bei den Mahlzeiten die er gemeinsam mit der Hündin bekommt ist es wichtig durchzusetzen, dass erst die Hündin ihr Futter bekommt und dann der Kleine. Er muss lerrnen, dass er nicht an deren Napf darf. Bitte dabei ruhig bleiben, aber bestimmt durchsetzen, dass der andere Napf tabu ist und er nicht daran darf. Anfangs nur Sekunden, die er warten lernen muss, später kannst Du die Zeit etwas ausdehnen.

Deine Zerrspiele mit Deinem Hund müssen relativ kurz gefasst werden. Du beginnst und Du beendest sie immer. Wenn Du beendest, so nehme einfach das Spielzeug weg, ignoriere dann den Hund. Ignorieren heisst immer: Nicht angucken, nicht anfassen, nicht ansprechen.

Wenn der Hund sich dann wieder etwas anderem zuwendet, so kannst Du dann noch einmal mit dem Spielzeug vor Dir hinspielen. Kommt der Hund dazu, so beziehe ihn noch mal kurz ins Spiel ein. Wenn nicht, so spiele einfach ein bischen mit Dir und dem Spielzeug alleine, als ob der Hund Dich gar nicht interessiert.

Wichtig ist jetzt in den nächsten Wochen auch kurze Ausflüge mit dem Hund zu machen, ihm Umweltsituationen zu zeigen, die er eventuell als Erwachsener mal erleben soll.

Also ab mit dem Kleinen ins Auto und in die nächste Stadt gefahren. Dort ein kleiner gezielter Spaziergang (natürlich sicher angeleint) durch ein Kaufhaus, über einen Markt, auf einen Bahnhof usw..Huskys haben nämlich bis zur 16. Woche noch Sozialisierungsmöglichkeiten, die bei anderen nur bis zu 12 Wochen möglich sind.

Da Huskys eine ausgeprägtere Körpersprache und Mimik haben als die meisten anderen Hunde ist es besonders wichtig, dass Du lernst Deinen Hund zu lesen. Dann kannst Du ihn anfangen schon vor seinen Reaktionen zu lesen und zuvor eventuelle selbstständige Handlungen zu unterbrechen.

Durch die Zwinger-Wohnungs-Haltung ist es immer schwerer einem Hund zu vermitteln, das in der Wohnung nicht nur Party angesagt ist. Er muss lernen auch da runterzufahren. Auch das kannst Du durch eingeschränkten Raum neben Dir (Hund an der Hausleine) und offensichtliches Ignorieren Deinerseits während Du Dich mit etwas anderem beschäftigst (setz Dich doch z.B. an den PC).

Mit der Hausleine verhinderst Du nur das der Hund sich zu weit von Dir entfernt.

Er sollte dann im Bereich, indem er sich aufhält, einen offensichtlichen Liegeplatz haben und auch einen Wassernapf.

Ansonsten brauchst Du einfach Geduld - und wenn es Stunden dauert. Irgendwann wird er sich hinlegen und entspannen.

Wenn Du noch Fragen hast, so frag einfach!

LG Heike

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Hallo Schnauzis,

erstmal Danke für deinen Beitrag.

Na das gibt mir schon mal Zuversicht, dass man als Ersthundehalter auch einen Husky so gut erziehen kann wie du es geschildert hast.

Das mit dem Fressen werd ich auf jedenfall so machen.

Die Zerrspiele kurz fassen sagst du, das heißt 10 minuten? 5 oder doch weniger?

Sozialisierung, denke ich, habe ich ganz gut hinbekommen, ich war im Mai öfter auf verschiedenen Festen mit vielen Leuten und auch anderen Hunden mit ihm, immer nur so 20-30 Minuten. Autos und auch Lärm verträgt er ganz gut denke ich.

Die Körpersprache, kannst du mir da vielleicht ein gutes Buch empfehlen, welches auch für Einsteiger verständlich ist, da habe ich nämlich noch wirklich so gut wie keine Erfahrung.

Mit dem herunterfahren in der Wohnung, soll ich das nur üben wenn wir gerade gassi waren oder auch wenn er gerade eine Aktive Phase hat also vor dem Gassi gehen oder nach dem Aufwachen?

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Hallo Hannes

Die Zerrspiele solltest du so kurz bzw. lang fassen wie eben möglich. Da du ja mal geschrieben hast, dass er meist nach 5 Minuten das Interesse verliert solltest du schon bevor es so weit kommen kann, dass Spiel abbrechen. Denn du beendest das Spiel nicht er und wenn er das Interesse verliert dann beendet er das Spiel. Also schneller sein.

Wenn er in der Wohnung aufdreht und wie ein Irrer rumwuselt, dann unterbinde das. Ein souveräner Althund würde dass auch nicht zulassen und mit Bewegungseinschränkung dagegen arbeiten.

Ich führ dir dazu mal ein Beispiel auf:

Der Hund meiner Verwandten war vor einige Monaten auch bei uns zu Besuch, da war er ca. 4 Monate alt. Sie hatten ihm keine Ruhe beigebracht und er wollte die ganze Zeit aufdrehen, da Stella eine souveräne Althündin ist hat sie eingegriffen, d.h. bei Grün (sie hat ihn angeblickt und signalisiert "es ist absolut nicht ok was du hier gerade veranstaltest) hat er nicht reagiert. Es kam also zu Gelb, sie hat ihn angeknurrt. Für einige Sekunden schaute er verdattert hat sichs überlegt und die Warnung in den Wind geschlagen (der Tyson ist extrem dreist :Oo ). Tja und dann kam Rot. Sie stand blitzschnell auf hat die Zähne gefletscht und Tyson in die Ecke gedrängt - Popoles von Tyson ging auf Boden und er war brav.

Ich hab dir dieses Beispiel aufgezeigt, denn ich schaue mir gerne und viel von meinem Hund ab und wende es dann selber an, denn was ist klarer als so zu Kommunizieren wie Hunde untereinander?!

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Mit kurzen Zerrspielen meine ich wirklich anfangs 2-3mal richtig zotteln, dann erst mal aufhören.

Wenn der Kleine sich dann selber runterfährt, kannst Du wie oben beschrieben ja nochmal kurz zotteln. Er soll ja lernen sich selber wieder runterzufahren. Weil es für ihn nichts bringt das Weiterspielen einzufordern. Ich sage dazu immer An- und Abschaltenlernen.

Meine Hunde wissen sofort wenn ich Aktion mache geht die Post ab und wenn ich aufhöre ist auch erstmal Schluss. Das soll er lernen.

Zum Thema Körpersprach empfehle ich Dir das: http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&keywords=jan+nijboer&tag=googhydr08-21&index=aps&hvadid=3847948461&ref=pd_sl_2bwqskvawq_b

Ist für mich ein wichtiges Grundlagenwissen.

Das Üben des Ruhegebens in der Wohnung immer dann wenn in der nächsten Zeit der Hund nicht unbedingt gleich wieder raus muss - sonst wäre es kontraproduktiv zur Sauberkeitserziehung.

Du sollst ihn nicht unbedingt vorher kaputt und müde machen, er sollte aber die Möglichkeit gehabt haben sich zu lösen und ein bisschen zu bewegen.

Wenn Du dann keinen Zeitdruck hast, so übe einfach ihn in der Wohnung sich selber runterregelnzulassen (indem nichts passiert und er ignoriert wird).

LG Heike

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Also wenn er wieder abdreht soll ich ihn anknurren und zähne fletschen?

Mach ich das genau so oder gibts es da ein "übersetzung" in menschliches verhalten also soll ich ihn kurz festhalten oder wegschieben oder ähnliches?

und ich dachte bis zur 16. Woche sollte man Angst und ähnliche Gefühle vermeiden? oder ist das keine Angst sondern notwendiges Grenzensetzen? Wie gesagt hab mit Hundeverhalten praktisch noch keine Erfahrung.

@Schanuzis: Super die 3 oberen Bücher die du mir verlinkt hast hab ich von nem bekannten geschenkt bekommen, aber ich hab im internet gelesen, dass man als Anfänger nicht unbedingt Jan Nijboer lesen sollte, da dann doch einiges schief gehen kann weil man das noch nicht so ganz versteht, oder kann ich das ohne Sorgen lesen?

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Ups, habe ich 3 Bücher verlinkt?

Eigentlich wollte ich nur "Hunde verstehen mit Jan Nijboer" empfehlen.

Und das solltest Du Dir unter dem Gesichtspunkt der Kommunikation der Hunde ansehen.

Da reicht oft ein selektives Lesen.

Später kann man sich dann immer mehr an anderes rantasten.

LG Heike

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naja hast halt komplett alles von Jan njiboer verlinkt^^

Super, dann werd ich mich damit mal beschäftigen.

Danke an alle die in diesem Thread mir so schnell und gut geholfen haben.

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Also wenn er wieder abdreht soll ich ihn anknurren und zähne fletschen?

Mach ich das genau so oder gibts es da ein "übersetzung" in menschliches verhalten also soll ich ihn kurz festhalten oder wegschieben oder ähnliches?

und ich dachte bis zur 16. Woche sollte man Angst und ähnliche Gefühle vermeiden? oder ist das keine Angst sondern notwendiges Grenzensetzen? Wie gesagt hab mit Hundeverhalten praktisch noch keine Erfahrung.

Das hat mit Angst rein gar nichts zu tun. Aber man sollte nicht bei jedem Hund gleich reagieren. Es gibt schließlich sensiblere Hunde oder eben das andere extrem richtige kleine Draufgänger, wie der Tyson eben :Oo

Also ich mach dass nicht mit knurren und Zähne fletschen, des kommt bei mir bescheuert rüber und wenn der Hund könnte würde er sich wahrscheinlich den Arsch ablachen, weil ich es nicht so gut hinkriege :Oo:D

Ich arbeite mit "Hey". Also wart ich versuchs mal zu erklären:

Zuallerest brauchst du ein gutes Grün, d.h. mach dich groß, fühl dich stark und leicht arrogant/eingebildet. Fühl dich von mir aus wie Supermann :D Aber deine Körperhaltung muss dass einfach signalisieren - du bist der Führer. Bei deinem Hund wird grün nicht reichen, denke ich also kommt Gelb wenn er weiter aufgepusht ist, bei mir sieht dass dann so aus: Ich mach mich groß, mach nen Ausfallschritt und sag "Hey" aber ruhig und bestimmt. Schreien ist kontraproduktiv und du machst dich dadurch lächerlich für den Hund.

Reicht Gelb nicht (du solltest aber darauf achten, dass du auch ein gutes Gelb gibst!) dann kommt Rot. Ich bedränge da den Hund, sag "Hey" und touchiere ihn leicht an der Brust.

Du solltest dabei aber nicht hektisch wirken sondern souverän und bestimmt! Ich hoffe ich konnte dass verständlich schreiben, wenn man es sieht ist es einfacher zu verstehen.

Anstatt Hey kannst du auch Kssst machen, es sollte etwas sein womit du am besten rüber kommst.

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hmm, ich werds mal versuchen, ma schauen wie er darauf reagiert. Aber wenn er jetzt in der Wohnung total aufdreht, rennt er z.b. die ganze zeit hin und her, soll ich da hinter her? er interessiert sich nämlich kaum für mich wenn wir nich gerade spielen oder ich was leckeres in der hand habe.

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