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Hundeforum Der Hund
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"Jagdhunde-Rasse oder jagdmotivierte Hunde" als Welpe schon in Nichtjägerhand ....

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Hi,

"Ne, aber du kannst auch nicht sagen jeder Jagdterrier ist ein bissiges Mistvieh, das sich nur mit Blut an der Schnauze wohl fühlt. Jeder Mops liegt ganztägig schnaufend auf Frauchens Schoß und jeder Malinois geht von selbst nach Drogen fahnden, während der Husky nen Schulbus nach Alaska schleift."

Das habe ich nicht gesagt - aber jeder dieser Hunderassen hat wohl rassespezifische Eigenarten, auf die man als Halter eingehen sollte. Oder?

Wenn jemand begeisterter Marathonläufer ist, aber total auf Möpse steht, dann mag dieser Hund von der Optik passen - aber von seiner rassebedingten Veranlagung wohl eher nicht.

WEnn nun eine Familie einen Hund in ihre Mitte aufnehmen will, dann muß man sich einfach fragen, wie hoch der Zeitaufwand sein kann, den man dem Hund widmen kann. Ein Tag hat nämlich nur eine begrenzte Anzahl Stunden und bei bspw 2 schulpflichtigen Kindern kann man einfach nicht stundenlang einen Hund auslasten / erziehen. Und einen passionierten Jagdhund zu erziehen und auszulasten geht weit über das normale Erziehen und Spatzierengehen mit ein paar Spielen hinaus.

WEnn es hier um Border und Co oder Jack Russel geht, dann heißt es immer: Hast Du dir das gut überlegt? Und das mit REcht. Diese Hunde verlangen ihren Haltern mehr ab, als z.B. ein Mops.

Ich rede hier von Spezialisten, es geht hier um die Frage, ob ein Jagdhund eine besondere Erziehung braucht. Und klar, jeder Hund braucht Erziehung, aber wie ein hochbegabtes Kind einfach mehr Förderung benötigt, brauchen diese Hunde ein plus an Zeit und Erziehung.

Ich verstehe einfach nicht, dass bei bestimmten Hunderassen immer auf deren Besonderheiten hingewiesen wird - aber dann in Threads wie diesem - dann plötzlich irgendwie alle rassebedingten Besonderheiten gar nicht mehr so tragend sind.

Gruß Chris

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Ich verstehe einfach nicht, dass bei bestimmten Hunderassen immer auf deren Besonderheiten hingewiesen wird - aber dann in Threads wie diesem - dann plötzlich irgendwie alle rassebedingten Besonderheiten gar nicht mehr so tragend sind.

Gruß Chris


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=55359&goto=1111256

Vielleicht habe ich mich da mißverständlich ausgedrückt. Natürlich gibt es rassespezifische Eigenschaften. Ich denke nur dass sie unterschiedlich stark ausgeprägt sind und der Mensch das Zuchtziel eben seltenst in der genau gewünschten Form erreicht.

Ich glaube einfach dass mein Beagle ganz glücklich mit seinem langweiligen Nichtjägerleben ist, wobei ich denke (mir fehlt allerdings eine langjährige Vergleichsmöglichkeit), dass er schon mehr Erziehungsaufwand bedeutet als andere Rassen. Dem Labbi meiner Eltern kann ich einen Trick z.B. in einem Bruchteil der Zeit beibringen wie meinem Hund, er entfernt sich automatisch niemals weit von seiner Bezugsperson (und nein, es wurde nie viel mit ihm geübt oder so) und ist für ein paar Leckerlis die Aufmerksamkeit in Person (kratzt meinen Beagle herzlich wenig wenn er besseres zu tun hat). Aber es läuft. Nicht perfekt, aber es läuft ;-)

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Hi Rhodium,

Du schreibst von Deinem Hund: "aber mein Beaglemix stammt z.B. aus einer Opazucht, beide Eltern Nichtjäger, Nichtspezialisten und ich halte ihn selbst auch nicht für den großen Jäger."

Das meine ich doch.

Ich plädiere dafür, einen Hund zu wählen, der am besten zu den Lebensumständen paßt, in denen er leben wird.

Was, wenn Dein Hund aus einer jagdlichen Linie stammen würde? Er also eine hohe jagdliche Passion mit in die Wurfkiste gelegt bekommen hätte - das wäre doch eher nicht so prickelnd - für Euch beide - oder?

Wenn nun hier die Frage gestellt wird:

"Muss man Jagdhunde, oder jagdmotivierte Mix-Rassen-Hunde die

- als nur liebe Familienhunde bei uns Leben sollen

- und im WELPEN-Alter schon bei uns einziehen,

- besonders erziehen?"

dann muß man die Frage doch mit einem fetten "Ja" beantworten.

Dein Beagle-Mix ist aufgrund seiner Herkunft (Eltern Nichtjäger) eben kein über das normale Maß hinausgehende jagdmotivierter Hund. Wäre er das, dann wäre eine besondere Erziehung notwendig gewesen.

Mit normalem Maß meine ich, das wohl jeder Hund ein davonhuschendes Karnickel spannend findet.

Ich weiß ja nicht, was für einen Welpen der Threat-steller im Sinn hat. Aber wenn sie / er konkret nach einem Jack-Russell / Foxterrier / Deutsch Drahthaar / Weimarer -Welpen gefragt hätte, dann wären die Antworten anders ausgefallen. Eben das diese Rassen (allermeistens) eine besonder Anforderung / Erziehung / Zeit benötigen.

Gruß Chris

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Womit wir wieder bei der Frage nach den rassespezifischen Unterschieden wären.

Hat ein Beagle aus nicht jagdlich geführter Linie einen über das Normalmaß hinausgehenden Jagdtrieb oder nicht?

Ich kann irgendwie nur zu dem Schluß kommen dass Hunde aus Arbeitslinien grundsätzlich eher in Hände vermittelt werden sollten wo sie ihrem Verwendungszweck nachkommen können. Alle anderen kann man wahrscheinlich auch so befriedigen, wenn man mehr zu leisten bereit ist als einmal Gassi um den Block.

Dass ein Beaglewelpe mehr Erziehungsaufwand bedeutet als z.B. ein Labbiwelpe ist in meinen Augen kaum einen Vergleich wert. Meine Eltern üben mit ihrem gleichaltrigen Hund so gut wie gar nicht und trotzdem gehorcht der Mistkäfer fast besser als meiner. Was mich da vor allem immer wieder beeindruckt ist wie stark er sich an Bezugspersonen (auch mir) orientiert beim Freigang. Mein Beagle ist innerhalb von Momenten 100 Meter voraus oder so. Er guckt zwar wo ich hingeh und haut nicht ab, aber mir die ganze Zeit um die Fersen zu schwänzeln wie der Labbi wär ihm zu lahm.

Klar gibt es Rassen die schon ab Welpenalter mehr Aufwand erfordern, wenn man das selbe Ziel erreichen will wie mit leichterführigen Rassen. Wobei das natürlich auch immer vom Individuum abhängt.

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Hi Rhodium,

genau das meine ich auch.

Ich schaue gerade auf die Uhr - Schock!

Gruß und guts Nächtl

Chris

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Also ich habe meinen Spike (Jagdhund-Mix) auch anders erzogen als meine Dori (Jack Russell).

Aber da wo Dori dem Hasen hinterher gelaufen ist, ist Spike neben mir stehen geblieben und hat nur doof gekuckt (so nach dem Motto, Dori lauf du nur erwischen tust du den eh nicht)

Spike ist NIE jagen gegangen... er ist nie irgendwelchem Wild o.ä. hinter her gelaufen.

Ohne das ich da etwas erziehen musste, ausser die normale Erziehung.

Ich denke pauschal kann man da keine Antwort drauf geben.

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Ich verstehe einfach nicht, dass bei bestimmten Hunderassen immer auf deren Besonderheiten hingewiesen wird - aber dann in Threads wie diesem - dann plötzlich irgendwie alle rassebedingten Besonderheiten gar nicht mehr so tragend sind.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=55359&goto=1111256

Stimmt genau.

Man muss bei einem Jagdhund stärker daran arbeiten, dass er nicht hetzen geht und wird es vielleicht niemals schaffen. Leine ab und beim ersten Duft oder Geräusch oder einfach so ist der Hund weg, trotz intensiven Rückruftrainings - das passiert bei einem Jagdhund wohl deutlich häufiger als bei einem Normalohund. Da ich beides schon hatte (erst Pinscher und Schnauzer, jetzt Podencos) kann ich sagen, dass ich da einen sehr deutlichen Unterschied feststelle. Meine Podencos haben einen Schalter im Kopf, der sich plötzlichst umlegt und sie absolut taub macht.

Zur Auslastung von Jagdhunden: Bedenkt doch bitte mal, dass der Jäger mit seinem Hund nicht täglich jagen geht, vielleicht nicht einmal pro Woche. Und spazieren gehen wohl die wenigsten Jäger mit ihrem Hund. Das gilt für deutsche Jäger genauso wie für spanische.

Ich mache mit meinen Podencos auch keinen Handstand, Purzelbäume oder sonstige Verrenkungen, nur um sicher zu gehen, dass sie ausgelastet sind, weil sie es auch so sind. Sie bekommen das, was anderen Hunden im Normalfall auch reicht.

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WEnn nun eine Familie einen Hund in ihre Mitte aufnehmen will, dann muß man sich einfach fragen, wie hoch der Zeitaufwand sein kann, den man dem Hund widmen kann. Ein Tag hat nämlich nur eine begrenzte Anzahl Stunden und bei bspw 2 schulpflichtigen Kindern kann man einfach nicht stundenlang einen Hund auslasten / erziehen. Und einen passionierten Jagdhund zu erziehen und auszulasten geht weit über das normale Erziehen und Spatzierengehen mit ein paar Spielen hinaus.

Wir hatten einen Jagdterrier als Familienhund und wir waren die von dir beschriebene, schlimme Familie. Er war unser Ersthund, wir hatten ueberhaupt keine Ahnung von Hunden, wussten nichts ueber Jagdterrier, mein Bruder und ich waren damals noch lange schulpflichtig, ja die Tage hatten begrenzte Stunden und oh Schreck er war eigentlich nur mein Hund - ich war damals 13 und fuer alles verantwortlich.

Tommy war ein voellig normaler Hund, weil wir uns nicht zu hysterischem 'Ich muss es meinem Hund recht machen, um Gottes Willen der braucht einen Job, sonst toetet er kleine Kinder' haben hinreissen lassen.

Er brauchte weder stunden lange Auslastung, noch stundenlange Erziehung. Ich habe ihm deutlich gemacht das er Teil von unserem Leben sein kann, wenn er reinpassen moechte. Er war ein ganz normaler Hund, er hat nicht gejagt, hoechstens mal eine Katze aus unserem Garten verjagt. Er war Fremden gegenueber sehr mistrauisch aber total gluecklich wenn er dabei war.

Er war immer ein grosser Teil meines Lebens und ist mit mir ueberall hin gegangen. Er war zufrieden. Was anderes kannte er nicht und wollte er nicht.

Seine Schwester und 3 Brueder sind bei Jaegern gelandet.

edit Julia richtig so! Schaem dich das du noch keine hattest. Die kauft man eigentlich direkt zum Welpen dazu! Schlimm diese unvorbereiteten Aussiebesitzer!

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Hi kamalii,

"Ich muss es meinem Hund recht machen, um Gottes Willen der braucht einen Job, sonst toetet er kleine Kinder' haben hinreissen lassen."

Ne - zu dieser Fraktion gehöre ich auch nicht und es freut mich für Euch, dass es mit Eurem Hund so super geklappt hat. Konnte er denn auch im Wald ohne Leine laufen - ohne dass er Stöbern und Jagen ging?

Kann man dann sagen, dass die ganzen Rassebeschreibungen völlig für die Tonne sind und z.B. ein Border Colli oder ein Herdenschutzhund generell ganz einfach und problemlos in eine Familie passen. Also das man da auf gar nichts achten muß? Das man die einfach so erzieht wie z.B. einen Labbi und gut ist?

Kann ja sein, ich habe da keine Erfahrung - aber in den Foren und der Literatur hört sich das immer anders an.

Gruß Chris

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Tommy konnte und ist ueber all ohne Leine gelaufen. Er ist nie Stoebern oder Jagen gegangen. Das Einzige das er Hetzen wollte waren Katzen, die fand er aeusserst haesslich. Von denen hat er sich abrufen lassen.

Rassenbeschreibungen sind nicht fuer die Tonne, wohl aber die dummen Pauschalaussagen, die den Rassen angeheftet sind. Jeder Mensch der einen Huetehund, Jagdhund oder sonstwas moechte, ist ein egoistisches Arschloch und wird sowieso versagen, den Hund total zerstoeren und die Rasse sowieso.

In jedem Borderwurf sind Welpen dabei, die sich nicht fuer ihren Huetejob eignen, genauso gibt es in jedem Jagdhundwurf Kandidaten, die kein Interesse daran haben sich mit einem irren Wildschwein zu pruegeln.

Tommy war so einer. Er und ein Bruder waren uebrig, alle anderen sind zu Jaegern gegangen und haben sich wohl Zeit ihres Lebens mit Wildschweinen gepruegelt.

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